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Giesenhof

Steckbrief

Fund­s­tel­lenpfad

Deutschland / Baden-Württemberg / Freiburg, Bezirk / Ortenaukreis / Lahr / Reichenbach / Gangzug Reichenbach-Diersburg / Giesenbachtal / Giesenhof

An­fahrts­be­sch­rei­bung

In Reichenbach (B 415) in die Giesenstraße abbiegen. An der 2. Abzweigung rechts bergan der Giesenstraße folgen, dann an der nächsten spitzwinkligen Abzweigung links. Ca. 3 km bis zum vorderen Giesenhof. Dort Auto abstellen, dann zu Fuß weiter. Zuerst links Wiese, dann Wald. 100 m nach Erreichen des Waldes rechts abzweigender größerer Fahrweg. Diesem folgen, bis er in Rechtskurve aus dem Wald führt. Hier links und rechts Halden. Funde von hier bis 3 km in den Norden und 500 m in den Süden, hier aber sehr große Pinge.

Auf­schluss­be­sch­rei­bung

Pingenreihe mit Halden

Fund­s­tel­len­typ

Pingen und Schürfe

Geo­lo­gie

hydrothermaler Pb-Erze führender Baryt-Quarz-Brauneisengang im Buntsandstein nahe der Rheingrabenverwerfung

Zu­gangs­be­schrän­kun­gen

keine

GPS-Ko­or­di­na­ten

Giesenhof



Giesenhof

WGS 84: 
Lat.: 48,34133445° N, 
Long: 7,92751267° E
WGS 84: 
Lat.: 48° 20' 28,804" N,
   Long: 7° 55' 39,046" E
Gauß-Krüger: 
R: 3420571,
 H: 5356497
Regionale Wetter Information, Macrostrat geologische Karten

To­po­gra­phi­sche Kar­te

TK 25 Blatt 7613 Lahr/Schwarzwald-Ost

Verkürzte Mineralienatlas URL

https://www.mineralienatlas.de/?l=201
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Verkürzte Pfadangabe

Giesenhof, Lahr, Ortenaukreis, Freiburg, Baden-Württemberg, DE
Nützlich für Bildbeschreibungen und Sammlungsbeschriftungen

Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

Weitere Funktionen

Ausführliche Beschreibung

Lage und Bergbauspuren

Man erreicht Reichenbach auf der B 415 von Lahr nach Biberach. Von Wolfach fährt man auf der B 294 nach Hausach, dann auf der B 33 Richtung Offenburg und bei Biberach/Kinzigtal folgt man der Ausschilderung Lahr. Von der A5 Frankfurt/Main-Basel fährt man über die Ausfahrt Lahr auf die B 415 in Richtung Biberach/Kinzigtal. Reichenbach liegt an der B 415 ca. 3 km östlich des Stadtkerns von Lahr.

In Reichenbach zweigt die Giesenstraße in nördlicher Richtung von der B 415 ab. Wer aus Biberach kommt, kann sich an der Abzweigung zur Festhalle orientieren. Die Giesenstraße ist die nächste Abzweigung nach rechts, wenn man dort weiter Richtung Lahr fährt. Man folgt der Giesenstraße bis zur zweiten Einmündung (spitzwinklig), wo man rechts den Berg hinnauffährt. An der nächsten spitzwinkligen Einmündung geht es dann links weiter. Die schmale Straße führt nun ein paar Kilometer durch Wiesen. Dann erreicht man den vorderen Giesenhof, wo man auf der rechten Seite einen kleinen Parkplatz vorfindet.

Zu Fuß läuft man die gut ausgebaute Schotterstraße, die im Tal parallel zum Bach verläuft, entlang. Linkerhand befinden sich Wiesen, rechterhand bald Wald. Nach ca. 600 m endet die Wiese, linkerhand liegt jetzt nur noch Wald. Etwa 200 m weiter zweigt rechts eine gut ausgebaute Schotterstraße ab, der man folgt. Zuerst geht es in einer Linkskurve hinauf, bei einer Rechtskurve erreicht man einen spärlich bewachsenen Hügel (Orkan Lothar sei Dank!!). An der Straße liegen jetzt beiderseits Pingen und Halden, die Halde südlich der Straße ist aber am interessantesten.

Man sollte es nicht versäumen, auf der Halde ganz hochzusteigen und einen Blick in die gewaltige Pinge mit ca. 25 m Durchmesser und bestimmt 6 m Tiefe zu werfen. Im Schutt der Halde finden sich größere Goethit-Glasköpfe und Pyromorphit-xx bis 1 cm Länge. Mit etwas Geduld lassen sich durchaus sehr gute Stufen finden.

Der Pingenzug lässt sich von hier noch mehrere Kilometer nach Norden bis Zunsweier bei Offenburg verfolgen, in südlicher Richtung noch bis zum Langeck bei Reichenbach.


Geschichte und Bergbau

Der Bergbau im Giesen ist sehr alt und dürfte bereits seit dem frühen Mittelalter bestanden haben.

Die erste Erwähnung fand 1272 in einer Pachturkunde statt. Der Pfarrer FRIEDRICH zu Friesenheim und die Abtei Schuttern pachteten den Berg Giesen (erwähnt als "Dietzen") von Walter von GEROLDSECK zum Zwecke des Bergbaus. Diese Phase endete um 1290.

Die nächste Erwähnung fand erst 1651 statt, als Graf von CONBERG die stillgelegten Gruben untersuchen ließ.

Nach PLATZ (1867, zitiert von GRÖBNER) wurde von Einheimischen Bergbau auf Blei- und Silbererze (Galenit) geschürft wurde. Ein Bericht von 1752 nennt am "Gyssen"(Giesen) ein altes Silberbergwerk und am Langeck ein Silber- und Bleibergwerk.

Weiter wird von JENISCH, GASSMANN und LIEBER (1993, zitiert in GRÖBNER) eine Schmelzhütte im vorderen Giesen erwähnt, die sekundäre Bleierze verhüttete. Daneben wurde wohl auch Goethit als Eisenerz gewonnen. Aussagen über Fördermengen finden sich keine.


Geologie und Gangausbildung

Die Gänge im Giesen folgen der SSW-NNE-streichenden Rheingraben-Hauptverwerfung, die sich nur wenig westlich befindet.

Im Bereich Reichenbach ist die Verwerfung in mehrere parallel streichende Abschiebungen aufgegliedert, die teilweise mineralisiert sind. Dabei trennt der Gangzug Michael-Silbereckle (2 km E des Giesen) das variszisch geprägte Grundgebirge (Gneis, Granit) von der Vorbergzone (sog. Lahrer und Emmendinger Vorberge, dies sind die abgerutschten Schichten des mesozoischen Deckgebirges).

Im Bereich Giesen bildet Buntsandstein das direkte Nebengestein des Ganges.

Der bis über 1 m mächtige Gang, der anscheinend in einigen Bereichen in zwei Trümer aufspaltet, führt vor allem Baryt. Quarz tritt als Gangart dahinter zurück, nach der Teufe dürfte analog zu den Vorkommen im Freiamt (Grube Caroline) Siderit zunehmen. Dieser ist in den oberflächlichen Aufschlüssen in Goethit umgewandelt, der ihn häufig pseudomorphisiert. Brekzien von Baryt, Goethit und Buntsandstein sind häufig.

Der Buntsandstein ist im Bereich der Gänge durch die hydrothermalen Lösungen gebleicht und zum Teil verkieselt. Pyromorphit sitzt häufig direkt auf Sandstein.

Mineralien (Anzahl: 18)

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Anglesitr
Gregor Markl (2017).
(Baden-Württemberg/Freiburg, Bezirk/Ortenaukreis/Lahr/Reichenbach/Gangzug Reichenbach-Diersburg/Giesenbachtal/Giesenhof)
M
Barytr
Gregor Markl (2017).
(Baden-Württemberg/Freiburg, Bezirk/Ortenaukreis/Lahr/Reichenbach/Gangzug Reichenbach-Diersburg/Giesenbachtal/Giesenhof)
BM
Bayldonitr
Gregor Markl (2017).
(Baden-Württemberg/Freiburg, Bezirk/Ortenaukreis/Lahr/Reichenbach/Gangzug Reichenbach-Diersburg/Giesenbachtal/Giesenhof)
M
Duftitr
Gregor Markl (2017).
(Baden-Württemberg/Freiburg, Bezirk/Ortenaukreis/Lahr/Reichenbach/Gangzug Reichenbach-Diersburg/Giesenbachtal/Giesenhof)
M
Galenitr
Gregor Markl (2017).
(Baden-Württemberg/Freiburg, Bezirk/Ortenaukreis/Lahr/Reichenbach/Gangzug Reichenbach-Diersburg/Giesenbachtal/Giesenhof)
M
Goethitr
Gregor Markl (2017).
(Baden-Württemberg/Freiburg, Bezirk/Ortenaukreis/Lahr/Reichenbach/Gangzug Reichenbach-Diersburg/Giesenbachtal/Giesenhof)
M
'Manganoxid'i
GRÖBNER erwähnt, dass METZ ´Psilomelan´ vom Gangzug Zunsweier beschreibt, heute aber keine Funde mehr gemacht worden seien.


´Psilomelan´ ist eine veraltete Bezeichnung für sog. Hartmanganerze, wobei die Bezeichnung heute häufig auf [Romanechit] angewandt wird, doch ist eine solche Zuordnung ohne Analyse unmöglich.

Manchmal finden sich unterdessen auf Schichtflächen des hydrothermal alterierten Sandsteins schöne Mangandendriten. Eine genauere Untersuchung ist bisher nicht durchgeführt worden, so dass keine Aussage über das Mineral gemacht werden kann. Aufgrund der geringen Mengen nicht verunreinigter Substanz und der analytischen Problematik oxidischer Mn-Minerale ist dies auch für die nähere Zukunft nicht geplant.
(Baden-Württemberg/Freiburg, Bezirk/Ortenaukreis/Lahr/Reichenbach/Gangzug Reichenbach-Diersburg/Giesenbachtal/Giesenhof)
BM
Pyrolusitr
Gregor Markl (2017).
(Baden-Württemberg/Freiburg, Bezirk/Ortenaukreis/Lahr/Reichenbach/Gangzug Reichenbach-Diersburg/Giesenbachtal/Giesenhof)
M
Pyromorphiti
Pyromorphit ist bezüglich der Ausbildung und Kristallgröße das herausragendste Mineral des Vorkommens.
Kristalle bis ca. 1 cm Länge lassen sich auch heute noch mit etwas Geduld und Finderglück im Bereich des Pingenzuges bergen.
Pyromorphit vom Giesen zeichnet sich durch eine Form- und Farbvielfalt aus:

* Formen: nadelige oder langprismatische xx, kurzprismatische, zum Teil sogar dicktafelige Kristalle, großteils Prismen mit einfachem Basispinakoid, einige xx mit Dipyramiden als Endflächen, diese dann quarzähnlich wirkend. Teilweise spindelförmige xx oder gebogene Prismenflächen.
* Farben: Am häufigsten ist der Pyromorphit grün gefärbt, wobei der Farbton von hellem Grünlichgelb bis zu tiefem Grasgrün reicht. Am häufigsten sind gelbgrüne xx.
Auch grünlichweiße bis gelblichweiße oder ausgesprochen hell graugrüne xx kommen vor. Sehr selten sind braune xx.

Pyromorphit sitzt häufig auf hydrothermal verändertem Buntsandstein ohne weitere Begleiter. Es kommen durchaus bis mehrere dm große Sandsteinbrocken vor, die mit ganzen Rasen von Pyromorphit xx besetzt sind.
Größere xx sitzen meist in Drusen von Goethit-Glaskopf oder auf Baryt.
(Baden-Württemberg/Freiburg, Bezirk/Ortenaukreis/Lahr/Reichenbach/Gangzug Reichenbach-Diersburg/Giesenbachtal/Giesenhof)
r
Gregor Markl (2017).
(Baden-Württemberg/Freiburg, Bezirk/Ortenaukreis/Lahr/Reichenbach/Gangzug Reichenbach-Diersburg/Giesenbachtal/Giesenhof)
BM
'Tetraedrit-Gruppe'r
Gregor Markl (2017).
(Baden-Württemberg/Freiburg, Bezirk/Ortenaukreis/Lahr/Reichenbach/Gangzug Reichenbach-Diersburg/Giesenbachtal/Giesenhof)
M
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Mineral -> anerkanntes Mineral
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Mineral -> micht anerkanntes Mineral
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 M -> Link zur allgemeinen Mineralseite
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Mineral ? -> Vorkommen ist fragwürdig

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Mineralbilder (8 Bilder gesamt)

Pyromorphit xx bis 5 mm
Aufrufe (Bild: 1186407729): 1557
Pyromorphit xx bis 5 mm

neben Baryt und Limonit auf Sandsteinmatrix; Größe: 14 x 10 cm; Fundort: Giesen, Reichenbach, Lahr, Schwarzwald, Baden-Württemberg, Deutschland

Copyright: TKMineral
Beitrag: TKMineral 2007-08-06
Mehr   MF 
Pyromorphit X
Aufrufe (Bild: 1156949052): 1548
Pyromorphit X

grasgrüner 1 cm langer Pyromorphit X; auf Gangbrekzie aus Goethit und Baryt; Fundort: Giesen, Reichenbach, Lahr, Schwarzwald, Baden-Württemberg, Deutschland

Sammlung: smoeller
Copyright: smoeller
Beitrag: smoeller 2006-08-30
Mehr   MF 
Mangandendrit
Aufrufe (Bild: 1156704238): 2947
Mangandendrit

Mangandendriten auf Schichtfläche eines Buntsandsteinstücks; Größe: 9x10 cm; Fundort: Giesen, Reichenbach, Lahr, Schwarzwald, Baden-Württemberg, Deutschland; Funddatum: 10.2005

Copyright: smoeller
Beitrag: smoeller 2006-08-27
Mehr   MLF 

Gesteine (Anzahl: 2)

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Stratigraphische Einheiten (Anzahl: 1)

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Aktualität: 28. Nov 2021 - 00:58:58

Referenz- und Quellangaben, Literatur

Literatur:

  • Mehrere Autoren (1978). Steckbrief: Pyromorphit (Teil des Themenheftes: Pyromorphit - Mimetesit - Vanadinit). Lapis, Jg.3, Nr.6, S.7.
  • Gröbner, J. (1995). Die Mineralien des Erzganges im Giesenbachtal bei Reichenbach / Lahr. Erzgräber, Jg.9, Nr.2, S.98-104.
  • Gregor Markl (2017). Schwarzwald. Lagerstätten und Mineralien aus 4 Jahrhunderten. Das Revier Geroldseck. Der Gangzug Reichenbach-Diersburg. 3. Mittl. Schwarzw., T.2. S.421. Ed. Krüger-Stiftung. Bode Verlag.
  • Smoeller