'._('einklappen').'
 

Caliche

(span., von lat. calx = Kalk)

Geologisch bezeichnet man als Caliche allgemein Böden, die durch Evaporationsvorgänge in ariden bis semiariden Gebieten mineralisch zementiert wurden. Grundwasser steigt kapillar zur Oberfläche auf, verdunstet dort und lässt die mitgeführten gelösten mineralischen Bestandteile zurück. In der Regel ist dies Kalk (dann: Calcret), je nach Region auch Salz, Gips, Salpeter u. a. Ausschlaggebend ist, dass die Mineralabscheidungsrate durch Evaporation größer ist als die Auflösungsrate bei Niederschlägen. Die Mineralausfällung führt im Allgemeinen zu einer Verkittung der Bodenpartikel und -komponenten. Es entsteht eine sehr harte, zementartige Schicht, die ggf. mehrere Meter mächtig sein und Bodenkomponenten wie Steine und Konkretionen enthalten kann. Ehemals wasserlösliche Stoffe können bei der Ausfällung auch neue, nicht mehr oder nur schwer lösliche Verbindungen eingehen, so dass die Caliche vor Auflösung geschützt ist. Das Wachstum von Pflanzenwurzeln wird gehemmt oder ganz unterbunden, und die Konzentration von Salzen kann pflanzenschädigende bzw. -tötende Werte erreichen. Caliche-Böden sind daher nur mit großem technischen Aufwand der landwirtschaftlichen Nutzung zuzuführen.

Fossile Caliche-Böden sind aus Perioden mit überwiegend aridem Klima bekannt (u. a. Perm, Trias); üblicherweise erhalten sich nur kalkige Calicheböden, da leicher lösliche Zemente früh- oder spätdiagenetisch oder erst nach Exhumierung der Auswaschung anheim fallen. Charakteristisch ist darüber hinaus, dass man die ehemaligen Polyeder des Bodens (an der Oberfläche rezenter Böden als von Schrumpfungsrissen voneinander getrennte Brocken oder Platten erkennbar) sowie Bodenkomponenten andeutungsweise als mehr oder weniger eckige Brocken andersartiger Färbung und Textur noch in der fossilen Caliche erkennen kann. Eine fossile Caliche ähnelt damit optisch stark einem Konglomerat oder einer Brekzie.

Bei Caliche handelt sich um eine Bodenbildung. Ursprüngliche Gefügemerkmale des Gesteins, aus dem sich der Boden entwickelt hat, sind nicht mehr vorhanden. So lässt sich z. B. auch ein fossiler tonhaltiger Boden nicht als "Tonstein" o. ä. ansprechen und sieht auch nicht wie ein solcher aus. Zur Klassifikation fossiler Böden sind bodenkundliche Kategorien anzuwenden.

Verbreitet werden auf Grund der Namensherkunft nur Evaporitböden kalkiger Zusammensetzung mit dieser Bezeichnung belegt. Bauxit, "Gypcrete" (Gips-Caliche), die Salpeter-Caliche Chiles u. a. Evaporitböden fallen jedoch ebenfalls unter diese Bezeichnung.


Quellenangaben


Links


Einordnung