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Die Grube Merkur im Revier Wölsendorf

Steckbrief

Land

Deutschland

Re­gi­on

Bayern / Oberpfalz, Bezirk / Schwandorf, Landkreis / Wölsendorf, Revier / Lissenthan / Grube Merkur

GPS-Ko­or­di­na­ten

Grube Merkur



Grube Merkur

WGS 84: 
Lat.: 49,4393106° N, 
Long: 12,13972772° E
WGS 84: 
Lat.: 49° 26' 21,518" N,
   Long: 12° 8' 23,02" E
Gauß-Krüger: 
R: 4510240,
 H: 5478052
Regionale Wetter Information, Macrostrat geologische Karten

To­po­gra­phi­sche Kar­te

TK6538

Auf­schluss­be­sch­rei­bung

alte Grube Merkur 2 = 1 Förderschacht und neue Grube Merkur 1 = 1 Förderschacht

Fund­s­tel­len­typ

Bergwerk (alt)

Geo­lo­gie

Feinkörniger Granit

Zu­gangs­be­schrän­kun­gen

kleine Halde ist noch vorhanden, allerdings nur mit tauben Gestein

Letz­ter Be­such

Okt. 2003

Verkürzte Mineralienatlas URL:

https://www.mineralienatlas.de/?l=318
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Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

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Grube Merkur
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Grube Merkur

Grube Merkur, Lissenthan, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland. Halde im Okt. 2003. Fundmöglichkeiten gleich "Null".

Sammlung: woelsendorfer
Copyright: woelsendorfer
Beitrag: woelsendorfer 2011-09-18

Ausführliche Beschreibung

Ein geschichtlicher Abriss zur Grube Merkur

  • 1923 erwirbt Grubenbesitzerin Centa Ludwig die PlanNr. 867, Stockbichl.
  • 1924 werden als Eigentümer die "Fluß- und Feldspatgruben Ludwig GmbH", Nabburg genannt.
  • 1934/35 baut Josef Häusler die Maschinen von der Grube Dennoch Glückauf ab und baut diese auf Grube Merkur wieder auf um damit die Grube Merkur im Auftrag von Centa Ludwig in Angriff zu nehmen. Dazu teuft er einen Schleppschacht ab.
  • 1937 wird als Eigentümer A. Ludwig genannt. Im gleichen Jahr erwerben die "Vereinigte Flußspatgruben GmbH, Lissenthan" von Centa Ludwig, Grubenbesitzerin in Nabburg, die Grube Merkur auf PlanNr. 867 am Stockbichl. Der von Josef Häusler angefangene Schleppschacht wird bis auf 30 Meter abgeteuft, daran eine 28 m Sohle angebunden und der Gang im Streichen circa 50 Meter aufgefahren.
  • Hinweis dazu: Dieser Schacht bekommt 1951 die Bezeichnung Schacht Merkur II.
  • 1938 am 1. Mai überläßt die Firma "Horbach und Schmitz" in Köln, pachtweise die "Vereinigte Flußspatgruben GmbH, Lissenthan", u.a. mit der Grube Merkur, an Dr. Heinrich Obergassner in München.
  • Anfang 1939 wird die Grube Merkur wegen Arbeitermangel stillgelegt. Bis zu diesem Zeitpunkt werden keine Förderangaben genannt.
Grube Merkur
Grube Merkur

Grube Merkur, Stulln, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland. Lageskizze.

woelsendorfer
Grube Merkur
Grube Merkur

Grube Merkur, Lissenthan, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland. Saigerriss.

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Grube Merkur
Grube Merkur

Grube Merkur, Lissenthan, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland. Der Merkurgang und seine Streichrichtung.

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  • 1951 wird die Grube Merkur durch die "Vereinigte Flußspatgruben G.m.b.H.", Stulln noch mal angegangen. Dazu wird circa 30 Meter weiter östlich vom Schacht Merkur 2 ein 56 Meter tiefer Förderschacht abgeteuft. Von diesem Förderschacht wird ein kurzer Querschlag bis zum Gang und dann eine 50 m Sohle nach Westen und Osten aufgefahren.
  • 1952 wird der erste Flußspat gefördert. Bei dem niederbringen des Förderschachtes und der Auffahrung der 50 m Sohle wurden schon Vertaubungen, wobei Vertaubungen im bergmännischem Sinne meist nicht wirklich "taub", sondern nur schlecht mineralisierte Gangpartien sind, angetroffen.
  • Der geförderte Flußspat der Grube Merkur wird der Aufbereitungsanlage der Grube Gisela zugeführt und hier nur noch separiert (Absiebung und Handscheidung) und das angereicherte Gut der Zentralaufbereitung der VFG in Stulln zugeleitet um hier zu Hüttenspat-Sorten und Konzentrat (min. 97% CaF2) zu verarbeiten.
  • 1954 wird der Betrieb wegen Unbauwürdigkeit wieder eingestellt.
  • Verwertbare Förderung von 1952 bis 1954 circa. 2.000 Tonnen.
  • 1962 wird der Untersuchungsquerschlag auf der 120 m Sohle der Grube Gisela nach Süden bis zum Gangbereich der Grube Merkur verlängert, der Merkur-Gang wird dabei unterfahren und untersucht, jedoch ist der Gang in größerer Teufe nicht mehr bauwürdig.

Die Lagerstätte

Grube Merkur
Grube Merkur

Grube Merkur, Lissenthan, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland. Übersichtskarte.

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  • 1957 schreibt Dr. Ernst Otto Teuscher, Münschen, folgendes: "375 m südlich der Grube Gisela wurde erst wieder ein Flußspattrum von wenigen cm bis 2 dm Mächtigkeit in der Verlängerung des Gisela-Ganges gefunden. Die Flußspatführung im Bereich der Grube Merkur, die als südliche Fortsetzung des Giselaganges angesehen werden kann, biegt auf 200 Meter Streichlänge halbkreisförmig aus der NW–SE- über die W–E- in die SW–NE-Richtung um. Dies zeigt einen Mangel an durchgehender Parallelklüftigkeit an, bei dem nicht mit günstigen Verhältnissen für die Gangbildung und Gangfüllung zu rechnen ist".
  • 1979 wird der Merkur-Gang als ein absetzender Gang, der außerhalb des Hauptstreichens des Reviers liegt, beschrieben, der nur 100 m im Streichen erreichte. Dieser verlief eigenartig gebogen von Osten nach Westen: Bedingt bauwürdig war der Gang bis 50 m Teufe, darunter ist der Gang vertaubt.

Mineralogie

  • 1952 schreibt Horst cand. Geol. Riedel dazu folgendes: "Die angefahrenen Flußspat-Trümer im Merkur-Schacht zeigen ein median gelagertes Schwerspat-Band (bei 30 cm Trumbreite 15 cm Schwerspat), was der Annahme eines ursprünglichen Zusammenhanges mit dem Gisela-Gang in bezug auf die Mineralisation widersprechen muß."
  • 1957 wird das Vorkommen von Dr. Ernst Otto Teuscher, Münschen, wie folgt beschrieben: "Das Vorkommen hatte außer zwei Linsen von einigen 10 Meter Länge, bei nur wenigen dm Gangmächtigkeit, keine Ansätze zur Ausbildung einer gut mineralisierten Gangspalte. Die Flußspäte des Merkur-Ganges zeigen eine Zunahme blauer Farben, neben immer noch vorherrschendem grünem Flußspat".

Mineralien (Anzahl: 3)

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Fluorit
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Fluorit (SNr: 0154)

Grube Merkur, Lissenthan, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland. Stufengröße: 57x49x32mm. Zart Violette und weißliche, bis 12 mm große, Fluoritwürfel. Fund um 1953.

Sammlung: ex.woelsendorfer
Copyright: woelsendorfer
Beitrag: woelsendorfer 2012-04-27

Gesteine (Anzahl: 1)

Referenz- und Quellangaben, Literatur

Literatur

  • Dorn, Paul, Tübingen: Abhandlung über die "Geologie der Flußspat-Lagerstätten der Bayerischen Ostmark", in "Jahresberichte und Mitteilungen des Oberrheinischen geologischen Vereines", Band XXV, Jahrgang 1936.
  • Riedel, Horst cand. Geol.: "Untersuchungen im Flußspatlagerstättenbereich westlich der Naab in der Oberpfalz", II. Teil, Diplomarbeit, Seite 43 - 96, München 8. April 1952.
  • Teuscher, Dr. Ernst Otto: "Emanationsmessungen im Nabburger Flußspatrevier" in "Geologica Bavarica", Nr. 35, München 1957.
  • Bauberger, Dipl.-Geologe Dr. Wilhelm, München: "C. Gesteinsfolge - IV. Eruptivgesteine - e. Mineralgänge", Seite 68 - 83 und "VI. Tertiär", Seite 84; Teuscher, Regierungsdirektor Dr. Ernst Otto: "E. Geophysik und Geochemie", Seite 96 - 115 und "G. Nutzbare Ablagerungen - a. Flußspatvorkommen", Seite 116 - 119; in " Erläuterungen zur Geologischen Karte von Bayern", 1:25000, BlattNr. 6539 Nabburg, München 1967.
  • Weiss, Dipl. Ing. Karl: "Flußspatbergbau von der Gründerzeit bis zum zweiten Weltkrieg im Raum Wölsendorf, Stulln, Lissenthan und Freiung", Seite 57-78, in "Stulln 17.6. - 20.6. 1977".
  • Weiss, Dipl. Ing. Karl: "Der Oberpfälzer Flußspatbergbau Teil I + II, Sonderdruck aus "bergbau", April und Mai 1979.
  • Erläuterungen zur Geologischen Karte von Bayern, 1:25000, Blatt Nr. 6538 Schmidgaden, München 1982.
  • dazu "Geologische Karte von Bayern, 1:25000, BlattNr. 6538 Schmidgaden; München 1981", die geologischen Aufnahmen zu der Karte wurden von Dr. Wilhelm Bauberger zwischen 1958 und 1960 und ergänzenden Begehungen in 1976 gemacht.
  • Weiss, Dipl. Ing. Karl: "Bergbau auf Flußspat im Bereich der Alt-Gemeinde Brudersdorf, insbesondere in der Gemarkung Lissenthan", Seite 64-73, in "Festschrift - Freiwillige Feuerwehr Brudersdorf - 125jähriges Gründungsfest, 1997".
  • Jahrbuch des deutschen Bergbaus: Jahrgänge 1950, 51, 52, 53, 54 und 1955.
  • private Aufzeichnungen und im privaten Bestand befindliche Flurkartenauszüge und Rißwerke der Grube Gisela und Grube Merkur

Quellenangaben

Einordnung