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Grube Unterlichtenwald

Steckbrief

Land

Deutschland

Re­gi­on

Bayern / Oberpfalz, Bezirk / Regensburg, Landkreis / Donaustaufer Revier / Grube Unterlichtenwald

An­fahrts­be­sch­rei­bung

siehe Karte unter "Ausführliche Beschreibung"

Auf­schluss­be­sch­rei­bung

Stollenbetrieb

Fund­s­tel­len­typ

Erloschen

Geo­lo­gie

Quarz- Fluoritgang, im porphyrischen, grobkörnigen Granit (Kristallgranit I)

GPS-Ko­or­di­na­ten

Grube Unterlichtenwald. Die GPS-Koordinaten beziehen sich auf den Gangbereich im Bereich eines Hauptweges.



Grube Unterlichtenwald

WGS 84: 
Lat.: 49,04834619° N, 
Long: 12,26286265° E
WGS 84: 
Lat.: 49° 2' 54,046" N,
   Long: 12° 15' 46,306" E
Gauß-Krüger: 
R: 4519322,
 H: 5434595
Regionale Wetter Information, Macrostrat geologische Karten

To­po­gra­phi­sche Kar­te

TK6939

Verkürzte Mineralienatlas URL

https://www.mineralienatlas.de/?l=24885
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Verkürzte Pfadangabe

⚒ Unterlichtenwald, Donaustaufer Revier, Regensburg, Oberpfalz, Bayern, DE
Nützlich für Bildbeschreibungen und Sammlungsbeschriftungen

Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

Weitere Funktionen

Ausführliche Beschreibung

Einige Daten zu den Gängen im Tierpark des Fürsten Thurn und Taxis


  • 1923 berichtet Dr. Franz Drechsler wie folgt: "Die nun folgenden Gänge sind im Besitz des Fürsten Thurn und Taxis und liegen alle bis auf einen im Tierpark. Etwa zehn Minuten nördlich des Parkhauses treffen wir am Reißbühl inmitten einer Reihe zum Teil ziemlich starker, parallel laufender Quarzadern einen 0,8 bis 1,2 m breiten Flußspatgang an".

    • Hinweis dazu: Der Hinweis "folgende Gänge" bedeutet, dass Dr. F. Drechsler in seinem Bericht die Gänge im Donaustaufer Revier von West nach Ost beschrieben hat. Der letzte Gang vor den Gängen im Tierpark war der Gang mit Paralellgänge der Grube Sulzbach II. "Nördlich des Parkhauses" bedeutet, dass der Fürst Thurn und Taxis bereits 1923 für die Besucher seines Tierpark's ein Parkhaus, wegen der enge des Tales, hatte. "Treffen wir am Reißbühl" bedeutet, dass der Reißbühl in dem Tierparkgelände eine Landschaftsbezeichnung ist. Bei dem Flußspatgang handelt es sich um den Gang, der von der Grube Reißbühl ab 10.10.1923, also nach Befahrung des Donaustaufer Revier's durch Dr. F. Drechsler, abgebaut wurde.
    • Hinweis zum Tierpark: Angelegt wurde er 1813 als Jagdwald der Fürsten zu Thurn und Taxis.
  • weiterer Bericht wie folgt: "Die übrigen Gänge sind selten mächtiger als 20 - 30 cm. Ihr Verlauf ist etwas problematisch, da die Aufschlüsse der einzelnen Gänge durch Wegbauten usw. nicht zahlreich sind. Dagegen lassen die Quarzgänge, die zu Schottermaterial ausgebeutet werden, ihren Verlauf einwandfreier bestimmen. Daß aber auch unter diesen Gängen einige eine erhebliche Mächtigkeit besitzen, lassen anstehende Felsen von buntgefärbtem Fluorit von 1 bis 1,5 m Breite, z.B. in der Nähe von Scherbatzen, erkennen. Diese Quarzgänge die sogar meistens die Fortsetzung von Fluoritgängen bilden, entstanden wohl zu gleicher Zeit wie jene. Die Übergänge ineinander folgen oft innerhalb 50 m; auch findet man häufig Abdrücke oder Bruchstücke von Flußspat in den Quarzbrocken. Auch den Quarzgängen ist starke Zertrümmerung und Wiederverkittung durch Kieselsäure eigen ( ein Analogon zu den Fluoritbreccien ). Oft ist der weißgraue Quarz durch Roteisenerz oder Manganoxyd gefärbt. Besonders in dem Quarzgang bei Unterlichtenwald findet man jetzt rote und braune Glasköpfe, die oberflächlich oft in Brauneisenerz umgewandelt sind. Die Quarzgänge bei Adlmannstein sind besonders reich an Einschlüssen von Granit oder Feldspatbrocken, die von konzentrischen Schalen verschiedengefärbten Horsteins umgeben sind. Daß auch auf diesen reinen Quarzgängen sich früher Kalkspat befunden hat, beweist eine Pseudomorphose von Kieselsäure nach Kalkspatskalenoeder, die bei der Eichelmühle in reinem Quarz aufgefunden wurde".

    • Hinweis dazu: Im o.g. Textabschnitt erwähnt Dr. Franz Drechsler mehrere Flußspat- und Quarzgänge. In dieser Beschreibung ist der hier als Fundpunkt aufgeführte Gang der Grube Unterlichtenwald, der Gang der späteren Grube Reißbühl und der Jagdhausgang mit kurzen Sätzen beschrieben worden. Interessant ist der Hinweis, dass die Quarzgänge in dem Gebiet zu Schottermaterial ausgebeutet werden. Diese Tätigkeiten finden man in keiner späteren Literaturquelle mehr wieder.

Übersichtskarte

  • Für eine größere Darstellung bitte auf die Karte und dann auf Originalgröße klicken !
Gesamtkarte
Gesamtkarte

Gesamtkarte zum Donaustaufer Flußspatrevier.

woelsendorfer

Ein geschichtlicher Abriss zur Untersuchungsgrube Unterlichtenwald


  • 1923 fängt die fürstliche Verwaltung Thurn und Taxis mit der neu gegründeten Firma "Bayerische Land- und Industrie GmbH", Regensburg, auf eigenem Territorium, auf dem Gang des ehemaligen Schönfärbigen Bergwerks und am Reißbühl Flußspat abzubauen. Beim fürstlichen Jagdhaus, sowie am Dachsberg werden Probeschürfe und bei Unterlichtenwald wird eine Untersuchungsgrube angelegt.
  • 1925 wurde die Hammermühle, die bisher als Getreidemühle genutzt wurde, so umgebaut, dass sie jetzt den anfalllenden Spat von die Firma "Bayerische Land- und Industrie GmbH" mahlen konnte. Es war die erste Flußspataufbereitungsanlage dieser Art im ostbayerischen Raum. Ihre Leistung lag mit bis zu 36 Beschäftigte ( vorwiegend Frauen ) bei 50 Tonnen Rohspat am Tag. Von 1923 bis zur Betriebseinstellung 1931 förderte die vorgenannte Firma, mit circa 50 Beschäftigte, jährlich 7.000 bis 9.000 Tonnen Flußspat.
  • zwischen 1923 und 1931, die Betriebsdauer der Firma "Bayerische Land- und Industrie GmbH", Regensburg, wurde das Nordende des Reißbühlganges auf 120 m Länge durch die Grube Unterlichtenwald erkundet. Ein Stollen wurde im Niveau der 60-m-Sohle der Grube Reißbühl angelegt und sollte nach 1,4 km auf den Schacht 2 der Grube Reißbühl treffen. Die Arbeiten wurden jedoch nicht fortgeführt.
  • 1933 ist in einer Karte von Paul Dorn, Tübingen, im Maßstab 1 : 100.000, ein Zeichen für ein stillgelegtes Bergwerk zu finden.
  • 1959 wird der Gang von seinem Nordende her noch mal untersucht. Betreiber "Flußspatwerke G.m.b.H.", Sitz in Nürnberg. Betriebleiter Adolf Wagner.
  • 1960 wird die Grube wie folgt im Jahrbuch 1961 aufgeführt: "Aufschlußbetrieb Unter-Lichtenwald bei Sulzbach", und weiter "Die Arbeiten sind gestundet".

Die Lagerstätte


  • hierzu sind keinerlei Angaben zu finden

Mineralogie


  • 1983 wird Quarzkristallrasen, ( und mit ? ) einzelne blaue Fluoritrhombendodekaeder genannt.
  • In der Auflistung unter "Mineralien", siehe unten, führe ich nur Mineralien von Grube Unterlichtenwald auf. Die restlichen Mineralien sind unter Grube Reißbühl und Schurf Jagdhausgang zu finden.

Mineralien (Anzahl: 6)

Gesteine (Anzahl: 1)

Untergeordnete Seiten

Referenz- und Quellangaben, Literatur

Literatur

  • Priehäußer, Max: "Die Flußspatgänge der Oberpfalz", in "Zeitschrift für praktische Geologie", XVI. Jahrgang, Monatsheft Juli 1908.
  • Priehäußer, Max: "Zeitschrift für praktische Geologie", 32. Jahrgang, 1924
  • Drechsler, Dr. Franz: "Zur Mineralführung und Chemie der Oberpfälzer Flußspatgänge". in "Sonderdruck aus dem 17. Bericht für das Jahr 1924 des Naturwissenschaflichen Vereins Regensburg E. V"., Seite 1-48, Regensburg 1925.
  • Dorn, Paul: Abhandlung über die "Geologie der Flußspat-Lagerstätten der Bayerischen Ostmark", in "Jahresberichte und Mitteilungen des Oberrheinischen geologischen Vereines", Band XXV, Jahrgang 1936.
  • Strunz, Prof. Dr. Hugo: "Die Flußspatgänge bei Donaustauf und Wölsendorf", in "ACTA ALBERTINA RATISBONENSIA Regensburger Naturwissenschaften, Sonderheft, 30. Jahrestagung der Deutschen Mineralogischen Gesellschaft 1.-10. August 1952 in Regensburg", Band 20 - 1951/52 - Heft 2, Seite 118 - 127, Regensbrug 1952.
  • Schmeltzer, Hartmut: "Mineral-Fundstellen, Band 2, Bayern", Christian Weise Verlag/München 1977.
  • Hauner, Dr. Ulrich, München: "Das Flußspatrevier von Sulzbach - Bach an der Donau, Bergbau und Mineralfunde", Seite 117 bis Seite 123, in "Oberpfälzer Heimat", 27, 1983.
  • Viernstein, Dr. Margret, München: "Der Bergbau in Bayern", Seite 95 bis 100, in "Geologica Bavarica", Nr. 91, München 1987.
  • Geipel, Rudolf, Regenstauf und Hauner, Dr. Ulrich, München: "Das Regensburger Flußspatrevier", in "Lapis, Mineralien Magazin", Jahrgang 14, Nr. 4, Seite 11 - 23, April 1989.
  • Jahrbuch des deutschen Bergbaus: Jahrgänge 1957, 58, 59, 60, 61, 62, 63 und 1964.

Quellenangaben

Einordnung