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Brendel, Christian Friedrich

Christian Friedrich Brendel (* 26. Dezember 1776 Neustädtel; † 20. November 1861 Freiberg) war ein deutscher Bergingenieur und Maschinendirektor im sächsischen Bergbau. Er kann als der bedeutendste sächsische Bergbautechniker des 19. Jhds. angesehen werden.

Brendel wurde, wie seine Vorfahren, Bergmann. Er arbeitete im Schneeberger Revier. 1790 wurde er Zimmerling, später Häuer im Marx-Semler-Stolln. Von Karl Baldauf, dem Berggeschworenen des Reviers, erhielt Brendel früh Privatunterricht in Mathematik und Zeichnen und wurde mit der Herstellung von Modellen bergmännischer Maschinen und Werkzeuge beauftragt.

Er wechselte 1796 nach Freiberg, wo er auf der Grube „Morgenstern“, später in der Himmelsfürst Fundgrube angelegt war. In Freiberg wirkte er unter anderem beim Bau eines Kunstgezeuges mit. Brendel bewarb sich 1797 für ein Studium an der Bergakademie Freiberg. Die Studienzeit währte bis 1802. Zu Brendels Lehrern zählten unter anderem Werner, v. Trebra, Lempe und Lampadius. Während seines Studiums zeichnete sich Brendel durch besondere Leistungen im Fach Maschinenkunde aus.

Nach dem Studium wurde Brendel im Oktober 1802 als Obersteiger auf dem „Thelersberger Stolln“ in Linda angestellt. Zur Förderung seiner technischen Fähigkeiten trat er auf Empfehlung von Trebras bereits im November 1802 eine Studienreise nach England an. Brendel sollte während dieser Reise die englische Maschinentechnik und insbesondere den Einsatz von Dampfmaschinen im Bergbau studieren.

Nach seiner Rückkehr war keine maschinentechnische Stelle im Freiberger Bergbau mehr frei, daher wechselte Brendel als Salinenbaumeister an die kurfürstlich-sächsische Saline in Dürrenberg. Hier baute er von 1808 bis 1811 seine erste Dampfmaschine.

Als Dürrenberg nach dem Wiener Kongress an Preußen fiel, kehrte Brendel nach Freiberg zurück. Hier folgte er dem 1811 verstorbenen Karl Gottfried Baldauf als Kunstmeister nach. In dieser Stellung war Brendel der oberste Maschinenbeamte des sächsischen Bergbaus. Seit 1817 trug seine Stelle den Titel eines Maschinendirektors. Da es keine private Bergmaschinenfabrikation gab, sorgte Brendel mit den ihm unterstellten Mitarbeitern in der Maschinenbauanstalt Halsbrücke und in der Maschinenbauanstalt Übigau für die Projektierung und Konstruktion benötigter Maschinen. So konstruierte er in der Folgezeit weitere Dampfmaschinen, außerdem Wassergöpel, Turbinen und Wassersäulenmaschinen.

Bemerkenswert war die Projektierung des damals größten sächsischen Hüttengebläses für die Antonshütte 1829/31. Das Zylindergebläse ging als „Schwarzenberggebläse“ in die Technikgeschichte ein und ist seit 1926 auf der Freiberger Schachtanlage „Alte Elisabeth“ zu besichtigen.

1846 wurde er zum Bergrat ernannt. 1851 trat er in den Ruhestand.


Literatur:

  • P. Roch, Christian Friedrich Brendel u. die erste v. ihm gebaute Dampfmaschine, in: Jb.Berg- u. Hüttenwesen im Kgr. Sachsen, 1905, S.A 8-16.
  • Sauer, Bruno, "Brendel, Christian Friedrich" in: Neue Deutsche Biographie 2 (1955), S.582-83.

Weblinks:


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