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Weiß'sche Grube

Steckbrief

Land

Deutschland

Re­gi­on

Bayern / Oberpfalz, Bezirk / Schwandorf, Landkreis / Wölsendorf, Revier / Wölsendorf / Weiß'sche Grube

Auf­schluss­be­sch­rei­bung

ein Schacht

Fund­s­tel­len­typ

Erloschen

Geo­lo­gie

Mittelkörniger Granit

Zu­gangs­be­schrän­kun­gen

Ob in dem Gelände, auf FlurNr. 915, noch Spuren von der Weiß'schen Grube vorhanden sind, wurde von mir (woelsendorfer) bisher noch nicht untersucht. Aufgrund der späteren Grube Pfeiffer die ab 1922 vermutlich auch in dem Bereich Flußspat abgebaut und das ziemlich Tagnah gemacht hat, erschien mir eine Untersuchung bisher als zu gefährlich.

GPS-Ko­or­di­na­ten

Weiß'sche Grube



Weiß'sche Grube

WGS 84: 
Lat.: 49,41509986° N, 
Long: 12,1706416° E
WGS 84: 
Lat.: 49° 24' 54,36" N,
   Long: 12° 10' 14,31" E
Gauß-Krüger: 
R: 4512488,
 H: 5475364
Regionale Wetter Information, Macrostrat geologische Karten

To­po­gra­phi­sche Kar­te

TK6539

Verkürzte Mineralienatlas URL:

https://www.mineralienatlas.de/?l=24451
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Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

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Etikett Prof. Augustin Alexis Damour
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Etikett Prof. Augustin Alexis Damour (SNr: 0316)

Weiß'sche Grube, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland. Etikett von dem französischen Mineralogen Prof. Augustin Alexis Damour.

Sammlung: ex.woelsendorfer
Copyright: woelsendorfer
Beitrag: woelsendorfer 2012-04-28

Ausführliche Beschreibung

Allgemeines

  • 1859 Eröffnung der zweigleisigen Bahnstrecke von Regensburg nach Schwandorf.
  • 1863 am 1. Oktober Eröffnung der zweigleisigen Bahnstrecke von Schwandorf bis nach Weiden.

Vorwort

  • Es ist zu vermuten, was andere Autoren in der bisher erschienenen Literatur schon geäußert haben, dass relativ zeitnah nach der Eröffnung der Bahnstrecke bis nach Weiden der unternehmerische Flußspatbergbau im Wölsendorfer Revier begonnen hatte. Der Bauunternehmer Peter Weiß aus Weiden wird nach der Eröffnung der Bahnstrecke im Jahre 1863 den Entschluß gefaßt haben im Wölsendorfer Raum zwei Flußspatgruben in Betrieb zu nehmen, nämlich die hier genannte Weiß'sche Grube am Lehenbühl auf FlurNr. 915 und die Grube Kuppelholz am Kuppelberg auf FlurNr. 1103. Auf beiden Flurstücken befinden sich relativ breite Flußspatgänge. Als Bauunternehmer hatte er auch eine gewisse Kenntniss um an Sprengstoff zu kommen und die Erfahrung damit umzugehen.
  • um 1878/79 wird daher vermutlich auf FlurNr. 915 der erste Schacht eingeteuft und im Laufe der nächsten Jahre die erste Strecke im Streichen des Flußspatganges aufgefahren.
Weiß'sche Grube
Weiß'sche Grube

Weiß'sche Grube, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland. Ausschnitt aus Karte 1:50000 von Pau Dorn 1933-1935.

woelsendorfer

Ein geschichtlicher Abriss zur Weiß'sche Grube

  • 1884 am 4. März berichtet der Gendarm Anton Karg von dem K.B. Gendarmeriekorps, Station Schwarzenfeld, in einer dienstlichen Anzeige davon, daß der Bauunternehmer Weiß mehrere Spatbrüche besitzt, so auch in dem sogenannten Lehenbirl (Lehenbühl) auf der Flurnummer 915 der Gemeinde Diendorf, darüberhinaus findet man auch einen Hinweis von Anton Karg über die Herkunft des Dynamits und des Pulvers der da lautet: "Das Dynamit bezieht Herr Weiß nach Angabe des Herrn Graser von der Pulverfabrik Rothweidn, Hamburg / Niederlassung Deggendorf / und wird in Regensburg per Achse abgeholt und in die Pulverkammer gebracht."

    • Hinweis dazu: Herr Graser ist dafür zuständig, Dynamit und Pulver für die Gruben in und um dem Ort Wölsendorf zu verwalten.
  • 1885 am 21. Januar bittet der "gehorsamst Unterzeichnete Verwalter" Johann Graser in dem von Peter Weiß aus Weiden betriebenen Bergwerksschacht eine Pulverkammer errichten zu dürfen; hingewiesen wird in diesem Schreiben auf bereits bestehende Kammern "wie solche in den Bleibergwerken in Freihung bereits zwei bestehen im kgl. Bezirksamt Amberg".
  • 1885 am 22. Mai bittet Herr Graser das kgl. Bezirksamt Nabburg um die technische Prüfung der "verferdigten Kammer". Nach den Planskizzen hat diese Kammer einen Rauminhalt von 1 cbm; sie ist in die Seitenwand einer 10 m langen Strecke nach 3 m vom 12 m tiefen Schacht entfernt eingebaut; der Schacht mißt 2 x 2 m. In der Planskizze ist über dem Schacht ein Förderhaspel eingezeichnet. Es ist also sicher, daß auf diesem Grundstück schon seit geraumer Zeit Bergbau betrieben worden ist, denn für das Teufen eines 12 m tiefen Schachtes und das Vortreiben einer 10 m langen Strecke war damals schon einige Zeit notwendig.

    • Hinweis dazu: 1906 hat der Schacht der Grube Kuppel von Georg Bauer eine Teufe von 15 m erreicht, dafür wurden 7 Jahre gebraucht. Der Schacht der Weiß'schen Grube hatte bereits 1885 eine Teufe (Tiefe) von 12 m gehabt, dass würde bedeuten das Peter Weiß bereits circa 1878/79 auf FlurNr. 915 zum Tiefbau überging. Bei der Grube Kuppelholz von Peter Weiß, FlurNr. 1103, wird das bereits zwischen 1865 und 1870 der Fall gewesen sein.
Weiß'sche Grube
Weiß'sche Grube

Weiß'sche Grube, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland. Übersichtskarte.

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  • 1885 am 6. Juni gibt der Distriktstechniker Steiger die Lage des Schachtes auf Flurnummer 915 von den Orten Brensdorf und Wölsenberg mit circa 1000 m und von Wölsendorf mit circa 1200 m entfernt an.
  • 1885 am 13. Juni stellt das Bezirksamt Nabburg fest, daß Herrn Graser die Genehmigung zum Besitz von Dynamit nicht erteilt worden ist. Niemand anderer hat diese Genehmigung. Die Sprengungen mit Pulver allein werden noch im Juni 1885 abgebrochen, weil sie erfolglos sind.

    • Hinweis dazu: Am 19. Mai 1885 hat der Verwalter Graser 5 Dynamitpatronen im Steinbruch Wölsenberg auf dem Kuppelholz verschießen lassen, wozu er aber keine Berechtigung hatte und da keine befähigte Person vorhanden war mit Dynamit umzugehen wurden die Pulversprengungen eingestellt, da diese ohne Dynamit keinen Erfolg hatten.
  • 1885 am 7. November kann nach umfangreichen "Recherchen des Stationskdt. Schreyer der Gendarmeriestation Schwarzenfeld" dem am 4. April 1835 in Wölsendorf geborenen und in Brensdorf, Hs-Nr. 12 wohnenden Josef Hierl die Verwaltung des Dynamits übertragen werden. Der Schreinermeister und Spatgrubenbesitzer Wolfgang Zimmermann hatte Übergangsweise eine Erlaubnis zum Besitz von Dynamit gehabt, die ihm jetzt entzogen wird.
  • 1933 ist in einer der Karte von Paul Dorn, Tübingen, ein Zeichen für ein stillliegendes Bergwerk zu vorzufinden.

Nachwort

  • Wie lange die Weiß'sche Grube von Peter Weiß betrieben worden ist, ist leider nicht überliefert. Es wurden auch keine weiteren Informationen gefunden was aus den Betriebsanlagen geworden ist.
  • Der Flußspat, FlurNr. 915, wird in späteren Jahren von Grube Johannesschacht abgebaut.

Mineralogie

  • Besonderheiten aus dem Wölsendorfer Flußspatrevier
  • Stinkspatsufe
Antozonit
Antozonit (SNr: 0316)

Weiß'sche Grube, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland. Stufengröße: 67x45x38mm. Bis 12mm große Stinkspatwürfel.

woelsendorfer
Etikett Prof. Augustin Alexis Damour
Etikett Prof. Augustin Alexis Damour (SNr: 0316)

Weiß'sche Grube, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland. Etikett von dem französischen Mineralogen Prof. Augustin Alexis Damour.

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Antozonit
Antozonit (SNr: 0316)

Weiß'sche Grube, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland. Stufengröße: 67x45x38mm. Bis 12mm große Stinkspatwürfel.

woelsendorfer
  • Stufenbeschreibung: Die Stufe besteht rundum aus violetten Fluoritwürfeln, die durch Sauerstoffeinfluß allesamt schwarz geworden sind und diese Fluoritform wird Stinkspat genannt. In kleinen Teilbereichen der Würfel kommt allerdings der violette Farbton in wunderschöner Farbe noch durch. Die Oberflächen der Fluoritwürfel sind hochglänzend und leicht parkettartig, wobei die Würfel nach oben hin einen stufigen bis treppenförmigen Aufbau aufweisen. Die Kanten sind dadurch bedingt in sich versetzt, uneben, kleinstwürfelig aber auch scharfkantig. Die Würfelgröße beträgt bis zu 12 mm. Begleiter ist stellenweise weißer Mikroquarzbelag und hellbräunliche Mikroquarzkrusten. Das ganze wird durch goldfarbene Kupferkieskristalle abgerundet, die in Teilbereichen auf ihren Flächen den schwarzglänzenden Farbton des Stinkspates angenommen haben.
  • Zu der Stufe ist ein 61x34 mm großes Etilett mit der Original Handschrift von dem französischen Mineralogen Prof. Augustin Alexis Damour mit folgendem Text vorhanden: "Fluorine Antozon Flusspath ( Schönbein ) de Wolzendorff Bavière Violet."
  • Prof. Augustin Alexis Damour wurde am 19. Juli 1808 in Paris geboren und am 22. September 1902 ist er auch in Paris verstorben.
Prof. Augustin Alexis Damour
Prof. Augustin Alexis Damour

Weiß'sche Grube, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland.

woelsendorfer
  • Zu dieser Zeit gab es nur eine Grube die derartigen Fluorit - Stinkspat gefördert hat, nämlich die hier beschriebene Weiß'sche Grube. Bei Grube Marienschacht wird 1931 folgendes erwähnt: "Nur die dunkelviolette Varietät, die dem Geruch nach als Stinkspat bezeichnet werden muß, obgleich solcher in nennenswerten Mengen hier bis jetzt nicht angetroffen worden ist". Bedeutet das die Gruben die früher in dem Abbaubereich der Grube Marienschacht tätig waren, derartigen Fluorit nicht gefördert hatten. Hinzu kommt das aus dem Bereich der Weiß'schen Grube zuerst auf Grube Johannesschacht und gerade später von Grube Grube Marienschacht / Baufeld Staatsbruch derartige Stufen aus dem Barbaragang bekannt geworden sind.

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Antozonit
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Antozonit (SNr: 0316)

Weiß'sche Grube, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland. Stufengröße: 67x45x38mm. Bis 12mm große Stinkspatwürfel.

Sammlung: ex.woelsendorfer
Copyright: woelsendorfer
Beitrag: woelsendorfer 2012-04-28
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Antozonit
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Antozonit (SNr: 0316)

Weiß'sche Grube, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland. Stufengröße: 67x45x38mm. Bis 12mm große Stinkspatwürfel.

Sammlung: ex.woelsendorfer
Copyright: woelsendorfer
Beitrag: woelsendorfer 2012-04-28
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Referenz- und Quellangaben, Literatur

Literatur

  • Priehäußer, Max: "Die Flußspatgänge der Oberpfalz", in "Zeitschrift für praktische Geologie", XVI. Jahrgang, Monatsheft Juli 1908.
  • Kohl, E. und Haller, H., Berlin: "Die Mineralführung der Wölsendorfer Flußspatgänge", in "Zeitschrift für praktische Geologie", 42.Jahrgang, Heft 5, Seite 69-79, Berlin Mai 1934.
  • Dorn, Paul, Tübingen: Abhandlung über die "Geologie der Flußspat-Lagerstätten der Bayerischen Ostmark", in "Jahresberichte und Mitteilungen des Oberrheinischen geologischen Vereines", Band XXV, Jahrgang 1936.
  • Erläuterungen zur Geologischen Karte von Bayern, 1:25000, BlattNr. 6539 Nabburg, München 1967,
  • dazu "Geologische Karte von Bayern, 1:25000, BlattNr. 6539 Nabburg; München 1967", die von Dr. Wilhelm Bauberger zwischen 1962 bis 1964, unter Verwendung des Manuskriptes von Dr. Heinz Ziehr "Die Flußspatgänge von Wölsendorf und deren Nebengesteine", Diss. Univ. München 1954 und eine im Besitz des Bayer. Geol. Landesamtes befindliche Lagerstättenkarte (Maßstab 1:5000) aufgenommen wurde.
  • Bierler, Michael: "5. Über den Bergbau", Seite 369 - 407, in "Wölsendorf - 100 Jahre Freiwillige Feuerwehr 22. Juli bis 25. Juli 1988.
  • im privaten Bestand befindliche Flurkartenauszüge und Rißwerke der Grube Johannesschacht.

Quellenangaben

Einordnung