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Grube Rückersberg

Steckbrief

Land

Deutschland

Re­gi­on

Bayern / Oberfranken, Bezirk / Hof, Landkreis / Oberfränkisches Revier / Lichtenberg / Grube Rückersberg

An­fahrts­be­sch­rei­bung

siehe Karte unter "Ausführliche Beschreibung"

Auf­schluss­be­sch­rei­bung

Stollenförderung

Fund­s­tel­len­typ

Erloschen

Geo­lo­gie

Der Friedensgrubener und Rückersberger Gang (der mittlere Abstand zwischen beiden Gängen beträgt 22 Meter) sind Flußspatführende Mineralgänge, die in der Hauptsache in Pycodenschichten (tiefordovizischen Phycodenschiefer), die aus hellen, häufig graugrünen, quarzitisch gebänderten Schiefer mit Anhäufungen von Quarzitbänken bestehen, liegen. Örtlich wurde in den Gängen auch epimetamorph überprägter, mittelkörniger Intrusivdiabas (Typ Buttermühle) vorgefunden.

GPS-Ko­or­di­na­ten

Grube Rückersberg. Die GPS-Koordinaten beziehen sich auf die Grube Rückersberg die ab 1952/53 Grube Lichtenberg genannt wird.



Grube Rückersberg

WGS 84: 
Lat.: 50,39295153° N, 
Long: 11,6643206° E
WGS 84: 
Lat.: 50° 23' 34,626" N,
   Long: 11° 39' 51,554" E
Gauß-Krüger: 
R: 4476235,
 H: 5584168
Regionale Wetter Information, Macrostrat geologische Karten

To­po­gra­phi­sche Kar­te

TK 5635 und TK5636

Verkürzte Mineralienatlas URL:

https://www.mineralienatlas.de/?l=31321
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Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

Weitere Funktionen

Ausführliche Beschreibung

Der Flußspatbergbau im Frankenwald


Übersichtskarte

Gesamtkarte
Gesamtkarte

Gesamtkarte zum Flußspatbergbau im Frankenwald. Für eine größere Darstellung bitte auf die Karte und dann auf Originalgröße klicken !

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  • Legende zur Übersichtskarte
Legende zur Gesamtkarte
Legende zur Gesamtkarte

Legende zur Gesamtkarte zum Flußspatbergbau im Frankenwald.

woelsendorfer

Ein geschichtlicher Abriss zur Grube Rückersberg


  • Im 20. Jahrhundert begann auch in Oberfranken eine gezielte Suche nach Spezialrohstoffen, die in früheren Bergbauepochen keine Verwendung fanden und teilweise als Versatzmaterial in Stollen und Schächten wiedereingebracht wurden. So wurde in den 30iger Jahren die Grube Rückersberg bei Lichtenberg für den Flußspatabbau hergerichtet, um den nun in der aufstrebenden Fluorchemie verstärkt nachgefragten Flußspat abzubauen.
  • 1936 wird die Grube Rückersberg durch einen Stollen vom Muschwitz Tal aus aufgeschlossen und später in Betrieb genommen.

    • Hinweis dazu: Ab 1937 bis 1947 liegen derzeit keine Unterlagen vor.
  • 1948 Beginn der Flußspatgewinnung
  • 1949 werden folgende Angaben gemacht: Betreiber / Eigentümer: "Flußspatwerke G.m.b.H.", U.S. Administration (unter alliierter Kontrolle), Frankfurt am Main, Treuhänder Direktor Hermann Müller. Grubenverwaltung in Lichtenberg (Oberfranken), Bahnstation für Stückgut / Bahnanschluß für Wagenladungen: Lichtenberg. Betriebsleitung: Betriebsleiter Diplom-Bergingenieur Martin Schwerber. Hauptmineral: Flußspat. Lagerstätte: Flußspat-Gangbergbau, Mächtigkeit der Gänge von wenigen Zentimetern bis 8 m. Aufbereitungs- und Veredelungsanlagen: Sieberei mit Wasch- und Klaubeanlage.
  • Flußspatrohförderung: 0 t, absatzfähiger Flußspat: 1.265 t. Belegschaft am viertletzten Arbeitstag im Dezember: Arbeiter unter Tage 0, Arbeiter über Tage 4, Angestellte 1, zusammen 5.

    • Hinweis dazu: 1949 hat es (noch) keine Flußspatrohförderung gegeben, da zu diesem Zeitpunkt aus alten Halden 1.265 Tonnen absatzfähiger Flußspat gewonnen werden konnte. Der unter Tage Betrieb, wenn einer vorhanden war, war 1949 nicht belegt.
    • 1949 stehen unter Bergaufsicht des Bergamtes Bayreuth: Flußspatgrube Lichtenberg bei Naila/Ofr..
    • Hinweis dazu: Hier wird jetzt eine Grube Lichtenberg und nicht mehr die unter dem Kapitel "Flussspat" genannte Grube Rückersberg genannt.
  • 1950 Flußspatrohförderung: 2.087 t, absatzfähiger Flußspat: 2.531 t. Belegschaft am viertletzten Arbeitstag im Dezember: Arbeiter unter Tage 8, Arbeiter über Tage 7, Angestellte 2, zusammen 17.

    • Hinweis dazu: In 1950 wird weiterhin absatzfähiger Flußspat aus Haldenbeständen gewonnen. Als Betriebsart wird jetzt Stollenbetrieb genannt. Unter Bergaufsicht des Bergamtes Bayreuth: (wird weiterhin eine) Flußspatgrube Lichtenberg bei Naila/Ofr..
  • 1951 Flußspatrohförderung: 6.187 t, absatzfähiger Flußspat: 6.084 t. Belegschaft am viertletzten Arbeitstag im Dezember: Arbeiter unter Tage 14, Arbeiter über Tage 9, Angestellte 2, zusammen 25.

    • Hinweis dazu: In 1951 wird weiterhin absatzfähiger Flußspat aus Haldenbeständen gewonnen. Als Betriebsart wird jetzt Stollenbetrieb genannt.
  • 1952 wird unter dem Kapitel "Flussspat" in dem Jahrbuch des deutschen Bergbaus für das Jahr 1953, welches das Jahr 1952 betrifft, KEINE Grube Rückersberg mehr genannt, sondern jetzt nur noch die Grube Lichtenberg, allerdings mit den gleichen Angaben für Eigentümer, Betriebsleitung, Hauptmineral, Lagerstätte etc. wie unter Grube Rückersberg.

    • Hinweis dazu: Warum 1952 aus der Grube Rückersberg die Grube Lichtenberg wird muss hier vorerst offen bleiben.
  • weiter siehe unter Grube Lichtenberg.

Lagerstätte


  • Der Rückersberger und Friedensgrubener Gang sind Spateisen-Calcit-Flußspatgänge, die der älteren Spateisen-Calcit-Flußspat-Abfolge angehören, wobei beide Gänge heute als parallele Trümer eines Ganges zu betrachten sind.
  • Die jüngere Ausscheidung ist eine Spateisen-Quarz-Schwerspat-Abfolge.

Gangtektonik und Ausscheidung der Gangminerale

  • Grube „Rückersberg" bei Lichtenberg
  • "Die Grube baute auf zwei Parallelgängen, die einen mittleren Abstand von 22 m besitzen. Das Nebengebirge besteht meistens aus dem tiefordovizischen Phycodenschiefer, örtlich auch aus einem epimetamorph überprägten, mittelkörnigen Intrusivdiabas (Typ Buttermühle). Die beiden Gänge zeigen deutliche, aber keine grundsätzlichen Unterschiede in ihren geologischen Merkmalen".
  • Friedensgrubener Gang

    • "Dieser im NE verlaufende Gang ist auf 132 m im Einfallen erschlossen worden und vom Mundloch aus über 600 m nach Südosten (bis 50 m über den auf dem Höhenrücken befindlichen alten Großhaldenschacht hinaus) nachgewiesen worden. Über den Bereich oberhalb der Stollensohle konnte der Verfasser Dr. GERHARD v. HORSTIG, München, keine eigenen Beobachtungen mehr machen. Bei einer zwischen 0,5 und 1,5 m schwankenden Mächtigkeit bestand hier der Gang aus ziemlich reinem Flußspat. Etwa 8 m über der Stollensohle entwickelte sich am liegenden Salband ein mehrere dm mächtiges Kalkspat-Trum (teilweise mit Spateisen). Nach der Tiefe zu verläuft es abwechselnd am Liegendstoß und in der Gangmitte. 10 m oberhalb bis 15 m unterhalb der 35 m-Sohle erreicht es seine größte Mächtigkeit (1,50—2,10 m) und nimmt auf der 70 m-Sohle auf 0,65 m ab. Mit dem Kalkspattrum ist stets eine größere Störung verbunden, an der horizontale Striemungen zu erkennen sind. Die Mächtigkeitsveränderungen vollziehen sich langsam. Diese ältere Phase der Gangbildung hat sich unter dem Einfluß von Seitenverschiebungen gebildet".
    • "Der Flußspat unterscheidet sich im Profil vom Kalkspat durch häufige Mächtigkeitsschwankungen, so daß im Profil eine großflaserige Struktur erscheint. Durch das Kalkspattrum ist er mehrfach in zwei Trümer zerlegt. Das durchgehende SW-Trum besitzt eine Mächtigkeit von 0,7—2,4 m, das in seiner Mächtigkeit stark variierende NE-Trum zeigt Werte zwischen wenigen cm und 2,50 m. Der bauwürdige Flußspat keilt etwa 16 m über der 70 m-Sohle aus. Eine geringmächtige Flußspat-Führung war am SW-Stoß noch auf der 70 m-Sohle vorhanden. Der Bewegungssinn während der Flußspatphase ließ sich nur an verhältnismäßig wenigen Stellen einwandfrei beobachten. Es zeigte sich ein starkes Überwiegen von Abschiebungen und Schrägabschiebungen sowohl an den Salbändern als auch an einzelnen Mineraltrümern. Der gleiche Schluß läßt sich auch aus dem Wechsel des Einfallens des Friedensgrubener Ganges ziehen. Er fällt normalerweise nach SW ein, biegt aber im Bereich seiner größten Mächtigkeit oberhalb der 35 m-Sohle zu steilem Fallen nach NE um. Bis zur 70 m-Sohle kehrt er wieder zum SW-Fallen zurück".
    • "Wie schon in der Grube Issigau wurden auch in Lichtenberg Kleinsprünge im Gang beobachtet, die nicht über das Salband hinausgehen. Der relative Bewegungssinn war verschieden und unabhängig von der Bewegung an den Gangstörungen. Da die Gangtrümer verworfen werden, sind die Sprünge jünger als diese. Sie zeigen die Form von Aufschiebungen, wenn sich der Gang nach unten verengt und die Form von Abschiebungen, wenn der Gang nach unten mächtiger wird. Es dürfte sich hier um eine Auslösung von latenten Spannungen in der Gangfüllung durch die jüngsten Bewegungen an den Salbändern handeln. Über dem Bewegungssinn während der Flußspatbildung gibt auch das Einschieben der Flußspattrümer einen gewichtigen Hinweis. Es läßt sich aus der Saigerriß der Grube mit durchschnittlich 8,5° NW ermitteln. Es liegen nur schwach nach SO abgelenkte Abschiebungen vor".
Grube Rückersberg
Grube Rückersberg

Grube Rückersberg, Lichtenberg, Oberfränkisches Revier, Landkreis Hof, Oberfranken, Bayern, Deutschland. Profilbild.

woelsendorfer
  • Rückersberger Gang

    • "Der durchschnittlich 22 m im Hangenden des Friedensgrubener Ganges verlaufende Gang weist erst etwa 250 m südöstlich des Stollenmundloches eine nennenswerte Mineralisation auf, die über 460 m nach Südosten anhält. Der Gang unterscheidet sich nordwestlich des Blindschachtes vom Friedensgrubener Gang durch eine 1,75 m nicht übersteigende Gesamtmächtigkeit und ein Quarz-Spateisen-Trum im Liegenden. Die beiden Gangtrümer laufen bei mäßigen Mächtigkeitsschwankungen ohne nennenswertes Zwischenmittel parallel zueinander. Flußspat verhält sich ruhiger als Quarz und Spateisen. Auf der 35 m-Sohle fällt das Quarz-Spateisen-Trum steil NE ein und wird von dem weiterhin SW fallenden Flußspattrum durch ein Zwischenmittel getrennt. Die Flußspatmächtigkeit sinkt unter 30 cm".
    • "Südöstlich des Schachtquerschlages ist nach dem Ergebnis der streichenden Auffahrung im Jahr 1962 der Gang in Linsen aufgelöst, wobei sich Spateisen, Kalkspat, Flußspat und Quarz unregelmäßig verzahnen. Die Unterscheidung eines Liegend- und Hangendtrums wie im NW ist nur bei 150—250 m möglich. Hier spaltet sich von dem hauptsächlich 20—160 cm Flußspat führenden Gang ein SW-Trum ab, das die gleiche Zweigliederung besitzt, wie der Gang im Nordwesten. Das 1,40—2,60m mächtige Spateisentrum wurde bereits von den Alten abgebaut. Das bis 1,20 m mächtige Flußspattrum im Nordosten wird beiderseits von Kalkspat begleitet. 205 m südöstlich vom Schachtquerschlag keilt der Flußspat und bei 258 m das verbliebene Spateisen und damit die gesamte Füllung des Rückersberger Ganges aus. Der Gang ist dann bis zu dem alten Kotzauer Schacht, wo er auf den von Alexander von Humboldt begonnenen und von C. W. v. GÜMBEL (1879, S. 401) beschriebenen Friedrich-Wilhelm-Stollen trifft, nur mehr geringfügig mineralisiert. Die Deutung des Verfassers für den Gang Nr. X GÜMBELS als Führung des Friedensgrubener Ganges ist eine Vermutung. Ein sicheres Urteil wäre nur möglich, wenn der Friedrich-Wilhelm-Stollen befahrbar gemacht würde".
    • "Die wenigen im Rückersberger Gang gemessenen Relativbewegungen zeigen abschiebende Bewegungen der Hangendscholle. Die jüngere Quarz-Spateisen-Paragenese weicht im Streichen um etwa 20° von der älteren Kalkspat-Flußspat-Paragenese ab".

Mineralogie


  • 1972 wird in dem Bericht von Dr. GERHARD v. HORSTIG, München, die Mineralogie nicht unter Grube Rückersberg beschrieben, sondern unter Grube Lichtenberg, siehe dort.

Mineralien (Anzahl: 4)

Gesteine (Anzahl: 3)

Untergeordnete Seiten

Referenz- und Quellangaben, Literatur

Literatur

Flußspatbergbau

  • Freyberg, Bruno von, Erlangen: "Ein neuer Flußspatabbau (Grube Rückersberg bei Lichtenberg im Frankenwald). in "Geologische Blätter für Nordost-Bayern und angrenzende Gebiete", Band I, Seite 107—108, Erlangen 1951.
  • Erläuterungen zur Geologischen Karte von Bayern, 5636 NAILA, München 1962.
  • HORSTIG von, Oberregierungsrat Dr. GERHARD, München: "Mineralabfolge und Tektonik in den flußspatführenden Mineralgängen des Frankenwaldes", -Herrn Oberregierungsdirektor Dr. Ernst Otto TEUSCHER zum 65. Geburtstag gewidmet-, in "Geologica Bavarica 65", Seite 160—184, München 1972.
  • Jahrbuch des deutschen Bergbaus: Jahrgänge: 1950, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59, 60, 61, 62, 63, 64, 65 und 1966.
  • Jahrbuch für Bergbau, Energie, Mineralöl und Chemie: Jahrgänge: 1967, 68, 69, 70, 71, 72 und 1973

Quellenangaben

Einordnung