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Buggingen

Steckbrief

Land

Deutschland

Re­gi­on

Baden-Württemberg / Freiburg, Bezirk / Breisgau-Hochschwarzwald, Landkreis / Buggingen

GPS-Ko­or­di­na­ten

47°51'28.07"N, 7°37'14.63"O. Früheres Kalibergwerk Buggingen



Früheres Kalibergwerk Buggingen

WGS 84: 
Lat.: 47,86039751° N, 
Long: 7,62107849° E
WGS 84: 
Lat.: 47° 51' 37,431" N,
   Long: 7° 37' 15,883" E
Gauß-Krüger: 
R: 3396897,
 H: 5303385
Regionale Wetter Information, Macrostrat geologische Karten

An­fahrts­be­sch­rei­bung

Wenige km N von Müllheim im Oberrheintal.

Auf­schluss­be­sch­rei­bung

Bergwerke (aufgelassen und verfüllt).

Geo­lo­gie

Im Unteroligozän des Oberrheintals zwischen Sennheim am O-Rand der Vogesen und Buggingen am W-Rand des Schwarzwaldes liegen 3 große Kali-Lager. Nur das Lager Buggingen befindet sich auf Deutscher Seite. In einer Tiefe zwischen 450 bis 900m sind 2 Schichten mit einer Mächtigkeit von 4,5 bzw. 1m. Das Bugginger Lager hat die Ausmaße 10km Länge und 5 km Breite. Die Salze Sylvin und Steinsalz wechseln sich hier mit Anhydrit lagenweise ab. Am Kontakt zum Salz haben sich Zeolithe gebildet, die vom Salz umschlossen werden. Instabile Ton-Mergel-Lagen.

Verkürzte Mineralienatlas URL:

https://www.mineralienatlas.de/?l=6563
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Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

Weitere Funktionen

Bilder von Fundstellen (6 Bilder gesamt)

Abteufkübel von Schacht Heitersheim
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Abteufkübel von Schacht Heitersheim

1961-63. Buggingen, Breisgau-Hochschwarzwald, Freiburg, Bezirk; Baden-Württemb.

Sammlung: BW Bergbaumuseum Sulzburg
Copyright: Doc Diether
Beitrag: Doc Diether 2015-09-15
Kalisack
Aufrufe (Bild: 1442322414): 429
Kalisack

Buggingen, Breisgau-Hochschwarzwald, Freiburg, Bezirk; Baden-Württemb.

Sammlung: BW Bergbaumuseum Sulzburg
Copyright: Doc Diether
Beitrag: Doc Diether 2015-09-15
Streckenbruch
Aufrufe (Bild: 1442257393): 474
Streckenbruch

Bergwerk Buggingen, Breisgau-Hochschwarzwald, Landkreis; Freiburg, Bezirk; Baden-Württemb. 9.2015.

Sammlung: BW Bergbaumuseum Sulzburg
Copyright: Doc Diether
Beitrag: Doc Diether 2015-09-14

Ausführliche Beschreibung

Mehrere ehemalige Kaligruben, die 1974 geschlossen wurden. Es existiert zwar eine eingezäunte Halde, aber auf dieser ist nichts zu finden. Funde kamen nur aus der aktiven Grube. Museum am Ort.

Das Kalisalzbergwerk Buggingen war während seines Betriebs das größe Bergwerk in Süddeutschland. Es entstand 1922, als hier erstmals Kalisalze entdeckt wurden. Mit bis zu 1.200 Beschäftigten war es ein bedeutender Arbeitgeber in der Region und bis 1973 in Betrieb.

Die geförderten Tone enthielten 28 % Kalisalz und 48 % Steinsalz. Insgesamt förderte das Werk 17 Mio. t Rohsalz. Das Kali wurde in einer eigenen Fabrik zu Düngemitteln verarbeitet, ferner wurden Brom und Streusalz erzeugt. Letzter Besitzer war die Kali und Salz AG mit Sitz in Kassel.

Geschichte:

Beginn des Kalibergbaus in Buggingen :

Als im Jahr 1904 bei Mulhouse/Elsaß durch Tiefbohrungen ein hochwertiges Kalirevier entdeckt wurde, begründete dies einen florierenden Kalibergbau am S Oberrhein.

Es folgten Untersuchungsbohrungen auf der badischen Rheinseite. Nahe Buggingen wurde in den Jahren 1911 bis 1913 auf den Gewannen "Breitlache", "Hölzleeck" und "Ob dem Mühlengraben" fündige Bohrungen niedergebracht. 1912 wurde in 712 m Tiefe ein 4 m mächtiges Kalilager gefunden. Die angetroffenen Salze gehörten zu den qualitativ wertvollsten, die man damals kannte.

Die nach diesen Voruntersuchungen folgenden langwierigen Verhandlungen zur Gründung des Kalisalzbergwerks - zum Beispiel weigerten sich zunächst viele Grundstückseigner, ihr Gelände zu verkaufen - wurden durch den Ausbruch des Ersten Weltkriegs unterbrochen. Deshalb konnte erst in den Jahren 1922 bzw. 1924 mit dem Bau der beiden Schächte "Baden" und "Markgräfler" begonnen werden.

Die 1922 gegründete bergrechtliche Gewerkschaft Baden übernahm die Erschließung und die Ausbeutung der Kalisalzlagerstätte mit dem Kalisalzbergwerk Buggingen. Das Kalisalzlager wurde durch die Schächte 1 (Baden), 2 (Markgräfler) und 3 (Heitersheim) bis in 1.100 m Tiefe erschlossen und abgebaut.

Schwierigkeiten im Bugginger Bergwerk:

Aus der Tiefenlage und dem Aufbau des Bugginger Kalilagers ergaben sich besondere bergbauliche Probleme, die nur mit hohem technischem und finanziellem Aufwand bewältigt werden konnten.

Im Bereich der S Oberrheinebene steigt die Temperatur mit zunehmender Tiefe außergewöhnlich rasch an (1 °C je 25 m). In den tiefsten Grubenteilen herrschten deshalb über 52 Grad. Wegen dieser Hitzebelastung durfte die reine Arbeitszeit der Bergleute hier höchstens 6 Stunden betragen.

Da die Gesteinsschichten Methan enthielten, wurden die oberrheinischen Kalilager als einzige in Deutschland als schlagwettergefährdet eingestuft. Der Schlagwetterschutz erforderte aufwändigere elektrische Apparaturen, Spezial-Sprengstoffe und ständige Kontrollen auf Grubengas.

Die über dem Kalilager liegenden Gesteinsschichten sind wegen ihres - geologisch gesehen - geringen Alters nicht vollständig verfestigt. Alle Hohlräume (Abbaue, Förderstrecken usw.) mussten deshalb mit besonders massiven Abstützungen versehen werden. Dies geschah zunächst durch Holzausbau. Nach dem großen Grubenunglück vom 7. Mai 1934, bei dem 86 Bergleute starben, kamen Stahlstützen zum Einsatz.

Dennoch konnte das ständige Zusammensacken der Strecken nicht vollständig vermieden werden.


Kalimuseum :

Das Kalimuseum in der Hauptstraße 14 in Buggingen wurde am 6. Juli 1996 eröffnet.

Die wechselvolle Geschichte des Kalibergbaus in Buggingen ist auf Schautafeln und in Vitrinen dargestellt. Historische Originalaufnahmen und Exponate aus der Betriebszeit des Werkes zeigen den Weg des wertvollen Mineraldüngers von der Gewinnung des Rohsalzes in der Grube, über die Aufbereitung in der „Fabrik“, bis zum Versand an die Kunden. Video-Filme informieren über die Anfänge, den Betrieb und das Ende des Kalisalzbergwerks Buggingen sowie über die deutsche Kaliindustrie.

Öffnungszeiten:

Das Museum ist sonntags von 15 bis 17 Uhr geöffnet, der Eintritt ist frei. Nach Vereinbarung kann auch der Besucherstollen besichtigt werden.

Mineralien (Anzahl: 11)

Mineralbilder (2 Bilder gesamt)

Sylvin und Halit
Aufrufe (Bild: 1231100486): 3524
Sylvin und Halit

wechselgelagert. Buggingen, Baden-Württemberg. B: 14 cm. Ca. 1900.

Sammlung: Slg.Stadt Ravensburg
Copyright: Doc Diether
Beitrag: Doc Diether 2009-01-04
Gangstücke Sylvin (rot) und Halit (weiß)
Aufrufe (Bild: 1441815692): 669
Gangstücke Sylvin (rot) und Halit (weiß)

Buggingen, Breisgau-Hochschwarzwald, Freiburg, Bezirk; Baden-Württemb.

Sammlung: Markgräfler Museum Müllheim
Copyright: Doc Diether
Beitrag: Doc Diether 2015-09-09

Gesteine (Anzahl: 11)

Fossilien (Anzahl: 2)

Referenz- und Quellangaben, Literatur

Literatur:

  • M. Henglein (1924). Erz- und Mineral-Lagerstätten des Schwarzwaldes. Schweizerbart, Stuttgart. S.153ff.
  • Wimmenauer, W. (1951). Petrographische Untersuchungen über das Ankaratrit-Vorkommen im Kalisalzlager von Buggingen in Baden. Mitt.bl. bad. geol. LA., S.117-28.
  • Scheffelt, E. (1952). Die Kalilager von Buggingen. Markgrafschaft, 4, Nr. 1, S.6-7.
  • Albiez, G. (1959). Das Kalisalz von Buggingen. In: Vom Kaisterstuhl zum Münstertal. Aufschluss, Sonderheft 7. S.59-65.
  • Braitsch, O. et al. (1964). Über ein Datolithvorkommen am Basaltkontakt im Kaliwerk Buggingen. Beitr. Min. Petr., Jg.10, S.111-24.
  • HILLER, J.-E. & KELLER, P. (1964): Steinsalzskelette von Buggingen.- Fortschr. Mineral., 42, 208.
  • HILLER, J.-E. & KELLER, P. (1965): Untersuchungen an den Lösern der Kalisalzlagerstätte Buggingen.- Kali & Steinsalz, 6, 190 -203.
  • HILLER, J.-E. & KELLER, P. (1965): Zonare Laugeneinschlüsse im Steinsalz von Buggingen/Baden.- N. Jb. Min. Mh., 159-66.
  • Kötter, W. (1966). Beiträge zur Kenntnis des Kalisalzvorkommens von Buggingen. Diss., TH Stuttgart, 132 S.
  • Jürgen Blomenkamp. Buggingen - das einzige Kalisalzbergwerk in Baden-Württemberg. In: Hans Stuckmann, Volker Dennert & Manfred Baldas (1982). Baden-Württemberg als Bergbauland. Länderdienst Verlag. S.40.
  • Röhr, C. (2008). Ehemaliger Kalisalz-Bergbau zur Produktion von Kalidünger im Elsass. EGMA-News, Hannover. H.1, S.7-9. ISSN 1865-5637.
  • Markl, G. (2015). Schwarzwald. Lagerstätten und Mineralien aus 4 Jahrhunderten. Bd.1: Nordschwarzwald und Grube Clara. Ed. Krüger-Stiftung. Bode Verlag, 31020 Salzhemmendorf. ISBN 978-3-942-588-171. 672 S. S.51.
  • Markl, G. (2017). Schwarzwald. Lagerstätten und Mineralien aus 4 Jahrhunderten. Bd.4: Südlicher Schwarzwald. Das Markgräflerland und der Isteiner Klotz. Das Kalisalzlager von Buggingen. Ed. Krüger-Stiftung. Bode Verlag, 31020 Salzhemmendorf. ISBN 978-3-942-588-171. 880 S. S.307.

Weblinks:

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