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Jagdhausgang

Steckbrief

Land

Deutschland

Re­gi­on

Bayern / Oberpfalz, Bezirk / Regensburg, Landkreis / Donaustaufer Revier / Schurf Jagdhausgang

An­fahrts­be­sch­rei­bung

siehe Karte unter "Ausführliche Beschreibung"

Auf­schluss­be­sch­rei­bung

Schürfbetrieb

Fund­s­tel­len­typ

Erloschen

Geo­lo­gie

Quarzgang mit etwas Fluorit im porphyrischen, grobkörnigen Granit (Kristallgranit I)

GPS-Ko­or­di­na­ten

Schurf Jagdhausgang. Die GPS-Koordinaten beziehen sich auf einen Gangbereich des Jagdhausganges in der Nähe des fürstlichen Jagdhauses. Die Lage des ehemaligen Schürfbetriebes ist mir nicht bekannt.



Schurf Jagdhausgang

WGS 84: 
Lat.: 49,04319891° N, 
Long: 12,27088888° E
WGS 84: 
Lat.: 49° 2' 35,516" N,
   Long: 12° 16' 15,2" E
Gauß-Krüger: 
R: 4519910,
 H: 5434025
Regionale Wetter Information, Macrostrat geologische Karten

To­po­gra­phi­sche Kar­te

TK6939

Verkürzte Mineralienatlas URL

https://www.mineralienatlas.de/?l=2888
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Verkürzte Pfadangabe

Schurf Jagdhausgang, Donaustaufer Revier, Regensburg, Oberpfalz, Bayern, DE
Nützlich für Bildbeschreibungen und Sammlungsbeschriftungen

Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

Weitere Funktionen

Ausführliche Beschreibung

Einige Daten zu den Gängen im Tierpark des Fürsten Thurn und Taxis


  • 1923 berichtet Dr. Franz Drechsler wie folgt: "Die nun folgenden Gänge sind im Besitz des Fürsten Thurn und Taxis und liegen alle bis auf einen im Tierpark. Etwa zehn Minuten nördlich des Parkhauses treffen wir am Reißbühl inmitten einer Reihe zum Teil ziemlich starker, parallel laufender Quarzadern einen 0,8 bis 1,2 m breiten Flußspatgang an".

    • Hinweis dazu: Der Hinweis "folgende Gänge" bedeutet, dass Dr. F. Drechsler in seinem Bericht die Gänge im Donaustaufer Revier von West nach Ost beschrieben hat. Der letzte Gang vor den Gängen im Tierpark war der Gang mit Paralellgänge der Grube Sulzbach II. "Nördlich des Parkhauses" bedeutet, dass der Fürst Thurn und Taxis bereits 1923 für die Besucher seines Tierpark's ein Parkhaus, wegen der enge des Tales, hatte. "Treffen wir am Reißbühl" bedeutet, dass der Reißbühl in dem Tierparkgelände eine Landschaftsbezeichnung ist. Bei dem Flußspatgang handelt es sich um den Gang, der von der Grube Reißbühl ab 10.10.1923, also nach Befahrung des Donaustaufer Revier's durch Dr. F. Drechsler, abgebaut wurde.
    • Hinweis zum Tierpark: Angelegt wurde er 1813 als Jagdwald der Fürsten zu Thurn und Taxis.
  • weiterer Bericht wie folgt: "Die übrigen Gänge sind selten mächtiger als 20 - 30 cm. Ihr Verlauf ist etwas problematisch, da die Aufschlüsse der einzelnen Gänge durch Wegbauten usw. nicht zahlreich sind. Dagegen lassen die Quarzgänge, die zu Schottermaterial ausgebeutet werden, ihren Verlauf einwandfreier bestimmen. Daß aber auch unter diesen Gängen einige eine erhebliche Mächtigkeit besitzen, lassen anstehende Felsen von buntgefärbtem Fluorit von 1 bis 1,5 m Breite, z.B. in der Nähe von Scherbatzen, erkennen. Diese Quarzgänge die sogar meistens die Fortsetzung von Fluoritgängen bilden, entstanden wohl zu gleicher Zeit wie jene. Die Übergänge ineinander folgen oft innerhalb 50 m; auch findet man häufig Abdrücke oder Bruchstücke von Flußspat in den Quarzbrocken. Auch den Quarzgängen ist starke Zertrümmerung und Wiederverkittung durch Kieselsäure eigen ( ein Analogon zu den Fluoritbreccien ). Oft ist der weißgraue Quarz durch Roteisenerz oder Manganoxyd gefärbt. Besonders in dem Quarzgang bei Unterlichtenwald findet man jetzt rote und braune Glasköpfe, die oberflächlich oft in Brauneisenerz umgewandelt sind. Die Quarzgänge bei Adlmannstein sind besonders reich an Einschlüssen von Granit oder Feldspatbrocken, die von konzentrischen Schalen verschiedengefärbten Horsteins umgeben sind. Daß auch auf diesen reinen Quarzgängen sich früher Kalkspat befunden hat, beweist eine Pseudomorphose von Kieselsäure nach Kalkspatskalenoeder, die bei der Eichelmühle in reinem Quarz aufgefunden wurde".

    • Hinweis dazu: Im o.g. Textabschnitt erwähnt Dr. Franz Drechsler mehrere Flußspat- und Quarzgänge. In dieser Beschreibung ist der hier als Fundpunkt aufgeführte Jagdhausgang, der Gang der späteren Grube Reißbühl und der Gang der Grube Unterlichtenwald mit kurzen Sätzen beschrieben worden. Interessant ist der Hinweis, dass die Quarzgänge in dem Gebiet zu Schottermaterial ausgebeutet werden. Diese Tätigkeiten finden man in keiner späteren Literaturquelle mehr wieder.

Ein geschichtlicher Abriss zum Schurf Jagdhausgang


  • 1923 fängt die fürstliche Verwaltung Thurn und Taxis mit der neu gegründeten Firma "Bayerische Land- und Industrie GmbH", Regensburg, auf eigenem Territorium, auf dem Gang des ehemaligen Schönfärbigen Bergwerks und am Reißbühl Flußspat abzubauen. Beim fürstlichen Jagdhaus, sowie am Dachsberg werden Probeschürfe und bei Unterlichtenwald wird eine Untersuchungsgrube angelegt.
  • 1925 wurde die Hammermühle, die bisher als Getreidemühle genutzt wurde, so umgebaut, dass sie jetzt den anfalllenden Spat von die Firma "Bayerische Land- und Industrie GmbH" mahlen konnte. Es war die erste Flußspataufbereitungsanlage dieser Art im ostbayerischen Raum. Ihre Leistung lag mit bis zu 36 Beschäftigte ( vorwiegend Frauen ) bei 50 Tonnen Rohspat am Tag. Von 1923 bis zur Betriebseinstellung 1931 förderte die vorgenannte Firma, mit circa 50 Beschäftigte, jährlich 7.000 bis 9.000 Tonnen Flußspat.

    • Hinweis dazu: Wie lange auf dem Gang, zwischen 1923 und 1931, beim fürstlichen Jagdhaus die Probeschürfe betrieben worden sind, ist nicht überliefert.

Übersichtskarte

  • Für eine größere Darstellung bitte auf die Karte und dann auf Originalgröße klicken !
Gesamtkarte
Gesamtkarte

Gesamtkarte zum Donaustaufer Flußspatrevier.

woelsendorfer

Die Lagerstätte


  • 1933 ist aus einer Karte von Paul Dorn, Tübingen, im Maßstab 1 : 100.000 folgende Situation zu finden. Der Jagdhausgang verbindet sich nach kurzem Verlauf mit dem Reißbühlgang, die jeweils ein WSW bis SW Einfallen von 60 Grad aufweisen.

Mineralogie


  • 1983 wird Quarzkristallrasen, ( und mit ? ) einzelne blaue Fluoritrhombendodekaeder genannt.
  • In der Auflistung unter "Mineralien", siehe unten, führe ich nur Mineralien aus / vom Jagdhausgang auf. Die restlichen Mineralien sind unter Grube Reißbühl und Grube Unterlichtenwald zu finden.

Mineralien (Anzahl: 4)

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ZurücksetzenCaFFeOSi
Fluoritr
Drechsler, Dr. Franz: "Zur Mineralführung und Chemie der Oberpfälzer Flußspatgänge". in "Sonderdruck aus dem 17. Bericht für das Jahr 1924 des Naturwissenschaflichen Vereins Regensburg E. V"., Seite 1-48, Regensburg 1925.
(Bayern/Oberpfalz, Bezirk/Regensburg, Landkreis/Donaustaufer Revier/Schurf Jagdhausgang)
M
Hämatitr
Drechsler, Dr. Franz: "Zur Mineralführung und Chemie der Oberpfälzer Flußspatgänge". in "Sonderdruck aus dem 17. Bericht für das Jahr 1924 des Naturwissenschaflichen Vereins Regensburg E. V"., Seite 1-48, Regensburg 1925.
(Bayern/Oberpfalz, Bezirk/Regensburg, Landkreis/Donaustaufer Revier/Schurf Jagdhausgang)
M
'Manganoxid'r
Drechsler, Dr. Franz: "Zur Mineralführung und Chemie der Oberpfälzer Flußspatgänge". in "Sonderdruck aus dem 17. Bericht für das Jahr 1924 des Naturwissenschaflichen Vereins Regensburg E. V"., Seite 1-48, Regensburg 1925.
(Bayern/Oberpfalz, Bezirk/Regensburg, Landkreis/Donaustaufer Revier/Schurf Jagdhausgang)
M
Quarzr
Drechsler, Dr. Franz: "Zur Mineralführung und Chemie der Oberpfälzer Flußspatgänge". in "Sonderdruck aus dem 17. Bericht für das Jahr 1924 des Naturwissenschaflichen Vereins Regensburg E. V"., Seite 1-48, Regensburg 1925.
(Bayern/Oberpfalz, Bezirk/Regensburg, Landkreis/Donaustaufer Revier/Schurf Jagdhausgang)
M
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Mineral ? -> Vorkommen ist fragwürdig

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Gesteine (Anzahl: 1)

Granitr
Geologische Karte von Bayern, 1:25000, BlattNr. 6939 Donaustauf; Augsburg 2011.
(Bayern/Oberpfalz, Bezirk/Regensburg, Landkreis/Donaustaufer Revier/Schurf Jagdhausgang)
G
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Legende

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 r -> Referenzinformationen
Gestein ? -> Vorkommen fragwürdig

Aktualität: 29. Nov 2019 - 19:02:44

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Aktualität: 29. Nov 2019 - 19:02:43

Referenz- und Quellangaben, Literatur

Literatur

  • Priehäußer, Max: "Die Flußspatgänge der Oberpfalz", in "Zeitschrift für praktische Geologie", XVI. Jahrgang, Monatsheft Juli 1908.
  • Priehäußer, Max: "Zeitschrift für praktische Geologie", 32. Jahrgang, 1924
  • Drechsler, Dr. Franz: "Zur Mineralführung und Chemie der Oberpfälzer Flußspatgänge". in "Sonderdruck aus dem 17. Bericht für das Jahr 1924 des Naturwissenschaflichen Vereins Regensburg E. V"., Seite 1-48, Regensburg 1925.
  • Dorn, Paul: Abhandlung über die "Geologie der Flußspat-Lagerstätten der Bayerischen Ostmark", in "Jahresberichte und Mitteilungen des Oberrheinischen geologischen Vereines", Band XXV, Jahrgang 1936.
  • Strunz, Prof. Dr. Hugo: "Die Flußspatgänge bei Donaustauf und Wölsendorf", in "ACTA ALBERTINA RATISBONENSIA Regensburger Naturwissenschaften, Sonderheft, 30. Jahrestagung der Deutschen Mineralogischen Gesellschaft 1.-10. August 1952 in Regensburg", Band 20 - 1951/52 - Heft 2, Seite 118 - 127, Regensbrug 1952.
  • Schmeltzer, Hartmut: "Mineral-Fundstellen, Band 2, Bayern", Christian Weise Verlag/München 1977.
  • Hauner, Dr. Ulrich, München: "Das Flußspatrevier von Sulzbach - Bach an der Donau, Bergbau und Mineralfunde", Seite 117 bis Seite 123, in "Oberpfälzer Heimat", 27, 1983.
  • Viernstein, Dr. Margret, München: "Der Bergbau in Bayern", Seite 95 bis 100, in "Geologica Bavarica", Nr. 91, München 1987.
  • Geipel, Rudolf, Regenstauf und Hauner, Dr. Ulrich, München: "Das Regensburger Flußspatrevier", in "Lapis, Mineralien Magazin", Jahrgang 14, Nr. 4, Seite 11 - 23, April 1989.

Quellenangaben

Einordnung