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CORNELIA DÖRR und IRENE EWINKEL (HRSG.): Themenheft historische Rohstoff-Gewinnung: Hessen von unten.

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  • Hrsg.: CORNELIA DÖRR u, IRENE EWINKEL
  • Verlag: Ges.f.Kultur- u. Denkmalpflege, Hessischer Heimatbund e.V. Bahnhofstr. 31.a, 35037 Marburg.
  • Themenheft: Heft 2/3. Hessische Heimat, Jg.66, 2016.
  • 62 Seiten, ISSN: 01783173, Preis: 6,- Euro.

Inhaltsbeschreibung:

Im 1. Beitrag zeigt Waiz von Eschen die Bedeutung von Innovationen auf wirtschaftliche Erfolge im hessischen Salinenwesen. Schon im 16. Jahrhundert konnten durch technische Verbesserungen bei der Ausnutzung der Wärme bei der Salzgewinnung und der Ersatz von rarer und teurer Holzkohle durch fossile Kohle größere Gewinne erzielt werden.

Im 2. Beitrag lernt der Leser am Beispiel des Bergraths Johann F. Kraus, wie dessen positiver Einfluss auf den Goldbergbau am Eisenberg in Korbach einen Neuanfang ermöglichte.

Das aber auch vergebliche Rohstoff-Gewinnungs-Versuche im Rhein-Main-Gebiet interessant sein können, zeigt ein Beitrag aus alten Archiven von Schneider.

Ein weiterer Artikel von Völcker-Janssen über Korbach geht ums Thema: „Korbach – Auf und aus Kalk erbaut“. Hierbei kommen auch die Fossilien der Korbacher Spalte im Kalksteinbruch Fisseler nicht zu kurz.

Dass Tonbergbau auch heute noch betrieben wird und keine langweilige Sache ist, zeigt der Beitrag von Warnecke am Beispiel des Untertage-Abbaus von Grossalmerode. Auch heute sind Tone mit besonderen Qualitäten, wie hier für Feuerfest-Artikel, durchaus noch konkurrenzfähig.

Merle beschreibt einen wieder errichteten Pferdegöpel, einen Rossgang, als Industrie-Denkmal in Kaufungen. Dieser Pferdegöpel war bis 1884 in Betrieb und diente der Förderung von Braunkohle. Es wird auf Denkmalpflege in vergangener Zeit eingegangen.

Im Hessischen ist der Vogelsberg, ein früheres Vulkangebiet, knapp eine Autostunde von Frankfurt entfernt, als Naherholungsgebiet bekannt. Für gut 100 Jahre war das Vogelsberg-Gebiet wichtiger Lieferant für Eisenerze, was 1967 ein Ende fand. Das Massenprodukt Eisenerz steht für eine Konkurrenz-Situation, wo der Preis durch Rationalisierungen im Bereich der Förderung und des Transportes dauernd angepasst werden musste. Vom Pferdefuhrwerk über Drahtseilbahnen, die Eisenbahn zum LKW. Rudi beschreibt kenntnisreich mit zahlreichen Beispielen diesen Prozess.

Remineszenzen des Bergbaus an der mittleren Lahn „Was vom Bergbau übrig blieb“, beschreibt Schönwetter mit interessanten Bildern.

Heute fast unbekannt ist der Marmor von der Lahn, wobei es sich „nur“ um einen polierfähigen und farb- und zeichnungsreichen Kalkstein handelt. Dieser hatte eine Jahrhundert lange unglaubliche Beliebtheit, wovon auch heute noch Bauwerke wie das Wiesbadener Kurhaus, das Hotel Astoria in Leipzig, der Berliner Dom, Ständehäuser in Hannover und Merseburg, das Empire State Building, die U-Bahnhöfe von Moskau etc. zeugen. (siehe Beitrag von Gelbhaar und Bartsch).

Beurteilung:

Dieses Themenheft widmet sich historischer Rohstoff-Gewinnung: „Hessen von unten“. Obwohl es sich jeweils um recht lokale Themen handelt, darf man sie nicht in die Ecke von „nur“ stellen! Ausgehend von recht fundierten Kenntnissen und Zugängen zu lokalen Quellen, erschließen sie eigentlich alle recht wenig bekannte Aspekte, die dann im Zusammenhang gesehen ein facettenreiches Ganzes ergeben und durchaus im historischen Kontext eine Rolle gespielt haben. Noch zu erwähnen bleibt die gute Ausstattung des Heftes mit historischen und neuen Bildern.

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