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Das Bergbaugebiet unteres Elztal-Waldkirch-Kandel

Steckbrief

Land

Deutschland

Re­gi­on

Baden-Württemberg / Freiburg, Bezirk / Emmendingen, Landkreis / Waldkirch

Geo­lo­gie

Silber-, Blei- und Kupfer-Vererzungen.

Verkürzte Mineralienatlas URL:

https://www.mineralienatlas.de/?l=233
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Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

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Ausführliche Beschreibung

Lage

Im Bereich der Stadt Waldkirch, 15 km N Freiburg im Breisgau lagen im Mittelalter bedeutende Abbaugebiete für Silber,Blei und Kupfer.

Das Bergrevier erstreckt sich im Wesentlichen in den Seitentälern östlich der Elz (Glotter- und Suggental, Siensbach, Bleibach) mit Ausnahme des Vorkommens Hohe Tanne W des Flusses.

Es reicht von Winden im N, der Hohen Tanne (zwischen Waldkirch und Sexau) im W, Denzlingen und Glottertal im S bis zu den Höhen des Kandel (1241 m) im O.


Bergbau

Der Bergbau in diesem Gebiet ist sehr alt. Erste Bergbauversuche im Suggental dürften schon auf die Römer zurückgehen. MAUS (nach BLIEDTNER und MARTIN(1986)) nennt einen Beginn des Bergbaus auf Blei anhand 14C-Datierung um das Jahr 80 n.Chr. Bergbau auf Brauneisen dürfte schon in vorchristlicher Zeit umgegangen sein.

Der mittelalterliche Bergbau begann ab dem Hochmittelalter (11. Jhd.) und führte zu beträchtlichen Grubenanlagen, die heute noch im Bereich des Suggentales sichtbar sind. Bergbau ging in dieser Zeit vor allem auf Silber und Eisen um.

Ab 1284 wurde im Suggental mit dem Bau eines sog. Wuhrgrabens (heute Urgraben) zur Wasserleitung von den Höhen des Kandel begonnen. Er versorgte die Bergwerke mit Aufschlagwasser. Dies dürfte zu den bedeutendsten Leistungen des mittelalterlichen Bergbaus zählen.

Um 1350 ging die mittelalterliche Blüte des Bergbaus im unteren Elztal wie in allen anderen Bergrevieren des Schwarzwaldes zuende. Neben den sonst auftretenden Faktoren (Holzmangel, Seuchen(Pest) und Erschöpfung oberflächennaher Reicherze) kamen im Suggental noch Überschwemmungen hinzu.

Im 17. bis 19. Jhd. wurden einige der Vorkommen meist erfolglos aufgewältigt, Förderung fand nur noch in begrenztem Umfang statt. Silber wurde kaum mehr gefördert. Bei Bleibach existierte die Grube Gottessegen auf Blei, später auch Zink. Im Bereich Hohe Tanne wurden Eisenerze (Siderit) für den Hochofen zu Kollnau bei Waldkirch gewonnen.

Letzte Bergbauversuche endeten Anfang 1926 mit dem Konkurs der Grube Gottessegen in Bleibach.


Geologie und Tektonik

Im Bereich des unteren Elztales befinden wir uns geologisch in der Zentralschwarzwälder Gneismasse, die variszisch (ca. 325 Mio. Jahre) metamorph ist. Hauptsächlich stehen hier Gneise an.

Infolge starker Heraushebung des Kandelgebietes während des Tertiärs wurde das mesozoische Deckgebirge fast überall erodiert. Nur im äußersten Westen westlich der Hohen Tanne liegt noch Buntsandstein über den Gneisen.

Während der tertiären Tektonik (Hebung des Schwarzwaldes, hier insbesondere des Kandelmassivs, Einbruch des Rheingrabens) kam es im Bereich des heutigen unteren Elztales zum Bruch. Es entstand die SW-NE streichende Elztalstörung. Die in diesem Bereich liegenden Erzgänge (bei Bleibach und Winden) haben dasselbe Streichen. Es handelt sich hier um mineralisierte Abschnitte der Störungszone (Gottessegen bei Bleibach) oder dazu parallelen Störungen.
Die weiter entfernten Gänge im Suggental haben einen NW-SE-streichenden Verlauf, der nahezu senkrecht zu ersterem steht.

Anhand dieser Streichrichtungen liegt der Schluß nahe, dass es sich um tertiäre Füllungen von Störungszonen bzw. während des tertiären Ereignisses umgelagerte Mineralisationen handelt.


Gruben und Gänge im Revier

Bereich Winden im Elztal-Bleibach

  • Grube Gottessegen bei Bleibach
  • Gang Dürrenberg-Hohrütte
  • Gang Hörnleberg
  • Gang Kregelbach
  • Gang Siensbach

Bereich Kandel

  • Gang Altersbach
  • Gang Kandelrücken

Bereich Suggental

Bereich Glottertal

  • Gang Schwarzenberg
  • Gänge am Flammeck
  • Gang Kappenbühl

Bereich Waldkirch

  • Gang Hohe Tanne

Nach BLIEDTNER und MARTIN (1986) sind bei den Gängen zwei Typen zu unterscheiden:

1. Siderit-Brauneisen-Gänge
Dieser Gangtyp ist in den Bereichen Winden-Bleibach, Kandel, Glottertal (bis auf Flammeck) und Waldkirch verbreitet. In Siderit und Limonit pseudomorph nach Siderit sowie untergeordnet Quarz und Baryt kommen Galenit und Sphalerit vor.

2. Quarz-Antimon-Kies-Gänge, z.T. goldführend Dieser Gangtyp ist im Bereich Suggental und am Flammeck im Glottertal zu finden. Er führt in Hornsteinartigem Quarz Kiese(Pyrit, Markasit, Arsenopyrit, seltener Chalkopyrit). In den mächtigeren Gängen Baryt (Grube Suggental). Im Suggental Buntmetallsulfide (Galenit, Sphalerit und Fahlerze), am Flammeck und auf dem Hornbühl Sb-Sulfide (Antimonit,Berthierit,Jamesonit) und Sb-Ag-Sulfosalze(Pyrargyrit,Miargyrit) sowie ged.Gold. Kaum Brauneisen.


  • Waldkirch:

  • Eine 1960 am Fuße des Castelberges abgeteufte Wasserbohrung erschloss zwischen 17 und 50 m Teufe mehrere Mineralisationen in Brekzien mit Fahlerz, Siderit, Dolomit, Calcit, und Baryt.
  • eine Thermalbohrung 1964-66 traf eine ähnliche Vererzung mit Pyrit und Sphalerit an.

Mineralien (Anzahl: 73)

Gesteine (Anzahl: 6)

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Referenz- und Quellangaben, Literatur

Literatur und Quellenangaben:

  • Rudolf Metz (1961). Edelstein-Schleiferei in Freiburg und im Schwarzwald und deren Rohstoffe. M.Schauenburg Verlag, Lahr. 110 S.
  • Metz, R. (1965). Fundstellen von Edelsteinen und frühere Edelsteinschleiferei im Schwarzwald. Aufschluss, Jg.16, Nr.7/8, S.147-75.
  • Bliedtner, M., Martin, M. (1986): Erz- und Minerallagerstätten des Mittleren Schwarzwaldes. Geol. LA Baden-Württemb., Freiburg.
  • www.zweitaelerland.de/.../600%20Jahre%20Edelsteinschleifereien.pdf
  • erstellt von smoeller

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