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Kienberg (Rauschberg, Rauschenberg)

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Deutschland / Bayern / Oberbayern, Bezirk / Traunstein, Landkreis / Inzell / Kienberg (Rauschberg, Rauschenberg)

Ex­po­sure de­scrip­tion

Blei-Zink-Erzbergbau

Kind of Ex­po­sure

Mine (old)

Ge­ol­o­gy

Triaskalk

En­trance Re­stric­tions

Die Fundstelle liegt im Naturschutzgebiet Östliche Chiemgauer Alpen und ist als wertvolles Geotop (Geotop Nr. 189G002) eingestuft. Bitte verhaltet Euch beim Besuch dieser historischen Fundstelle entsprechend.

GPS Co­or­d­i­nates

Kienberg



Kienberg

WGS 84: 
Lat.: 47.74263164° N, 
Long: 12.72085927° E
WGS 84: 
Lat.: 47° 44' 33.474" N,
   Long: 12° 43' 15.093" E
Gauß-Krüger: 
R: 4554169,
 H: 5289621
Local weather information, Macrostrat geological map

Mineralienatlas short URL

https://www.mineralatlas.eu/?l=3561
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Shortened path specification

Kienberg, Inzell, Traunstein, Oberbayern, Bayern, DE
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Halde im Josephsgangrevier
Views (Image: 1571082108): 1000
Halde im Josephsgangrevier

Hald im Josephsgangrevier, oberhalb des Mundlochs.

Copyright: Lynx
Contribution: Lynx 2019-10-14
Halden des Ewiggangreviers
Views (Image: 1571082007): 974
Halden des Ewiggangreviers

Halden des Ewiggangreviers am Kienberg im Herbstwald.

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Contribution: Lynx 2019-10-14
Infotafel bei der Schmelz
Views (Image: 1571081881): 984
Infotafel bei der Schmelz

Bei Schmelz - am Wanderparkplatz - steht eine Infotafel zum Bergbau am Kienberg. Die Alte Schmelz ist nun ein Gasthof und Hotel.

Copyright: Lynx
Contribution: Lynx 2019-10-14

Detailed Description

Blei-Zinklagerstätte Kienberg

Kienberg und Rauschberg
Kienberg und Rauschberg

Kienberg und Rauschberg von Norden aus. Die Häuser gehören zu Inzell. Die felsige Gipfel rechts sind der Hintere Rauschberg (1671 m) und der Vordere Rauschberg (ganz rechts, 1645 m). Direkt links d...

Lynx

Das Gebiet um Ruhpolding und Inzell ist heutzutage ein geradezu idyllischer Fleck, das als Ferienregion Wanderern, Gleitschirmfliegern, Skifahrern und Langläufern zahlreiche Möglichkeiten bietet, ihrem Hobby nachzugehen. Durch die großen Wintersportereignisse - Eisschnelllauf in Inzell, Biathlon in Ruhpolding -, aber auch durch das Skigebiet Winkelmoosalm - von Ruhpolding kommend auf dem Weg zum Parkplatz Seegatterl fährt man am Rauschberg vorbei - haben die östlichen Chiemgauer Alpen einen überregionalen Bekanntheitsgrad gewonnen.

Dabei hat diese Ecke der Alpen auch eine ganz andere Tradition. Über Jahrhunderte - grob von der Mitte des 16. Jh. bis in die Anfänge des 20. Jh. - wurde hier Bergbau betrieben, und das Metall auch weiterverarbeitet. Die großen Wälder dienten der Holzproduktion für diesen Bergbau und für die Salinen in Traunstein und Bad Reichenhall (Holzknechtmuseum).

Wer im Gebiet um Ruhpolding und Inzell heute unterwegs ist, dem begegnen Zeugnisse dieser Vergangenheit. Neben den Überresten des Bergbaus (am Kienberg das Josephs- und Ewiggangrevier, am Staufen der Oswaldstollen) sind auch weitere Örtlichkeiten zu entdecken: der Inzeller Ortsteil Schmelz (Verhüttung des Erzes vom Kienberg), die Ortschaften Eisenärzt und Hammer (Bergbau auf Eisen und Verarbeitung des Eisens), sowie das Eisenhüttenwerk im nahen Bergen, das zu den wichtigsten Eisenherstellern Bayerns gehörte (Maxhütte 1562-1932, heute ein Museum), um nur ein paar Beispiele zu nennen. Das Naturkunde- und Mammut-Museum Siegsdorf widmet den Bergbautätigkeiten der Region eine kleine Abteilung.


Infotafel bei der Schmelz
Infotafel bei der Schmelz

Bei Schmelz - am Wanderparkplatz - steht eine Infotafel zum Bergbau am Kienberg. Die Alte Schmelz ist nun ein Gasthof und Hotel.

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Lage

Der Kienberg gehört zum Rauschbergstock und liegt in den Chiemgauer Alpen. Man erreicht ihn entweder etwas indirekt auf dem Abstieg vom Rauschberg oder direkter über den Knappensteig, der im Inzeller Ortsteil Schmelz (an der B305 zwischen Ruhpolding und Inzell) beginnt.
In der online-Kartenausgabe 2019 des bayerischen Landesvermessungsamtes sind vier Stollen eingetragen - einer auf 1350 m am Fuß des NW-Grat des Streichers in der Nähe der Endres-Diensthütte (zum Revier Strahlereck gehörend), zwei weitere bei den Knappenstuben (etwa bei 1190 m östlich bzw. etwa bei 1270 m oberhalb der Knappenstuben, Ewiggang-Revier) sowie einer um 1100 m am NO-Abhang des Zenokopfes oberhalb der Halde am Weg (Josephgang-Revier), siehe auch Knauer (1938) und Günther (2010). Ein fünfter findet sich in der historischen Karte von 1959 bei der Ochsengrube auf 1300 m. Die Stollen dürften in der Regel gesichert sein. Inwieweit diese Angaben stimmen muss im Gelände geprüft werden, zumal die beiden genannten Kartenausgaben hier voneinander abweichen. Empfehlenswert ist die Alpenvereinskarte BY19 Chiemgauer Alpen Ost/Sonntagshorn wegen der genaueren Geländedarstellung im Vergleich zur Karte des Landesvermessungsamtes.

Nahezu der ganze Rauschbergstock ist Teil des Naturschutzgebiets Östliche Chiemgauer Alpen und auch als wertvolles Geotop (Geotop Nr. 189G002) eingestuft. Bitte verhaltet Euch beim Besuch dieser historischen Fundstelle entsprechend.

Es sei noch kurz angemerkt, dass es von hier Stufen gibt, die den Rauschberg, und solche, die den Kienberg als Fundortbezeichnung tragen - beidemale ist dieselbe Fundstelle gemeint.


Halde im Josephsgangrevier
Halde im Josephsgangrevier

Hald im Josephsgangrevier, oberhalb des Mundlochs.

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Pb-Zn Lagerstätte

Das Blei- und Zinkvorkommen am Kienberg stellt das größte Vorkommen dieser Art in den Bayerischen Alpen dar und war historisch durchaus bedeutsam, vgl. Günther (2010). Es steht im Zusammenhang mit dem Bergbau am nahen Staufen und dem Pb-Zn-Vorkommen am Jenner in den Berchtesgadener Alpen. Im mittleren Wettersteinkalk bilden die Erzanreicherungen Nester oder Klumpen in Kluftletten oder Brekzien. Diese Erzkörper können eine beachtliche Dimension erreichen (in der Größenordnung von 100 m x 20 m x 25 m). Eine detaillierte Beschreibung der Lagerstätte und ihrer Entstehung findet sich in Knauer (1938) und aus moderner Sicht in Cerny (1989) und vorallem Läntzsch (2015).

Als Erze wurden Schwarzbleierz, derber Bleiglanz zusammen mit Sphalerit sowie Galmei (hier Smithsonit und Hydrozinkit) abgebaut.


Reviere

Mundloch
Mundloch

Der zugesprengte und verschütte Rest des Mundlochs (wahrscheinlich des Josephsstollen) in der Nähe der Diensthütte. Aus dem Loch kommt ein deutlicher Wind kalter Luft.

husi

Drei größere Reviere sind bekannt (von Ost nach West, alle am Kienberg; vgl. oben beschriebene Verortung der Stollen):

Joseph und Barbara (am Zenokopf)

mit Josephs-, Barbara-, Maximilians-, hl. Kreuz- und Wolfgangsstollen, die untereinander verbunden sind, „wovon besonders der Josephsstollen sehr lang ist und gewaltige Zechen aufweist“, Reiser (1895), S7. Im alten Josephstollen sind große Naturhöhlen angetroffen worden (u.a. die Maximilian Zeche), die für den Bergbau weiter genutzt wurden.

Ewiggang (unter dem Gipfel des Streichers)

mit den Stollen: Ewige Gang, Lorenz, Karl - diese sind untereinander verbunden - sowie Abraham, Maria Empfängnis und dem Hasenbau. Hier wurde die Große Zeche auf 110m Länge, 25m Breite und 20m Höhe abgebaut. 1702 waren 57 Knappen dort tätig.


Halden des Ewiggangreviers
Halden des Ewiggangreviers

Halden des Ewiggangreviers am Kienberg im Herbstwald.

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Strahleck (ebenfalls am Streicher)

mit dem Strahlereck-, Sebastian- und Nepomukstollen sowie dem Amalienstollen und zahlreichen kleineren Stollen und Schurfen.

Außerdem gab es weitere Suchstollen und Schurfe, tatsächlich mit dem Andreasstollen auch an der Schneid des Rauschberg sowie den unteren Stollen am kalten Brunnen und davon oberhalb den Michaelstollen, am Schneefleckl den Johannisstollen, am Steinwändl den Dreifaltigkeitsstollen, zwei weitere Stollen am Waldeck, in der Schrög den Heiliggeiststollen, einen Suchbau am Plattling und den Valentinstollen unterhalb der Strahlecker Grube, vgl. Günther (2010).

Insgesamt wurden um die 72 Stollen angefahren, vgl. von Flurl (1792). Nach Läntzsch (2015) weisen die alten Grubenrisse für den Kienberg eine Gesamtlänge der Stollenbauten von 3500 m auf.


Mineralien

Die auftretenden Mineralien sind assoziiert mit der Zersetzung der Erze, siehe z.B. Günther 2010), also Galenit (derb), Galmei, Sphalerit, Cerussit, Hydrozinkit, Hemimorphit, Smithsonit, Aurichalcit. Mitläufer sind Pyrit und Chalkopyrit, Markasit, Limonit sowie Calcit und Dolomit, vgl. Laubmann (1924) und Günther (2010). Durch einen relativ großen Gehalt an Cadmium im Sphalerit tritt auch Greenockit auf. Zudem werden Ilsemannit, Wulfenit, Vanadinit und Descloizit genannt, siehe z.B. Hegemann (1949), Pöverlein (1984), Cerny (1989), Günther (2010).

Kurze Diskussion der in der Literatur genannten Mineralien

In der jüngeren Literatur erscheinen im Mineralienbestand der Fundstelle am Kienberg/Rauschberg Mo und V haltige Mineralien, nämlich Ilsemannit, Wulfenit, Vanadinit z.B. bei Hegemann (1949) sowie z.B. Pöverlein (1984) oder Günther (2010) und auch Descloizit Pöverlein (1984), Cerny (1989). Die moderne Literatur bezieht sich zumeist auf Hegemann (1949) und Laubmann (1924) als Primärquellen.

Hegemann beschreibt in seinem Aufsatz von 1949, unter welchen Umständen die Elemente Mo, As, V, Cr, Ni und Cu in den alpinen Blei- und Zinklagerstätten vom Typus der Bleiberger Lagerstätte (zu diesem Typus gehören auch die Lagerstätten am Kienberg, Staufen und Jenner) zur Mineralienbildung beitragen.

Für das Auftreten von Wulfenit am Kienberg/Rauschberg zitiert er Laubmann (1924). Dort wird allerdings für den Rauschberg Wulfenit nicht erwähnt, sondern lediglich für die ähnlichen Fundstellen Höllental bei Garmisch oder Riedboden/Arnspitze bei Mittenwald. Insofern können weder Hegemann (1949) noch Laubmann (1924) als originäre Belege für Wulfenit von dieser Fundstelle herangezogen werden.

Hegemann verweist zudem auf ein Handstück "vom Rauschenberg aus der Oxydationszone", an dem er "neben verwitterten Zinkerzen Ilsemannit und in derben, dichten rötlichen, Zn-reichen Verwitterungsprodukten Vanadin" feststellt, vgl. Hegemann (1949), S. 649. Leider wird nicht klar, ob dieser Bestimmung auch eine Untersuchung zugrunde liegt.

Im weiteren Text führt er aus, dass die Elemente Mo und V (sowie die anderen oben genannten) aus den bitumenhaltigen Oolithbänken im Hangenden dieser Lagerstätten ausgelaugt würden und so zur Bildung von z.B. Wulfenit bereitstünden: "Die beiden Hauptbestandteile des Wulfenits, das Blei und die Molybdänsäure, sind also verschiedenen Ursprungs. Das Pb entstammt vorwiegend den älteren Blei-Zinklagerstätten, wogegen das Mo und mit ihm das V, As, Cu und Cr aus den hangenden Schichten dieser Lagerstätten durch deszendente Verwitterungslösungen zugeführt worden sind", Hegemann (1949), S. 713.

Aus diesem Grund erscheint das Auftreten von Descloizit, Ilsemannit, Wulfenit und Vanadinit am Kienberg/Rauschberg zwar möglich - mangels nachvollziehbarer Nachweise in der genannten Primärliteratur - Laubmann (1924) und Hegemann (1949) - sind diese Mineralien aber in der Mineralienliste als "zweifelhaft" gekennzeichnet. Hier wäre es wünschenswert, wenn aktuelle Untersuchungsergebnisse Aufklärung liefern könnten.


Geschichte


nach von Flurl (1792) , Reiser (1895), Günther (2010) und Läntzsch (2015); zur geschichtlichen Einordnung sind noch weitere Daten gegeben (Quelle: wikipedia).

1559 Bericht über einen Stollen und Bleierzbeprobung am Rauschberg.


1618-1648 Dreißigjähriger Krieg.
1636 Belehnung an Christian Schwarzer (aus dem böhmischen Joachimstal): Bergbau am Rauschberg, Messinghammer zur Verarbeitung von Galmei und Kupfer).
vor 1650 bergbauliche Tätigkeiten von Dr. Oswald (auch am Staufen sowie Schmelzhütte in Inzell).
1665 Bergbau wird aufgelassen vorgefunden, von der Schmelz sind nur noch Ruinen anzutreffen, beides wohl als Kriegsfolgen.
ab 1665 Wiederaufnahme des Bergbaus unter kurfürstlicher Regie (Beauftragter ist Paris Zehentner).
1674-1681 Peter Pezoli (aus Schwaz in Tirol) übernimmt zusammen mit dem Galmeibrenner Paul Langburger (später ersetzt durch Hr. Pöttinger) als Gewerke das Berglehen. Aufbau einer Blei und einer Galmeihütte vor Ort. Zwischenzeitlich beschäftigten sie knapp 100 Arbeiter, die Förderung betrug im Jahr 1681 etwa 750 Zentner Bleierz pro Woche.
1681 Auflösung der Verpachtung und Überführung unter kurfürstliche Regie. Wenige ertragreiche Jahre folgen.
1685-1750 J.S. Bach
1687 Sir Isaac Newton: Philosophiae Naturalis Principia Mathematica (Mathematische Grundlagen der Naturphilosophie).
1689 Unterer Jospehsollen erreicht 100 Lachter (1 Lachter ca. 2m). Danach bis 1701 im Niedergang begriffen.


1701 neue, erfolgreiche Untersuchung des Ewigen Ganges durch zwei Knappen.
1701-1715 erfolgreicher Abbau des ewigen Ganges, 1715 ist dieser erschöpft.
1704-1715 unter kaiserlicher (österreichischer) Verwaltung als Folge des Spanischen Erbfolgekriegs (1701-1714).
1705-1714 wurden 27732 Zentner Bleierz umgesetzt.
1715 Rückgabe des Bergbaus an Bayern (Kurfürst Max Emanuel war 1714 durch den Friedensschluss wieder in Amt und Würden gesetzt). Ab diesem Zeitpunkt bayerischer Staatsbetrieb bzw. Lehensvergabe.
1715-1723 Lieferung von 4823 Zentner Blei, u.a. 1300 Zentner für den Bau von Schloß Nymphenburg.
ab 1721 Vortreiben der Stollen des Strahlereckbaus, Erschließung mächtiger Zechen.
1735-1742 Erlöschen des Vorkommens am Strahlereck.
1746 Auflassung des Strahlereckbaus.
1748-1826 kleinere Erfolge u.a. auch die Neuanlage von Suchstollen ab 1777 können den Niedergang nicht verhindern.
1756 Geburt von Wolfgang Amadeus Mozart.
1789 Martin Heinrich Klaproth isoliert erstmals elementares Uran aus Pechblende.


1807 J.W. von Goethe: Sammlung zur Kenntnis der Geologie von und um Karlsbad
1826 Auflassung und Veräußerung der oberirdischen Gebäude.
1847 bis 1853 neuerliche Versuche von privater Hand.
ab 1881 Wiederaufnahme durch die Blei- und Zinkgewerkschaft (München).


1922-1926 neuerliche Versuche unter privater Leitung.
1938 Befundung des restlichen Erzvorkommens als nicht abbauwürdig, Knauer (1938).
1972/73 Versprengung der aufgelassenen Stollen.
1990/91 bzw. 1992 formale Auflösung des Montanunternehmens von Amts wegen und damit offizielle Beendigung des Bergbaus am Rauschberg.


Mathias von Flurl schreibt 1792: "Der ganze Rauschenberg ist fast wie durchwühlt, und man zählt gegen 72 Stollen, welche in demselben zu 100 und noch mehreren Lachtern aufgefahren worden sind, und doch haben die dasigen Anbrüche so etwas sonderbares, daß ich Ihnen von der Natur derselben kaum einen deutlichen Begriff geben kann. Sie sind weder Gänge, noch ordentliche Flöze, und nicht einmal ordentliche Lager." (S. 159).
Diese Beschreibung fasst zusammen, was auch die Geschichte zeigte. Ein geordneter, planbarer Betrieb des Bergbaus am Kienberg litt stets an der schwer abzuschätzenden Verteilung des Erzes in dieser Lagerstätte.


Fundsituation

Die Autoren von Flurl, Reiser und Günther schreiben übereinstimmend, dass kaum auskristallisierte Funde jenseits von Micromounts zu erwarten seien. Zudem wurden bereits zu Betriebszeiten die Halden mehrfach durchgearbeitet. Ob die Atlas-Gemeinde da noch mehr zu bieten hat?

Mineralienliste - Zugänge, Zweifel und Kommentare

  • Descloizit: zweifelhaft; nachvollziehbarer Beleg offen, s.o.
  • Wulfenit: zweifelhaft; nachvollziehbarer Beleg offen, s.o.
  • Ilsemannit: zweifelhaft; nachvollziehbarer Beleg offen, s.o.
  • Vanadinit: zweifelhaft; nachvollziehbarer Beleg offen, s.o.
  • Linarit: blaue Kristalle mit Galenit; z.T. eingewachsen; min. 2 Stufen, EDX-Analyse (Nov. 2019 J.Désor): Pb(37.33%), Cu(30.74%), S(31.94%), O (nicht bestimmt) bestätigt Linarit.



Minerals (Count: 22)

Mineral images (6 Images total)

Smithsonit
Views (Image: 1570354996): 1204
Smithsonit

Kienberg, Innzell, BB 5mm

Collection: Georg Prock
Copyright: Georg Prock
Contribution: Gepro 2019-10-06
More   MF 
Zinkblende
Views (Image: 1534511850): 506
Zinkblende

Zinkblende mit Calcit; Inzell, Streicher, Quader 8,5 x 5,5 x 3,5 cm. FO. im oberen Wettersteinkalk

Collection: MeisterDR
Copyright: MeisterDR
Contribution: MeisterDR 2018-08-17
More   MF 
Zinkblende, Calcit
Views (Image: 1534512486): 565
Zinkblende, Calcit (SNr: D.Meisterernst)

Inzell,Bildbreite 9 x 5 cm Wettersteinkalk,; alter Bergbau auf Zink zur Messing-Herstellung.

Collection: MeisterDR
Copyright: MeisterDR
Contribution: MeisterDR 2018-08-17
More   MF 

Rocks (Count: 2)

Subsidiary Pages

External Databases

min­dat.org

https://www.mindat.org/loc-13175.html

External links

von Flurl, M. (1792): Beschreibung der Gebirge von Baiern und der oberen Pfalz mit den darinn vorkommenden Fossilien, aufläßigen und noch vorhandenen Berg- und Hüttengebäuden, ihrer älteren und neueren Geschichte, dann einigen Nachrichten über das Porzellan- und Salinenwesen und anderen nützlichen Bemerkungen und Vorschlägen, wie dem verfallenen Bergbau wieder aufzuhelfen wäre ; Mit vier Kupfertafeln und einer petrographischen Karte, München 1792.
Karl August Reiser (1895): Geschichte des Blei- und Galmei-Bergwerks am Rauschenberg und Staufen in Oberbayern. Wolf, München 1895.
Knauer, Joseph, Mattheus Schuster, and Eduard Hartmann (1938): Die Herkunft der Blei-und Zinkerze im Rauschenberg-Gebiet bei Inzell: Geologische Beobachtungen im Diluvium zwischen Eichenau und Puchheim. Bayer. Oberbergamt, 1938
Cerny, I. (1989). Die karbonatgebundenen Blei-Zink-Lagerstätten des alpinen und außeralpinen Mesozoikums: Die Bedeutung ihrer Geologie, Stratigraphie und Faziesgebundenheit für Prospektion und Bewertung Arch. f. Lagerst.forsch.Geol. B. A. Bd. 11. S. 5-12
Günther, Wilhelm (2010): Geologie – Mineralogie – Montanwirtschaft. Die ehemaligen Blei- und Zinkerzbergbaue in der Nachbarschaft des Landes Salzburg, in: Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde 150 (2010), S. 261–300.
Michael K. Läntzsch (2015): Die Blei-Zink-Lagerstätten im Wettersteinkalk der Nördlichen Kalkalpen im Raum Bad Reichenhall – Inzell (Bayern). In: Bergknappe. Doppelnummer 126/127, 2015, S. 152–171.
Albert Hirschbichler „Für den Staat gutes Geld, für die Arbeiter Plackerei“ Heimatblättern des Reichenhaller Tagblattes 85. Jahrgang Nr. 6, Montag 4.9.2017
Blei-Zink-Erzbergbau am Rauschberg SW von Inzell, Geotop-Nummer: 189G002
Eintragung im Bayerischen Hauptstaatsarchiv
BayernAtlas (digitaler Atlas Bayerns)
Bergbau am Staufen - Homepage von Albert Hirschbichler

Reference- and Source indication, Literature

Literatur

  • Laubmann, H. (1924): Die Minerallagerstätten von Bayern rd Rh. Piloty & Loehle. S.10
  • Hegemann, F. (1949): Die Herkunft des Mo, V, As und Cr im Wulfenit der alpinen Blei-Zinklagerstätten. Contr. Miner. Petr. 1(5/6), 690-715.
  • Schneider H.J. (1953): Lagerstättenkundliche Untersuchungen am Oberen Wettersteinkalk der bayrischen Kalkalpen östlich der Loisach. Inaugural Dissertation an der Ludwig-Maximilians Universität München.
  • Vaché, Raimund (1966): Über Lagerungsform und Erzverteilung der Blei-, Zinklagerstätten in den Bayrischen Kalkalpen." Atti del Symposium internationale sui giacimenti minerali delle alpi. Vol. 1, 175-182, Trient 1966
  • Wolf, Helmut (1966): Geochemische Untersuchungen über die Herkunft von Molybdän und Vanadium in der Oxydationszone von Blei-Zink-Lagerstätten der nördlichen Kalkalpen (zwischen Lech und Salzach). Dissertation, Ludwig-Maximilians-Universität München.
  • Pöverlein (1984): Die Mineralien von den Halden am Kienberg bei Inzell/Bayern, Lapis Heft Nr. 1 Jg. 9 1984
  • Claus Priesner: Bayerisches Messing. Franz Matthias Ellmayrs „Mößing‐Werkh ao. 1780”︁. Studien zur Geschichte, Technologie und zum sozialen Umfeld der Messingerzeugung im vorindustriellen Bayern. (Boethius, Bd 38). Stuttgart: F. Steiner Verlag 1997. 323 Seiten, 16 Tafeln


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