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Chuquicamata Mine

Steckbrief

Land

Chile

Re­gi­on

Antofagasta, Region (II. Region) / Antofagasta, Provinz / Calama / Chuquicamata District / Chuquicamata Mine

GPS-Ko­or­di­na­ten

Chuquicamata Mine



Chuquicamata Mine

WGS 84: 
Lat.: 22,29055556° S, 
Long: 68,90194444° W
WGS 84: 
Lat.: 22° 17' 26" S,
   Long: 68° 54' 7" W
Regionale Wetter Information, Macrostrat geologische Karten

An­fahrts­be­sch­rei­bung

Die Grube und der gleichnamige Bergarbeiterort (32.000 Einwohner) Chuquicamata liegen auf etwa 3.000m Höhe ca. 300km NE der Hafenstadt Antofagasta (von hier aus auch die Verschiffung der aufbereiteten Erze) und ca. 8km von der Provinzstadt Calama entfernt. Ein absolutes Wüstengebiet, in welchem nur alle 10 Jahre Regen fällt.

Auf­schluss­be­sch­rei­bung

Die Chuquicamata Mine ist eine der größten Tagebauminen der Welt.

Geo­lo­gie

Die Lagerstätte ist an eine Trümmerzone aus grobkörnigem saurem Tiefengestein (Granodiorite, Chuquicamata-Porphyr) gebunden und von zahlreichen Störungen durchsetzt. Die Gesteinsmasse ist stark verkieselt und mit Kupfererzen imprägniert. Es wird angenommen, dass die Lagerstätte auf die Intrusion eines in geringer Tiefe steckengebliebenen Plutons oder Batholiths zurückgeführt werden kann. Bis in etwa 300m Tiefe eine Oxidationszone mit ungewöhnlicher Mineralisation aus leichtlöslichen Kupfermineralien, im Westen eine Auslaugungszone, ab 300m Mischtypen von Mineralien, von 300m bis etwa 850m Tiefe sulfidische Primärerze mit Chalkosin als wichtigstem Mineral der Sulfidzone.

Der Abbau erfolgt über mehr als 20 Sohlen von 16 bis 20m Wandhöhe. Die Grube hat ca. 550m Durchmesser und eine Tiefe von über 500m. Das Erz wird mit modernsten Abbaumethoden gefördert.

Verkürzte Mineralienatlas URL:

https://www.mineralienatlas.de/?l=92
Bitte fühlen Sie sich frei auf diese Seite zu verlinken.

Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

Weitere Funktionen

Bilder von Fundstellen (1 Bilder gesamt)

Offener Tagebau
Aufrufe (Bild: 1136462686): 2145
Offener Tagebau

Ansicht des offenen Kupfer-Tagebaus Chuquicamata in Chile während einer Sprengung

Copyright: Peter Seroka
Beitrag: Collector 2006-01-05

Ausführliche Beschreibung

Geschichte

Kupfer war in den Anden seit seit mehreren Jahrhunderten v. Chr. bekannt. Die Tiahuanaco- und die nachfolgende Inka-Kultur stellten bereits Bronze her. Eines der präinkaischen Vorkommen war Chuquicamata. Bis zum Jahr 1810 hatte Kupfer jedoch eine untergeordnete Bedeutung; 1810 wurden 19.000t gefördert. Der erste, jedoch limitierte Abbau zwischen 1820 und 1900 erbrachte 2 Mio. t Kupfer, und Chile wurde damit der weltgrößte Anbieter des Metalls. Ende des 19.Jh.s, mit Ausbruch des Salpeter-Fiebers, sank die Förderung bis auf 21.000t im Jahr 1897. Diese Situation änderte sich jedoch Anfang des 20.Jh.s, als internationale Unternehmen Interesse an den chilenischen Lagerstätten zeigten. Die eigentliche industrielle Förderung begann in den Gruben El Teniente (Braden Co., 1904) und Chuquicamata (1910 Guggenheim Co.). 1917 gingen die beiden Lagerstätten in Besitz des chilenischen Staates über; 1923 wurden die Lagerstätten an die US-Anaconda Copper Co. verkauft. Bis 1951 waren die Vorkommen in vollem US-Besitz, erst ab 1951 genehmigte man dem chilenischen Staat 20% der Produktion als Abgabe. 1966 begann die Verstaatlichung der Kupfervorkommen, welches dem Staat das Recht einräumte, joint ventures mit ausländischen Invstoren mit einer 51%-Mehrheitsbeteiligung des Staates in Chuquicamata, El Teniente und Salvador zu halten. Eine erste Kupfergesellschaft wurde gegründet, mit dem Ziel, die Produktion auf 1 Mio. t zu erhöhen. Im Zusammenhang mit der Nationalisierung kam es 1973 mit Unterstützung der CIA zum Putsch General Pinochets gegen die demokratisch gewählte Regierung Allende; 1976 durch Dekret wurde die Corporacon Nacional de Cobre de Chile (CODELCO) als Staatsunternehmen ins Leben gerufen und ist bis heute Kupferbergbaubetreiber.

Die Mineralogie der Oxidationszone war bereits in den 20er bis 30er Jahren bekannt. Im Jahr 1935 bereiste der US-Mineraloge und Bergbauingenieur Mark C. Bandy (Bandylit) die Salpeterpampa und Chuquicamata (wo er selbst von 1929 bis 1934 tätig war), um im Auftrag der Harvard-Universität und des Smithonian Museums Mineralien zu suchen. Von dieser Reise stammen größere Mengen ausgesuchter Stufen von Kröhnkit, von einer Spangolithvarietät, die später in Bandylit umbenannt wurde, Pickeringit, Botryogen, feine Atacamite, Coquimbit, Amarantit, Sideronatrit, Copiapit u.a.


Sammlerinformation

Die riesige Grube kann mit organisierten Kleinbustouren (zu buchen am Eingang zum Werksgelände) besichtigt werden. Sammeln in der Grube ist absolut unmöglich. Die meisten Mineralien aus der Oxidationszone sind, da abgebaut, nicht mehr erhältlich, es sei denn, man erwirbt sie von einem der Bergleute, welche genau wissen, auf welchen der alten Halden aus den 30er bis 40er Jahren (durch die neuen Aufbereitungsverfahren gibts keine Erzhalden mehr) noch Fundmöglichkeiten sind.

Die meisten der Chuquicamata-Halide, Jodate und Sulfate werden, sobald sie aus der Umgebung des Wüstenklimas der Atacama gebracht werden, instabil und zerfallen. Ausnahmen sind Amarantit, Aubertit, Salesit, Copiapit und Botryogen. Kröhnkit ist giftig! Der Verfasser dieses Berichtes konnte zwischen 1987-1995 größere Mengen der meisten, tw. sehr seltenen Mineralien bei mehreren Besuchen in Chuquicamata finden und erwerben, ein großer Teil davon ist mittlerweile komplett zerstört.

Mineralien (Anzahl: 141)

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ZurücksetzenAgAlAsAuBBaCCaClCuFFeHIKMgMnMoNNaNiOPPbSSbSiSrTiUVZn
Atacamitr
Slg. thdun5
(Antofagasta, Region (II. Region)/Antofagasta, Provinz/Calama/Chuquicamata District/Chuquicamata Mine)
BM
Betpakdalit-NaNa (TL)r
Kampf, A.R. and Mills, S.J. (2011) Betpakdalite-NaNa, IMA 2011-078. CNMNC Newsletter No. 11, December 2011, page 2892; Mineralogical Magazine, 75, 2887-2893.
(Antofagasta, Region (II. Region)/Antofagasta, Provinz/Calama/Chuquicamata District/Chuquicamata Mine)
M
Marshitr
Slg. thdun5
(Antofagasta, Region (II. Region)/Antofagasta, Provinz/Calama/Chuquicamata District/Chuquicamata Mine)
BM
Mendozavilit-KCa (TL)r
Kampf, A.R., Mills, S.J., Rumsey, M.S., Spratt, J. and Dini, M. (2012) Mendozavilite-KCa, IMA 2011-088. CNMNC Newsletter No. 12, February 2012, page 154; Mineralogical Magazine, 76, 151-155.
(Antofagasta, Region (II. Region)/Antofagasta, Provinz/Calama/Chuquicamata District/Chuquicamata Mine)
BM
Obradovicit-NaCu (TL)r
Kampf, A.R. and Mills, S.J. (2011) Obradovicite-NaCu, IMA 2011-079. CNMNC Newsletter No. 11, December 2011, page 2893; Mineralogical Magazine, 75, 2887-2893.
(Antofagasta, Region (II. Region)/Antofagasta, Provinz/Calama/Chuquicamata District/Chuquicamata Mine)
M
Obradovicit-NaNa (TL)r
Kampf, A.R., Mills, S.J., Birch, W.D. and Dini, M. (2011) Obradovicite-NaNa, IMA 2011-046. CNMNC Newsletter No. 10, October 2011, page 2559;
(Antofagasta, Region (II. Region)/Antofagasta, Provinz/Calama/Chuquicamata District/Chuquicamata Mine)
BM
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Mineral ? -> Vorkommen ist fragwürdig

Aktualität: 05. Dec 2018 - 11:24:26

Mineralbilder (28 Bilder gesamt)

Antlerit
Aufrufe (Bild: 1236433963): 3076
Antlerit

Bildbreite: 4 mm; Fundort: Chuquicamata Mine, Calama, Antofagasta, Chile

Copyright: Stephan Wolfsried
Beitrag: Hg 2009-03-07
Antlerit
Aufrufe (Bild: 1348745356): 2485
Antlerit

Bildbreite: 2,3 mm; Fundort: Chuquicamata Mine, Calama, Provinz Antofagasta, II. Region, Chile

Copyright: Christian Rewitzer
Beitrag: Hg 2012-09-27
Kröhnkit
Aufrufe (Bild: 1129565280): 1886
Kröhnkit

Größe: 54x36x24 mm; Fundort: Chuquicamata Mine, Calama, Provinz Antofagasta, Chile

Copyright: Rob Lavinsky
Beitrag: slugslayer 2005-10-17

Gesteine (Anzahl: 4)

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Aktualität: 05. Dec 2018 - 11:24:26

Referenz- und Quellangaben, Literatur

Literatur:

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  • Peacock, Bandy (1936). Klinoungemachit, Ungemachit. Miner.Soc.Am. Ann. Meeting, Program Abstr.2. (Typ-Publ.)
  • Bandy, M.C. (1938). Cuprocopiapit, Metahomannit, Parabutlerit. Am.Min. 23, 737-39. (Typ-Publ.)
  • Palache, C. (1938). Leightonit. Amer.Min. 23, 34-37. (Typ-Publ.)
  • Palache, Jarrell (1939). Salesit. Amer.Miner. 24, 388. (Typ-Publ.)
  • Berman, Wolfe (1940). Bellingerit. (Typ-Publ.)
  • Hurlbut (1942). Samplesit. (Typ-Publ.)
  • Cook, R.B. (1978). Chuquicamata, Chile. Min.Rec., Vol.9, H.5, S.321-33.
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  • Fehr, T. (1986). Neue Mineralien: Obradovicit. Lapis, Jg.11, Nr.11, S.19.
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  • Weiß, S. (1996). Lapis Aktuell: Chuquicamata Exotisches Fördererz. Lapis, Jg.21, Nr.3, S.5.
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  • Kampf, A.R. et al. (2012). Betpakdalit-NaNa, Mendozavillit-NaCu, und -KCa, sowie Obradovicit-NaCu und -NaNa. Nomenklaturänderungen (Suffix). Min. Mag. 76, 1175-1207. (Typ-Publ.)
  • Weiland, T. (2013). Die bedeutendsten Fundstellen für Kupfermineralien. In: Kupfer Mineralien. ExtraLapis Nr.45. S.30ff. Weise Verlag, München.
  • Hyrsl, J. (2016). Mineralien-Eldorado Anden. Min.-Welt, Jg.27, H.6, S.42-69.
  • Verfasser: Collector

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