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Steinbruch Riesenwald

Steckbrief

Fund­s­tel­lenpfad

Deutschland / Baden-Württemberg / Freiburg, Bezirk / Ortenaukreis / Ohlsbach / Hinterohlsbach / Steinbruch Riesenwald

An­fahrts­be­sch­rei­bung

In Ohlsbach bei der Ampel in die Hubersgasse, dann rechts in die Riesenwaldstraße. Am Bach bis zum Waldspielplatz. Zu Fuß etwa 1 km auf Forststraße am Bach entlang, bis der Weg am Bach nicht mehr weiterführt. Hier rechts den Berg hinauf, an der nächsten Kreuzung links. Nach ca. 400 m Aufschluss bei einem Bauwagen.

Auf­schluss­be­sch­rei­bung

Steinbruch, zugemauerter Stollen, Halde. Anstehender weißer Quarzporphyr. Stand 2019 Stollenzuganggitter NICHT verschlossen

Fund­s­tel­len­typ

Tagebau/Steinbruch (aufgelassen/alt)

Geo­lo­gie

Spätvariszischer Quarzporphyr (Rhyolith) mit Überprägung durch fluorreiche Gase. Abbau von Hydromuskovit (Illit).

Zu­gangs­be­schrän­kun­gen

keine

GPS-Ko­or­di­na­ten

Riesenwald - Porphyrbruch - N 48° 27' 10" E 8° 0' 15"



Riesenwald - Porphyrbruch

WGS 84: 
Lat.: 48,45277778° N, 
Long: 8,00416667° E
WGS 84: 
Lat.: 48° 27' 10" N,
   Long: 8° 0' 15" E
Gauß-Krüger: 
R: 3426414,
 H: 5368812
Regionale Wetter Information, Macrostrat geologische Karten

To­po­gra­phi­sche Kar­te

TK 25 Bl. 7514 Gengenbach, Ohlsbach selbst: Bl. 7513 Offenburg

Verkürzte Mineralienatlas URL

https://www.mineralienatlas.de/?l=219
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Verkürzte Pfadangabe

Steinbruch Riesenwald, Hinterohlsbach, Ohlsbach, Ortenaukreis, Freiburg, Baden-Württemberg, DE
Nützlich für Bildbeschreibungen und Sammlungsbeschriftungen

Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

Weitere Funktionen

Bilder von Fundstellen (1 Bilder gesamt)

Steinbruch Riesenwald bei Hinterohlsbach
Aufrufe (Bild: 1414429415): 1493
Steinbruch Riesenwald bei Hinterohlsbach

der Aufschluss ist stark zugewachsen, die ehemals fündige Wand rechts vom verschlossenen Stolleneingang (außerhalb des Bildes) nur schwer zugänglich, Aufnahme 10.2014

Sammlung: Reinhold
Copyright: Reinhold
Beitrag: Reinhold 2014-10-27

Ausführliche Beschreibung

Beschreibung der Fundstelle

Um zu der Fundstelle zu gelangen, fährt man auf der Landstraße L99 nach Ohlsbach. Von der B 33 Offenburg-Hausach-Triberg-Villingen-Schwenningen kann man entweder über Gengenbach (aus Richtung Wolfach oder Hausach) oder Ortenberg (von Offenburg oder der A 5 (Karlsruhe-Basel)) auf die L 99 gelangen.

Bei der Ampel (die einzige in Ohlsbach), westlich des Ortskerns, zweigt nach Norden die Hubersgasse ab. Dieser folgt man bis zum Ende und biegt dann nach rechts in die Riesenwaldstraße ein. Dieser folgt man, am Bach entlang, bis sie in einen Schotterweg ausläuft. Diesen fährt man (immer am Bach entlang) bis zum Grillplatz und Waldspielplatz; dieser ist auch ausgeschildert. Gegenüber kann man parken.

Dann geht man zu Fuß etwa 1 km am Bach entlang auf dieser Schotterstraße, bis diese an einer Kreuzung nicht mehr am Bach weiterführt. Hier wählt man den rechten, bergan führenden Weg, dem man bis zur nächsten Kreuzung folgt. Hier wählt man den linken Weg. Nach weiteren 500 m wird rechterhand ein Bauwagen und dahinter ein Aufschluss aus weißem Quarzporphyr (Rhyolith) sichtbar.

Der von Sammlern geschaffene Aufschluss besteht aus einer ca. 1,5-2,0 m hohen Felswand und folgte im Wesentlichen einer stärker zersetzten Zone im Rhyolith, die durch das Auftreten violetten Fluorits und gelblichweißen Hydromuskovits (Illit) gekennzeichnet ist. Unterhalb des Aufschlusses liegt die Halde.
Oberhalb des Aufschlusses befindet sich ein vergitterter Stolleneingang.

Hier wurde bis in die 1960er Jahre Hydromuskovit als keramischer Rohstoff gefördert.


Geologie des Vorkommens

Ohlsbach liegt am westlichen Rand der Zentralschwarzwälder Gneismasse. Nur wenige km westlich bei Offenburg und Durbach liegt die Hauptverwerfung des Oberrheintalgrabens.
Das Gebiet wird von hochmetamorphen Gneisanatexiten aufgebaut, die größtenteils bereits aus prävariszischen Hochdruckgesteinen und dazitischen Vulkaniten hervorgingen. In den Gneisen des Gebietes sind teilweise Relikte der HP-Metamorphose in Form von Eklogiten enthalten.
Im Bereich Gengenbach sind Leptinitgneise frequent, die aus den dazitischen Vulkaniten hervorgingen.
Dies geschah während der variszischen Metamorphose vor ca. 295 Mio. Jahren. Die feinkörnigen Gesteine bestehen aus einer Wechsellagerung von Quarz-Feldspat- und Biotitlagen und enthalten Relikte (Spinell-Coronen), die auf Metamorphosetemperaturen von über 1000°C schließen lassen.

In Ohlsbach bilden diese Gneise die Basis der aufgeschlossenen Gesteine und lassen sich während des Aufstiegs zur Fundstelle manchmal am Waldrand als Lesesteine beobachten.

Im Spätvariszikum kam es im westlichen Schwarzwald zur Förderung größerer geschlossener Decken von weißen bis rotbraunen, z.T. graugrünen Quarzporphyren (Rhyolithen). Diese Gesteine mit teilweise ausgezeichneter Fließtextur und in einigen Gebieten mandelführend, treten heute aufgrund der tiefen Taleinschnitte im Tertiär nur noch lokal auf (Baden-Baden, Oppenau, Ohlsbach, Haigerach, Freiamt und Schweighausen).

Der Porphyr von Ohlsbach ist reinweiß, zeigt teilweise Fließtextur, spaltet oft in Platten und führt wenige kleine Einsprenglinge von hexagonal-dipyramidalem Quarz (Tiefquarz paramorph nach Hochquarz) bis ca. 5 mm. Feldspat ist nicht erkennbar. Glimmer (Muskovit) sehr selten.

Als Nachhall der variszischen Gebirgsbildung (vermutlich im Zusammenhang mit der Bildung granitoider Magmen) kam es im Gebiet Ohlsbach und Haigerach zur Überprägung der Gesteine. In den Gneisen wurde Cordierit produziert, die Porphyre bekamen heiße Pneumatolyte mit hohem Fluor-Gehalt ab. Im Bereich von Spalten und Störungen sowie Klüften ist das Gestein zu Hydromuskovit (Illit) zersetzt, es findet sich häufiger violetter Fluorit und als Besonderheit für Ohlsbach Fluorapatit in bis zu cm-Großen Sonnen.

Mineralien (Anzahl: 8)

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ZurücksetzenAlBaCCaFFeHKOPSSi
Barytr
Gregor Markl (2017).
(Baden-Württemberg/Freiburg, Bezirk/Ortenaukreis/Ohlsbach/Hinterohlsbach/Steinbruch Riesenwald)
M
Calcitr
Gregor Markl (2017).
(Baden-Württemberg/Freiburg, Bezirk/Ortenaukreis/Ohlsbach/Hinterohlsbach/Steinbruch Riesenwald)
M
Fluorapatiti
Fluorapatit ist das herausragendste Mineral des Vorkommens und hat die Fundstelle in Sammlerkreisen bekannt gemacht. Ihm gilt auch heute noch das vorrangige Interesse der Sammler. Als Anekdote sei hier erwähnt, dass man die stengeligen Apatite zuerst für Turmalin (Elbait) hielt. Es gab größeres Aufsehen, als die xx als Apatit bestimmt wurden.

Fluorapatit kommt in einer größeren Bandbreite von Farben vor, wobei blaugrüne und rosabraune Farben überwiegen. Häufiger sind auch braune oder grünlichblaue xx. Zum Teil (siehe Fotos) sind zonargefärbte Aggregate mit rosabraunem Kern, einer mehr oder minder farblosen bis weißen Zwischenzone und einem grünen Ende.
Häufig rosabraune Beläge und Krusten auf den Kristallen.

Auch in der Ausbildung zeigt sich eine gewisse Varianz:
Am häufigsten und schönsten sind sehr gut ausgebildete nadelige xx mit einfachen Pinakoiden als Endflächen, die bei einer Länge von bis zu 2 cm oft nur wenige mm dick sind. Sie bilden größere Sonnen und Büschel bis mehrere cm Durchmesser.
Eine weitere Ausbildung sind kugelige bis nierige Aggregate und Linsen mit radialstrahligem Aufbau, welche meist braun gefärbt sind.
Seltener sind dickprismatische xx, die in Büscheln und Garben vorkommen und in den Farben und Kristallflächen den nadeligen xx gleichen.
(Baden-Württemberg/Freiburg, Bezirk/Ortenaukreis/Ohlsbach/Hinterohlsbach/Steinbruch Riesenwald)
r
Slg. thdun5
(Baden-Württemberg/Freiburg, Bezirk/Ortenaukreis/Ohlsbach/Hinterohlsbach/Steinbruch Riesenwald)
BM
Fluoriti
Fluorit ist in Ohlsbach immer mehr oder minder stark violett gefärbt. Dabei geht die Färbung aber in der Regel nicht so weit, dass Stinkspat vorliegt. Im Anstehenden das auffälligste Mineral, er bildet hier großflächige Überzüge auf Klüften.

Eingewachsen in Hydromuskovit (Illit) kommen kleine xx einer Kombination aus Oktaeder und Würfel vor, auf Klüften auch bis zu 5 mm große Würfel. Alle xx sind violett gefärbt. Im Mineralienmuseum Oberwolfach befindet sich eine Stufe mit bis zu 3 cm großen xx von hier.
(Baden-Württemberg/Freiburg, Bezirk/Ortenaukreis/Ohlsbach/Hinterohlsbach/Steinbruch Riesenwald)
r
Slg. thdun5
(Baden-Württemberg/Freiburg, Bezirk/Ortenaukreis/Ohlsbach/Hinterohlsbach/Steinbruch Riesenwald)
BM
Hämatitr
Gregor Markl (2017).
(Baden-Württemberg/Freiburg, Bezirk/Ortenaukreis/Ohlsbach/Hinterohlsbach/Steinbruch Riesenwald)
M
Illit (Var.: Muskovit)i
Illit war der Grund für die Anlage des Stollens. Abgebaut wurde das Tonmineral zur Herstellung keramischer Erzeugnisse.

Illit ist ein Produkt pneumatolytischer Zersertzung des Gesteins und kommt häufiger in derben graubeigegelben bis gelblichweißen oder grünlichweißen Massen und Adern in unregelmäßigen Bereichen des Porphyrs vor, welche stärkere Zersetzung zeigen und schlauchförmig ehemaligen Kluftzonen folgen. Solch flake- oder lockenförmige Aggregate wie in der Abbildung sind schon seltener. Der Illit ist immer dicht, Kristalle sind auch bei 30-facher Vergrößerung nicht erkennbar. Besonders die illitreichen Zonen beinhalten häufiger Fluorapatitsonnen und Fluorit
(Baden-Württemberg/Freiburg, Bezirk/Ortenaukreis/Ohlsbach/Hinterohlsbach/Steinbruch Riesenwald)
M
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Mineralbilder (17 Bilder gesamt)

Fluorit
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Fluorit

Hinterohlsbach, Baden-Württemberg, D; dunkelviolette Fluorite, Bildbreite 16 mm

Sammlung: Reinhold
Copyright: Reinhold
Beitrag: Reinhold 2014-10-02
Mehr   MF 
Fluorapatit
Aufrufe (Bild: 1451751782): 1283
Fluorapatit

Ohlsbach, Schwarzwald, Bildbreite 6 mm

Sammlung: Reinhold
Copyright: Reinhold
Beitrag: Reinhold 2016-01-02
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Fluorapatit
Aufrufe (Bild: 1298819231): 1630
Fluorapatit

Bildbreite: 23 mm; Fundort: Steinbruch Riesenwald, Hinterohlsbach, Gengenbach, Schwarzwald, Baden-Württemberg, Deutschland

Copyright: slugslayer
Beitrag: slugslayer 2011-02-27
Mehr   MF 

Gesteine (Anzahl: 4)

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Referenz- und Quellangaben, Literatur

Quellenangaben

  • Bartocha, P. (1964). Farbige Turmaline vom Kinzigtal. Aufschluss, Jg.15, Nr.9, S.256-58 ?
  • Isler, H. (1967). Ohlsbacher 'Turmalinsonnen' sind Apatite. Aufschluss, Jg.18, Nr.6, S.190
  • Knausenberger, G. (1990). Mineralfundplätze im mittleren Schwarzwald. Erzgräber, Jg.4, Nr.2, S.226.
  • Manoloukos, C. (2006). Die Fluorit-Apatit Mineralisation im Rhyolith von Ohlsbach, Schwarzwald. Dipl.Arb. Tübingen.
  • Gregor Markl (2017). Schwarzwald. Lagerstätten und Mineralien aus 4 Jahrhunderten. Das Gebiet von Gengenbach, Ohlsbach und Ortenberg. Der Rhyolith im Riesenwald bei Ohlsbach. 3. Mittl. Schwarzw., T.2. S.415. Ed. Krüger-Stiftung. Bode Verlag.
  • Rustemeyer, P. (2020). Farbzonarer Fluorapatit und Fluorit aus Ohlsbach im Schwarzwald. Lapis, Jg.45, H.10, S.28-39, 52-53,
  • Verfasser: smoeller

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