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Giesenhof

Steckbrief

Land

Deutschland

Re­gi­on

Baden-Württemberg / Freiburg, Bezirk / Ortenaukreis / Lahr / Reichenbach / Gangzug Reichenbach-Diersburg / Giesenbachtal / Giesenhof

An­fahrts­be­sch­rei­bung

In Reichenbach (B 415) in die Giesenstraße abbiegen. An der 2. Abzweigung rechts bergan der Giesenstraße folgen, dann an der nächsten spitzwinkligen Abzweigung links. Ca. 3 km bis zum vorderen Giesenhof. Dort Auto abstellen, dann zu Fuß weiter. Zuerst links Wiese, dann Wald. 100 m nach Erreichen des Waldes rechts abzweigender größerer Fahrweg. Diesem folgen, bis er in Rechtskurve aus dem Wald führt. Hier links und rechts Halden. Funde von hier bis 3 km in den Norden und 500 m in den Süden, hier aber sehr große Pinge.

Auf­schluss­be­sch­rei­bung

Pingenreihe mit Halden

Geo­lo­gie

hydrothermaler Pb-Erze führender Baryt-Quarz-Brauneisengang im Buntsandstein nahe der Rheingrabenverwerfung

Zu­gangs­be­schrän­kun­gen

keine

To­po­gra­phi­sche Kar­te

TK 25 Blatt 7613 Lahr/Schwarzwald-Ost

Verkürzte Mineralienatlas URL:

https://www.mineralienatlas.de/?l=201
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Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

Weitere Funktionen

Ausführliche Beschreibung

Lage und Bergbauspuren

Man erreicht Reichenbach auf der B 415 von Lahr nach Biberach. Von Wolfach fährt man auf der B 294 nach Hausach, dann auf der B 33 Richtung Offenburg und bei Biberach/Kinzigtal folgt man der Ausschilderung Lahr. Von der A5 Frankfurt/Main-Basel fährt man über die Ausfahrt Lahr auf die B 415 in Richtung Biberach/Kinzigtal. Reichenbach liegt an der B 415 ca. 3 km östlich des Stadtkerns von Lahr.

In Reichenbach zweigt die Giesenstraße in nördlicher Richtung von der B 415 ab. Wer aus Biberach kommt, kann sich an der Abzweigung zur Festhalle orientieren. Die Giesenstraße ist die nächste Abzweigung nach rechts, wenn man dort weiter Richtung Lahr fährt. Man folgt der Giesenstraße bis zur zweiten Einmündung (spitzwinklig), wo man rechts den Berg hinnauffährt. An der nächsten spitzwinkligen Einmündung geht es dann links weiter. Die schmale Straße führt nun ein paar Kilometer durch Wiesen. Dann erreicht man den vorderen Giesenhof, wo man auf der rechten Seite einen kleinen Parkplatz vorfindet.

Zu Fuß läuft man die gut ausgebaute Schotterstraße, die im Tal parallel zum Bach verläuft, entlang. Linkerhand befinden sich Wiesen, rechterhand bald Wald. Nach ca. 600 m endet die Wiese, linkerhand liegt jetzt nur noch Wald. Etwa 200 m weiter zweigt rechts eine gut ausgebaute Schotterstraße ab, der man folgt. Zuerst geht es in einer Linkskurve hinauf, bei einer Rechtskurve erreicht man einen spärlich bewachsenen Hügel (Orkan Lothar sei Dank!!). An der Straße liegen jetzt beiderseits Pingen und Halden, die Halde südlich der Straße ist aber am interessantesten.

Man sollte es nicht versäumen, auf der Halde ganz hochzusteigen und einen Blick in die gewaltige Pinge mit ca. 25 m Durchmesser und bestimmt 6 m Tiefe zu werfen. Im Schutt der Halde finden sich größere Goethit-Glasköpfe und Pyromorphit-xx bis 1 cm Länge. Mit etwas Geduld lassen sich durchaus sehr gute Stufen finden.

Der Pingenzug lässt sich von hier noch mehrere Kilometer nach Norden bis Zunsweier bei Offenburg verfolgen, in südlicher Richtung noch bis zum Langeck bei Reichenbach.


Geschichte und Bergbau

Der Bergbau im Giesen ist sehr alt und dürfte bereits seit dem frühen Mittelalter bestanden haben.

Die erste Erwähnung fand 1272 in einer Pachturkunde statt. Der Pfarrer FRIEDRICH zu Friesenheim und die Abtei Schuttern pachteten den Berg Giesen (erwähnt als "Dietzen") von Walter von GEROLDSECK zum Zwecke des Bergbaus. Diese Phase endete um 1290.

Die nächste Erwähnung fand erst 1651 statt, als Graf von CONBERG die stillgelegten Gruben untersuchen ließ.

Nach PLATZ (1867, zitiert von GRÖBNER) wurde von Einheimischen Bergbau auf Blei- und Silbererze (Galenit) geschürft wurde. Ein Bericht von 1752 nennt am "Gyssen"(Giesen) ein altes Silberbergwerk und am Langeck ein Silber- und Bleibergwerk.

Weiter wird von JENISCH, GASSMANN und LIEBER (1993, zitiert in GRÖBNER) eine Schmelzhütte im vorderen Giesen erwähnt, die sekundäre Bleierze verhüttete. Daneben wurde wohl auch Goethit als Eisenerz gewonnen. Aussagen über Fördermengen finden sich keine.


Geologie und Gangausbildung

Die Gänge im Giesen folgen der SSW-NNE-streichenden Rheingraben-Hauptverwerfung, die sich nur wenig westlich befindet.

Im Bereich Reichenbach ist die Verwerfung in mehrere parallel streichende Abschiebungen aufgegliedert, die teilweise mineralisiert sind. Dabei trennt der Gangzug Michael-Silbereckle (2 km E des Giesen) das variszisch geprägte Grundgebirge (Gneis, Granit) von der Vorbergzone (sog. Lahrer und Emmendinger Vorberge, dies sind die abgerutschten Schichten des mesozoischen Deckgebirges).

Im Bereich Giesen bildet Buntsandstein das direkte Nebengestein des Ganges.

Der bis über 1 m mächtige Gang, der anscheinend in einigen Bereichen in zwei Trümer aufspaltet, führt vor allem Baryt. Quarz tritt als Gangart dahinter zurück, nach der Teufe dürfte analog zu den Vorkommen im Freiamt (Grube Caroline) Siderit zunehmen. Dieser ist in den oberflächlichen Aufschlüssen in Goethit umgewandelt, der ihn häufig pseudomorphisiert. Brekzien von Baryt, Goethit und Buntsandstein sind häufig.

Der Buntsandstein ist im Bereich der Gänge durch die hydrothermalen Lösungen gebleicht und zum Teil verkieselt. Pyromorphit sitzt häufig direkt auf Sandstein.

Mineralien (Anzahl: 18)

Mineralbilder (8 Bilder gesamt)

Pyromorphit xx bis 5 mm
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Pyromorphit xx bis 5 mm

neben Baryt und Limonit auf Sandsteinmatrix; Größe: 14 x 10 cm; Fundort: Giesen, Reichenbach, Lahr, Schwarzwald, Baden-Württemberg, Deutschland

Copyright: TKMineral
Beitrag: TKMineral 2007-08-06
Pyromorphit X
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Pyromorphit X

grasgrüner 1 cm langer Pyromorphit X; auf Gangbrekzie aus Goethit und Baryt; Fundort: Giesen, Reichenbach, Lahr, Schwarzwald, Baden-Württemberg, Deutschland

Sammlung: smoeller
Copyright: smoeller
Beitrag: smoeller 2006-08-30
Mangandendrit
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Mangandendrit

Mangandendriten auf Schichtfläche eines Buntsandsteinstücks; Größe: 9x10 cm; Fundort: Giesen, Reichenbach, Lahr, Schwarzwald, Baden-Württemberg, Deutschland; Funddatum: 10.2005

Copyright: smoeller
Beitrag: smoeller 2006-08-27

Gesteine (Anzahl: 2)

Stratigraphische Einheiten (Anzahl: 1)

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Referenz- und Quellangaben, Literatur

Literatur:

  • Mehrere Autoren (1978). Steckbrief: Pyromorphit (Teil des Themenheftes: Pyromorphit - Mimetesit - Vanadinit). Lapis, Jg.3, Nr.6, S.7.
  • Gröbner, J. (1995). Die Mineralien des Erzganges im Giesenbachtal bei Reichenbach / Lahr. Erzgräber, Jg.9, Nr.2, S.98-104.
  • Gregor Markl (2017). Schwarzwald. Lagerstätten und Mineralien aus 4 Jahrhunderten. Das Revier Geroldseck. Der Gangzug Reichenbach-Diersburg. 3. Mittl. Schwarzw., T.2. S.421. Ed. Krüger-Stiftung. Bode Verlag.
  • Smoeller