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Grube Gisela

Steckbrief

Land

Deutschland

Re­gi­on

Bayern / Oberpfalz, Bezirk / Schwandorf, Landkreis / Wölsendorf, Revier / Lissenthan / Grube Gisela

GPS-Ko­or­di­na­ten

Grube Gisela



Grube Gisela

WGS 84: 
Lat.: 49,4439554° N, 
Long: 12,13680267° E
WGS 84: 
Lat.: 49° 26' 38,239" N,
   Long: 12° 8' 12,49" E
Gauß-Krüger: 
R: 4510027,
 H: 5478569
Regionale Wetter Information, Macrostrat geologische Karten

To­po­gra­phi­sche Kar­te

TK6538

Auf­schluss­be­sch­rei­bung

1 Förderschacht

Fund­s­tel­len­typ

Bergwerk (alt)

Geo­lo­gie

Feinkörniger Granit

Zu­gangs­be­schrän­kun­gen

Ein Gebäude ist noch erhalten. Fundmöglichkeiten keine. Halde wurde abgefahren.

Letz­ter Be­such

03.08.2009

Verkürzte Mineralienatlas URL:

https://www.mineralienatlas.de/?l=311
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Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

Weitere Funktionen

Ausführliche Beschreibung

Hinweis zum Betrieb

  • Folgende Gruben waren im Baufeld der Grube Gisela tätig:
  • Grube Geogie, Grube Elsa und Grube Schramm jeweils auf der PlanNr. 793
  • Grube Centa-Ludwig später nur Grube Centa genannt auf PlanNr. 781, Stockbichl
  • Grube Merkur auf PlanNr. 867, Hasenlehen und
  • Grube Liesenthan später auch Gisela Nord genannt auf PlanNr. 1031, Seebichel

Ein geschichtlicher Abriss zur Grube Gisela

Grube Liesenthan
Grube Liesenthan

Grube Liesenthan, Lissenthan, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland. Übersichtskarte der Grube Liesenthan später auch Gisela Nord genannt.

woelsendorfer
  • 1919 gründen Josef Häusler und Hermann Beikler die Firma "Häusler und Beikler, Mineralwerke" in Nabburg
  • 1919/20 werden im Baufeld der später so genannten Grube Gisela die ersten Tätigkeiten unter Grube Liesenthan auf Flußspat und zwar auf Plannummer 1031, Seebichel, aufgenommen. Dazu wird ein kurzer Untersuchungsschacht abgeteuft. Der Grube wird mit 2 Mann betrieben.
  • 1920/21 Aufgabe wegen schlechter Aufschlüsse.
  • 1928 fördert Eduard Lissat unter Grube Georgie aus Schürfgräben, auf PlanNr. 793, den ersten Flußspat.
  • 1929 erwerben Dr. Otto Peters, Calbe und Frau Elsa Eichel, Amberg, dass Ausbeuterecht der PlanNr. 793 von Sebastian und Maria Lobenhofer, Bauerseheleute in Lissenthan. Mit einem Handhaspel werden zwei kleine Untersuchungsschächte abgeteuft und aus bis zu 4 Meter tiefen Schürfgräben wird unter Grube Elas Flußspat gewonnen.
  • 1930 erwirbt Dipl. Ing. Hermann Schramm in Schwandorf, durch eine Schenkung seiner Tante Elsa Eichel, den Flußspatbruch auf PlanNr. 793. Unter Grube Schramm wird der Betrieb ausgebaut
  • 1935 geht der Flußspatabsatz zurück, die Preise fallen, Hermann Schramm kommt dadurch in Zahlungsschwierigkeiten und verkauft die Grube Schramm an die Firma "Horbach und Schmitz" in Köln. Die Firma betreibt die Grube Schramm unter dem Name Grube Gisela weiter und gründet die Firma "Vereinigte Flußspatgruben GmbH", Lissenthan.
  • 1937 ist auf einem Briefkopf der VFG Lissenthan folgendes aufgedruckt:
  • VEREINIGTE FLUSSSPATGRUBEN LISSENTHAN G.M.B.H. SCHACHTANLAGEN: CENTA LUDWIG, GISELA, HANS JOACHIM, GLÜCKAUF
  • Die Grube Hans Joachim mit Grube Schramm wurde im Jahre 1935, die Grube Dennoch Glückauf und die Grube Glückauf Anfang 1936 und die Grube Centa Ludwig wurde im Jahre 1937 erworben. Ende 1937 kauft die "VFG Lissenthan" von Centa Ludwig noch die Grube Merkur und 1938 von Wiedemann und Forster die Grube Fortuna am Stullner Berg und die Grube Neue Hoffnung am Brünnelberg hinzu.
  • 1938 am 1. Mai überläßt die Firma "Horbach und Schmitz" in Köln, pachtweise die "Vereinigte Flußspatgruben GmbH, Lissenthan", u.a. mit der Grube Gisela, an Dr. Heinrich Obergassner in München. Dieser betreibt die Grube Gisela weiter.
  • Ende 1939 wird Dr. Heinrich Obergassner verhaftet, die Firma kommt in Zahlungsschwierigkeiten, der noch auf Lager liegende Flußspat wird gepfändet und die Bergleute gehen wieder einmal ohne Lohn nach Hause. In dieser Zeit hat ein Bergmann auf der Grube Gisela folgendes Gedicht verfaßt und am "Schwarzen Brett" ausgehängt
    • Wir waren heute ganz benommen,
    • weil wir haben nichts bekommen.
    • Denn auf Weihnachten ist es ein alter Brauch
    • jedoch wir gingen alle leer aus.
    • Ach, unser lieber Fahrhauer Wiederspick
    • mit seinem kühnen Feldherrnblick,
    • was mag wohl sein Herz betrüben,
    • auch für ihn ist nichts übrig geblieben.
    • Und zum Schluß wollen wir in allen Ehren
    • Euch den Konkurs erklären !
    • Pfänden können wir nichts, das ist bewiesen,
    • weil andere nichts mehr übrig ließen.
    • Die Belegschaft
  • Mit diesen paar ironischen Zeilen hat Fritz Graf die seinerzeitige Situation hinreichend und treffend charakterisiert !
  • 1935 bis 1939 lag die verwertbare Förderung bei circa 7.000 t. Betriebsleiter waren Carl Fischer aus Schwarzenfeld, Pius Magura und Heinrich Setz aus Nabburg.
  • 1940 wird die Firma Riedel de Haen in Hannover von der Reichsregierung beauftragt, die Flußspatgruben im Raum Wölsendorf, Stulln und Lissenthan zu erwerben, um damit eine Grundlage für eine Flußsäurefabrik zu erstellen. Dazu wird Anfang 1940 die "Vereinigte Flußspatgruben GmbH", Köln-Lissenthan, mit den dazugehörigen Gruben Gisela, Joachim, Dennoch Glückauf, Glückauf, Fortuna, Neue Hoffnung, Centa und Merkur sowie die noch vorhandenen Maschinen und Ausbeuterechte erworben und in die Firma "Vereinigte Flußspatgruben GmbH", Nabburg umbenannt. Betriebsführer dieser Firma ist Heinrich Kocher in Wölsendorf. Auch die Bergleute bekommen den noch ausständigen Lohn erstattet. Bis auf Grube Gisela bleiben alle Gruben nach dem Erwerb weiterhin außer Betrieb. Auf Grube Gisela wird die Förderung eingestellt und mit dem Neuaufbau begonnen. Die Grube wird an das Stromnetz der Oberpfalzwerke angeschlossen, neue Kompressoren werden angeschafft und eine neue Fördermaschine wird aufgestellt. Ebenso wird mit dem Abteufen eines doppeltrümmigen Förderschachtes begonnen und zwar bis auf eine Teufe von 120 m. Der Flußspatgang wird auf 3 Sohlen am Schacht angeschlagen, der Gang im Streichen aufgefahren, untersucht und zum Abbau vorgerichtet.
  • 1940 bis 1943 wurde die Grube Gisela zu einer modernen und großzügigen Anlage ausgebaut, der die Aufgabe zufallen sollte, nach Herstellung der Verbindung mit dem Centa-Flußspatgang im Norden und dem Merkur-Flußspatgang im Süden, die gemeinsame Förderung zu leisten. Zu dieser Verbindung ist es, was die Grube Centa betrifft, nicht mehr gekommen und was die Grube Merkur betrifft erst wesentlich später realisiert worden, denn beide Nachbargruben sind schon seit viele Jahre als unwirtschaftlich aufgelassen und so wurde bis auf einen kurzen Zeitraum bei Grube Merkur ( 1951 - 1954 ), dann allerdings mit einem neuen Schacht von über Tage, dieser Plan nicht verwirklicht.
  • Anfang 1944 wird die Firma "Vereinigte Flußspatgruben GmbH", Nabburg aufgelöst und in die Firma "Vereinigte Flußspatgruben GmbH", Stulln ( = VFG-Stulln ) eingegliedert. Geschäftsführer der "VFG Stulln" wird Dipl. Ing. Ernst Grüter in Nabburg, Betriebsleiter des Grubenbetriebes wird Dipl. Ing. Robert Kocher.
  • 1945 Ende April kam in Stulln ein Zug mit einigen Tonnen Silber, Auslagerungsgut aus Falkenhagen, an, welche in den Strecken der Grube Gisela verbracht wurden. Im Mai soffen sämtliche Schächte und Untertageanlagen durch Bombenangriffe auf das Stromnetz der Oberpfalzwerke, das die Stullner Gegend versorgte und einen Stromausfall zur Folge hatte, ab. Als die Amerikaner anrückten, war das ganze Bergwerk schon geflutet. Hinweislich sei erwähnt, dass im gesamten 2. Weltkrieg nicht eine Grube in der Stullner Gegend Ziel alliierter Angriffe war.
  • In den Kriegsjahren wurden die Gruben Gisela, Erna und Hermine großzügig entwickelt und aufgeschlossen, eine Förderung gab es aus diesen Gruben nicht, dafür wurden die Gruben Johannesschacht, Marienschacht, Roland, Erika und Cäcilia sehr stark zur Förderung herangezogen.
Grube Gisela
Grube Gisela

Grube Gisela, Lissenthan, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland. Übersichtskarte der Grube Gisela.

woelsendorfer
  • 1946 wird die Grube Gisela leergepumpt und für die Flußspatförderung weiter Aus- und Vorgerichtet.
  • 1948 läuft die Flußspatförderung in der neu aufgebauten und neu ausgerichteten Grube Gisela an. Das Fördergut wird nur noch separiert ( Absiebung und Handscheidung ) und das angereicherte Gut der Zentralaufbereitung der VFG in Stulln zugeleitet und hier zu Hüttenspat-Sorten und Konzentrat ( min.97% CaF2 ) verarbeitet.
  • 1949 wird der Gisela Schacht von 120 Meter auf 150 Meter tiefer geteuft und eine 150 m Sohle angeschlagen. 1948 und 1949 verwertbare Förderung von circa 12.000 Tonnen.
  • 1950 werden für die Statistik folgende Angaben gemacht: "Vereinigte Flußspatgruben G.m.b.H.", Stulln; Leitung als Geschäftsführer: Dipl.-Ing. Ernst Grüter, Stulln; Gründungsjahr: 1935; In Betrieb befindliche Bergwerksanlagen: Grube Erna in Stulln, Grube Gisela und Grube Hermine in Lissenthan; Sonstige Betriebsanlagen: Chemische Fabrik zur Herstellung von Flußsäure und flußsauren Salzen; Betriebsleitung (aller Gruben): Dipl. Ing. Ernst Grüter; Hauptmineral: Flußspat, Nebenmineralien: Schwerspat; Fördereinrichtungen: 3 Schächte (je ein Schacht für Grube Erna, Gisela und Hermine) mit Tiefen bis zu 150 m (Erna 110 m, Gisela 150 m und Hermine 120 m); Aufbereitungs- und Veredelungsanlagen: 2 Aufbereitungsanlagen, 1 Zentralaufbereitungsanlage mit Flotation, Kapazität: 20.000 t (auf Grube Gisela und Hermine je 1 Aufbereitungsanlage (nur Separation (Absiebung und Handscheidung), auf Grube Erna 1 Zentralaufbereitungsanlage).
  • Auf Grube Gisela erstellen eines Blindschachtes und Teufbeginn von der 150 m bis auf 180 Meter.
  • 1951 wird die Grube Merkur durch die "Vereinigte Flußspatgruben G.m.b.H.", Stulln, mittels eines neugeteuften Schachtes, neu aufgeschlossen.
  • 1952 wird berichtet, dass dem großzügigen Ausbau der Grube in den vergangenen Jahren die erfolgten Aufschlüsse nicht im gewünschten Sinne gerecht geworden sind. Die Monatsförderung beträgt zur Zeit nur noch 450 Tonnen. Eine 180 m Sohle wird genannt.
  • 1954 wird die Grube Merkur wegen Unbauwürdigkeit wieder stillgelegt.
  • 1955 Tieferteufen Blindschacht von 180 auf 240 Meter.
  • 1957 ist die Grube Gisela bis auf 240 Meter Teufe durch einen Blindschacht erschlossen.
  • ab 1959 werden auf der 120 m Sohle in allen Streichrichtungen Untersuchungsquerschläge aufgefahren. Ein Untersuchungsquerschlag wird SSO Richtung Grube Merkur aufgefahren, aber nicht bis dort hin, ein weiterer Untersuchungsquerschlag verläuft erst NNO in dem ehemaligen Bereich der Grube Liesenthan (auch Gisela-Nord) um dann einen Schwenk Richtung ehemaliges Baufeld der Grube Centa zu machen, aber auch hier nicht bis dort hin. Ein weiterer Untersuchungsquerschlag verlief WNW und ein anderer nach Osten. Mit diesen beiden Querschlägen sollte erkundet werden ob sich neben dem Gisela-Gang (Gänge) noch weitere Flußspatgänge befinden. Das Gesamtergebnis war niederschmetternd, es wurden keine weiteren bauwürdigen Flußspatgänge angetroffen. Damit war das Ende der Grube Gisela besiegelt.
  • 1950 bis 1959 verwertbare Förderung für Grube Gisela circa 40.000 Tonnen.
  • 1960 übernimmt Dipl.Ing. Ernst Grüter, Nabburg die Geschäftsführung jetzt als Direktor. Dipl.-Berging. Karl Weiss, Stulln übernimmt die Grubenbetriebsleitung aller Gruben.
  • 1961 übernimmt die Betriebleitung der Grube Gisela Richard Adler. Der Blindschacht wurde zwischen 1960/61 um 30 Meter tiefer geteuft. Gesamtlänge jetzt 120 m. Gesamtteufe der Grube Gisela jetzt 270 m.
  • 1962 wird der Untersuchungsquerschlag auf der 120 m Sohle der Grube Gisela nach Süden, bis zum Gangbereich der Grube Merkur und darüberhinaus verlängert, der Merkur-Gang wird dabei untersucht, jedoch ist der Gang in größerer Teufe nicht mehr bauwürdig.
  • 1963 am 11. Mai wird die Grube Gisela wegen Erschöpfung der Lagerstätte stillgelegt. Verwertbare Förderung von 1960 bis 1963 circa 3.000 Tonnen.

Die Lagerstätte

Gisela Gangverlauf
Gisela Gangverlauf

Grube Gisela, Lissenthan, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland. Skizze nach Horst cand. Geol. Riedel 1952.

woelsendorfer
  • 1952 schreibt Horst cand. Geol. Riedel folgendes zu den Gängen (Textpassagen wurden gekürzt und zusammen gefaßt): Geologisch gesehen ist der Gisela-Gang ein interessantes Vorkommen. Es ist eine nach Westen konvex gebogene Gangspalte, die sowohl im Norden als auch im Süden von je einer messerscharfen Verwerfung abgeschnitten wird. In seinem N-S Verlauf und seinen nach Osten gebogenen Enden, zeigt der Gang ein steiles Einfallen mit 75 Grad nach Osten, das sich von der 150 m Sohle an verflacht auf 55 - 60 Grad. Maximale Mächtigkeit 1 - 1,50 m. Im Norden, nördlich der Verwerfung, in einer Pfahlschiefer-Zone, konnte an einer Stelle in dieser Pfahlschiefermasse durch anstehende Flußspat-Gangrelikte mit einer Mächtigkeit von 60 cm sogar ein kleiner Abbau eingerichtet werden.
  • Weiterhin wird zum Gisela Hauptgang berichtet, dass der Gang durch die beiden Verwerfungen in seiner seitlichen Erstreckung begrenzt ist und auf der 180 m Sohle in der Gangmitte vereinzelt nur noch eine Flußspat-Führung von 20 cm, lokal von 50 cm aufweist. Damit scheint der Gang nach der Teufe eine eindeutige Begrenzung zu haben. Endgültige Geweissheit über die vorgenannte Situation kann nur durch das Tieferteufen des Blindschachtes erlangt werden. Positive Veränderungen ergaben sich ein auf allen Sohlen beobachtetes, nach SO abzweigendes Flußspat-Trum, dass auf der 180 m Sohle mächtiger wurde, so daß sich ein Abbau lohnt. Weiterhin hat ein von der 150 m Sohle im Gang hochgetriebener Überhau nicht die nächsthöhere Sohle angetroffen. Ein Querschlag ins Liegende zum bisher verfolgten Gang wird somit nötig. Damit tritt der allgemein nicht seltene Fall ein, daß auch der Gisela-Gang in parallele Trümer gegabelt ist, die sich in ihrem vertikalen Verlauf vertreten oder wieder ineinander überführen können.
  • Darüberhinaus ist das Vorkommen wegen seiner Reinheit erwähnenswert. Es besteht vor allem aus grün-weissem Flußspat, mit einem Reinheitsgrad von 96,3 % CaF2, der nicht mehr aufbereitet werden braucht und gleich der verarbeitenden Industrie als Säurespat zur Verfügung steht.
  • 1957 berichtet Dr. Ernst Otto Teuscher wie folgt: "Die Grube Gisela hat einen im Streichen über 200 m aushaltenden z.T. in zwei Trümer gespaltenen Gang, der im N in eine Schieferscholle (und eine Mylonitzone an deren Grenze) und damit in ein Gebiet führt, das ungünstig ist zur Entwicklung einer geschlossenen mächtigen Gangfüllung".
  • 1979 wird der Gisela-Gang als ein absetzender Gang, der außerhalb des Hauptstreichens des Reviers liegt, beschrieben, der im Streichen auch nur 100 m erreicht. Er wurde abgebaut bis auf 270 m seigere Teufe, allerdings war der Gang in diesem Teufenbereich nur mehr bedingt bauwürdig.

Mineralogie

  • 1952 schreibt Horst cand. Geol. Riedel dazu folgendes (Textpassagen wurden gekürzt und zusammen gefaßt): Der Flußspat tritt in folgenden Farbvarietäten auf: Neben dem grünen, rötlichen bis weissen Flußspat, kommen gelbe, dunkelgrüne bis schwarzviolette (dem Stinkspat ähnlich ) Farben vor. Besonders hervorzuheben ist ferner, daß jegliche Vergesellschaftung mit Schwerspat fehlt. Dafür ist Quarz, Pyrit und Kalkspat in geringen Quantitäten vorhanden. Weiterhin ist auf der 180 m Sohle Bleiglanz aufgetreten, der als feine Leisten häufig in schmalen Scherklüftchen im weissen bis gelben Flußspat sitzt.
  • 1957 berichtet Dr. Ernst Otto Teuscher wie folgt: "Die Flußspäte des Giselaganges zeigen eine Zunahme blauer Farben (neben immer noch vorherrschendem grünem Flußspat ); auch tiefvioletter Stinkspat tritt in einer mehrere 10 m langen Zone des Giselaganges (nahe einer Gabelung), in Verbindung mit deutlich radioaktiven Erscheinungen auf. Dieses Vorkommen repräsentiert das westlichste bekannte Auftreten von radioaktivem Flußspat im Nabburger Revier; es treten hier noch keine mit bloßem Auge sichtbaren Uranminerale auf. Führung von Zinkblende, Bleiglanz, Kupferkies und Markasit sind sporadisch, aber charakteristisch. Neben Baryt wird etwas Calzit beobachtet. Chalzedon kommt vor".
  • 1967 wird von Dr. Heinz Ziehr, Regensburg, für Grube Gisela folgende Mineralabfolge ( Formation III, IV, V und VI ) genannt:

    • III

      • Fluorit IIa und b
      • Quarz IV
    • IV

      • Fluorit III
      • Dolomit II
      • Kalkspat IIa und b
    • V

      • Pyrit III, Markasit II, Linneit, Bravoit
      • Kupferkies II, Zinkblende II
      • Cu, Hg - Fahlerze
      • Bleiglanz III
    • VI

      • Quarz V
      • Fluorit IV (xx) plus minus Pyrit
      • Kalkspat III (xx) Zinnober
  • Dazu werden von Dr. Heinz Ziehr wie folgt Angaben gemacht (es werden hier nur Besonderheiten in loser Folge aufgeführt): Kupferglanz findet sich in Begleitung von Kupferkies und Bornit in der Zementationszone. Der Kupferglanz tritt in größeren Individuen zusammen mit Fahlerz und Bleiglanz auf. Nach STRUNZ und TENNYSON (1964) treten in dieser Grube Tieftemperatur-Kupfeglanz (Tief-Chalkosin CuS2) und Tieftemperatur-Digenit (Cu9S5) in Begleitung von Bornit auf. Sie haben auch zementativ gebildeten Kupferglanz festgestellt.
  • 1977 wird der Fluorit als grünweiß, gelblich und schwarzviolett beschrieben und enthällt dann lokal reichlich Bleiglanz (oft als Bleischweif ). Unterhalb 150 m tritt statt Baryt Calcit auf, der auch prismatische Kristalle bildet. Ferner Kupferkies, Bornit, Fahlerz und Smithsonit.
  • 2000 wird zu den Mineralien der Grube Gisela folgendes geschrieben: Die Grube Gisela bei Lissenthan schloß bereits so früh, daß kaum Stücke in neueren Sammlungen gekommen sind. Der Fluorit hatte alle Farben von weiß über gelb, honiggelb, rot, schwach grün bis violett. Meist farbloser Calcit ist häufig auf Fluorit und Dolomit aufgewachsen, seine Ausbildung ist ein hexagonales Prisma und flache Rhomboeder. Die Kristalle erreichen max. 2 cm Größe. In seltenen Fällen sind die Prismenflächen durch ein extrem steiles Rhomboeder ersetzt. Auffällig war das häufige Vorkommen von aufgewachsenen Calit-xx.

Stillegung

Gisela
Gisela (SNr: 0411)

Grube Gisela, Lissenthan, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland. 220 mm großer Zinnteller.

woelsendorfer
  • Zum Gedenken an die Stillegung der Grube Gisela wurde ein streng limitierter Zinnteller herausgegeben. Der Prägerohling wurde anschließend vernichtet.

Mineralien (Anzahl: 23)

Mineralbilder (8 Bilder gesamt)

Fluorit
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Fluorit

Grube Gisela, Lissenthan, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland

Sammlung: berthold
Copyright: berthold
Beitrag: berthold 2007-05-01
Fluorit
Aufrufe (Bild: 1318777072): 491
Fluorit

Größe: 50x46x26 mm; Fundort: Grube Gisela, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland

Copyright: slugslayer
Beitrag: slugslayer 2011-10-16
Fluorit
Aufrufe (Bild: 1315559120): 383
Fluorit

Grube Gisela, Lissenthan, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland. Größe: 90x86x23mm. Derbes Gangstück, gesägt und poliert.

Sammlung: ex.woelsendorfer
Copyright: woelsendorfer
Beitrag: woelsendorfer 2011-09-09

Gesteine (Anzahl: 1)

Referenz- und Quellangaben, Literatur

Literatur

  • Dorn, Paul, Tübingen: Abhandlung über die "Geologie der Flußspat-Lagerstätten der Bayerischen Ostmark", in "Jahresberichte und Mitteilungen des Oberrheinischen geologischen Vereines", Band XXV, Jahrgang 1936.
  • Riedel, cand. Geol. Horst: "Untersuchungen im Flußspatlagerstättenbereich westlich der Naab in der Oberpfalz", II. Teil, Diplomarbeit, Seite 43 - 96, München 8. April 1952.
  • Teuscher, Dr. Ernst Otto: "Emanationsmessungen im Nabburger Flußspatrevier" in "Geologica Bavarica", Nr. 35, München 1957.
  • Ziehr, Dr. Heinz, Schwandorf: "Das Nabburg-Wölsendorfer Flußspatrevier", Seite 55 - 69; Dr. Walter Faber, Seelze: "Flußspat, seine Aufbereitung und Verwendung in der Technik und der chemischen Industrie", Seite 70 - 75; Dr. Heinz Ziehr, Schwandorf: "Das Vorkommen von Uran in der Oberpfalz", Seite 76 - 85; Dr. Anton Lebherz, Stockdorf bei München: "Große Lokalsammlungen in der Oberpfalz", Seite 86 - 88, in "DER AUFSCHLUSS", Sonderheft 6, 1957.
  • Ziehr, Dr. Heinz,, Regensburg: "Das Nabburg-Wölsendorfer Flußspatrevier", Seite 215 - 253; Prof. Dr. Hugo Strunz, Berlin und Priv.-Doz. Dr. Ch. Tennyson, Berlin: "Die Erzmineralien von Wölsendorf (ohne Uran) und deren Oxydationsprodukte", Seite 254 - 260; Prof. Dr. Hugo Strunz, Berlin : "Die Uranfunde in der Oberpfalz", Seite 261 - 269; Dr. Heinz Ziehr, Regensburg: "Zur Verbreitung von Uran und Thorium in der Oberpfalz", Seite 270 - 291 und "Geologisch-mineralogische Sammlungen in der Oberpfalz", Seite 329 - 337, in "DER AUFSCHLUSS", Sonderheft 16, 1967.
  • Ziehr, Dr. Heinz, Bonn: "Das Wölsendorfer Fluorit-Revier", Seite 207 - 242; Prof. Dr. Hugo Strunz, Berlin und Prof. Dr. Ch. Tennyson, Berlin: "Die Oxydationsmineralien der Erze von Wölsendorf ( ohne Uran )", Seite 243 - 250; Prof. Dr. Hugo Strunz, Berlin: "Die Uranfunde in der Oberpfalz", Seite 251 - 259, in "DER AUFSCHLUSS", Sonderband 26, 1975.
  • Hinweis zu den drei Sonderheften und -bänden: SEHR VIELE Textpassagen wurden von einem Sonderheft in das andere übernommen, wobei meist NUR Textergänzungen bzw. -erweiterungen vorgenommen wurden.
  • Weiss, Dipl. Ing. Karl "Flußspatbergbau von der Gründerzeit bis zum zweiten Weltkrieg im Raum Wölsendorf, Stulln, Lissenthan und Freiung", Seite 57 - 78, in "STULLN 17.6. - 20.6. 1977".
  • Schmeltzer, Hartmut: "Mineral-Fundstellen, Band 2, Bayern", Christian Weise Verlag/München 1977.
  • Weiss, Dipl. Ing. Karl: "Der Oberpfälzer Flußspatbergbau Teil I + II, Sonderdruck aus "bergbau", April und Mai 1979.
  • Bauberger, Dr. Wilhelm, Dipl.-Geologe, München: "2.2.3. Pegmatit", Seite 40; "2.2.4.1. Mineralgänge -Flußspat-, Schwerspat - Gänge, F/Ba", Seite 40-45 und "2.2.4.2. Quarzgänge, Q", Seite 45, 1958-60; – Streit, Dr. Reinhard, München: "3.3.1.2.2. Einzelbeschreibung tertiärer Rinnen- und Beckenfüllungen", Seite 84+85; "Das Tertiär nordöstlich von Schmidgaden am Lanzenweiher", Seite 89-93 und "7.1. Erzvorkommen", Seite 137, 1971-73; in Erläuterungen zum Blatt Nr. 6638 Schmidgaden, München 1982.
  • dazu "Geologische Karte von Bayern, 1:25000, BlattNr. 6538 Schmidgaden; München 1981", die geologischen Aufnahmen zu der Karte wurden von Wilhelm Bauberger zwischen 1958 und 1960 und ergänzenden Begehungen in 1976 gemacht, – Weiss, Dipl. Ing. Karl (VAW Flußspat-Chemie GmbH, Stulln): "Auflistung über die erbrachten oder nachgewiesenen Flußspatmengen der "Flußspat-, Schwerspat-Gänge" - der "Vorkommen und Bergwerke", mit lfd. Nummer von 1 bis 31, die in der geologischen Karte wiederzufinden sind, 1981.
  • Weiss, Dipl. Ing. Karl: "Bergbau auf Flußspat im Bereich der Alt-Gemeinde Brudersdorf, insbesondere in der Gemarkung Lissenthan", Seite 64-73, in "Festschrift - Freiwillige Feuerwehr Brudersdorf - 125jähriges Gründungsfest, 1997"
  • Weiss, Dipl. Ing. Karl: "Bergbau", Seite 191-221, in "Stulln, Geschichte der Gemeinde von der Landwirtschaft und dem Bergbau zum modernen Wohn- und Industrieort", Rita, Scharl, Schwandorf, 1999
  • Bald, Gerhard: "Wölsendorfer Flußspatrevier", Seite 38 - 48, in "AUFSCHLÜSSE ZUR ERDGESCHICHTE BAYERNS"; VFMG-Sommertagung 2000 vom 15. bis 18. September 2000 in Amberg/Oberpfalz, 50 Jahre VFMG
  • Jahrbuch des deutschen Bergbaus: 1950, 51, 52, 53, 54, 55, 56, 57, 58, 59, 60, 61, 62, 63, 64 und 1965
  • private Aufzeichnungen und im privaten Bestand befindliche Flurkartenauszüge und Rißwerke der Grube Gisela

Quellenangaben

Einordnung