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Chladni, Ernst

Dr. Ernst Florens Friedrich Chladni (* 30. November 1756 Wittenberg – + 3. April 1827 Breslau) war ein deutscher Physiker, Meteoritenkundler und Astronom.

Chladni war Sohn einer angesehenen Familie. Familiär vorgeprägt besuchte er von 1771 bis 1774 die Fürstenschule Grimma, studierte dann an der Universität Leipzig Rechtswissenschaften und Philosophie und promovierte 1781 in Philosophie und 1782 in Jura. Nach dem Tod seines Vaters war er freier und ihn interessierte mehr die Naturwissenschaft und die Mathematik, die er in Wittenberg noch studierte. Er blieb dort als Privatdozent in Wittenberg. Daher widmete er sich, geprägt auch durch seine musikalische Begabung, mehr der experimentellen Akustik. Bekannt ist Chladni für seine Arbeiten, welche die Akustik begründeten. So veröffentlichte er 1787 erste wegweisende Erkenntnisse darüber, dass auf mit Sand bestreuten dünnen Platten Muster bzw. Knoten-Linien entstehen, wenn man diese in Schwingungen versetzt. Diese werden nach ihm als Chladnische Klangfiguren bezeichnet.

Chladni war 1792-93 in Göttingen und traf dort den bekannten Physiker LICHTENBERG, von dem er die Idee und Informationen zu dem Phänomen der "Feuermeteoriten" aufnahm. Er begann, sich mit dem Thema zu beschäftigen und erkannte, daß es sich um Atmosphärische, von aussen kommende Erscheinungen handelte. 1794 erfolgte seine erste Publikation, in dem er postulierte, daß das Phänomen der Feurkugeln identisch sei mit dem Fallen von Sternen (Meteoriten). Keine andere geologische Disziplin wurde so durch eine Einzelperson geprägt und begründet, die er in fast 10 Jahren von 1794 bis 1803 gegen den heftigsten Widerstand etablierter Fachkollegen verteidigte. Die darauf angeregten empirischen Untersuchungen brachte eine erste Akzeptanz der Chladnischen Meteoriten-Theorie. Der endgültige Durchbruch erfolgte erst in den 40er Jahren des 19.Jhds.


Ehrungen:

  • Ab 1794: korrespondierendes Mitglied der Russischen Akademie der Wissenschaften in Sankt Petersburg.
  • Ab 1815: korrespondierendes Mitglied in die Preußische Akademie der Wissenschaften.
  • Der Mondkrater Chladni und der Asteroid (5053) Chladni sind nach ihm benannt.

Literatur:

  • Ernst Florens Friedrich Chladni (1794). Ueber den Ursprung der von Pallas gefundenen und anderer ihr ähnlicher Eisenmassen, und über einige damit in Verbindung stehende Naturerscheinungen. Hartknoch, Riga.
  • Ernst Florens Friedrich Chladni (1809). Die Akustik. Breitkopf & Härtel, Leipzig.
  • Ernst Florens Friedrich Chladni (1817). Neue Beyträge zur Akustik. Breitkopf & Härtel, Leipzig.
  • Ernst Florens Friedrich Chladni (1819). Ueber Feuer-Meteore, und über die mit denselben herabgefallenen Massen. Heubner, Wien ,
  • Ernst Florens Friedrich Chladni (1821). E.F.F. Chladni's Beyträge zur praktischen Akustik und zur Lehre vom Instrumentbau, enthaltend die Theorie und Anleitung zum Bau des Clavicylinders und damit verwandter Instrumente. Verlag: Leipzig, Breitkopf und Härtel.
  • Czegka, W. (1994). Zur Entwicklung der wissenschaftlichen Meteoritenkunde in den Jahren von 1792 bis 1803. Aufschluss, Jg.45, Nr.6, S.291-304.
  • Ursula B. Marvin (1996): Ernst Florenz Friedrich Chladni (1756–1827) and the origins of modern meteorite research. In: Meteoritics & Planetary Science. Bd.31, Nr.5, S.545-88.
  • Franz Krojer: Lichtenbergs „Favorit-Gedanke“ und Chladnis Meteor-Hypothese. Differenz-Verlag, München 2009.

Weblinks:


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