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Grube Pfeiffer

Steckbrief

Land

Deutschland

Re­gi­on

Bayern / Oberpfalz, Bezirk / Schwandorf, Landkreis / Wölsendorf, Revier / Wölsendorf / Grube Pfeiffer

Auf­schluss­be­sch­rei­bung

1 Schacht

Fund­s­tel­len­typ

Bergwerk (aufgelassen/alt)

Geo­lo­gie

Mittelkörniger Granit

Letz­ter Be­such

24.08.2007, 05.08.2016

GPS-Ko­or­di­na­ten

Grube Pfeiffer



Grube Pfeiffer

WGS 84: 
Lat.: 49,41392235° N, 
Long: 12,17253752° E
WGS 84: 
Lat.: 49° 24' 50,121" N,
   Long: 12° 10' 21,135" E
Gauß-Krüger: 
R: 4512626,
 H: 5475234
Regionale Wetter Information, Macrostrat geologische Karten

To­po­gra­phi­sche Kar­te

TK6539

Verkürzte Mineralienatlas URL:

https://www.mineralienatlas.de/?l=320
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Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

Weitere Funktionen

Bilder von Fundstellen (13 Bilder gesamt)

Grube Pfeiffer
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Grube Pfeiffer

Die Sicherungsarbeiten sind abgeschlossen, 25. März 2017

Copyright: Alfred01
Beitrag: Alfred01 2017-03-28
Wölsendorf Bergsicherung 2017
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Wölsendorf Bergsicherung 2017

Wölsendorf, Bergsicherung Frühjahr 2017. Die letzten Tätigkeiten der Bergsicherung im Bereich der ehem. Grube Pfeiffer. Alle Öffnungen sind bereits mit Beton verfüllt und das Gelände mit Erdreich ü...

Copyright: peryperypery
Beitrag: peryperypery 2017-03-19
Fluorit-Baryt-Gang
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Fluorit-Baryt-Gang

Übertägiger Aufschluss eines 1m mächtigen Fluorit-Barytganges im Bereich der ehem. Grube Pfeiffer und Grube Johannesschacht in Wölsendorf. Aufgenommen während der Bergsicherung 2017.

Copyright: peryperypery
Beitrag: peryperypery 2017-03-19

Ausführliche Beschreibung

Ein geschichtlicher Abriss zur Grube Pfeiffer

  • Vorläuferbetrieb war der Fischerbruch.
  • Die Grube wurde auch Grube Pfeiffer und Frey, Pfeifferbruch, Pfeiffer & Co. und Flußspatwerke Pfeiffer & Co., Nabburg, genannt.
  • 1922 macht auch Josef Pfeiffer aus Nabburg auf den Plannummer 988 a) und b) am Wölsenberg, die seine Frau, eine geborene Lanzinger, mit in die Ehe gebracht hatte, eine Flußspatgrube auf und gründet die Firma "Flußspatwerke Pfeiffer und Co." in Nabburg. Noch im gleichen Jahr wird die Firma in "Pfeiffer u. Frey" (Pfeiffer & Frey) umbenannt. Verantwortliche Person/Betriebsleiter ist ein Herr Schrott aus Altfalter. Von den Oberpfalzwerken wird ein Stromanschluß erworben, ein Kompressor und ein Förderhaspel aufgebaut und damit ein 60 m tiefer Schacht abgeteuft. Die Flußspatförderung wird zum Jahresende aufgenommen.

    Hinweis dazu: Welche Funktion "Frey" hatte, ob Geldgeber, Besitzer oder Teilhaber, konnte ich bisher (Stand Nov. 2013) noch nicht ermitteln.

  • 1923 wird erwähnt, daß wenn man vom Staatsbruch in südöstlicher Richtung den alten Pingen folgt, am Fuße des Lehenbühls zu den sogenannten Fischerbrüchen gelangt, die jetzt von Pfeiffer in Wölsendorf ausgebeutet werden. Die Pump- und Förderfrage wird hier mittels elektrischer Kraft gelöst. Die Förderung beträgt bei einer Belegschaft von zwölf bis sechszehn Mann circa 8 bis 10 Tonnen Fluorit pro Tag. Darüberhinaus wurde im Frühjahr ein neuer Stollen eingetrieben der zu diesem Zeitpunkt eine Länge von mindestens 12 m hatte.

    Hinweis dazu: Der Stollen, der 1923 eingetrieben wurde ist nicht über Tage zu finden, sondern er wird untertägig vorgetrieben. Damals sprach man nicht davon das eine Strecke aufgefahren, sondern eben das ein Stollen eingetrieben wird.

Grube Pfeiffer & Frey
Grube Pfeiffer & Frey

Grube Pfeiffer & Frey, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland. Betriebsanlage 1926. Foto Archiv woelsendorfer.

woelsendorfer
  • 1928 am 26. Juni stellt die Firma an das Bergamt Amberg einen Bauantrag für die Errichtung einer Aufbereitungsanlage mit Setzmaschinen am Bahnhof in Wölsendorf.
  • 1929 erhält eine Spatklauberin bei Pfeiffer 0,70 RM.
  • 1929/30 ist Betriebsführer auf der Grube Joh. Dobler aus Nabburg. Vorarbeiter in der Wäsche am Bahnhof Wölsendorf ist Jakob Fröhlich aus Brensdorf.
  • 1931 wird bis zu einer Teufe von 53 m gebaut. Die Rasenhängebank des Pfeifferschachtes lag bei + 380,6 m über NN.
  • um 1932 wird ein Hanomag gekauft damit der geförderte Flußspat zur Aufbereitung am Bahnhof Wölsendorf gefahren werden kann.
  • 1935 wird als Besitzer Pfeiffer genannt.
  • 1936 erstreckt sich die Grubenanlage, nach einem von Herrn Markscheider Klimsa, Bayreuth, im Jahre 1924 aufgestellten und in den Jahren 1927, 1929, 1930 und 1936 ergänzten Plan, über die Plannummern 985, 988 a und b, sowie 989.
  • 1937 am 12. 03. bitten die Flußspatwerke Pfeiffer die Gemeinde um die Halbierung der Vergütung, die für den Zu- und Ablauf des Aufbereitungswassers über den Gemeindegrund zu zahlen ist.
  • 1937 von 1922 an erzeugter und abgesetzter, verkaufsfähiger Flußspat circa 70.000 Tonnen.
  • 1939 am 19.07. erwirbt die Firma "Rheinische Fluß- und Schwerspatwerke GmbH", Frankfurt (Main) von die Firma Pfeiffer & Co., die Grube Pfeiffer.
  • Anschließend wird die Grube Pfeiffer und die Grube Staatsbruch mit dem Barbaraschacht, über die 60 m Sohle der Grube Johannesschacht, an die Grubenbaue des Johannesschachtes angeschlossen. Dies war jetzt möglich, da die Grube Pfeiffer zwischen der Grube Staatsbruch und der Grube Johannesschacht gelegen hatte.
  • Ab jetzt ist die Grube Pfeiffer Baufeld der Grube Johannesschacht.
  • 1961 am 30.06. wird die Grube Johannesschacht und somit auch das Baufeld der Grube Pfeiffer stillgelegt.
Grube Pfeiffer & Frey
Grube Pfeiffer & Frey

Grube Pfeiffer & Frey, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland. Betriebsanlage 1930. Foto Archiv woelsendorfer.

woelsendorfer
Grube Pfeiffer & Frey
Grube Pfeiffer & Frey

Grube Pfeiffer & Frey, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland. Josef Pfeiffer 1930. Foto Archiv woelsendorfer.

woelsendorfer
Grube Pfeiffer & Frey
Grube Pfeiffer & Frey

Grube Pfeiffer & Frey, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland. Betriebsführer Hans Dobler mit Belegschaft der Sortieranlage, 1933. Foto Archiv woelsendorfer.

woelsendorfer
  • 1970 am 1. Januar wird die Grube Wölsendorf-Marienschacht an die Firma "Flußspatwerke Schwarzenfeld GmbH, vorm. Anton Kallmünzer" verkauft.
  • Geschäftsführer ist Direktor Paul Kottwitz, Nabburg. Die Flußspatgrube wird jetzt unter dem Namen Grube Wölsendorf weitergeführt. Betriebsleiter ist Obersteiger Linus Kestel.
  • Die (alte) Gewerkschaft Wölsendorf wird daraufhin aufgelöst.

    Hinweis dazu: In der bisher erschienen Literatur, durch Mineraliensammler und sonstige Informationsquellen ist immer wieder von einem Verbundbergwerk Marienschacht/Johannesschacht die Rede, Mineralstufen werden entsprechend so angeboten oder sind auch so beschriftet, aber einen Verbund hat es zwischen der Grube Marienschacht und der Grube Johannesschacht nicht gegeben, denn von einem Verbund wird nur dann gesprochen, wenn zwei noch tätige Bergwerke miteinander verbunden werden und das war hier nicht der Fall, weil die Grube Johannesschacht bereits stillgelegt war und die Tagesanlagen abgerissen wurden. Eine Umfahrung des Baufeldes der Grube Johannesschacht fand deshalb statt, weil sich die Grundstücke und somit auch das untertägige Grubenfeld der Grube Johannesschacht bereits im Privatbesitz von Wolfgang Forster, Wölsendorf, befunden hatten.

  • Ab 1970 wurde durch die Firma "Flußspatwerk Schwarzenfeld GmbH, vormals Anton Kallmünzer", von der 150 m Sohle der Grube Marienschacht, eine Richtstrecke im Gestein, um das alte Baufeld der Grube Johannesschacht aufgefahren, um in das Altfeld der Grube Staatsbruch zu gelagen.
  • Am nordwestlichen Ende der Baufeldgrenze der Grube Johannesschacht wurden von der o.g. Richtstrecke zwei Querschläge zum Altfeld der Grube Pfeiffer hergestellt und am Ende dieser Querschläge ein Abbau im Johannesgang eingerichtet und
  • 1971/72 auch abgebaut. Aus diesem Abbau stammen die größten Honigspatwürfel die jemals im Wölsendorf Revier gefunden wurden.
  • Die Richtstrecke wurde dann noch bis in das ehemalige Baufeld der Grube Staatsbruch vorgetrieben.
  • 1972 wird im Baufeld der Grube Staatsbruch der Rolandgang abgebaut und der Barbaragang für den Abbau vorgerichtet.

    Hinweis dazu: Zur besseren Übersicht führe ich die Grube Wölsendorf unter Grube Marienschacht weiter und nicht unter Grube Wölsendorf, zumal in den 70iger Jahren die Grube dann wieder Grube Marienschacht genannt wird.

  • 1973 am 01. September kauft die Firma "VAW Flußspat-Chemie GmbH", Stulln, die Grube Marienschacht. Die Bergbauleitung hatte Dipl. Ing. Karl Weiss.
  • In der Folgezeit wird der vorgerichtete Barbaragang dann durch die "VAW Flußspat-Chemie GmbH", Stulln, abgebaut.
  • 1978 wird darüber berichtet, daß die wirtschaftliche Lage im Flußspatbergbau sehr angespannt ist. Nach Auskunft der "VAW Flußspat-Chemie GmbH" war das aus der eigenen Rohspatförderung gewonnene Konzentrat um 20 bis 40 DM je Tonne teuerer als das auf Basis von Fremdspat gewonnene Konzentrat, daher wird aufgrund der hohen Gestehungskosten
  • 1979 am 30. Juni wird der Betrieb der Grube Marienschacht, einschließlich der Baufelder der ehemaligen Gruben Staatsbruch und Pfeiffer, eingestellt und umgehend mit den Stillegungsarbeiten begonnen. Am 13. Juni 1979 wurde bereits die letzte Produktionsschicht verfahren.
  • 1979 am 29. November wurde der Marienschacht mit einer Stahlbetonplatte verschlossen und am 31. Dezember waren die Stillegungsarbeiten weitestgehend abgeschlossen.
  • 1980 sind die Abschlußarbeiten für die Schließung der Grube beendet. Die Gebäude sind abgerissen, die Schächte verfüllt, Wald bedeckt die ehemaligen Bergbaustätten.
  • von 2015 bis Frühjahr 2017 wird der Bereich des ehem. Betriebsgeländes durch das Bergbauamt Nordbayern/Bayreuth gesichert. Dabei wurde das Gelände erneut freigelegt und Hohlräume mit Beton verfüllt.

Während dieser Arbeiten entstanden Übertage zahlreiche Aufschlüsse des Ganges mit sehr guten Fundmöglichkeiten.

Die Lagerstätte

Grube Pfeiffer & Frey
Grube Pfeiffer & Frey

Grube Pfeiffer & Frey, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland. Querprofil von Paul Dorn 1933-35.

woelsendorfer
  • 1923 konnte man schon einige hundert Meter vorher, wenn man von Staatsbruch den Berg herunter kam deutlich sehen, daß sich im Bereich der Grube Pfeiffer und Frey mindestens zwei Gangzüge kreuzen; der Wölsendorfer und Wölsenberger Gang scharen sich hier. In einem neu aufgefahrenen Stollen wurde dieser 4,5 bis 6 m breite Doppelgang wieder aufgeschlossen. Der Gang war nach seiner Entstehung noch wiederholt weiteren tektonischen Bewegungen ausgesetzt, die teilweise den Gang erweiterten.

    Hinweis dazu: Der neu aufgefahrene Stollen ist nicht über Tage zu finden, sondern er wird untertägig vorgetrieben. Damals sprach man nicht davon das eine Strecke aufgefahren, sondern eben das ein Stollen eingetrieben wird.

  • 1933 stieß man auf besonders interessante Verhältnisse bei Wölsendorf im Grubenfeld der Firma Pfeiffer und Frey. Zunächst sind dort oberflächlich in einem neben den Werkanlagen gelegenen Aufschluß der Wölsendorfer und der etwas östlich gelegene Wölsenberger Gang sehr schön aufgeschlossen. Man sieht zwischen den beiden Gängen ein 4 bis 5 m breites Nebengesteinsband, indem sich zahlreiche Flußspattrümmer befinden; teils verlaufen sie im Streichen und Fallen der Hauptgänge. Geologisch interessanter als die Tagesaufschlüsse waren auf dieser Grube die Verhältnisse unter Tage. Bis zu einer Teufe von 15 m ist dort der Wölsendorfer Gang 3 bis 6 m breit, um sich von da an in 2 Gänge zu spalten. Das nördlich abzweigende Trum des Wölsendorfer Ganges vereinigt sich in 50 m Teufe mit dem Wölsenberger Gang. Während letzterer allein auf dem Pfeifferschen Grubenfeld durchschnittlich 1 m mächtig ist, haben die vereinigten Gänge 3 m Gangmächtigkeit.

Mineralogie

Besonderheiten aus dem Wölsendorfer Flußspatrevier

Fluorit (Foto 01 bis 03)

Stufenbeschreibung: Die Stufe besteht vollständig aus violettschwarzem Fluorit, der auf der Ansichtseite vollständig mit violettschwarzen Fluoritwürfeln auskristallisiert ist, wobei In den Würfeln teils ein schöner, leuchtend violetter Stich auszumachen ist. Gut 2/3 der Würfel sind allerdings mit einem dünnen, schmutzigweißrötlichbräunlichen Mikroquarzrasen überzogen, der als zusammenhängende Fläche, punktuell oder als Kruste aufliegt. Im Bereich der Krusten lassen sich mehrere Hohlräume ausmachen, heißt dass die Mikroquarzkruste aufgewölbt ist und zu den Würfeln darunter teilweise keinen Kontakt hat. Interessant ist, dass in bzw. auf diesem Mikroquarz kleinste violettschwarze Fluoritwürfelchen zu finden sind. Das restliche Drittel der Ansichtseite ist frei von Mikroquarz und hier erreichen die Würfel eine Größe von bis zu 21 mm. Die Würfel sind nicht einzeln auskristallisiert, sondern liegen als ein 150 mm langer Verband vor. Einige etwas größere Würfel sind darüber hinaus auch noch in / auf dem Mikroquarz zu finden. Die Oberflächen der Würfel sind insgesamt leicht parkettartig und die Kanten sind uneben, stufig, in sich versetzt bis teils scharfkantig.

Foto 01
Foto 01 (SNr: 0665)

Grube Pfeiffer & Frey, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland. Stufengröße: 184x121x60 mm.

woelsendorfer
Foto 02
Foto 02 (SNr: 0665)

Grube Pfeiffer & Frey, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland. Stufengröße: 184x121x60 mm.

woelsendorfer
Foto 03
Foto 03 (SNr: 0665)

Grube Pfeiffer & Frey, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland. Stufengröße: 184x121x60 mm.

woelsendorfer

Fluorit auf Quarz perimorph nach Calcit (Foto 04 bis 06)

Die vorliegende Stufe stammt aus der ehemaligen Sammlung von Josef Pfeiffer, dem Besitzer der Grube Pfeiffer & Frey.

Stufenbeschreibung: Bei dieser Stufe handelt es sich um eine Perimorphose von Fluorit nach Calcit-Skalenoeder (weggelöst). Der Fluorit ist dabei auf eine bis zu 1 - 5 mm starke Mineralkruste aufgewachsen, die vermutlich aus Quarz besteht. Die Vorderseite ist vollständig mit gräulich wirkenden Fluoritwürfelrasen überzogen, wobei die Würfel in der Masse nur einige Millimeter groß sind. Im Bereich des ehemaligen Calcit- Skalenoeders, der circa 96 mm x 58 mm groß ist ( das ist die circa Größe des Hohlraumes der von mir Rückseitig eingemessen wurde ), werden diese Fluoritwürfelchen von einer circa 1 mm starken Mikroquarzschicht überzogen, die einen zart violetten Farbton aufweist. Die Mikroquarzschicht steht dabei auf der einen Seite ein wenig, als Kruste, über. Auf der rechten Fläche des ehemaligen Calcit-Skalenoeder-Kristalls, direkt am Rand, sind auch größere Fluoritwürfel mit einer Größe von circa 7 mm zu finden. Die Rückseite besteht aus einem größerem und weiteren kleinen und kleinsten Hohlräumen, die allesamt relativ glatt sind, wobei aufgewachsene mikrokleinste, transparente und rötliche Quarze diese Hohlraumflächen rau gestalten. Sieht man mit der Lupe in den kleineren Hohlräumen rein, so sind einige Flächenwände im Ansatz bzw. vollständig in einem violetten Farbton ausgequarzt. Als Abschluss soll nicht unerwähnt bleiben, dass an verschiedenen Stellen der Stufe feinste Spannungsrisse auszumachen sind, die aber allesamt mit feinstem Mikroquarz verheilt sind.

Foto 04
Foto 04 (SNr: 0437)

Grube Pfeiffer & Frey, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland. Stufengröße: 156x106x73.

woelsendorfer
Foto 05
Foto 05 (SNr: 0437)

Grube Pfeiffer & Frey, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland. Stufengröße: 156x106x73.

woelsendorfer
Foto 06
Foto 06 (SNr: 0437)

Grube Pfeiffer & Frey, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland. Stufengröße: 156x106x73.

woelsendorfer

Fluoritoktaeder mit einer 2. Generation von Fluoritwürfeln (Foto 07 bis 09)

Stufenbeschreibung: Auf der vorliegenden Stufe sind mehrere Fluoritoktaeder auskristallisiert, die einen pastellfarbenen und tiefvioletten Farbton aufweisen. Zwei Oktaeder sind seitlich der Stufe gut zu erkennen und erreichen Größen von bis zu 32x28 mm und 25x24 mm. Die Farbe in diesen beiden Oktaedern ist ein kräftig helles und ein dunkles Violett und zeigt dabei in Teilbereiche eine wunderschön leuchtende Farbe. Die Oberflächen der Oktaeder sind rau und werden im Ansatz, die restlichen Oktaeder vollständig, bis auf eine Oktaederspitze, mit einer 2. Generation von Fluoritwürfeln überzogen. Die 2. Generation ist Transparent, aber auch trüb oder mit einem Stich ins zart Violette. Die Würfel sind lediglich bis wenige Millimeter, mehrstufig auskristallisiert, sodass völlig unebene, wirre, klüftige, zerfressene Oberflächen und Kanten vorliegen.

Foto 07
Foto 07 (SNr: 0666)

Grube Pfeiffer & Frey, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland. Stufengröße: 78x68x32 mm.

woelsendorfer
Foto 08
Foto 08 (SNr: 0666)

Grube Pfeiffer & Frey, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland. Stufengröße: 78x68x32 mm.

woelsendorfer
Foto 09
Foto 09 (SNr: 0666)

Grube Pfeiffer & Frey, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland. Stufengröße: 78x68x32 mm.

woelsendorfer

  • 1923 ist hier die Buntheit der Färbung des meist feinstengeligen oder radialstrahligen Fluorits bemerkenswert; die Nuancen gehen teils rasch, teils langsam ineinander über. Im obengenannten Stollen (Strecke) wurden folgende Fluoritfarben angetroffen: Dunkelviolblau, blaugrün, hellviolblau und buntfarbiger, derber Flußspat, darüberhinaus helle Flußspatkristalle. Die blaugrüne Fluoritschicht besteht aus einer breiten, grobkristallinen Ader, die kreuz und quer von Quarzadern durchzogen ist. Diese Quarzadern enthalten nach außen häufig Abdrücke von Kalkspat-Kristallen (bis 3cm große Skalenoeder und Rhomboeder), nach innen sind sie häufig in bis 3 cm großen Eisenkiesel oder Amethyst auskristallisiert.
  • Pseudomorphosen von Quarz nach Kalkspat
  • Bei der neuen Inangriffnahme des Fischerbruches (jetzt Pfeiffer und Frey) wurden Pseudomorphosen in Form von Skalenoeder von Quarz nach Kalkspat gefunden, die mit bis zu 10 cm Kantenlänge aus grobkörningem Quarz mit matter oder rauher Oberfläche zutage befördert wurden, teils sitzen sie auf Hornsteinbänken auf, teils sind sie vollständig in bräunlichem, verwittertem Flußspat eingehüllt. An einigen dieser Pseudomorphosen kann man deutlich die Streifen nach dem Spaltrhomboeder feststellen.
Grube Pfeiffer & Frey
Grube Pfeiffer & Frey

Grube Pfeiffer & Frey, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland. Übersichtskarte zum Bereich der Grube. Stand 28.08.2007.

woelsendorfer
  • Die rhomboedrische Pseudoform ist am Fischerbruch und in anderen Brüchen anzutreffen. Die aus körnigem Quarz 3 bis 4 cm großen Rhomboeder sitzen in großen Stufen auf den Gangwänden. Entweder sind die Kristalle vollständig aus Kieselsäure, die manchmal auch nach innen als Eisenkiesel oder Amethyst auskristallisiert ist, oder das Innere ist erfüllt von Fluoritkörner.
  • Allgemein herrschen Abdrücke nach Kalkspatskalenoedern in Quarz und Bayrt vor. In besonders ausgezeichneter Weise kommen diese Abdrücke als zum Teil mit Lehm gefüllte Hohlräume bis zu 4 cm Durchmesser mit vollkommen glatten Flächen besonders in dem Fischerbruch (damit ist Pfeiffer und Frey gemeint) vor.
  • 1931 wurden auf Grube Pfeiffer und Frey die bekannten gebänderten Flußspatstücke in Mächtigkeiten von 15 cm mit vornehmlich grünen und violetten Farbtönen gefunden. Quarzpseudomorphosen nach Kalkspatskalenoedern liegen in größeren Exemplaren vor.
  • 1933 im Sommer konnte man an einer Scharungsstelle auf der 18 m Sohle, in einer 4 Meter hohen erschlossenen Abbauhalle, eine eigenartige, pseudotektonische Ausscheidung, den in Bändern vorkommenden Flußspat in folgende Farbtöne antreffen: Farblos, gelbgrau, hellviolett, dunkelviolett, grasgrün, gelbgrün usw., die auch in ihrer Struktur stengelig, radialstreifig, fein, mittel- und großspätig waren.

Mineralien (Anzahl: 7)

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Amethyst (Var.: Quarz)r
Dr. Franz Drechsler: "Zur Mineralführung und Chemie der Oberpfälzer Flußspatgänge". in "Sonderdruck aus dem 17. Bericht für das Jahr 1924 des Naturwissenschaflichen Vereins Regensburg E. V"., Seite 1-48, Regensburg 1925.
(Bayern/Oberpfalz, Bezirk/Schwandorf, Landkreis/Wölsendorf, Revier/Wölsendorf/Grube Pfeiffer)
BM
Barytr
Dr. Franz Drechsler: "Zur Mineralführung und Chemie der Oberpfälzer Flußspatgänge". in "Sonderdruck aus dem 17. Bericht für das Jahr 1924 des Naturwissenschaflichen Vereins Regensburg E. V"., Seite 1-48, Regensburg 1925.
(Bayern/Oberpfalz, Bezirk/Schwandorf, Landkreis/Wölsendorf, Revier/Wölsendorf/Grube Pfeiffer)
BM
Calcitr
Dr. Franz Drechsler: "Zur Mineralführung und Chemie der Oberpfälzer Flußspatgänge". in "Sonderdruck aus dem 17. Bericht für das Jahr 1924 des Naturwissenschaflichen Vereins Regensburg E. V"., Seite 1-48, Regensburg 1925.

(Bayern/Oberpfalz, Bezirk/Schwandorf, Landkreis/Wölsendorf, Revier/Wölsendorf/Grube Pfeiffer)
M
Eisenkiesel (Var.: Quarz)r
Sammlung Michael Kommer (woelsendorfer), Dr. Franz Drechsler: "Zur Mineralführung und Chemie der Oberpfälzer Flußspatgänge". in "Sonderdruck aus dem 17. Bericht für das Jahr 1924 des Naturwissenschaflichen Vereins Regensburg E. V"., Seite 1-48, Regensburg 1925.
(Bayern/Oberpfalz, Bezirk/Schwandorf, Landkreis/Wölsendorf, Revier/Wölsendorf/Grube Pfeiffer)
BM
Fluoritr
Sammlung Michael Kommer (woelsendorfer), Dr. Franz Drechsler: "Zur Mineralführung und Chemie der Oberpfälzer Flußspatgänge". in "Sonderdruck aus dem 17. Bericht für das Jahr 1924 des Naturwissenschaflichen Vereins Regensburg E. V"., Seite 1-48, Regensburg 1925.

(Bayern/Oberpfalz, Bezirk/Schwandorf, Landkreis/Wölsendorf, Revier/Wölsendorf/Grube Pfeiffer)
BM
Quarzr
Sammlung Michael Kommer (woelsendorfer), Dr. Franz Drechsler: "Zur Mineralführung und Chemie der Oberpfälzer Flußspatgänge". in "Sonderdruck aus dem 17. Bericht für das Jahr 1924 des Naturwissenschaflichen Vereins Regensburg E. V"., Seite 1-48, Regensburg 1925.

(Bayern/Oberpfalz, Bezirk/Schwandorf, Landkreis/Wölsendorf, Revier/Wölsendorf/Grube Pfeiffer)
BM
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Mineral ? -> Vorkommen ist fragwürdig

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Mineralbilder (28 Bilder gesamt)

Fluorit auf Quarz
Aufrufe (Bild: 1477054417): 282
Fluorit auf Quarz

Fluorit var. Stinkspat mit parkettierter Oberfläche, auf feinem weißen Quarzrasen. Kleine Artischockenquarze sitzen z.T. auf den Fluorit x .FO Übertage Grube Pfeiffer, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern...

Sammlung: peryperypery
Copyright: peryperypery
Beitrag: peryperypery 2016-10-21
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Eisenkiesel
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Eisenkiesel (SNr: 0431)

Grube Pfeiffer & Frey, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland. Größe: 118x93x55mm. Bis circa 24x22 mm große Eisenkiesel. Ex Sammlung Josef Pfeiffer.

Sammlung: ex.woelsendorfer
Copyright: woelsendorfer
Beitrag: woelsendorfer 2011-09-13
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Fluorit
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Fluorit

Zonarer, massiver Fluorit. Fundort: Grube Pfeiffer, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland. Stufenbreite: 8 cm. Historischer Fund um 1920.

Sammlung: raritätenjäger
Copyright: raritätenjäger
Beitrag: raritätenjäger 2010-03-27
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Gesteine (Anzahl: 2)

Granitr
Geologische Karte von Bayern, 1:25000, BlattNr. 6539 Nabburg; München 1967.
(Bayern/Oberpfalz, Bezirk/Schwandorf, Landkreis/Wölsendorf, Revier/Wölsendorf/Grube Pfeiffer)
G
Hornsteinr
Dr. Franz Drechsler: \'Zur Mineralführung und Chemie der Oberpfälzer Flußspatgänge\'. in \'Sonderdruck aus dem 17. Bericht für das Jahr 1924 des Naturwissenschaflichen Vereins Regensburg E. V\'., Seite 1-48, Regensburg 1925.
(Bayern/Oberpfalz, Bezirk/Schwandorf, Landkreis/Wölsendorf, Revier/Wölsendorf/Grube Pfeiffer)
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Referenz- und Quellangaben, Literatur

Literatur

  • Drechsler, Dr. Franz: "Zur Mineralführung und Chemie der Oberpfälzer Flußspatgänge". in "Sonderdruck aus dem 17. Bericht für das Jahr 1924 des Naturwissenschaflichen Vereins Regensburg E. V"., Seite 1-48, Regensburg 1925.
  • Kohl, E. und Haller, H., Berlin: "Die Mineralführung der Wölsendorfer Flußspatgänge", in "Zeitschrift für praktische Geologie", 42. Jahrgang, Heft 5, Seite 69-79, Berlin Mai 1934.
  • Dorn, Paul, Tübingen: Abhandlung über die "Geologie der Flußspat-Lagerstätten der Bayerischen Ostmark", in "Jahresberichte und Mitteilungen des Oberrheinischen geologischen Vereines", Band XXV, Jahrgang 1936.
  • Erläuterungen zur Geologischen Karte von Bayern, 1:25000, BlattNr. 6539 Nabburg, München 1967,
  • dazu "Geologische Karte von Bayern, 1:25000, BlattNr. 6539 Nabburg; München 1967", die von Dr. Wilhelm Bauberger zwischen 1962 bis 1964, unter Verwendung des Manuskriptes von Dr. Heinz Ziehr "Die Flußspatgänge von Wölsendorf und deren Nebengesteine", Diss. Univ. München 1954 und eine im Besitz des Bayer. Geol. Landesamtes befindliche Lagerstättenkarte (Maßstab 1:5000) aufgenommen wurde.
  • Bierler, Michael: "5. Über den Bergbau", Seite 369 - 407, in "Wölsendorf - 100 Jahre Freiwillige Feuerwehr 22. Juli bis 25. Juli 1988.
  • Weiss, Dipl. Ing. Karl: "Flußspatbergbau von der Gründerzeit bis zum zweiten Weltkrieg im Raum Wölsendorf, Stulln, Lissenthan und Freiung", Seite 57 - 78, in "STULLN 17.6. - 20.6. 1977".
  • und im privaten Bestand befindliche Flurkartenauszüge und Rißwerke der Grube Johannesschacht und Grube Marienschacht.

Quellenangaben

  • Verfasser: woelsendorfer (16.10.2011) ©
  • Text ergänzt, erweitert und geändert woelsendorfer (19.12.2012, 10.07.2013, 11.11.2013) ©

Einordnung