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Chanarcillo

Steckbrief

Land

Chile

Re­gi­on

Atacama, Region (III. Region) / Copiapó, Provinz / Chanarcillo

An­fahrts­be­sch­rei­bung

Ca. 48 km S von Copiapó.

Geo­lo­gie

Ag-Cu-Vererzungen im Porphyr. Tiefe Oxidations- und Zementationszone. Reiches Silber-Vorkommen.

Verkürzte Mineralienatlas URL:

https://www.mineralienatlas.de/?l=96
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Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

Weitere Funktionen

Ausführliche Beschreibung

Lage

Ca. 48 km S von Copiapó


Geologie und Lagerstätte(n)

Die Silberlagerstätten um das Zentrum Copiapó sind weitgehend an die Andenbatholithe in der Küstenkordillere gebunden, und dort an Kontaktzonen zu Porphyritformationen. In Chanarcillo kann man einen Zusammenhang zwischen den reichen Gangpartien und Kalksedimenten feststellen, welche mit mesozoischen Porphyriten und vulkanischen Tuffen wechselgelagert sind. Wo Kalke fehlen und die Porphyrite an der Oberfläche anstehen, sind die Gänge nur bis in eine mäßige Tiefe vererzt; in einigen Gruben wurden Silbererze bis in 400 m Teufe abgebaut.


Bergbau und Geschichte

Neben den Minen Punitaqui, Andacollo und Cerro Tamaya war Chanarcillo eine der reichsten Silberlagerstätten des 19. Jh., welche jemals entdeckt wurden (1832 von Juan Godoy). Von 1860 bis 1885 förderten ein Dutzend Minen im Chanarcillo-Revier aus drei Gängen: Corrida Colorada, Descubridora und Candelaria etwa 2.500.000 kg Silber. Während einer Abbauperiode von 90-100 Jahren förderten 15-20 Minen in der nächsten Umgebung von Chanarcillo Silber im Wert von 100 Mio. US-$. Heute ist der Silber-Boom lange zurückgegangen, die Oxidationszonen abgebaut und die Überreste weniger Gebäude sowie Halden und Schächte mitten in der Wüste erkennbar.

s.a. ausführliches Mineralienportrait/Silber/Neue Welt


Mineralien

Chanarcillo ist gleichbedeutend mit den weltbesten und größten, jemals gefundenen Proustiten.
Der als TL-Mineral bei mindat.org aufgeführte Chanarcillit (TL) ist kein eigenständiges Mineral, sondern ein Gemisch aus Silber oder Akanthit und Chalkopyrit, Galenit, Nickelin, Sphalerit und Huntilit (Can Min.,2000; Vol. 38, 767-776).
Das bei mindat.org aufgeführte Atlasit (TL) ist kein Mineral, sondern eine Mischung aus Atacamit und Azurit.


Sammlerinformation

In den 80er Jahren begann man, die alten Halden stückweise aufzubereiten. Beim letzten Besuch von Collector im Jahr 1995 gab es davon noch sehr viele, auf welchen man zwar keine Proustitkristalle, jedoch recht gut die Silber-Haloide Chlorargyrit und reichlich Bromargyrit (das erste in Form grauweißer, lederartiger Massen und Krusten, das zweite in grünlichblauen, wachs-hornartigen Aggregaten), Embolit und die Halit-Varietät Hyuntayajit (NaCl mit 3-11 % AgCl), meist auf und mit Calcit, sowie Calcitkristalle finden konnte.

Es sollen noch bis in die 90er Jahre Funde von Proustit gemacht worden sein, was aber nicht beweisbar ist. Die wirklich sehr wenigen, meist schlechten Exemplare dürften aus der Historie bzw. alten Sammlungen stammen. Chanarcillo-Proustite um die 2-3 cm werden für 2.000 bis 4.000 US$ gehandelt.
Weltbeste Proustite in bis zu 20 cm großen Stufen, dicht besetzt mit bis cm-großen Kristallen, kann man im Museum von Copiapó sehen; diese sind zwar aus Sicherheitsgründen und Lichtempfindlichkeit nicht in den Vitrinen, sondern im Safe des Kurators. Schon in den 70er Jahren wurde für die größte dieser Stufen von US-amerikanischen Händlern mehr als 200.000 US$ geboten worden.

Mineralien (Anzahl: 69)

Mineralbilder (18 Bilder gesamt)

Proustit mit Calcit
Aufrufe (Bild: 1226415672): 681
Proustit mit Calcit

Chanarcillo, Chile; 2,3 x 2 cm; ex coll Feinglos

Copyright: Rob Lavinsky
Beitrag: Collector 2008-11-11
Proustit
Aufrufe (Bild: 1481920389): 169
Proustit

Proustit. Chañarcillo, Chile. Maßstab im Bild.

Sammlung: Alcest
Copyright: Alcest
Beitrag: Alcest 2016-12-16
Proustit
Aufrufe (Bild: 1221212261): 648
Proustit

Skalenoedrische Kristalle mit {1231}. Chanarcillo, Copiapo, Chile, späte 1800er Jahre. Größe 3,4 x 2,5 cm

Copyright: Rob Lavinsky
Beitrag: Collector 2008-09-12

Gesteine (Anzahl: 4)

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Referenz- und Quellangaben, Literatur

Literatur

  • Allison, R.E. (1859): Geologische Skizze von Chile. Berg- und Hüttenm. Zeitung 18(50), 458-60.
  • Friedel (1866). Adamin. (Typ-Publ.)
  • Moesta, F.A. (1870): Ueber das Vorkommen der Chlor-, Brom- und Jodverbindungen des Silbers in der Natur - Ein Beitrag zur Kenntniss der Geologischen und Bergbaulichen Verhältnisse von Nordchile. Verlag von Oscar Eberhardt's Universitätsbuchhandlung (Marburg), 47 S.
  • Henwood, W.J. (1871): Observations on Metalliferous Deposits: On the Mining District of Chañarcillo in Chili. Transac. Royal Geol. Soc. Cornwall 8(1), 69-153.
  • Echegaray, N. (1905). El Mineral de Chanarcillo; 'Bol. Soc. Nac. de Mineria'; 106
  • Whitehead, W.L. (1919): The veins of Chanarcillo, Chile. Econ. Geol.: 14: 1-45.
  • Segerstrom, K. (1962). Regional Geology of the Chanarcillo Silver Mining District and adjacent areas; Chile; 'Econ. Geol'. : 57, 1247-1261.
  • Cook, R.B. (1979). Chanarcillo, Chile. Min.Rec., Vol.10, H.4, S.197-204.
  • Hochleitner, R. (1981). Chanarcillo in Chile. Lapis, Jg.6, Nr.6, S.32-34.
  • Keller, P.C. (1984). Iquique, Copiapo and Chanarcillo - Mark Chance Bandy, 1935. Min. Rec., Vol.15, H.2, S.67-74.
  • Mayer, C., 1984; Die Ag-Lagerstätte Chanarcillo (Provinz Atacama, N-Chile); neue petrogr. und geochem. Untersuchungen: 9. geow. Lateinam.-Kolleg, Tagungsh.; IOS - 107.
  • Grundmann, G. (1995). Die großen Silberschatztruhen der Erde - Revier Chanarcillo. extraLapis No.8, S.51.
  • Anthony et al. Adamin. Handbook of Mineralogy 4 (2000), 2.
  • Wallace, T.C. & Hall-Wallace,M.K. (2003). Minerals of the Andes - Emeralds, Gold, and Silver from the Sky. Rocks & Minerals, Vol.78, H.1, S.12-38.
  • Fischer, W. (2011). Eine Mineralienreise durch Chile & Argentinien. Min.-Welt, Jg.22, Nr.2, S.38-48.
  • Hyrsl, J. (2016). Mineralien-Eldorado Anden. Min.-Welt, Jg.27, H.6, S.42-69.

Quellenangaben

  • Verfasser (mehrere Besuche von 1982-1995): Collector

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