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Steinheim am Albuch

Steckbrief

Fund­s­tel­lenpfad

Deutschland / Baden-Württemberg / Stuttgart, Bezirk / Heidenheim, Landkreis / Steinheim am Albuch

An­fahrts­be­sch­rei­bung

Liegt am NO Ende der Schwäbischen Alb. Die Gemeinde besteht aus mehreren Dörfern, u.A. Steinheim, Söhnstetten und Sontheim.

Auf­schluss­be­sch­rei­bung

Pharionsche Sandgrube. Zwischen Steinheim und Sontheim – liegt der Steinhirt (Klosterberg) (Meteorkrater-Zentralberg). Am W Fuße des Steinhirts befindet sich eine Sandgrube, Fundstätte zahlreicher Fossilien. Felder auf der Höhe zwischen Steinheim und Schnaitheim,

Geo­lo­gie

Impaktkrater. Im Steinheimer Becken findet man an mehreren Stellen Kalksand, der mit fossilen Schneckengehäusen durchmischt ist.

Tertiärbecken: Steinheimer "Schneckensande" und Säugetierreste. Malmkalk. Shattercones.

GPS-Ko­or­di­na­ten

Steinheim am Albuch (N 48° 41' 8,69", E 10° 3' 53,46")



Steinheim am Albuch

WGS 84: 
Lat.: 48,6919886° N, 
Long: 10,05910914° E
WGS 84: 
Lat.: 48° 41' 31,159" N,
   Long: 10° 3' 32,793" E
Gauß-Krüger: 
R: 3578048,
 H: 5395476
Regionale Wetter Information, Macrostrat geologische Karten

Verkürzte Mineralienatlas URL

https://www.mineralienatlas.de/?l=6655
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Verkürzte Pfadangabe

Steinheim am Albuch, Heidenheim, Stuttgart, Baden-Württemberg, DE
Nützlich für Bildbeschreibungen und Sammlungsbeschriftungen

Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

Weitere Funktionen

Bilder von Fundstellen (9 Bilder gesamt)

Meteorkrater Steinheimer Becken
Aufrufe (Bild: 1368970725): 1886
Meteorkrater Steinheimer Becken

Zentralhügel in der Mitte. Luftaufnahme. Schwäb. Alb, Baden-Württemb. 4.13.

Sammlung: Museum Steinheim
Copyright: Archiv: Doc Diether
Beitrag: Doc Diether 2013-05-19
Steinheim mit Kraterrand im Hintergrund
Aufrufe (Bild: 1367051741): 1700
Steinheim mit Kraterrand im Hintergrund

Schwäb. Alb, Baden-Württemb. 4.13.

Copyright: Doc Diether
Beitrag: Doc Diether 2013-04-27
Burgstall
Aufrufe (Bild: 1367051576): 1521
Burgstall

Ehemalige Burg und Steinbruch. Die Kalkscholle wurde beim Aufprall hierher an den Kraterrand verschoben. Sontheim, Steinheim, Schwäb. Alb, Baden-Württemb. 4.13.

Copyright: Doc Diether
Beitrag: Doc Diether 2013-04-27

Ausführliche Beschreibung

Das Steinheimer Becken ist ein durch einen Meteoriteneinschlag entstandener Impaktkrater im baden-württembergischen Landkreis Heidenheim, in dem die Gemeinde Steinheim am Albuch liegt.

Das Steinheimer Becken entstand vor etwa 15 Mio. Jahren beim Einschlag eines schätzungsweise etwa 150 m großen Meteoriten mit einer Geschwindigkeit von etwa 20 km pro Sekunde (72.000 km/h). Dabei wurde explosionsartig eine Energie von etwa 1018 Joule (entsprechend etwa 18.000 Hiroshimabomben) frei, was zu einer immensen Verwüstung weiter Teile der Ostalb führte. Es entstand zunächst ein Krater mit einer Tiefe von rund 200 m, in dessen Zentrum das zurückfedernde Gestein einen etwa 100 m hohen Zentralberg bildete. Nach dem Einschlag bildete sich ein Kratersee, der später verlandete und durch das Wental entwässert wurde. Die in den bis zu 50 m mächtigen Seesedimenten gefundenen Fossilien lassen den Schluss zu, dass das Steinheimer Becken zeitgleich mit dem rund 40 km weiter NO gelegenen Nördlinger Ries im so genannten Ries-Ereignis entstanden ist. Demnach handelte sich bei dem kosmischen Körper, dessen Einschlag die beiden Krater hinterließ, um einen Asteroiden, der von einem kleineren Satelliten begleitet wurde.

Das Steinheimer Becken ist von nahezu kreisrunder Form, mit einem mittleren Durchmesser von etwa 3,5 km. Im Zentrum des Beckens ragt ein Hügel, der Klosterberg, rund 50 m hoch über den heutigen Kraterboden auf, während der Kraterboden selbst rund 100 m unterhalb der umgebenden Hochflächen der Schwäbischen Alb liegt.

Die Seesedimente sind reich an Fossilien aus dem Miozän, so dass das Steinheimer Becken zu den bedeutendsten Fundstellen für dieses Erdzeitalter zählt. Neben zahlreichen Funden von Wirbeltieren (darunter Fische, Reptilien, Vögel und Säugetiere) sind die Sedimente vor allem wegen der massenhaft gefundenen fossilen Schneckengehäuse bekannt. Im Jahr 1862 untersuchte der Paläontologe Franz Hilgendorf die Gehäuse der Süßwasserschnecke Gyraulus, eine Gattung aus der Familie der Tellerschnecken, und stellte fest, dass sich die Gehäuseform von den älteren Sedimentschichten zu den jüngeren langsam veränderte. Die Schneckenfunde waren damit die erste Bestätigung der 1859 von Charles Darwin veröffentlichten Evolutionstheorie. (Lit.: Heizmann und Reiff, 2002)


Im Steinheimer Ortsteil Sontheim liegt das 1978 eröffnete Meteoritenkratermuseum. Der neukonzipierte Geologische Lehrpfad, der 2009 eröffnet wurde, startet beim Museum (Lit.: Baier & Scherzinger 2010, Baier 2013).

Im Teilort Sontheim im Stubental, S des Hauptortes Steinheim.

Öffnungszeiten:

vom 01.03. bis 31.10. eines jeden Jahres:

Donnerstag und Freitag 13:00 Uhr bis 17:00 Uhr, Sams-, Sonn- und Feiertags von 10:00 Uhr bis 18:00 Uhr.

Für Gruppen nach Vereinbarung ganzjährig geöffnet. Voranmeldung für Gruppen unter 07329/9606-11.

Eintrittspreise:

  • Erwachsene: 2,50 €
  • Gruppen ab 15 Personen: 2,00 €
  • Schüler, Azubis, Studenten, Menschen mit Behinderung, Rentner: 1,50 €
  • Schüler im Klassenverband: 1,00 €
  • Familien: 6,00 €

Führung pro Gruppe: 25,- €.

Mineralien (Anzahl: 4)

Mineralbilder (2 Bilder gesamt)

Chalcedon
Aufrufe (Bild: 1501581879): 1149
Chalcedon

Blass graulila Chalcedon auf Kalk von Steinheim, Schwäbische Alb, Baden-Württemberg, Deutschland. Stufenbreite ca. 10,5 cm.

Sammlung: raritätenjäger
Copyright: raritätenjäger
Beitrag: raritätenjäger 2017-08-01
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Strahliger Aragonit
Aufrufe (Bild: 1366897009): 1959
Strahliger Aragonit

Pharion'sche Sandgrube, Steinheim, Schwäb.Alb, Baden-Württemb. B:14cm.

Sammlung: Museum Steinheim
Copyright: Doc Diether
Beitrag: Doc Diether 2013-04-25
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Gesteine (Anzahl: 10)

Gesteinsbilder (14 Bilder gesamt)

Strahlenkalk (Shatter Cone) aus dem Steinheimer Becken (Typlokalität)
Aufrufe (Bild: 1543430595): 1138
Strahlenkalk (Shatter Cone) aus dem Steinheimer Becken (Typlokalität)

Strahlenkalk (Shatter-Cone) in einem Ammoniten-Steinkern aus dem Steinheimer Impaktkrater (Typlokalität). Breite des Handstücks: 4,5 cm.

Sammlung: Johannes Baier
Copyright: Johannes Baier
Beitrag: Johannes Baier 2018-11-28
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Subparallele Schockbrüche (subparallel shock fractures)
Aufrufe (Bild: 1528652309): 869
Subparallele Schockbrüche (subparallel shock fractures)

Brüche während des Impakts entstanden. Handstückbreite: 7 cm.

Sammlung: Johannes Baier
Copyright: Johannes Baier
Beitrag: Johannes Baier 2018-06-10
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Strahlenkalk (Shatter Cone) aus dem Steinheimer Becken (Typlokalität)
Aufrufe (Bild: 1528211149): 616
Strahlenkalk (Shatter Cone) aus dem Steinheimer Becken (Typlokalität)

Fund aus dem Steinheimer Impaktkrater

Sammlung: Johannes Baier
Copyright: Johannes Baier
Beitrag: Johannes Baier 2018-06-05
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Fossilien (Anzahl: 55)

Fossilbilder (18 Bilder gesamt)

Steinheimer Schneckensand
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Steinheimer Schneckensand

Steinheimer Schneckensand vom Sammleraufschluss. Bildbreite: 4 cm.

Copyright: Johannes Baier
Beitrag: Johannes Baier 2018-06-20
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Frosch Rana danubia
Aufrufe (Bild: 1366884372): 388
Frosch Rana danubia

Steinheim, Schwäb.Alb, Baden-Württemb. B:14x20cm..

Sammlung: Museum Steinheim
Copyright: Doc Diether
Beitrag: Doc Diether 2013-04-25
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Wirbel-Knochen vom Wisent
Aufrufe (Bild: 1231009468): 1504
Wirbel-Knochen vom Wisent

Quartär. Steinheim, Schwäbische Alb, Baden-Württemberg. B: 13 cm. Fund um 1900.

Sammlung: Slg.Päd.Hochschule Weingarten
Copyright: Doc Diether
Beitrag: Doc Diether 2009-01-03
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Externe Verweise (Links)

Herzlich Willkommen Steinheim am Albuch
Wikipedia Meteorkratermuseum
Geologisch-paläontologische Einblicke in das Steinheimer Becken
Schwäbische Alb
Steinheim am Albuch
Hilgendorf’s (1863) dissertation on the steinheim planorbids (Gastropoda; Miocene)
Wikipedia Steinheimer Becken
Willkommen im Meteoritenkrater Steinheimer Becken
Sammleraufschluss-Steinheimer-Schneckensand
Wikipedia Steinheim am Albuch

Referenz- und Quellangaben, Literatur

Literatur:

  • Engel, T. (1881). Das Tertiärbecken von Steinheim. Bes. Beil. Staatsanzeigers f. Württemb., Nr.18-20.
  • Dr. T. Engel (1883). Geognostischer Wegweiser durch Württemberg. Anleitung zu Erkennen der Schichten und zum Sammeln der Petrefakten. Schweizerbarth, Stuttgart. 326 S. S.237, 283, 284.
  • Engel, T. (1897). Die Gesteinsbildung der Schwabenalb von einst und jetzt. 12.Forts. Blätter des Schwäb. Albvereins. 9.Jg., S.42-47, Tübingen.
  • Konrad Miller (1900). Die Schneckenfauna des Steinheimer Obermiozäns. Jh.Vaterl.Naturk.Ver. Württemb., 56.Jg.
  • Branca, W., Fraas, E. (1905): Das kryptovulcanische Becken von Steinheim. Abh. König. Preuss. Akad. Wissens. Berlin: 1-64.
  • MAIER, W. (1929): Vergleichende Untersuchungen über die Thermalsinter von Böttingen und Steinheim auf der Schwäbischen Alb, Karlsbad und Vichy. - Mitt. Ver. Naturwiss. Math. Ulm/Donau, 19: 16 – 18; Ulm/Donau.
  • GROSCHOPF, P. & REIFF, W. (1966): Ergebnisse neuerer Untersuchungen im Steinheimer-Becken (Württemberg). - Jh. Ver. vaterl. Naturk. Württ., 121: 155-68; Stuttgart.
  • Hüttner, R. (1974). Petrologische Befunde im Nördlinger Ries. Aufschluss, Sonderb.24, S.39-48.
  • Weidert, W. (1980). Geologischer Trimm. Lehrpfade für den Steinfreund. Min.-Mag., H.2, S.73.
  • Groschopf, P. & Reiff, W. (1982): Der geologische Wanderweg im Steinheimer Becken. 2. Aufl., 32 S.; Steinheim am Albuch (Borntraeger).
  • Schweigert, G. (1993): Die mittelmiozäne Flora (MN 7) von Steinheim am Albuch (Schwäbische Alb, Baden-Württemberg). Jh. Ges. Naturkde. Württemberg, 148, 61-96, Stuttgart.
  • Mattmüller, C.R. Ries und Steinheimer Becken. F. Enke Verlag, Stuttgart, 1994. ISBN 3-432-25991-3.
  • Elmar P.J. Heizmann (1995). Steinheim am Albuch. Ein miozäner Meteorkrater. In: Werner K. Weidert: Klassische Fundstellen der Paläontologie. Bd.3. Goldschneck Verlag. S.217-28.
  • Heizmann, E.P.J., Hesse, A. (1995). Die mittelmiozänen Vogel-und Säugetierfaunen des Nördlinger Ries (MN 6) und des Steinheimer Beckens (MN 7) – ein Vergleich. Courier. Forschungsinstitut Senckenberg 181, 171–85.
  • Stöffler, D., N.A. Artemieva, E. Pierazzo (2002): Modeling the Ries-Steinheim impact event and the formation of the moldavite strewn field., in Met. Plan. Science, Vol. 37, S.1893-1907.
  • Heizmann, E.P.J. & W. Reiff: Der Steinheimer Meteorkrater. Verlag Dr. Friedrich Pfeil, München, 2002. ISBN 3-89937-008-2.
  • Schieber, M. (2004). Aspekte des Geotourismus im Meteoritenkrater Nördlinger Ries. Aufschluss, Jg.55, Nr.4, S.247-255.
  • Baier, J. & Scherzinger, A. (2010). Der neue Geologische Lehrpfad im Steinheimer Impakt-Krater. Jber. Mitt. oberrhein. geol. Ver. N.F. 92: 9-24.
  • Baier, J. (2012) Der Steinheimer Schneckensand – eine miozäne Fossillagerstätte von Weltformat. Fossilien, 29: 368–371.
  • Baier, J. (2013). Der Geologische Lehrpfad im Steinheimer Becken - eine kosmische Spurensuche. Fossilien, 30: 228-232.
  • Baier, J. (2015). Geologische Besonderheiten im Albuch. Fossilien, Sonderband GeoPark Schwäbische Alb: 47-51.
  • Sach, V. & Baier, J. (2017): Neue Untersuchungen an Strahlenkalken und Shatter-Cones in Sediment- und Kristallingesteinen (Ries-Impakt und Steinheim-Impakt, Deutschland). Pfeil-Verlag, München.
  • Versch. Autoren (2017). A. Brune: NSG Weiherwiesen, Felsenmeer Wental u. Meteoritenkrater Steinheimer Becken. Exkursionsführer: VFMG Sommertagung 2017. Aalen - O Schwäb. Alb und Nördlinger Ries v. 1.-4.Sept. 2017. S.35.
  • Baier, J. & Sach, V.J. (2018). Shatter-Cones aus den Impaktkratern Nördlinger Ries und Steinheimer Becken. Fossilien, 35(2): 228–232.
  • Höltke, O. (2018). Steinheimer Landschnecken - wenig beachte, aber beachtenswert. Fossilien, Jg.35, H.3, S.4-11.
  • Höltke, O. (2018). Miozäne Bänderschnecken - attraktiv, aber schwer bestimmbar. Fossilien, Jg.35, H.6, S.14-19.
  • Baier, J. (2018). Ein Beitrag zur Shatter-Cone-Bildung (Steinheimer Impaktkrater, Deutschland). Aufschluss, Jg.69, Nr.6, S.370-376.
  • Baier, J. (2018). Zur Entdeckung und Deutung der Strahlenkalke (Shatter-Cones) im Steinheimer Impaktkrater. Geohistor. Blätter, Vol. 29, S. 55-68.

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