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Bubnoff, Sergius Nikolajewitsch von

Prof. Dr. Serge von Bubnoff
Prof. Dr. Serge von Bubnoff

Berlin

Archiv: Doc Diether

Prof. Dr. Dr. E.h. Sergius Nikolajewitsch von Bubnoff (* 15. Juli 1888 Sankt Petersburg; † 16. November 1957 Berlin) war ein deutsch-baltischer Geologe und Geotektoniker, der nach dem Ende des 2. Weltkrieges Verdienste beim Wiederaufbau der geologischen Forschung in Mitteldeutschland erwarb.

Serge von Bubnoff war der jüngste Sohn des russischen Arztes Nikolai Dementjewitsch von Bubnoff und der deutschen Kaufmannstochter Marie Henriette geb. Türstig. Sein Vater wirkte als Regimentsarzt und Leibarzt des Prinzen Alexander von Oldenburg. Durch die Lebensumstände seiner Familie beherrschte er Russisch und Deutsch als Muttersprache.

Nach seinem Abitur in Sankt Petersburg übersiedelte die Familie 1906 nach Heidelberg wo er von 1906 bis 1910 Geologie an der Universität Freiburg studierte. Er promovierte über den Dinkelberg bei Lörrach. Nach seinem Studium war er an der Universität Freiburg und an der in Freiburg ansässigen Badischen Geologischen Landesanstalt tätig. Er ging 1914 an die Universität Heidelberg.

1921 habilitierte sich Serge von Bubnoff mit einer Arbeit über die hercynischen Brüche im Schwarzwald an der Universität Breslau, die ihn ein Jahr später zum a.o. Professor ernannte. Im Jahr 1929 folgte er einem Ruf an die Universität Greifswald, wo er als Professor und Direktor des Geologisch-Paläontologischen Instituts fungierte. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges und der Gründung der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) wurde Bubnoff 1950 Professor und Direktor am Geologisch-Paläontologischen Institut der Humboldt-Universität Berlin. Weiterhin leitete er von 1950 bis 1957 das Geotektonische Institut der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin.

Schwerpunkte der wissenschaftlichen Tätigkeit waren die allgemeine, regionale und historische Geologie, die Geologie Europas sowie die Geomorphologie und Lagerstättenkunde. Er war wegbereitend für die Zyklentheorie der Gebirgsbildung und in der ersten Hälfte des 20. Jhd. einer der renommiertesten deutschen Geologen. Nach dem 2. Weltkrieg trug er wesentlich zum Wiederaufbau der geologischen Forschung in Ostdeutschland bei.

Ehrungen:

Serge von Bubnoff war ab 1935 Mitglied der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina sowie ab 1941 korrespondierendes Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften und ab 1949 ordentliches Mitglied von deren Nachfolgeinstitution, der Akademie der Wissenschaften der DDR. 1951 wurde er außerdem als korrespondierendes Mitglied in die Akademie der Wissenschaften zu Göttingen aufgenommen. Er erhielt darüber hinaus 1953 und 1955 den Nationalpreis der DDR sowie 1954 die Gustav-Steinmann-Medaille der Geologischen Vereinigung. Die Technische Hochschule Hannover verlieh ihm 1956 ein Ehrendoktorat. 1948 erhielt er die Leopold-von-Buch-Plakette.

Im Jahr nach seinem Tod stiftete die Geologische Gesellschaft der DDR, die ihn 1954 bereits zu ihrem Ehrenvorsitzenden ernannt hatte, die Serge-von-Bubnoff-Medaille. Diese wurde von der Deutschen Gesellschaft für Geowissenschaften übernommen und wird für ein „herausragendes Gesamtwerk auf nationalem oder internationalem geowissenschaftlichem Gebiet“ verliehen.

Zu Ehren von Serge von Bubnoff wurde die Bubnoff-Einheit (Bub) als Maß für die Geschwindigkeit der Sedimentation nach ihm benannt. Ein Bub (B) entspricht einem Millimeter pro 1000 Jahre oder einem Meter pro Jahrmillion.


Literatur:

  • Grundprobleme der Geologie, eine Einführung in geologisches Denken. Berlin 1931.
  • Tabellen zur Einführung in die Palaeontologie der Wirbellosen für Anfänger. Greifswald 1935.
  • Einführung in die Erdgeschichte. Erster Teil: Voraussetzungen - Urzeit - Altzeit. Halle an der Saale 1941.
  • Einführung in die Erdgeschichte. Zweiter Teil: Mittelzeit - Neuzeit - Synthese. Halle an der Saale 1949.
  • Überblick über die Geologie Ostmecklenburgs (Vorpommerns) und seiner Grenzgebiete. Berlin 1949.
  • Fennosarmatia. Geologische Analyse des europäischen Kerngebietes. Berlin 1952.
  • Treichel,F. (1958). Serge von Bubnoff. Aufschluss, Jg.9, Nr.12, S.324-25.

Weblinks:


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