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Grube Roland

Steckbrief

Land

Deutschland

Re­gi­on

Bayern / Oberpfalz, Bezirk / Schwandorf, Landkreis / Wölsendorf, Revier / Brensdorf / Grube Roland

GPS-Ko­or­di­na­ten

Grube Roland



Grube Roland

WGS 84: 
Lat.: 49,41961144° N, 
Long: 12,16455081° E
WGS 84: 
Lat.: 49° 25' 10,601" N,
   Long: 12° 9' 52,383" E
Gauß-Krüger: 
R: 4512045,
 H: 5475865
Regionale Wetter Information, Macrostrat geologische Karten

To­po­gra­phi­sche Kar­te

TK6538

An­fahrts­be­sch­rei­bung

Um die Grube Roland zu erreichen fährt man von Süden aus kommend nach Stulln, zweigt im Ort gleich rechts und biegt im Ort nochmals rechts nach Brensdorf / Wölsendorf ab. Kurz vor der Bahnunterführung fährt man links in einen Feldweg, (oder im kleinen Steinbruch gegenüber Parken), biegt vorm Waldrand rechts ab und fährt den Weg, der sehr schlecht zu befahren ist, bis fast an seinem Ende. Auf der rechten Seite am Bahndamm liegt eine ziemlich durchwühlte Halde.

Auf­schluss­be­sch­rei­bung

1 Föder- und 1 Luftschacht

Fund­s­tel­len­typ

Bergwerk (alt)

Geo­lo­gie

Mittelkörniger Granit

Zu­gangs­be­schrän­kun­gen

Im Mai 2007 konnte Manfred Früchtl, bei einem kurzen Besuch, Fluorit, Rauchquarz, Torbernit und Uranocircit finden.

Letz­ter Be­such

April 2015

Verkürzte Mineralienatlas URL:

https://www.mineralienatlas.de/?l=321
Bitte fühlen Sie sich frei auf diese Seite zu verlinken.

Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

Weitere Funktionen

Bilder von Fundstellen (10 Bilder gesamt)

Grube Roland
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Grube Roland

Grube Roland, Brensdorf, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland. Fertige Absicherung am ehemaligen Haupteingang zum Förderschacht, die im Zuge der Bergsicherung durch das Bergamt Bayreuth aufge...

Sammlung: woelsendorfer
Copyright: woelsendorfer
Beitrag: woelsendorfer 2013-11-01
Grube Roland
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Grube Roland

Grube Roland, Brensdorf, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland. Im Zuge der Bergsicherung durch das Bergamt Bayreuth wurden um die Einbruchbereiche Maschendrahtzäune aufgestellt. Rechts liegt ...

Sammlung: woelsendorfer
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Beitrag: woelsendorfer 2013-11-01
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Grube Roland

Grube Roland, Brensdorf, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland. Wegen der vielen Tagesbrüche stehen im Wald überall entsprechende Schilder. Foto vom 09.10.2007.

Sammlung: woelsendorfer
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Beitrag: woelsendorfer 2013-11-01

Ausführliche Beschreibung

Betrieb

Folgende Gruben waren im Baufeld der Grube Roland tätig:

Hinweis dazu: In der Literatur wird noch eine Grube Roland I genannt, die ich bisher (Stand 28.10.2013) nicht zuordnen kann.

1976 Aug./Sept. wird das Fördergerüst der Grube Roland zerlegt und zu Grube Hermine gebracht. Das Holz-Fördergerüst auf Grube Hermine brannte am 13. August 1976, an einem Freitag, infolge Blitzeinschlag ab. Es wurde unter Einbeziehung des Stahlfördergerüstes der stillgelegten Grube Roland ersetzt und so konnte die Grube Hermine am 13. September 1976 den Betrieb wieder aufnehmen.

2005 im Juni/Juli wurde der Stahlförderturm der Grube Hermine zerlegt. Er wird gereinigt, gesandstrahlt, leichte Veränderungen werden vorgenommen, bekommt einen neuen Anstrich und wird dann am ehemaligen Besucherbergwerk Reichhart-Schacht wieder aufgestellt.

2005 am 06. September wird der restaurierte Stahlförderturm aufgestellt und bekommt so seinen endgültigen Standort über dem Gottessegenschacht der ehemaligen Grube Freiung I am ehemaligen Besucherbergwerk Reichhart-Schacht.


Ein geschichtlicher Abriss zur Grube Roland

Vorläuferbetrieb war die Grube Glückauf - Mühlberg die "vermutlich" ab 1939/40 in Grube Roland umbenannt wurde.

1940-1945 wurden die Gruben Roland, Marienschacht, Johannesschacht, Erika und Cäcilia sehr stark zur Förderung herangezogen, weil die Grube Hermine völlig neu aufgebaut und die Gruben Erna und Gisela großzügig entwickelt und aufgeschlossen wurden, eine Förderung gab es aus den drei letztgenannten Gruben daher nicht.

1943 lag die Tagesförderung der Grube Roland bei 25 t und die verwertbare Förderung lag in diesem Jahr bei 6.916 t. Die Belegschaft betrug: 38 Personen, davon 12 Polen.

1944 lag die Tagesförderung bei 30 t. Die Belegschaft betrug: 22 Deutsche, 14 Polen, 3 Russen und 3 Frauen.

1948 Produktionszahlen: Flußspatrohförderung: 4.200 t, Absatzfähig: 3.713 t, Belegschaft: Arbeiter unter Tage: 20, Arbeiter über Tage 8, Angestellte 2.

1950 stellt Kurt Heinrich eine neue Fördermaschine auf, er teuft damit einen neuen Schacht bis auf 100 m ab und baut eine zweitrümmige Förderung ein.

Hinweis dazu: Die Altanlage könnte ab diesem Zeitpunkt die Bezeichnung Grube Roland I bekommen haben und die Neuanlage bekam die Bezeichnung Grube Roland.

Im gleichen Jahr werden für die Statistik folgende Angaben gemacht: Grube Roland, Kurt Heinrich, Glückaufschacht und Arnoldschacht; Betriebsleitung: Kurt Heinrich, Hauptmineral: Flußspat, Nebenmineralien: Schwerspat, Lagerstätte: Gangvorkommen in 3 Gängen, Fördereinrichtungen: Schachtförderung mit Gestellen, Aufbereitungs- und Veredelungsanlagen: Wasch-, Sortier- und Setzmaschinen.

Hinweis dazu: Kurt Heinrich hat ab 1950 nicht nur einen neuen Schacht abgeteuft, sondern baut am Hang zum Teil eine völlig neue Anlage auf.

1950 bis 1956 werden durch Kurt Heinrich KEINE Angaben zu Förderung und Belegschaft in den statistischen Jahrbüchern gemacht.

1951 wird als Eigentümer "Grube Roland, Kurt Heinrich G.m.b.H." angegeben.

Grube Roland
Grube Roland

Grube Roland, Brensdorf, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland. Kurt Heinrich Bildmitte, stehend, mit Belegschaft, bei der Einweihung am neuen Förderschacht, 1952. Bild im Archiv woelsendorfer.

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1952 Inbetriebnahme des neues Förderschachtes.

Im gleichen Jahr berichtet cand. Geol. Horst Riedel, München, wie folgt (Textpassagen wurden gekürzt und zusammen gefaßt): Die Grube Roland wird als ein kleiner Betrieb auf dem Mühlberg beschrieben, die dicht am östlichen Steilabfall zum Nabbtal hin auf zwei Sohlen und zwar auf der 52 m und 72 m Sohle baut. Die jetzt eingestellte Produktion auf der 52 m Sohle lieferte maximal 30 bis 40 Tonnen Flußspat pro Tag. Auf der 72 m Sohle war mit 12 bis 24 Tonnen die Tagesförderung im gleichen Jahr etwas dürftig, was sich aber im Flußspatbergbau immer einmal einstellen kann.

1954 wird eine Förderung von 3.915 v.F. in t und eine Gesamtbelegschaft von 38 Beschäftigte angegeben. Hinweis dazu: Die Angaben von 1954 stammen von Herrn Dipl.-Berging. Karl Weiss, Stulln, Grubenbetriebsleiter aller Gruben der "Vereinigte Flußspatgruben GmbH", Stulln ( = VFG-Stulln ), der die Angaben vermutlich aus den Unterlagen der Grube Roland entnommen hat, die ab 1957 zu diesem Unternehmen gehörte.

1957 im August/September zieht sich Kurt Heinrich aus dem Flußspatbergbau zurück. Er verkauft die Grube Roland mit allen Betriebsanlagen und den Ausbeuterechten an die "Vereinigten Flußspatgruben GmbH", Stulln. Der geförderte Flußspat wird von nun an ebenfalls der Zentralaufbereitung Erna zugeführt.


Grube Roland
Grube Roland

Grube Roland, Brensdorf, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland. "Hausorden" für 25jährige Mitarbeit. Er bestand aus Zinn und unten war ein Stück geschliffenes Stück Flußspat aus der Grube Rola...

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1958 werden für die Statistik folgende Angaben gemacht: "Vereinigte Flußspatgruben GmbH", Stulln; Geschäftsführung: Dipl.-Ing. Ernst Grüter, Nabburg, Dr. phil. Jon Seemann, Nabburg; Prokurist: Dr. phil. Wilhelm Mühlhoff, Stulln; Grubenbetriebsleitung für alle Gruben der "VEW": Dipl.-Berging. Horst Krummhaar, Stulln; Gründungsjahr: 1935; In Betrieb befindliche Bergwerksanlagen: Gruben Roland und Erna in Stulln, Grube Gisela und Grube Hermine in Lissenthan und Grube Issigau, Kreis Naila, zusaätzlich Aufbereitung und Flotation in Stulln. Für Grube Roland wird folgende Einzelangabe gemacht: Grube Roland; Betriebsleitung: Paul Dudzik; Mineral und Lagerstätte: Flußspat, Schwerspat in steilstehenden Gängen, Grubenbetrieb: Tiefbau, Förderschacht 100 m Teufe. Im gleichen Jahr teuft die "Vereinigte Flußspatgruben GmbH" den Rolandschacht bis auf 200 m weiter ab und fährt auf der 200 m Sohle die Flußspatgänge im Streichen auf.

Hinweis dazu: Es wird davon gesprochen das der Rolandschacht tiefer geteuft wurde, Kurt Heinrich hat aber bis zum Verkauf seiner Grube keinen Rolandschacht betrieben, sondern den Glückaufschacht und den Arnoldschacht, welcher von diesen beiden tiefer geteuft wurde muss vorerst offen bleiben.

1959 ist Förderschacht bis auf 200 m Teufe in Betrieb und der Flußspat wird auf der 200 m Sohle abgebaut.

1960 übernimmt Dipl.Ing. Ernst Grüter, Nabburg die Geschäftsführung jetzt als Direktor, Dr. phil. Jon Seemann, Nabburg wird nicht mehr genannt und Dipl.-Berging. Karl Weiss, Stulln, übernimmt die Grubenbetriebsleitung aller Gruben.

Im gleichen Jahr Produktions- und Belegschaftszahlen für die Gruben Roland, Erna, Gisela, Hermine und Issigau, Kreis Naila: Flußspat roh 49.707 t, absatzfähig 24.457 t, Belegschaftsstand am viertletzten Arbeitstag im Dezember: Arbeiter unter Tage: 72, Arbeiter ueber Tage: 92, Angestellte: 18, Gesamt: 182.

1961 wird die Grube Roland stillgelegt.

Hinweis dazu: Ein genaues Stillegungsdatum wird nicht erwähnt.

19?? hinterlies eine groß angelegte Feuer- und Katastrophenschutzübung von der ehemaligen burgartigen Anlage nur noch Ruinen. Das Betriebsgelände wurde dann eingeebnet, der Förderturm, der den Brand fast unbeschadet überstand, sollte als industriegeschichtliches Wahrzeichen an seinem Platz bleiben, schön gelegen im landschaftlich reizvollen Naabdurchbruch.


Die Lagerstätte

Grube Roland
Grube Roland

Grube Roland, Brensdorf, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland. Neue Betriebsanlage am Hang des Mühl-Berges im Jahre 1958/59. Foto im Archiv woelsendorfer.

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1952 werden die Gangverhältnisse allgemein als wenig günstig beschrieben. Die Lagerung ist sehr gestört und uneinheitlich. Der Hauptgang ist vom Schacht nach Westen zu gespalten in zwei Parallelgänge, den nördlichen "Arnold-Gang" und den südlichen "Glückauf-Gang", nach circa 200 m treffen sich beide Gänge in einer Scharungszone (Trümmerzone) wieder. Auf der 52 m Sohle wird nach Osten hin ein 3 bis 4 m breiter Gang erwähnt. Die Gangfüllung, soweit man noch im eigentlichen Sinne von einem regelmäßigen Gang sprechen kann, ist so angeordnet, daß in einem verkitteten Haufwerk von +/- veränderten Graniteinschlüssen (z.T. weiss gebleicht in Salbandregion - kaolinisiert - oder grünlich verschmiert - nontronitisiert -) der Stinkspat in +/- großen Adern, Zonen und Häufungen angereichert ist.

1957 berichtet Dr. Ernst Otto Teuscher, München, wie folgt: "Gegen die Naab hin stellen sich wieder die normalen tektonischen Verhältnisse ein, die beiden Trümer der Grube Roland (28) haben wieder das übliche Streichen parallel der Pfahllinie von NW nach SE. Beide liegen genau in der Fortsetzung der Hauptflußspatgänge, die auch links der Naab bekannt sind. Die Gänge haben über größere streichende Ausdehnung eine Mächtigkeit von 0,5 bis 1 m und mehr. Untersuchungen darüber, ob von den Hauptgängen abzweigende schmale Trümer nur unbedeutende Fiederspalten sind oder ob sie z.T. auch bauwürdige Mächtigkeiten annehmen, stehen erst am Anfang".


Mineralogie

Hinweis

Stufen von Grube Roland werden eher selten angeboten, da die Grube bereits 1961 wegen Erschöpfung der Lagerstätte stillgelegt worden ist. Erklärend zu Angeboten von Mineralien der Grube Roland sollte in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen werden, dass der große "Run" auf Mineralien aus dem Wölsendorfer Revier erst weit nach 1961 anfing. Hinzu kommt, nach mündlicher Überlieferung, dass für gute und schöne Kristallstufen der Grube Roland immer überregionale Aufkäufer vorhanden waren, die dieses Material dann direkt in die Staaten und nach Kanada lieferten.

Weiterhin wurde mir nach Auskunft von einigen Bergleuten und Kennern des Reviers berichtet, dass die Grube Roland, neben Grube Heißer Stein, die schönsten Mineralstufen geliefert haben soll, es gibt auch Hinweise, dass diese sogar schöner gewesen sind.

Halde

Im Bereich der Halde, wo genau ist dem Autor nicht bekannt und durch eigene Begehungen auch noch nicht erforscht, wurde von den Dampfloks, die auf der Lokalbahnstrecke Nabburg - Schönsee verkehrten, die heiße Schlacke aus den Heizkesseln entsorgt. Inwieweit sich das auf die Mineralogie, hier insbesondere auf Micromounts auswirkt, kann der Autor als Laie nicht beantworten.

Besonderheiten aus dem Wölsendorfer Flußspatrevier

Stinkspatoktaeder
Stinkspatoktaeder (SNr: 0446)

Grube Roland, Brensdorf, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland. Stufengröße: 68x58x29mm.

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Stinkspatoktaeder

Die vorliegende Stufe wurde von einem Bergmann 1953 im Scharungsbereich des Arnold- und Glückauf-Ganges, in einem größeren Kuftbereich, gefunden.

Stufenbeschreibung: Die Stufe besteht vollständig aus schwarzem Stinkspat, die für Wölsendorfer Verhältnisse mit einem außergewöhnlich, 40 x 37 x 26 mm großen, fast perfekten Fluorit-Oktaeder auskristallisiert ist. Auf den Seitenflächen des Oktaeders sind unzählige kleine und kleinste Fluoritwürfelchen aufgewachsen. Neben diesem großen Oktaeder sind noch weitere, kleinere Oktaeder zu finden, die aber nicht so gut auskristallisiert und mit unbestimmten Tonmineralien überwachsen sind. Auch im Umfeld dieser Oktaeder lassen sich kleinste Fluoritwürfelchen ausmachen, die durchweg schräg aufgewachsen sind.


Fluorit-Pyramidenwürfel
Fluorit-Pyramidenwürfel (SNr: 0118)

Grube Roland, Brensdorf, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland. Stufengröße: 180x96x19mm.

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Fluorit-Pyramidenwürfel in Kombination mit einem Würfel

Stufenbeschreibung: Auf dieser Stufe ist eine SELTENHEIT aus dem Wölsendorfer Revier zu finden und zwar ein 11 x 7 mm, außergewöhnlich großer, leicht hellrötlicher, auf seinen Oberflächen eher rauer, Fluorit-Pyramidenwürfel in Kombination mit einem Würfel. Darüber hinaus findet man drei weitere von diesen Fluoritkristallen auf dem Quarzuntergund wieder, die aufgrund ihrer leichten Transparenz und der zarten rosa bis rosavioletten Farbe sofort auffallen. Sie sind allerdings nur circa 2 - 3 mm groß, besitzen ebenfalls eine raue, aber auch kerbige Oberfläche. Als Begleiter bzw. als Unterlage ist wasserklarer Mikroquarz, der durch das Muttergestein eher bräunlich wirkt, vorzufinden. Der große Fluorit-Pyramidenwürfel ist in seiner Größe von der Grube Roland und aus dem Wölsendorfer Flußspatrevier ein Einzelstück.

Zur Erklärung - Pyramidenwürfel in Kombination mit Würfel: Wenn die Pyramidenwürfel nur teilweise ausgebildet sind kommt eine Form zustande, bei der die sechs Würfelflächen die Pyramiden abschneiden (pro Seite 5 Flächen mal 6 Seiten = 30flächner). Fluorit-Pyramidenwürfelstufen von Grube Roland sind sehr gesucht und gelten daher als ABSOLUTE RARITÄT !!!

1952 besteht die Gangfüllung in der Hauptsache aus schwarz-violetten Flußspat ("Stinkspat"), abschnittweise und dann sehr mächtig auftretendem Schwerspat (rötlich-braun, z.T. gebändert), Quarz und seltener grünem "Säurespat" (letzterer vor allem auf der 52 m Sohle). Im Stinkspat findet sich wie in der Grube Anna (Erna – Annagang), am Grube Am heissen Stein und besonders in Wölsendorf freies Fluor. Quarz ist teilweise zwischen dem Stinkspat und dem Säurespat vorhanden. Der Schwerspat findet sich in Ausbauchungen des Ganges in massiver Häufung an Stelle des Flußspates.

1957 erwähnt Dr. Ernst Otto Teuscher, München, folgendes: "Mineralogisch näher bekannt sind nur die beiden Trümer der Grube Roland (28; Arnold-Gang = nördliches, Glückauf-Gang = südliches Trum in 0 bis 50 m Abstand), die vorwiegend violetten bis tiefvioletten Flußspat führen, untergeordnet auch blaugrauen, besonders im Mittelstreif mächtiger Gangpartien. Der Schwerspat ist ungleichmäßig verteilt und kann in Nestern den Flußspat an Mächtigkeit übertreffen. Sporadisches Auftreten von Uranmineralien wurde beobachtet, die vorwiegend an die Scharungszonen mit N–S-Trümer geknüpft sind und oft in 10 bis 20 m Entfernung von der Scharungsstelle wieder aufhören".

1967 wird von Dr. Heinz Ziehr, Regensburg, für Grube Roland folgende Mineralabfolge ( Formation I, II, IIa, III, IV, V und VI ) genannt
  • I

    • Quarz (Hornstein)
    • Uranpecherz I
    • Bleiglanz I, Pyrit I, Kupferkies I
    • Coffinit I, Brannerit
  • II

    • Fluorit I
    • Quarz II
    • Uranpecherz II
    • Coffinit II
  • IIa

    • Bleiglanz II, Pyrit II, Markasit I
    • Quarz III
  • III

    • Fluorit IIa und b
    • Quarz IV
    • Baryt I
  • IV

    • Fluorit III
    • Baryt II
  • V

    • Pyrit III, Markasit II, Linneit, Bravoit
    • Kupferkies II, Zinkblende II
    • Cu, Hg - Fahlerze
    • Bleiglanz III
  • VI

    • Quarz V
    • Fluorit IV (xx) plus minus Pyrit
    • Baryt III (xx) Kupferkies III

Grube Roland
Grube Roland

Grube Roland, Brensdorf, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland. Übersichtskarte.

woelsendorfer

Dazu werden von Dr. Heinz Ziehr wie folgt Angaben gemacht (es werden hier nur Besonderheiten in loser Folge aufgeführt): Früher fanden sich gut ausgebildete Stinkspat-Hexaeder mit Kantenlängen bis 4 cm. Vereinzelt kommen Oktaeder vor, die nicht in Drusen, sondern im dichten, massigen Stinkspat eingebettet lagen. Keine Fluoreszenz zeigen glasglare Fluoritkristalle mit einer violetten Randzone und dunkelviolette Kristalle. Dünne, nach (001) entwickelte Baryttafeln sind oft mit mm-dicken Flußspatlagen parallel verwachsen. Auf diesen können wasserklare Flußspatwürfel und auf diesen wiederum kleine Schwerspatkristalle aufgewachsen sein. Pechblende kommt zusammen mit Kupferkies und Safflorit vor, Kupferglanz findet sich in Begleitung von Kupferkies und Bornit; Malachit und Kupferlasur treten, wie von KOHL und HALLER (1934) beschrieben, teils jeder für sich, teils miteinander verwachsen, in der Gangmasse auf - Sehr häufig bilden sie dünne Krusten und Überzüge in den tieferen Gangbereichen.

1977 berichtet Hartmut Schmeltzer, München: Fluorit ist farblos, grün und oft violett und bildet meist Würfel, seltener Oktaeder, Tetrakishexaeder, Rhombendodekaeder und Kombinationen dieser Formen. Der Baryt ist rötlichbraun gefärbt und zeigt lilarosa Fluoreszenz. In Drusen kommen jüngere farblose und hellblaue Baryt-xx vor. Neben Quarz-xx kommen auch Eisenkiesel-xx und Quarz-Pseudomorphosen nach Calcit, Baryt und Fluorit vor. Vor einiger Zeit wurde Kupfer häufiger in dünnen Belägen gefunden. An Uranmineralien werden Pechblende, Safflorit, Uranocircit, Autunit, Torbernit, Uranophan und Kasolit erwähnt, während nur im Baryt leuchtend roter Fourmarierit, gelber Zippeit und Phosphuranylit vorkommen.

2000 wird zu den Mineralien der Grube Roland folgendes geschrieben: Fluorit: Im Ausgehenden des Ganges wurden bis zu 1 cm große violette Fluorit-Pyramidenwürfel gefunden.

Hinweis dazu: Richtig und genauer müsste es heißen: Ab circa 1980 wurden im Ausgehenden des Glückaufganges, zur Bahnlinie hin, bis zu 11 mm große, leicht hellrötliche, bis kräftig violettrötliche Fluorit-Pyramidenwürfel gefunden.

Das Rhombendodekaeder ( 110 ) tritt flächenbestimmend nur in kleinen Kristallen auf. Flache Tetrakishexaederflächen der Indizierung ( 310 ) treten ebenfalls als Abschrägung von Würfelkanten auf, bei der Grube Roland fanden sich perfekt ausgebildete 24- und 30-Flächner.

Da die Gänge von Grube Roland Hämatit führten wurde Quarz auch als kräftig gefärbter Eisenkiesel gefunden. Beim Calcit wird erwähnt, dass dem Stinkspat teilweise stumpfe bräunliche "Hornsteinrhomboeder" unterlagert sind, die Pseudomorphosen nach Calcit darstellen dürften. Erdiger, leuchtend roter Zinnober der kleine Höhlungen im Fluorit auskleidete und Malachitkügelchen werden als häufig vorkommend, beschrieben. Kupfer kommt in dendritisch gewachsenen Blechen von wenigen mm Größe auf den cupritführenden Spalten im Granit vor. Uranmineralien wurden wie folgt beobachtet: Pechblende, Autunit, Torbernit, Uranophan, Kasolit, Uranocker, Becquerelit, Uranopilit, Metatorbernit, Uranocircit.

Weitere Mineralien werden noch aufgezählt: Baryt, Siderit, Adular (Paradoxit), Cuprit.


Mineralien (Anzahl: 59)

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Metatorbernit
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Metatorbernit

Roland mine, Wölsendorf East District, Wölsendorf Fluorite mining District, Schwandorf, Upper Palatinate, Bavaria, Germany; Kristall ca 1 mm; Green platy crystals, associated with fluorite, quartz,...

Sammlung: RRUFF - Univ. of Arizona
Copyright: RRUFF - Univ. of Arizona
Beitrag: Stefan 2015-08-14
Fluorit
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Fluorit

Formenkombination Tetrakishexaeder und Würfel von Wölsendorf, Grube Roland. BB: 9mm

Sammlung: Walter John
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Beitrag: Dieter Strangfeld 2018-03-19
Fluorit
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Fluorit

Tetrakishexaeder von Wölsendorf, Grube Roland. BB: 5 mm

Sammlung: Walter John
Copyright: Dieter Strangfeld
Beitrag: Dieter Strangfeld 2018-03-19

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Granit

Größe: 80x65 mm; Fundort: Grube Roland, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland

Copyright: slugslayer
Beitrag: slugslayer 2013-03-03
Granit
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Granit

Bildbreite: 25 mm; Fundort: Grube Roland, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland

Copyright: slugslayer
Beitrag: slugslayer 2013-03-03
Granit
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Granit

Bildbreite: 20 mm; Fundort: Grube Roland, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland

Copyright: slugslayer
Beitrag: slugslayer 2013-12-10

Referenz- und Quellangaben, Literatur

Literatur

  • Dorn, Paul, Tübingen: Abhandlung über die "Geologie der Flußspat-Lagerstätten der Bayerischen Ostmark"; mit Begehungen im wesentlichen im Sommer 1933 und Ergänzungen durch einige Begehungen in den beiden darauffolgenden Jahren; mit Karte 1:50000 über die im Juni 1933 verbreiteten Gänge; in "Jahresberichte und Mitteilungen des Oberrheinischen geologischen Vereines", Band XXV, Jahrgang 1936.
  • Riedel, Horst, cand. Geol.: "Untersuchungen im Flußspatlagerstättenbereich westlich der Naab in der Oberpfalz", II. Teil, Diplomarbeit, Seite 43 - 96, München 8. April 1952.
  • Teuscher, Dr. Ernst Otto: "Emanationsmessungen im Nabburger Flußspatrevier" in "Geologica Bavarica", Nr. 35, München 1957.
  • Ziehr, Dr. Heinz, Schwandorf: "Das Nabburg-Wölsendorfer Flußspatrevier", Seite 55 - 69; Dr. Walter Faber, Seelze: "Flußspat, seine Aufbereitung und Verwendung in der Technik und der chemischen Industrie", Seite 70 - 75; Dr. Heinz Ziehr, Schwandorf: "Das Vorkommen von Uran in der Oberpfalz", Seite 76 - 85; Dr. Anton Lebherz, Stockdorf bei München: "Große Lokalsammlungen in der Oberpfalz", Seite 86 - 88, in "DER AUFSCHLUSS", Sonderheft 6, 1957.
  • Ziehr, Dr. Heinz, Regensburg: "Das Nabburg-Wölsendorfer Flußspatrevier", Seite 215 - 253; Prof. Dr. Hugo Strunz, Berlin und Priv.-Doz. Dr. Ch. Tennyson, Berlin: "Die Erzmineralien von Wölsendorf (ohne Uran) und deren Oxydationsprodukte", Seite 254 - 260; Prof. Dr. Hugo Strunz, Berlin : "Die Uranfunde in der Oberpfalz", Seite 261 - 269; Dr. Heinz Ziehr, Regensburg: "Zur Verbreitung von Uran und Thorium in der Oberpfalz", Seite 270 - 291 und "Geologisch-mineralogische Sammlungen in der Oberpfalz", Seite 329 - 337, in "DER AUFSCHLUSS", Sonderheft 16, 1967.
  • Ziehr, Dr. Heinz, Bonn: "Das Wölsendorfer Fluorit-Revier", Seite 207 - 242; Prof. Dr. Hugo Strunz, Berlin und Prof. Dr. Ch. Tennyson, Berlin: "Die Oxydationsmineralien der Erze von Wölsendorf ( ohne Uran )", Seite 243 - 250; Prof. Dr. Hugo Strunz, Berlin: "Die Uranfunde in der Oberpfalz", Seite 251 - 259, in "DER AUFSCHLUSS", Sonderband 26, 1975.

    • Hinweis zu den drei Sonderheften und -bänden: SEHR VIELE Textpassagen wurden von einem Sonderheft in das andere übernommen, wobei meist NUR Textergänzungen bzw. -erweiterungen vorgenommen wurden.
  • Weiss, Dipl. Ing. Karl: "Flußspatbergbau von der Gründerzeit bis zum zweiten Weltkrieg im Raum Wölsendorf, Stulln, Lissenthan und Freiung", Seite 57 - 78, in "STULLN 17.6. - 20.6. 1977".
  • Schmeltzer, Hartmut: "Mineral-Fundstellen, Band 2, Bayern", Christian Weise Verlag/München 1977.
  • Weiss, Dipl. Ing. Karl: "Der Oberpfälzer Flußspatbergbau Teil I + II, Sonderdruck aus "bergbau", April und Mai 1979.
  • Erläuterungen zur Geologischen Karte von Bayern, 1:25000, Blatt Nr. 6538 Schmidgaden, München 1982.
  • dazu "Geologische Karte von Bayern, 1:25000, BlattNr. 6538 Schmidgaden; München 1981", die geologischen Aufnahmen zu der Karte wurden von Dr. Wilhelm Bauberger zwischen 1958 und 1960 und ergänzenden Begehungen in 1976 gemacht.
  • Mücke, Arno Prof. Dr.: "Gediegen Silber: Erstbeschreibung eines Altfundes aus dem Wölsendorfer Flußspat-Revier"; in "der Aufschluss", Jg. 39, Heft 3, Seite 147 - 150, Heidelberg Mai/Juni 1988.
  • Weiss, Dipl. Ing. Karl: "Bergbau", Seite 191-221, in "Stulln, Geschichte der Gemeinde von der Landwirtschaft und dem Bergbau zum modernen Wohn- und Industrieort", Rita, Scharl, Schwandorf, 1999.
  • Bald, Gerhard, Fürth: "Wölsendorfer Flußspatrevier", Seite 38 - 48, in "AUFSCHLÜSSE ZUR ERDGESCHICHTE BAYERNS"; VFMG-Sommertagung 2000 vom 15. bis 18. September 2000 in Amberg/Oberpfalz, 50 Jahre VFMG.
  • Jahrbuch des deutschen Bergbaus: Jahrgänge: 1950, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59, 60, 61 und 1962.

Quellenangaben

weitere Literatur

  • in der ausführlichen Beschreibung nicht verwendet, da Fremdverfasser und nicht im eigenen Bestand vorhanden ist
  • Beyer,H. & Soldmann,P. (1957). Über Uranminerale der Grube Roland bei Stulln. Aufschluss, Jg.8, Nr.12, S.258-59.
  • Pascher,G. (1979). Marienschacht: Grubensterben im Wölsendorfer Flußspatrevier. Lapis, Jg.4, Nr.7, S.19-21.
  • Weber,B. (2007). Epitaxie und Meta-Phasen von Autunit, Torbernit und Uranocircit aus Wölsendorf, Hagendorf und Bergen. Aufschluss, Jg.58, Nr.1, S.7-12.

Einordnung