'._('einklappen').'
 

Der Weißenstein bei Stammbach, Frankenwald

Steckbrief

Land

Deutschland

Re­gi­on

Bayern / Oberfranken, Bezirk / Hof, Landkreis / Stammbach / Weißenstein

Auf­schluss­be­sch­rei­bung

Felsfreistellungen

Geo­lo­gie

Eklogit, (Granat-)Amphibolith, Gneise

Zu­gangs­be­schrän­kun­gen

teilweise als Geotop geschützt

Letz­ter Be­such

3/2017

GPS-Ko­or­di­na­ten

Weißenstein



Weißenstein

WGS 84: 
Lat.: 50,130036° N, 
Long: 11,690376° E
WGS 84: 
Lat.: 50° 7' 48,13" N,
   Long: 11° 41' 25,354" E
Gauß-Krüger: 
R: 4477966,
 H: 5554914
Regionale Wetter Information, Macrostrat geologische Karten

Verkürzte Mineralienatlas URL:

https://www.mineralienatlas.de/?l=1570
Bitte fühlen Sie sich frei auf diese Seite zu verlinken.

Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

Weitere Funktionen

Bilder von Fundstellen (1 Bilder gesamt)

Weißenstein
Aufrufe (Bild: 1188645853): 1683
Weißenstein

Aufschluss im Eklogit des Weißenstein, Stammbach, Frankenwald

Copyright: Erik
Beitrag: Erik 2007-09-01

Ausführliche Beschreibung

Der Weißenstein liegt südlich der Ortschaft Stammbach im Frankenwald. Der Weißenstein besteht im Wesentlichen aus Eklogiten und retrograd metamorphen Granatamphibolithen. Zusammen mit weiteren Eklogitvorkommen der Münchberger Gneismasse, bildet er das größte mitteleuropäische Vorkommen dieses seltenen hochmetamorphen Gesteins. Auf dem Gipfel des Berges steht wohl auch der weltweit einzigste, vollständig aus Eklogit erbaute Aussichtsturm.

Die Felsbildungen im Gipfelbereich des Weißensteins sind als Geotop geschützt, Felsfreistellungen treten aber ebenso am Südwesthang des Berges auf, weiterhin finden sich an den Hängen und den umliegenden Feldern genügend Gesteinsblöcke.

Vereinzelt lassen sich - auch in den anstehenden Felsen - Pegmatitschlieren und -gänge beobachten, welche zum Teil recht große Zoisitkristalle führen können.


Fundstellenbericht

Ein besonderer Eigenfund: Zoisit vom Weißenstein bei Stammbach (Frankenwald).

Im Bereich der sogenannten „Münchberger Masse“-ein Gebiet, welches Teile des Frankenwaldes und auch Ausläufer des Fichtelgebirges umfasst, kommen weltweit relativ seltene Gesteinsarten vor.

Kein anderes Gestein fasziniert Liebhaber und Sammler so, wie die aus rotem Granat und grünlichen Omphacit betehenden Eklogite, die verstreut über mehrere Dutzend Fundstellen, vor allem an der SW- und NO-Flanke dieser Münchberger Masse verteilt liegen. Bei mehreren Exkursionen in die betreffenden Gebiete konnten mit Leichtigkeit diese Eklogite in Lesesteinhaufen und auf Feldern gefunden werden. So erweist sich vor allem die Umgebung des Weißensteins bei Stammbach alsgünstige Fundregion für Eklogitgesteine.

Südlich der Ortslage von Stammbach konnten mit hoher Beständigkeit auf den Feldern entsprechende Funde, zum Teil auch schlecht ausgebildete, lose Kristalle von rötlichem Almandin-Granat gemacht werden. In der Literatur wird im Zusammenhang mit dem Eklogit das Mineral Zoisit erwähnt. Es handelt sich dabei um ein Silikat aus der Epidot-Vesuviangruppe (CaS2Al3 [O/OH/SiO4/Si2O7]). Zoisit gilt als charakteristisches Mineral der Eklogite.

Nachdem ich in den Jahren zuvor immer wieder mal einen sporadischen Fund von derben, in Feldspatschlieren eingewachsenen Zoisitstengeln machen konnte, gelang mir nun im März 1998 durch Zufall in einem Gesteinsblock der entscheidende Fund.

Im einem stark überwachsenen Block aus Eklogit am Südwesthang des Weißensteins fand sich eine pegmatitische Schliere mit in Drusenhohlräumen deutlich klarflächigen, stengligen, grauen Kristallen bis 4 cm Größe. Diese waren vereinzelt mit Feldspatkristallen verwachsen. Die Kristalle zeigen teilweise tektonische Beanspruchungen. Leider scheinen solche Funde im bewaldeten Gelände um den Weißensteingipfel heute selten vorzukommen, da die Fundbedingungen auf Grund der dichten Vegetation verbunden mit sumpfigen Bereichen (Quellhorizonte) sehr ungünstig sind.

Laut Literatur wurden in den 50iger Jahren, als der Hang südöstlich der Bergkuppe noch unbewaldet war, häufiger solche Zoisitfunde gemacht. Es sollte dort sogar ein oberflächlich verfolgbarer pegmatitischer Gang mit Zoisit im Anstehenden zu beobachten gewesen sein.

Mineralien (Anzahl: 15)

Mineralbilder (4 Bilder gesamt)

Zoisit
Aufrufe (Bild: 1283938696): 2610
Zoisit

Gut 10 cm hoher grauer Kristallstock aus Zoisit vom Weißenstein bei Stammbach in Oberfranken, Bayern, Deutschland.

Sammlung: raritätenjäger
Copyright: raritätenjäger
Beitrag: raritätenjäger 2010-09-08
Zoisit und Granatamphibolit
Aufrufe (Bild: 1284808118): 5771
Zoisit und Granatamphibolit

Weißenstein, Münchberger Gneismasse, Frankenwald, Bayern. B:13cm.

Sammlung: Museum Wunsiedel
Copyright: Doc Diether
Beitrag: Doc Diether 2010-09-18
Zoisit
Aufrufe (Bild: 1488717846): 548
Zoisit

Druse mit Zoisit und Mikroklin vom Weißenstein, Fund 1998, BB:ca. 6 cm

Sammlung: Conny 3
Copyright: Conny3
Beitrag: Conny3 2017-03-05

Gesteine (Anzahl: 3)

Gesteinsbilder (6 Bilder gesamt)

Eklogit
Aufrufe (Bild: 1134987977): 11310
Eklogit

Bildbreite ca. 10 cm, Anschliff; Fundort: Weißenstein, Stammbach, Bayern, Deutschland (größtes Vorkommen in Mitteleuropa)

Copyright: Archiv: Berthold Weber (berthold)
Beitrag: berthold 2005-12-19
Eklogit
Aufrufe (Bild: 1188645899): 3949
Eklogit

Anstehender Eklogit; Weißenstein, Stammbach, Frankenwald

Copyright: Erik
Beitrag: Erik 2007-09-01
Zoisit und Granatamphibolit
Aufrufe (Bild: 1284808118): 5771
Zoisit und Granatamphibolit

Weißenstein, Münchberger Gneismasse, Frankenwald, Bayern. B:13cm.

Sammlung: Museum Wunsiedel
Copyright: Doc Diether
Beitrag: Doc Diether 2010-09-18

Untergeordnete Seiten

Referenz- und Quellangaben, Literatur

Literatur:

  • Friedrich Müller „Bayerns steinreiche Ecke“, Oberfränkische Verlagsanstalt und Druckerei GmbH Hof, 1990 S.161-164, Abb. 257 (S.148)
  • Rösler „Lehrbuch der Mineralogie“, VEB Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie , Leipzig 1981, S.503.
  • Klose, N. (2011). Exkursions-Bericht. Aufschluss, Jg.62, H.1, VFMG Aktuell, S.11.
  • Meier, S. (2014). Gesteine und ihre Mineralien: Eklogit. Lapis, Jg.39, H.11, S.21-22.
  • Linde, C. Ein neuer Fund an einer historischen Fundstelle: Zoisit vom Weißenstein bei Stammbach, in Mitteilungen über Mineralfunde aus Nordostbayern H.6, März 2001 (Hrsg. S. Meier)

Verfasser

Einordnung