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Cancrin, Franz Ludwig von

Franz Ludwig Cancrin, seit 1786 von Cancrin, latinisiert Franz Ludwig von Cancrinus (* 21. Februar 1738 Breidenbach; † 29. März jul./ 10. April 1816 greg. in Staraja Russa bei Nowgorod), war ein Ingenieur, Mineraloge, Metallurge und Baumeister.

Cancrin stammte aus einer angesehenen Familie, die mit dem Berg- und Hüttenwesen eng verbunden war. Er erhielt von Landgraf Wilhelm VIII. ein Stipendium und studierte Mathematik und Rechtswissenschaft an der Universität Jena. Auch Architektur war sein Gebiet. Franz Ludwig Cancrin stand deshalb zunächst in Diensten des späteren Landgrafen Wilhelm IX./I. von Hessen-Kassel (1743–1821), der seit 1760 die Grafschaft Hanau regierte. Er begann in der Verwaltung der Grafschaft, und zwar in der Rentkammer und der Bauverwaltung. Dort erhielt er den Titel: Hofbaudirektor. Er war Direktor der Münze, der Salinen und der Bergwerke. Nach einem Bruch mit dem Landesherren wechselte er nach Kassel und wurde dort Mathematikprofessor an der Militärakademie, oberster Baumeister der Landgrafschaft, Direktor des Theaters und der Münze.

Cancrin verfasste ein bedeutendes Werk: die zwölfbändige Salzwerkskunde "Erste Gründe der Berg- und Salzwerkskunde", die in den Jahren 1773 bis 1791 in zusammen 23 Teilen (Büchern) erschien.

Von der Zarin Katharina II. erhielt er so das Angebot, Direktor der Salzwerke in Staraja Russa im Gouvernement Nowgorod zu werden und ging deshalb 1783 nach Russland. In Sankt Petersburg wurde er Mitglied der Kaiserlichen Freien Ökonomischen Gesellschaft und Staatsrat (1798). Er wurde geadelt und hieß Franz Ludwig von Cancrin.

Laut GÜMBEL erfuhr er eine besondere Ehrung durch ROSE, der ein Nephelin-artiges Mineral vom Ural "Cancrinit" benannte. Richtig ist jedoch: Es war sein Sohn, Georg Cancrin (Ergor Kankrin), der A. v. Humboldt die Reise zum Altei mit Rose bezahlte, und zu Ehren des Spenders nannte Rose ein neues Mineral aus Miask Cancrinit (Hinweis von Joachim Lorenz). Das Typstück liegt in Berlin.

Literatur:

  • Praktische Abhandlung von der Zubereitung der Kupfererze, Frankfurt, 1765
  • Beschreibung der vorzüglichsten Bergwerke in Hessen, in dem Waldekkischen, an dem Haarz, in dem Mansfeldischen, in Chursachsen, und in dem Saalfeldischen. Andreae, Frankfurt 1767.
  • Gründliche Anleitung zur Schmelzkunst und Metallurgie, 1784.
  • Geschichte und systematische Beschreibung der in der Grafschaf Hanau Muenzenberg, in dem Amte Bieber und anderen Aemtern dieser Grafschaft benachbarten Laendern gelegenen Bergwerke. 1787.
  • Erste Gründe der Berg- und Salzwerkskunde. 12 Bände. Frankfurt, 1778–1791.
  • Von der Zubereitung des Roheisens zu Schmiedeeisen, 1790.
  • Abhandlung von der Anlage, dem vorteilhaftesten Bau und der Unterhaltung der Rohrbrunnen, Frankfurt, 1791.
  • Rechtliches Bedenken über die Regalität der Steinbrüche, Riga, 1797.

-Vollständiges Schriftenverzeichnis

Weblinks:


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