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Grube Kemlas

Steckbrief

Land

Deutschland

Re­gi­on

Bayern / Oberfranken, Bezirk / Hof, Landkreis / Oberfränkisches Revier / Issigau / Kemlas / Grube Kemlas

An­fahrts­be­sch­rei­bung

siehe Karte unter "Ausführliche Beschreibung"

Auf­schluss­be­sch­rei­bung

3 Schächte werden genannt: Schacht I, II und III, wobei der Schacht I und III auf dem Kemlaser Gang liegt

Fund­s­tel­len­typ

Erloschen

Geo­lo­gie

Flußspatführender Mineralgang, der in einer auskristallisierten Querverwerfung im Kontakt zu feinkörnigen Diabas (Diabasmandelstein), in Diabas-Tuffbrekzie, in klein- bis mittel- und mittel- bis grobkörnigen Diabas, in Tentaculitenschiefer - der aus dunklen, graugrünen oder gelben Tonschiefer, mit dünnen Lagen von hellem, dichten Quarzit (Nereitenquarzit) besteht und in Dachschiefer liegt.

GPS-Ko­or­di­na­ten

Grube Kemlas. Die GPS-Koordinaten beziehen sich auf einen Gangbereich des Kemlaser Ganges im Bereich eines Zufahrtweges zu einem Haus.



Grube Kemlas

WGS 84: 
Lat.: 50,39708771° N, 
Long: 11,72867875° E
WGS 84: 
Lat.: 50° 23' 49,516" N,
   Long: 11° 43' 43,244" E
Gauß-Krüger: 
R: 4480813,
 H: 5584609
Regionale Wetter Information, Macrostrat geologische Karten

To­po­gra­phi­sche Kar­te

TK5636

Verkürzte Mineralienatlas URL:

https://www.mineralienatlas.de/?l=31324
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Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

Weitere Funktionen

Ausführliche Beschreibung

weiterhin in Arbeit. Stand 06.12.2014 woelsendorfer

Der Flußspatbergbau im nordwestlichen Frankenwald


Übersichtskarte

Gesamtkarte
Gesamtkarte

Gesamtkarte zum Flußspatbergbau im Frankenwald. Für eine größere Darstellung bitte auf die Karte und dann auf Originalgröße klicken !

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  • Legende zur Übersichtskarte
Legende zur Gesamtkarte
Legende zur Gesamtkarte

Legende zur Gesamtkarte zum Flußspatbergbau im Frankenwald.

woelsendorfer

Ein geschichtlicher Abriss zur Grube Kemlas


  • 1955-1956 wurde der Kemlaser Bereich bergmännisch, durch die Firma "Vereinigte Flußspatgruben GmbH", Stulln, durch abteufen des Schachtes Kemlas I untersucht.

    • Hinweis dazu: Vermutlich waren die Aufschlüsse unbefriedigend und so stellte die Firma "Vereinigte Flußspatgruben GmbH", Stulln die Untersuchungen auf Flußspat ein und legt im Jahre
  • 1958 eine Mutung auf Blei- und Zinkerze unter dem Grubenfeld Liselotte ein. In den folgenden Jahren wird dann der Schacht Liselotte II und III niedergebracht und die Lagerstätte weitestgehend untersucht.
  • 1963 erstmalige Nennung der Grube Kemlas in dem "Jahrbuch des deutschen Bergbaus 1964", welches das Jahr 1963 betrifft, unter "2. Bergamt Bayreuth" und hier unter "Flußspat": Grube Kemlas bei Bad Steben (Lkr. Naila/Ofr.).

    • Hinweis zu Grube Kemlas: Die Untersuchungen auf Blei- und Zinkerz laufen weiterhin unter der Grube Kemlas, weil es sich bei Liselotte lediglich um ein Grubenfeld in der Grube Kemlas handelt.
    • Hinweis dazu: Folgende Daten wurden bei der Grube Issigau entnommen: Besitzer / Betreiber: "Vereinigte Flußspatgruben GmbH", Stulln; Geschäftsführung: Direktor Dipl.-Ing. Ernst Grüter, Nabburg und stellv. Geschäftsführer Dr. Karl Laufkötter, Schwandorf. Grubenbetriebsleitung aller Gruben im Wölsendorfer Revier: Grube Erna, Grube Hermine und in Oberfranken Grube Issigau und Grube Kemlas: Dipl.-Berging. Karl Weiss, Stulln. Betriebsleitung für Grube Issigau und Grube Kemlas: Oskar Braun.
  • 1964 wie vor
  • 1965 keine Nennung mehr.

    • Hinweis dazu: Nach 1964 fängt die Firma "Vereinigte Flußspatgruben GmbH", Stulln daraufhin mit der Grube Neu Beschert Glück in Lichtenberg an.

Lagerstätte


Gangtektonik und Ausscheidung der Gangminerale

  • Grube Kemlas (Kemlaser Gang)
  • "Der Kemlaser Gang liegt auf einer der großen Querverwerfungen der Frankenwälder Querzone. Nach den Kartierungen von E. ZIMMERMANN (1912) und dem Verfasser Dr. GERHARD v. HORSTIG, München (1962), hat die Struktur vom Saaletal nordwestlich Blankenberg bis in die Nähe der Autobahnausfahrt Berg eine Länge von 7,5 km. Davon ließen sich 1,8 km als Gang auskartieren. Der Bereich von Kemlas ist 750 m lang, der Bereich von Lohwiese 600 m lang. Der Kemlaser Bereich wurde 1955—1956 bergmännisch untersucht. Tektonik und Mineralabfolge des Kemlaser Ganges unterscheiden sich erheblich von den anderen Gängen mit Flußspat. Bei einem mittleren Einfallen von 47° SW, das damit wesentlich flacher ist als bei den anderen Gängen mit Flußspat, haben wesentlich größere Schollenverschiebungen stattgefunden. Nimmt man die Grenzen des Blintendorfer Kulm-Streifens als Leithorizonte, so ergeben sich Seitenverschiebungsbeträge der südwestlichen Scholle bis zu 700 m horizontal nach SE. Auf keinem Gang mit Flußspat fanden sich so mächtige Ruschelzonen (bis einige Meter) und ein so tiefes Eindringen der Verwitterung entlang dem Gang. Von diesen Bewegungen dürfte allerdings die Gangbildung nur einen geringen Teil in den ersten Stadien in Anspruch genommen haben. Auch das Profil des Ganges unterscheidet sich erheblich von den anderen Gängen mit Flußspat. Im Schacht I liegt am Salband meist der Flußspat II (farblos—hellblau), dann folgt ein weißer, ziemlich reiner Schwerspat, der teilweise in dm-große Schollen aufgelöst ist. Diese Schollen werden halbseitig oder ganz von der jungen Spateisen-Quarz-Paragenese umschlossen. Die durch eine mächtige Ruschelzone gekennzeichnete Hauptgangstörung findet sich meistens im Liegenden des Ganges. Sie ist nur geringfügig mineralisiert und zerbricht ihrerseits die bereits ausgeschiedenen Gangtrümer. Die Bewegungen im Gangbereich haben die Mineralisation beträchtlich überdauert".

Mineralogie


  • 1972 wird wie folgt berichtet:

    • Hinweis dazu: Der Bericht von Dr. GERHARD v. HORSTIG, München, wurde für die einzelnen Gruben entsprechend aufbereitet.
  • Einleitung:
  • "Dr. GERHARD v. HORSTIG, München, hat in den Jahren 1952—1968 die vom Bayerischen Staat geförderten Untersuchungsarbeiten auf Flußspat im Frankenwald geologisch bearbeitet. Darüber hinaus ermöglichte ihm das Entgegenkommen der Betriebsleitungen (siehe unter Hinweis) die Befahrung der gesamten Grubengebäude und die Spezialaufnähme wichtiger Gangprofile. So ist im Lauf der Jahre einiges Material über die Gänge zusammengekommen. Es ist nicht vollständig, erlaubt aber eine Auswertung über die Gangtektonik, Mineralabfolge und Genese".

    • Hinweis dazu: Herren Nay, Braun und Weiß (Grube Issigau) und den Herren Schwerber und Hudel (Grube Lichtenberg).
    • Kalkspat (Calcit) I:
    • "Der grobspätig absondernde, weiße und oft sehr reine Calcit nimmt besonders in der Grube Issigau und Lichtenberg in Mächtigkeiten bis zu mehreren Metern einen beträchtlichen Anteil der mittleren Teufen ein. Nach unten stellt er unter Mächtigkeitsabnahme häufig allein die Gangfüllung. Nach oben zersplittert er sich zugunsten jüngerer Minerale. Er fehlt deshalb weitgehend auf den Gruben, die auf Gängen flacherer Teufen stehen, auf dem Kupferbühl (Schacht I und VI der Grube Issigau) und auf dem Kemlaser Gang.
    • Flußspat (Fluorit) II:
    • "Diese Flußspatgeneration stellt nahezu den ganzen bauwürdigen Flußspat. Die Farbe ist weiß bis bläulich (mit Violettstich), seltener grünlich. Der Flußspat kristallisiert in mm- bis cm-großen, schwer abzugrenzenden, xenomorphen Kristallen. Meist sieht man ihn als nahezu homogene Füllung des Ganginneren. Die älteren Kalkspat-Rhomboeder (cm-groß) werden im Grenzbereich halbseitig bis ganz umschlossen. Mit dem Flußspat II endet die ältere Abfolge in den Mineralgängen des Frankenwaldes".
    • Schwerspat (Baryt):
    • "Der Baryt kann als das erste typische Mineral der j ü n g e r e n A b f o l g e gelten. Diese tritt nur in den höchsten Bereichen der Grube Issigau (Schacht V auf der Höhe des Pfarrholzes und Schacht VI auf dem Kupferbühl) auf, außerdem auf dem Kemlaser Gang, der auf einer großen, lange Zeit tätigen Querstruktur liegt. Der in der Grube Kemlas (Schacht I) und auf den Halden der alten Grube Lohwiese auftretende Baryt hat die Form 0,5—8 cm langer, nicht eingeregelter weißer Leisten. Er findet sich vorwiegend auf einem bis 30 cm mächtigen, z. T. in Linsen aufgelöstem Trum in der Gangmitte".
    • Flußspat (Fluorit) III:
    • "Diese jüngste Flußspat-Generation ist farblos bis grünlich und durchwegs sehr rein. Die Mächtigkeit liegt unter 25 cm. In der Grube Kemlas beobachtete man Linsen ähnlicher Mächtigkeit im zentralen Gangbereich".
    • Eisenspat (Siderit) II:
    • "Der jüngere Siderit ist besonders durch die intensive Verwitterung in der Tertiärzeit im Hochflächenbereich weitgehend in Limonit umgewandelt. Die primäre spätige Struktur konnte jedoch an vielen Stellen beobachtet werden. In der tief gelegenen Grube Kemlas liegt der Siderit II in primär flacher Teufe vor".
    • Quarz II, III:
    • "Zusammen mit Siderit II kommt stets Quarz in größerer Menge vor".

Mineralabfolge

  • "In der Erläuterung zu Blatt Naila (v. HORSTIG & STETTNER 1962, S. 121) hat der Verfasser Dr. GERHARD v. HORSTIG, München, eine ältere Abfolge mit Calcit und eine jüngere Abfolge mit Baryt und Quarz als typischen beibrechenden Mineralen unterschieden. Diese beiden Abfolgen konnten jetzt einer Feingliederung unterzogen werden. Die größeren Grubengebäude von „Lichtenberg" und „Issigau" (Schacht IV) liegen in der älteren Abfolge. Die Vorkommen von Fluorit III, Siderit II und Quarz II, III sind hier geringfügig. Die hoch gelegenen Teilbereiche der Grube „Issigau" (Schacht V im Pfarrholz, Schacht I und VI am Kupferbühl) und die gesamte Grube „Kemlas" werden von der jüngeren Abfolge beherrscht. Innerhalb der einzelnen Grubengebäude bleibt die Mineralabfolge im wesentlichen gleich (Teufenunterschied bis 80 m). Es ergaben sich jedoch beträchtliche Veränderungen im quantitativen Aufbau der Gänge. Die Flußspatführung endet nach unten etwa bei 410 m NN. Innerhalb der stark miteinander verzahnten Karbonate verändert sich nach der Tiefe das Mengenverhältnis stark zugunsten von Calcit. Die tiefsten Flußspat-Vorkommen wurden in der Bohrung IV der Grube Issigau festgestellt. Darüber verbreitert sich der Flußspat im Längsprofil zu einer geschlossenen Linse bis zur 49 m-Sohle. Dann spaltet er sich auf und erreicht in der Umgebung vom Förderschacht IV die Oberfläche. Das Auskeilen der Flußspatlinse nach unten und die Verzweigung nach oben erweisen deutlich das jüngere Alter gegenüber den Karbonaten. Ein sehr ähnlicher Flußspat findet sich jedoch auch in den hochgelegenen Bereichen, die von der jüngeren Abfolge beherrscht werden (Kupferbühl und Pfarrholz bei Issigau). Er hat dort größtenteils die Form von Linsen an den Salbändern des Ganges und wird von der jüngeren Siderit II-Quarz-Paragenese korrodiert. Hier ließ sich nicht eindeutig feststellen, ob Fluorit II oder Fluorit III vorliegt. Da es sich im Pfarrholz um einen getrennten, jüngeren Gang handelt, ist die Einstufung als Fluorit III wahrscheinlicher".

Mineralien (Anzahl: 6)

Gesteine (Anzahl: 5)

Untergeordnete Seiten

Referenz- und Quellangaben, Literatur

Literatur

Flußspatbergbau

  • Freyberg, Bruno von, Erlangen: "Ein neuer Flußspatabbau (Grube Rückersberg bei Lichtenberg im Frankenwald). in "Geologische Blätter für Nordost-Bayern und angrenzende Gebiete", Band I, Seite 107—108, Erlangen 1951.
  • Erläuterungen zur Geologischen Karte von Bayern, 5636 NAILA, München 1962.
  • HORSTIG von, Oberregierungsrat Dr. GERHARD, München: "Mineralabfolge und Tektonik in den flußspatführenden Mineralgängen des Frankenwaldes", -Herrn Oberregierungsdirektor Dr. Ernst Otto TEUSCHER zum 65. Geburtstag gewidmet-, in "Geologica Bavarica 65", Seite 160—184, München 1972.
  • Jahrbuch des deutschen Bergbaus: Jahrgänge: 1950, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59, 60, 61, 62, 63, 64, 65 und 1966.
  • Jahrbuch für Bergbau, Energie, Mineralöl und Chemie: Jahrgänge: 1967, 68, 69, 70, 71, 72 und 1973

Quellenangaben

Einordnung