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Grube Anna

Steckbrief

Fund­s­tel­lenpfad

Deutschland / Bayern / Oberpfalz, Bezirk / Schwandorf, Landkreis / Wölsendorf, Revier / Stulln / Grube Anna

Auf­schluss­be­sch­rei­bung

Schacht.
Am gesamten Stullner Berg gibt es Bergbauspuren wie Pingen, kleinere Halden und Einruchbereiche, die sich aufgrund der vielen Kleinbetriebe nicht mehr zuordnen lassen.

Fund­s­tel­len­typ

Bergwerk (aufgelassen/alt)

Geo­lo­gie

Mittelkörniger Granit

Zu­gangs­be­schrän­kun­gen

Hin und wieder werden Funde aus alten Pingen wie Stinkspat, Eisenkiesel und Baryt bekannt.
Die Pingen sollten aber auf KEINEN Fall BETRETEN werden und möglichst weiträumig umgangen werden, da die Gänge "relativ" nahe bis zur Erdoberfläche abgebaut worden sind und jederzeit Einbrüche entstehen könnten. Info durch woelsendorfer.

  • Beim letzten Besuch waren Teilbereiche der Pingen durch Bauzaun gesichert, in den anderen Teilen fanden sich vereinzelt neue Schurfe durch Mineraliensammler (edit 16.03.16 peryperypery)

Letz­ter Be­such

16.03.16

GPS-Ko­or­di­na­ten

Grube Anna. Die GPS-Koordinaten geben den ungefähren Bereich der Grube Anna wieder. Tendenziell lassen sich am Stullner Berg, aufgrund der vielen Kleinbetriebe, keine genauen GPS-Koordinaten ermitteln.



Grube Anna

WGS 84: 
Lat.: 49,42872968° N, 
Long: 12,15331326° E
WGS 84: 
Lat.: 49° 25' 43,427" N,
   Long: 12° 9' 11,928" E
Gauß-Krüger: 
R: 4511227,
 H: 5476877
Regionale Wetter Information, Macrostrat geologische Karten

To­po­gra­phi­sche Kar­te

TK6538

Verkürzte Mineralienatlas URL

https://www.mineralienatlas.de/?l=3115
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Verkürzte Pfadangabe

⚒ Anna, Stulln, Wölsendorf, Schwandorf, Oberpfalz, Bayern, DE
Nützlich für Bildbeschreibungen und Sammlungsbeschriftungen

Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

Weitere Funktionen

Bilder von Fundstellen (5 Bilder gesamt)

Pingen Einbrüche Anna II Gang
Aufrufe (Bild: 1458152527): 402
Pingen Einbrüche Anna II Gang

zu sehen sind die durch das Bergamt gesicherten Tageseinbrüche des Anna II Ganges; 16.03.16

Copyright: peryperypery
Beitrag: peryperypery 2016-03-16
Pingen Einbrüche Anna II Gang
Aufrufe (Bild: 1458152444): 437
Pingen Einbrüche Anna II Gang

zu sehen sind die durch das Bergamt gesicherten Tageseinbrüche des Anna II Ganges; 16.03.16

Copyright: peryperypery
Beitrag: peryperypery 2016-03-16
Pingen Anna I Gang
Aufrufe (Bild: 1458152247): 367
Pingen Anna I Gang

Pinge des Anna I Ganges; 16.03.16

Copyright: peryperypery
Beitrag: peryperypery 2016-03-16

Ausführliche Beschreibung

Ein geschichtlicher Abriss zur Grube Anna

  • Vorläuferbetrieb war die Grube Stullner Berg I
  • 1932 erwarb Otto Simon, Steiger aus Donaustauf, die stillgelegte Flußspatgrube auf PlanNr. 729 und 730 mit den Ausbeuterechten aus der Konkursmasse der "Süddeutschen Flußspatwerke GmbH". Er baut den beschädigten Schacht wieder aus, tauft die Grube auf den Namen seiner Tochter Anna und beginnt wieder mit der Flußspatförderung.
  • 1936 waren auf der Grube Anna 7 Mann beschäftigt, die Strecke nach Westen war 35 m lang.
  • 1937 verkaufte Otto Simon die Grube Anna an die "Rüttgerswerke AG", Berlin. Diese Firma betreibt die Grube mit 6 Bergleute weiter.
Grube Anna
Grube Anna

Grube Anna, Stulln, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland. Betriebsanlage 1935. Foto Archiv woelsendorfer

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Grube Anna
Grube Anna

Grube Anna, Stulln, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland. Übersichtskarte.

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Grube Anna
Grube Anna

Grube Anna, Stulln, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland. Grundriß.

woelsendorfer
  • 1939 war auf Grube Anna die 30 m Sohle nach Südwesten circa 270 m bis zu einer Verwerfung aufgefahren worden.
  • 1940 wurde ein neuer Schacht bis 45 m abgeteuft und der Flußspatgang auf dieser Sohle untersucht. Die Belegschaft bestand aus 8 Deutsche und 1 Pole. Davon waren 2 Hauer, ein Schlepper ( Pole ) und über Tage 2 Förderjungen, 1 Platzarbeiter, 1 Schmied, 1 Zimmermann und ein Maschinist. An Löhnen wurden gezahlt: 5 RM für einen Hauer, 4,60 RM für einen Schlepper, 6 RM für einen Facharbeiter und 3,80 RM für einen Förderjungen. Die Leistung betrug 8 cm pro Mann und Schicht vor Ort im Streckenvortrieb und wurde zu 3 cm pro Mann und Schicht in der Gesamtleistung. Der Betrieb wollte keine Gefangenen, da sie bekleidungsmäßig schlecht ausgerüstet waren.
  • 1941 war der Schacht bis auf die 85 m Sohle abgeteuft worden und eine Strecke 46 m nach Westen und 40 m nach Osten aufgefahren worden. Belegschaft 9 Mann davon 3 Polen.
  • 1942 hatte die Grube Anna 10 Mann Belegschaft, davon 3 Polen und 1 Tschechen.
  • 1943 erwerben die "Vereinigte Flußspatgruben GmbH," Nabburg ( = VFG Nabburg ), die Grube Anna mit den Ausbeuterechten am Wolfsbirl von die Firma "Rüttgerswerke AG", Berlin, daraufhin wird die Flußspatgewinnung eingestellt. Erhaltungsarbeiten werden weitergeführt.
  • Bis 1945 wird die Grube Anna mit einem Querschlag auf der 45 m Sohle an die neue Zentralschachtanlage Erna angeschlossen. Der Anna Schacht wird als Fahrungs- und Materialschacht genutzt.

Mineralogie

  • Besonderheiten aus dem Wölsendorfer Flußspatrevier

    • Stinkspatstufe (Foto 01 bis 03):
Foto 01
Foto 01 (SNr: 0573)

Grube Anna, Stulln, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland. Original Beleg von Carl Schiffner 1920iger - 30iger Jahre.

woelsendorfer
Foto 02
Foto 02 (SNr: 0573)

Grube Anna, Stulln, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland. Stufengröße: 113x92x45mm.

woelsendorfer
Foto 03
Foto 03 (SNr: 0573)

Grube Anna, Stulln, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland. Original Beleg von Carl Schiffner 1920iger - 30iger Jahre.

woelsendorfer
  • Stufenbeschreibung: Die Stufe besteht im Grundaufbau aus einem schmutzigweißockerbräunlichen, bis 10 mm starken, derben Quarzstreifen, der auf drei Seiten der Stufe vorhanden ist. Die vierte Seite der Stufe ist abgeschrägt und besteht aus einem Gemisch aus schmutzigweißockerbräunlichen, derben Quarz und violettschwärzlichen Fluorit, der in dieser Ausbildungsvariante Stinkspat genannt wird. Diese Zusammensetzung bzw. der Grundaufbau ist ganz typisch für Mineralstufen aus Grube Anna, da im November 2009 noch derartiges derbes Material im Bereich des ehemaligen Anna-Schachtes gefunden werden konnte. Oberhalb ist die Stufe mit bis zu 12 x 11 mm großen, violetten, durch Lufteinwirkung schwarzen, Fluorit/Stinkspatwürfeln auskristallisiert. Die Oberflächen der Würfel sind glatt, leicht parkettartig, feinporösig bis hin zu leicht angefressenen Flächen. Die Kanten sind scharfkantig, angefressen und leicht in sich versetzt. Zu der Stufe ist ein 58 x 46 mm großer, leicht vergilbter, Original Pappbeleg von Carl Schiffner vorhanden.

Ex. Sammlungsinhaber Carl Wilhelm Anton Schiffner

Carl Wilhelm Anton Schiffner
Carl Wilhelm Anton Schiffner

Grube Anna, Stulln, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland. Carl Wilhelm Anton Schiffner.

woelsendorfer

Mineralien (Anzahl: 4)

Mineralbilder (7 Bilder gesamt)

Fluorit
Aufrufe (Bild: 1319389458): 488
Fluorit

Größe: 11,2 x 5,2 x 3,4 cm; Fundort: Grube Anna, Stulln, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland

Copyright: slugslayer
Beitrag: slugslayer 2011-10-23
Mehr   MF 
Stinkspat
Aufrufe (Bild: 1322679576): 714
Stinkspat (SNr: 0573)

Grube Anna, Stulln, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland. Größe: 113x92x45mm. Typische Stinkspatwürfel bis 12mm. Dazu Etikett mit Original Handschrift von Carl Schiffner, 30.01.1865 geboren, ...

Sammlung: ex.woelsendorfer
Copyright: woelsendorfer
Beitrag: woelsendorfer 2011-11-30
Mehr   MF 
Fluorit
Aufrufe (Bild: 1335565930): 482
Fluorit (SNr: 0313)

Grube Anna, Stulln, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland. Stufengröße: 47x28x15mm. Bräunlichviolette, bis 12 mm große, Fluoritwürfel. Altfund 30iger Jahre.

Sammlung: ex.woelsendorfer
Copyright: woelsendorfer
Beitrag: woelsendorfer 2012-04-28
Mehr   MF 

Gesteine (Anzahl: 1)

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Referenz- und Quellangaben, Literatur

Literatur

  • Schiffner, Prof. Dr. Ing. e.h. Carl Wilhelm Anton: "Aus dem Leben alter Freiberger Bergstudenten", Band I - III, Ernst Mauckisch, Freiberg, 1935-40.
  • dazu:
  • Mueller, Hans-Ulrich: Ergänzungsband zu den Schiffner-Bänden I bis III. Werdegang von über 500 Alten Freiberger Studenten und Dozenten mit über 200 Abbildungen. Herausgegeben vom Vorstand der Vereinigung Alter Berg- und Hüttenleute der Bergakademie Freiberg, Verlag Glückauf (heute VGE Verlag), 1971.
  • Dorn, Paul, Tübingen: Abhandlung über die "Geologie der Flußspat-Lagerstätten der Bayerischen Ostmark", in "Jahresberichte und Mitteilungen des Oberrheinischen geologischen Vereines", Band XXV, Jahrgang 1936.
  • Weiss, Dipl. Ing. Karl: "Flußspatbergbau von der Gründerzeit bis zum zweiten Weltkrieg im Raum Wölsendorf, Stulln, Lissenthan und Freiung", Seite 57-78, in "Stulln 17.6. - 20.6. 1977".
  • Weiss, Dipl. Ing. Karl: "Der Oberpfälzer Flußspatbergbau Teil I + II, Sonderdruck aus "bergbau", April und Mai 1979.
  • Erläuterungen zur Geologischen Karte von Bayern, 1:25000, Blatt Nr. 6538 Schmidgaden, München 1982.
  • dazu "Geologische Karte von Bayern, 1:25000, BlattNr. 6538 Schmidgaden; München 1981", die geologischen Aufnahmen zu der Karte wurden von Dr. Wilhelm Bauberger zwischen 1958 und 1960 und ergänzenden Begehungen in 1976 gemacht.
  • Scharl, Rita: "Stulln, Geschichte der Gemeinde von der Landwirtschaft und dem Bergbau zum modernen Wohn- und Industrieort", Schwandorf, 1999.
  • private Aufzeichnungen und im privaten Bestand befindliche Flurkartenauszüge und Rißwerke der Grube Erna.

Quellenangaben

Einordnung