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Grube Eduard

Steckbrief

Land

Deutschland

Re­gi­on

Bayern / Oberpfalz, Bezirk / Schwandorf, Landkreis / Wölsendorf, Revier / Freiung / Grube Eduard

GPS-Ko­or­di­na­ten

Grube Eduard



Grube Eduard

WGS 84: 
Lat.: 49,44191633° N, 
Long: 12,1094186° E
WGS 84: 
Lat.: 49° 26' 30,899" N,
   Long: 12° 6' 33,907" E
Gauß-Krüger: 
R: 4508041,
 H: 5478338
Regionale Wetter Information, Macrostrat geologische Karten

To­po­gra­phi­sche Kar­te

TK6538

Auf­schluss­be­sch­rei­bung

1 Schacht

Fund­s­tel­len­typ

Bergwerk (alt)

Geo­lo­gie

Mittelkörniger Granit

Letz­ter Be­such

28.08.2007

Verkürzte Mineralienatlas URL:

https://www.mineralienatlas.de/?l=28517
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Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

Weitere Funktionen

Ausführliche Beschreibung

Vorgeschichte

  • Grube Rosner
  • 1823 gräbt Bauer Rosner aus Schmidgaden auf Stullner Flur im Bereich der späteren Grube Eduard nach Flußspat. Er transportierte seinen Spat mit Pferdefuhrwerken nach Regensburg, von dort ging der Flußspat offenbar per Schiff auf der Donau in die Stahlwerke der österreichischen Monarchie.
  • 1902 geht aus Frachtbriefen der Familie Reichhart hervor, daß Wilhelm Reichhart 600 t Flußspat verkaufte. In dieser Menge befand sich auch der Flußspat von Rosner aus Schmidgaden, der einen Spatbruch in der Freiung betreibt.

    • Hinweis dazu: Das Bauer Rosner bereits 1823 nach Flußspat gegraben haben soll geht aus einigen älteren Literaturquellen hervor. Bisher ist mir leider keine Ursprungsliteraturquelle oder ein Dokument dazu bekannt geworden, denn ich zweifel an dieser Stellle "mal" das frühe Datum an, da 1902 immer noch Flußspat aus dem Bereich des später so geannten Eduard-Ganges gefördert wird ... was sich durch Frachtbriefe, die sich im Bestand von Konrad Reichhart, dem Besitzer des ehemaligen Besucherbergwerkes Reichart-Schacht, befinden, belegen läßt. Der Gang ist im Streichen viel zu kurz, um zumindest über einen Zeitraum von 79 Jahre hieraus eine Förderung zu erbringen. Aus einem Saigerriß der Grube Hanns der mir vorliegt, ist dieser Pingenabbau eingezeichnet und danach dürfte die Abbauphase allenfalls 1883 oder 1893 begonnen haben.

Ein geschichtlicher Abriss zur Grube Eduard

  • 1922 erwerben Franz Blöth aus Schmidgaden und Eduard Lissat aus Regensburg das Ausbeuterecht an der PlanNr. 1970 in der Freiung von Josef und Anna Koch in Schmidgaden und untersuchen den bereits durch Schürfgräben bekannten Flußspatgang mit einem Untersuchungsschacht.

    • Hinweis dazu: Wie lange die Untersuchungstätigkeiten gedauert haben ist nicht überliefert. Weiterhin ist nicht überliefert unter welchem Namen der Untersuchungsbetrieb geführt wurde.
  • 1925 scheidet Franz Blöth aus der Firma aus, Eduard Lissat behält weiterhin seine Ausbeuterechte.
  • 1937 kommt Paul Freitag mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen nach Nabburg. Er erwirbt von Eduard Lissat in Regensburg die Abbaurechte auf PlanNr. 1970 in der Freiung.
Grube Eduard
Grube Eduard

Grube Eduard, Freiung, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland. Betriebsanlage 50iger Jahre. Foto Archiv woelsendorfer, Original im Bestand Koller.

woelsendorfer
  • um 1938 errichtet er dann auf PlanNr. 1970 in der Freiung eine Flußspatgrube namens Eduard, die er mit seinen beiden Söhnen und vier Arbeiter betreibt.
  • 1940 bis 1945, während des 2. Weltkrieges, als seine beiden Söhne zur Wehrmacht eingezogen wurden, beschäftigt er 5 französische Kriegsgefangene.
  • 1943 war Josef Häusler als Berater bei Paul Freitag beschäftigt, er stirbt im gleichen Jahr als ganz armer Mann.

    • Hinweis dazu: Josef Häusler war im Wölsendorfer Revier in den 20iger Jahren ein angesehener Mann, der mehrere eigene Flußspatgruben betrieben hatte und zu dieser Zeit immer mit seinem Auto, der von einem Chauffeur in entsprechender Kleidung gesteuert wurde, unterwegs war. Wie es dazu kam das Josef Häusler so verarmt war ist nicht überliefert, aber er war so arm, dass Paul Freitag sogar seine Beerdigung bezahlt hat. Josef Häusler wurde auf dem Nabburger Friedhof beigesetzt.
  • 1945, nach Ende des II. Weltkrieges, wird die Grube Eduard gestundet. Bis zu diesem Zeitpunkt gab es auf Grube Eduard eine 12 und eine 32 m Sohle. Paul Freitag verläßt das Wölsendorfer Revier und fängt bei Regensburg die Braunkohlengrube Schwetzendorf an, da Braunkohle dringender benötigt wurde.
  • 1952 verkauft Paul Freitag seine Flußspatgrube an die Gewerkschaft Thomas II, Dr. Heinz Bouteiller aus Oberkirch in Baden. Dr. Heinz Bouteiller nennt die Grube Eduard in Grube Hanns um.

Die Lagerstätte

Grube Eduard
Grube Eduard

Grube Eduard, Freiung, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland. Übersichtskarte der Grube Eduard mit Gangverlauf nach Horst Riedel von 1952.

woelsendorfer
  • 1952 im April berichtet cand. Geologe Horst Riedel in seine Diplomarbeit folgendes: "Der Gangverlauf zeigt eine Flexur und einige abzweigende Trümer. Ein kleines Gangsystem also, wie sie auch gegenüber im Nebelberg-Komplex nicht selten sind. Der Gang wird von 60 cm an nach der Teufe mächtiger ( 1,50 m ) und wird allgemein im Hinblick auf die augenblickliche Abbauhöhe in größerer Teufe wohl noch genügend Vorräte erwarten lassen!"

Mineralogie

  • 1952 im April berichtet cand. Geologe Horst Riedel in seine Diplomarbeit folgendes: "Bemerkenswert ist, daß auf den aufgefahrenen Sohlen ( 12 und 32 m ) kein Schwerspat auftritt, dafür reichlich Quarz ( gelb, grün und bräunlich gefärbt ), der sowohl den fast einförmig grünen Flußspat in feinen Bändern als Kristallisationsintervalle durchzieht, als auch in kryptokristalliner Form in großen Nestern in der Gangmitte vorkommt und dabei randlich den Flußspat bis auf 10 cm 'zurückdrängen' kann".
  • Auf der 12 und 32 m Sohle der Grube Eduard wurde von Paul Freitag immer wieder auskristallisiertes Stufenmaterial gefunden. Dieses Material hat Paul Freitag in den 50iger Jahren komplett an einem damaligen Geologiestudenten der Uni Kassel abgegeben.

Mineralien (Anzahl: 2)

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Fluoritr
Horst Riedel, cand. Geol.: \'Untersuchungen im Flußspatlagerstättenbereich westlich der Naab in der Oberpfalz\', II. Teil, Diplomarbeit, Seite 43 - 96, München 8. April 1952.
(Bayern/Oberpfalz, Bezirk/Schwandorf, Landkreis/Wölsendorf, Revier/Freiung/Grube Eduard)
M
Quarzr
Horst Riedel, cand. Geol.: \'Untersuchungen im Flußspatlagerstättenbereich westlich der Naab in der Oberpfalz\', II. Teil, Diplomarbeit, Seite 43 - 96, München 8. April 1952.
(Bayern/Oberpfalz, Bezirk/Schwandorf, Landkreis/Wölsendorf, Revier/Freiung/Grube Eduard)
M
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Aktualität: 04. Dec 2018 - 11:37:08

Gesteine (Anzahl: 1)

Granitr
Geologische Karte von Bayern, 1:25000, BlattNr. 6538 Schmidgaden, München 1981.
(Bayern/Oberpfalz, Bezirk/Schwandorf, Landkreis/Wölsendorf, Revier/Freiung/Grube Eduard)
G
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Aktualität: 04. Dec 2018 - 11:37:08

Referenz- und Quellangaben, Literatur

Literatur

  • Riedel, cand. Geol. Horst: "Untersuchungen im Flußspatlagerstättenbereich westlich der Naab in der Oberpfalz", II. Teil, Diplomarbeit, Seite 43 - 96, München 8. April 1952.
  • Weiss, Dipl. Ing. Karl: "Flußspatbergbau von der Gründerzeit bis zum zweiten Weltkrieg im Raum Wölsendorf, Stulln, Lissenthan und Freiung", Seite 57 - 78, in "STULLN 17.6. - 20.6. 1977".
  • Kestel, Linus, Amberg und Wolf, Dr. Helmut, Regensburg: "REICHHART-SCHACHT OBERPFÄLZER BESUCHERBERGWERK"; Juni 1980.
  • Erläuterungen zur Geologischen Karte von Bayern, 1:25000, Blatt Nr. 6538 Schmidgaden, München 1982.
  • dazu "Geologische Karte von Bayern, 1:25000, BlattNr. 6538 Schmidgaden; München 1981", die geologischen Aufnahmen zu der Karte wurden von Dr. Wilhelm Bauberger zwischen 1958 und 1960 und ergänzenden Begehungen in 1976 gemacht.
  • Scharl, Rita: "Stulln, Geschichte der Gemeinde von der Landwirtschaft und dem Bergbau zum modernen Wohn- und Industrieort", Schwandorf, 1999.
  • Jahrbuch des deutschen Bergbaus: Jahrgänge 1950, 51, 52 und 1953.
  • private Aufzeichnungen und im privaten Bestand befindliche Flurkartenauszüge und Rißwerk der Grube Hanns

Quellenangaben


Einordnung