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Grube Neu Beschert Glück

Steckbrief

Land

Deutschland

Re­gi­on

Bayern / Oberfranken, Bezirk / Hof, Landkreis / Oberfränkisches Revier / Lichtenberg / Grube Neu Beschert Glück

An­fahrts­be­sch­rei­bung

siehe Karte unter "Ausführliche Beschreibung"

Auf­schluss­be­sch­rei­bung

Stollenbetreib

Fund­s­tel­len­typ

Erloschen

Geo­lo­gie

Flußspatführender Mineralgang der in Pycodenschichten, die aus hellen, häufig graugrünen, quarzitisch gebänderten Schiefer mit Anhäufungen von Quarzitbänken bestehen und weiterhin in Feldspat - porphrischen Diabas, Variolith liegt.

GPS-Ko­or­di­na­ten

Grube Neu Beschert Glück



Grube Neu Beschert Glück

WGS 84: 
Lat.: 50,39330603° N, 
Long: 11,67044677° E
WGS 84: 
Lat.: 50° 23' 35,902" N,
   Long: 11° 40' 13,608" E
Gauß-Krüger: 
R: 4476671,
 H: 5584205
Regionale Wetter Information, Macrostrat geologische Karten

To­po­gra­phi­sche Kar­te

TK5636

Verkürzte Mineralienatlas URL:

https://www.mineralienatlas.de/?l=31316
Bitte fühlen Sie sich frei auf diese Seite zu verlinken.

Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

Weitere Funktionen

Ausführliche Beschreibung

Der Flußspatbergbau im Frankenwald


Übersichtskarte

Gesamtkarte
Gesamtkarte

Gesamtkarte zum Flußspatbergbau im Frankenwald. Für eine größere Darstellung bitte auf die Karte und dann auf Originalgröße klicken !

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  • Legende zur Übersichtskarte
Legende zur Gesamtkarte
Legende zur Gesamtkarte

Legende zur Gesamtkarte zum Flußspatbergbau im Frankenwald.

woelsendorfer

Ein geschichtlicher Abriss zur Grube Neu Beschert Glück


  • 1965 erstmalige Nennung der Grube Neu Beschert Glück in dem "Jahrbuch des deutschen Bergbaus 1966", welches das Jahr 1965 betrifft und zwar unter "2. Bergamt Bayreuth" und hier unter "Flußspat": Grube Neu Beschert Glück bei Lichtenberg (Lkr. Naila/Ofr.).

    • Hinweis dazu: Nachdem die Aufschlüsse in der Grube Kemlas in Issigau-Kemlas vermutlich unbefriedigend waren, fängt die Firma "Vereinigte Flußspatgruben GmbH", Stulln daraufhin mit dem Aufschluss der Grube Neu Beschert Glück an.
    • Hinweis dazu: Folgende Daten wurden bei der Grube Issigau entnommen: Besitzer / Betreiber: "Vereinigte Flußspatgruben GmbH", Stulln; Geschäftsführung: Direktor Dipl.-Ing. Ernst Grüter, Nabburg und stellv. Geschäftsführer Dr. Karl Laufkötter, Schwandorf. Grubenbetriebsleitung aller Gruben im Wölsendorfer Revier: Grube Erna, Grube Hermine und in Oberfranken Grube Issigau und Grube Neu Beschert Glück: Dipl.-Berging. Karl Weiss, Stulln. Betriebsleitung für Grube Issigau und Grube Neu Beschert Glück: Oskar Braun.
  • 1966 wird nicht mehr eine Grube Neu Beschert Glück im einzelnen genannt, sondern jetzt Betrieb Oberfranken. Betriebsleiter ist weiterhin Oskar Braun. Mineral: Flußspat in steilstehende Gängen. Betriebsanlagen: 1 Schacht, 1 Blindschacht, 80 m Teufe, 1 Stollenbetrieb. Separation.

    • Hinweis dazu: Der Betrieb Oberfranken besteht aus die Grube Issigau in Issigau mit 1 Schacht, 1 Blindschacht und einer Teufe von 80 m und aus dem Stollenbetrieb der Grube Neu Beschert Glück in Lichtenberg.
    • Förder- und Belegschaftszahlen werden für beide Gruben im einzelnen nicht angegeben.
  • 1967 am 08. Dezember wurde die letzte betriebliche Barbarafeier auf der Flußspatgrube Issigau abgehalten, einige Tage später wurde der Stollenbetrieb der Grube Neu Beschert Glück in Lichtenberg und die Grube Issigau in Issigau
  • 1967 am 15. Dezember stillgelegt.
  • 2011 wurden Sicherungsmaßnahmen im Muschwitztal bei Lichtenberg, sowie in der Nähe des Weilers Stöckaten bei Joditz durchgeführt.
  • Während der Arbeiten wurden die teilweise nur provisorisch verschlossenen Zugänge der Bergwerke "Beschert Glück" und "Eleonore" bei Lichtenberg sowie eines Erkundungsstollens bei Stöckaten noch einmal freigelegt und anschließend mit Beton auf Dauer sicher verschlossen.
  • Was viele Heimat- und Bergbauforscher bislang nicht wussten: Das Bergwerk "Beschert Glück", in dem die Firma "VEW Stulln" bis 15. Dezember 1967 das Industriemineral Flussspat abgebaut hat, war bislang offiziell nicht stillgelegt, sondern nur "gestundet". Das bedeutet, das die frühere Betreiberfirma bislang noch das Recht besaß, weitere Bereiche der Minerallagerstätte abzubauen. Die "VEW Stulln", später "VAW Stulln", ist vor einigen Jahren von der Firma Hydro übernommen worden, die ihrerseits zum norwegischen Konzern Norsk Hydro gehört. Weil der neue Besitzer keinerlei Interesse an den Abbaurechten mehr habe, seien die Stilllegungsarbeiten durchgeführt worden.
  • Eine erhöhte Gefahr sei von den Schächten der Grube "Beschert Glück" ausgegangen. Diese seien an der Erdoberfläche bislang nur "zugebühnt" gewesen. Während der jüngsten Arbeiten seien dort Betonpfropfen gesetzt worden, um das Bergwerk auf Dauer zu sichern. Die Bauarbeiten bei Lichtenberg und Stöckaten wurden in 2011 abgeschlossen. Damit konnte die Firma aus der Bergaufsicht entlassen werden.

Lagerstätte


Gangtektonik und Ausscheidung der Gangminerale

  • Grube „Grube Neu Beschert Glück" bei Lichtenberg
  • "Seit langem sind hier zwei Gänge bekannt. Der Gang „A I t b e s c h e r t g l ü c k" streicht NW—SE, fällt im statistischen Mittel senkrecht ein und setzt sich wahrscheinlich nach Südosten in den Eleonorengang fort. Die Verbindung zwischen „Altbeschertglück" und „Eleonore" ist bisher nicht genauer untersucht worden. In den alten Stollen ist nur eine Störungszone aufgeschlossen, auf der in unregelmäßigen Abständen Quarz-Limonit-Linsen sitzen. Deren Länge schwankt zwischen 3 und 60 m. Die Mächtigkeit geht bis 90 cm. Limonit ist eindeutig in der Oxydationszone aus Spateisenstein entstanden. Flußspat wurde nicht gefunden".
  • "Der im Südwesten gelegene Gang „N e u b e s c h e r t g l ü c k" streicht WNW—ESE und fällt im statistischen Mittel 70° SW ein und führt auf 72m Länge Flußspat bis 1,20m Mächtigkeit. An den Salbändern ziehen sich nicht aushaltende Trümer aus Spateisenstein mit eingeschaltetem Kalkspat entlang. Ein Quarztrum hält sich im Liegenden der Karbonate. Es konnte nach SE nicht verfolgt werden. Nach Beobachtungen im Abbau erstreckt sich der Flußspat bis zur Oberfläche (40 m). Bohrungen nach der Tiefe ergaben, daß der Flußspat bereits wenige Meter unter der Stollensohle auskeilt. Seine Flußspatführung behält der Gang im Diabas. Sobald am NE-Stoß Phycodenschiefer erscheint, vermindert sich die Mächtigkeit innerhalb 9 m von 60 cm auf 10 cm. Wenige Meter gegen SE kann man nur noch eine Gangführung mit einzelnen Flußspat-, Eisenspat- und Kalkspat-Kristallen beobachten".

Grube Neu Beschert Glück
Grube Neu Beschert Glück

Grube Neu Beschert Glück, Lichtenberg, Oberfränkisches Revier, Hof, Landkreis, Oberfranken, Bayern, Deutschland. Profilbild.

woelsendorfer

Mineralogie


  • 1972 wird wie folgt berichtet:

    • Hinweis dazu: Der Bericht von Dr. GERHARD v. HORSTIG, München, wurde für die einzelnen Gruben entsprechend aufbereitet.
  • Einleitung:
  • "Dr. GERHARD v. HORSTIG, München, hat in den Jahren 1952—1968 die vom Bayerischen Staat geförderten Untersuchungsarbeiten auf Flußspat im Frankenwald geologisch bearbeitet. Darüber hinaus ermöglichte ihm das Entgegenkommen der Betriebsleitungen (siehe unter Hinweis) die Befahrung der gesamten Grubengebäude und die Spezialaufnähme wichtiger Gangprofile. So ist im Lauf der Jahre einiges Material über die Gänge zusammengekommen. Es ist nicht vollständig, erlaubt aber eine Auswertung über die Gangtektonik, Mineralabfolge und Genese".

    • Hinweis dazu: Herren Nay, Braun und Weiß (Grube Issigau) und den Herren Schwerber und Hudel (Grube Lichtenberg).
    • Flußspat (Fluorit) II:
    • Diese Flußspatgeneration stellt nahezu den ganzen bauwürdigen Flußspat. Die Farbe ist weiß bis bläulich (mit Violettstich), seltener grünlich. Der Flußspat kristallisiert in mm- bis cm-großen, schwer abzugrenzenden, xenomorphen Kristallen. Meist sieht man ihn als nahezu homogene Füllung des Ganginneren. Die älteren Kalkspat-Rhomboeder (cm-groß) werden im Grenzbereich halbseitig bis ganz umschlossen. Mit dem Flußspat II endet die ältere Abfolge in den Mineralgängen des Frankenwaldes".
    • Eisenspat (Siderit) II:
    • "Der jüngere Siderit ist besonders durch die intensive Verwitterung in der Tertiärzeit im Hochflächenbereich weitgehend in Limonit umgewandelt. Die primäre spätige Struktur konnte jedoch an vielen Stellen beobachtet werden. Er kommt meistens in primär teufenmäßig und morphologisch hochgelegenen Gangbereichen vor. Beiden Voraussetzungen entspricht das Auftreten in der Grube „Hohes Rad" bei Hölle und im Lichtenberger Wald (1,5 km nördlich davon)".
    • Quarz II, III:
    • "Zusammen mit Siderit II kommt stets Quarz in größerer Menge vor. An manchen Stellen, z. B. am Kupferbühl bei Issigau lassen sich zwei Generationen unterscheiden, eine ältere graugelbe, fein- bis kleinkörnige Generation, die den älteren Kalkspat und Flußspat korrodiert und eine jüngere weiße Generation. Sie setzt in scharf begrenzten Gängchen durch den älteren Quarz und bildet häufig Drusen".
  • Die beiden im Foto zu sehenden Fluoritstufen wurden im letzten Jahr der Betriebszeit 1966/67 auf dem Neubeschertglück-Gang gefunden. Die Kluft war bis zu circa 2 Meter hoch und mehrere Meter lang, in der bis zu 10 cm große Kristalle auskristallisiert waren. Farbqualiitativ sind die Stücke nicht besonders schön, aber bei Lokalsammlern äußerst begehrt.
Fluorit
Fluorit (SNr: 0564)

Grube Neu Beschert Glück, Lichtenberg, Oberfränkisches Revier, Hof, Landkreis, Oberfranken, Bayern, Deutschland. Größe: 75x75x53 mm. Weißliche, teiltransparente, bis 40 mm große Fluoritwürfel. Fund...

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Fluorit
Fluorit (SNr: 0563)

Grube Neu Beschert Glück, Lichtenberg, Oberfränkisches Revier, Hof, Landkreis, Oberfranken, Bayern, Deutschland. Größe: 56x50x50 mm. Weißliche, teiltransparente, bis 13 mm große Fluoritwürfel. Fund...

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Fluorit
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Fluorit (SNr: 0563)

Grube Neu Beschert Glück, Lichtenberg, Oberfränkisches Revier, Hof, Landkreis, Oberfranken, Bayern, Deutschland. Größe: 56x50x50 mm. Weißliche, teiltransparente, bis 13 mm große, Fluoritwürfel. Fun...

Sammlung: ex.woelsendorfer
Copyright: woelsendorfer
Beitrag: woelsendorfer 2011-11-14
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Fluorit
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Fluorit (SNr: 0564)

Grube Neu Beschert Glück, Lichtenberg, Oberfränkisches Revier, Hof, Landkreis, Oberfranken, Bayern, Deutschland. Größe: 75x75x53 mm. Weißliche, teiltransparente, bis 40 mm große, Fluoritwürfel. Fun...

Sammlung: ex.woelsendorfer
Copyright: woelsendorfer
Beitrag: woelsendorfer 2011-11-14
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Gesteine (Anzahl: 4)

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Referenz- und Quellangaben, Literatur

Literatur

Flußspatbergbau

  • Freyberg, Bruno von, Erlangen: "Ein neuer Flußspatabbau (Grube Rückersberg bei Lichtenberg im Frankenwald). in "Geologische Blätter für Nordost-Bayern und angrenzende Gebiete", Band I, Seite 107—108, Erlangen 1951.
  • Erläuterungen zur Geologischen Karte von Bayern, 5636 NAILA, München 1962.
  • HORSTIG von, Oberregierungsrat Dr. GERHARD, München: "Mineralabfolge und Tektonik in den flußspatführenden Mineralgängen des Frankenwaldes", -Herrn Oberregierungsdirektor Dr. Ernst Otto TEUSCHER zum 65. Geburtstag gewidmet-, in "Geologica Bavarica 65", Seite 160—184, München 1972.
  • Jahrbuch des deutschen Bergbaus: Jahrgänge: 1950, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59, 60, 61, 62, 63, 64, 65 und 1966.
  • Jahrbuch für Bergbau, Energie, Mineralöl und Chemie: Jahrgänge: 1967, 68, 69, 70, 71, 72 und 1973

Quellenangaben

Einordnung