'._('einklappen').'
 

Freiherrlich von Stengel'sche Grube

Steckbrief

Fund­s­tel­lenpfad

Deutschland / Bayern / Oberpfalz, Bezirk / Schwandorf, Landkreis / Wölsendorf, Revier / Wölsendorf / Freiherrlich von Stengel'sche Grube

Auf­schluss­be­sch­rei­bung

Schacht

Fund­s­tel­len­typ

Bergwerk (aufgelassen/alt)

Geo­lo­gie

In der Hauptsache Aplit Granit, Rest ist mittelkörniger Granit

Zu­gangs­be­schrän­kun­gen

Über dem ehemaligen Schacht war 2009 ein größerer Absenkungsbereich aufzufinden. Der Schacht diente bis zur Stillegung der Grube Marienschacht, bis zum 30. Juni 1979, als Luftschacht.

Letz­ter Be­such

31.10.2009

GPS-Ko­or­di­na­ten

Freiherrlich von Stengel'sche Grube



Freiherrlich von Stengel'sche Grube

WGS 84: 
Lat.: 49,40627946° N, 
Long: 12,18299575° E
WGS 84: 
Lat.: 49° 24' 22,606" N,
   Long: 12° 10' 58,785" E
Gauß-Krüger: 
R: 4513387,
 H: 5474385
Regionale Wetter Information, Macrostrat geologische Karten

To­po­gra­phi­sche Kar­te

TK6539

Verkürzte Mineralienatlas URL

https://www.mineralienatlas.de/?l=28208
Bitte fühlen Sie sich frei auf diese Seite zu verlinken.

Verkürzte Pfadangabe

Freiherrlich von Stengel'sche Grube, Wölsendorf, Schwandorf, Oberpfalz, Bayern, DE
Nützlich für Bildbeschreibungen und Sammlungsbeschriftungen

Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

Weitere Funktionen

Bilder von Fundstellen (1 Bilder gesamt)

Freiherrlich von Stengel'sche Grube
Aufrufe (Bild: 1383905922): 533
Freiherrlich von Stengel'sche Grube

Freiherrlich von Stengel'sche Grube, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland. Absenkungsbereich über dem ehemaligen Schacht am 31.10.2009.

Sammlung: woelsendorfer
Copyright: woelsendorfer
Beitrag: woelsendorfer 2013-11-08

Ausführliche Beschreibung

Vorwort

  • um 1865 (genauer Zeitraum unbekannt) wird auf FlurNr. 1103 der erste Schacht von Peter Weiß aus Weiden, unter Grube Kuppelholz, abgeteuft.
  • bis 1890 muss die Grube bereits immense Ausmaße gehabt haben, da 1908 von mehreren Stollen (Strecken) in verschiedenen Höhen mit einer Länge von bis zu 100 Meter und von einem 45 Meter tiefen Schacht gesprochen wird.

Ein geschichtlicher Abriss zur Freiherrlich von Stengel'sche Grube

  • 1893 erwirbt Baron Freiherr Heinrich von Stengel aus Regensburg die PlanNr.1103. Der Betrieb wird jetzt Freiherrlich von Stengel'sche Grube genannt.

    • Hinweis dazu: In älterer Literatur wird darüber berichtet das der Baron mit ein paar Mann auf derselben (auf FlurNr. 1103) nach Flußspat graben läßt und er auch mehrere Untersuchungsschächte von einigen Metern im Gang abteufen lässt. Die Aussagen lass ich mal so stehen, gehe aber davon aus, dass die Grube Kuppelholz genug Möglichkeiten bot um den Flußspatbergbau auch ohne diese Maßnahmen fortzusetzen.
  • 1894 verpachtet Baron Freiherr Heinrich von Stengel die PlanNr. 1103, im Kuppelholz, an Georg Bauer, Gastwirt und Tongrubenbesitzer in Stulln. Georg Bauer führt den Betrieb unter dem Name Freiherr von Stengelsche Grube weiter.

    • Hinweis dazu: Wie ich dazu komme das die Grube an Georg Bauer verpachtet wurde erkläre ich unter "Hinweis dazu" im Jahre 1912.
  • 1896 und 1897 wird auf diese Grube schon nicht mehr gearbeitet und dann
  • 1898 ab Mai vorübergehend stillgelegt, denn
  • 1899 am 4. Januar teilt Herr Georg Bauer in einem Schreiben an die Berginspektion in Bayreuth u.a. mit, daß er den Betrieb des Schachtes im Kuppelholz Rückwirkend ab Mai 1898, wegen zu großer Spatvorräte, abmeldet.
  • 1904 teilt Georg Bauer in seinem Betriebsplan für 1905 an die Berginspektion in Bayreuth mit, daß die Wiederaufnahme des Betriebes (damit ist die Freiherrl. v. Stengel'sche Grube auf FlurNr. 1103 gemeint), "in welchem seit vielleicht 8 Jahren nicht mehr gearbeitet wurde" wahrscheinlich ist, weil die Wasserzuflüsse in den Schächten auf FlurNr. 868 (damit ist der Schacht der Grube Kuppel gemeint, der jetzt neu geteuft wird), FlurNr. 870 (damit ist Schacht II der Grube Beschert Glück gemeint) und auf FlurNr. 873 (damit ist Schacht I der Grube Beschert Glück gemeint) in letzter Zeit so stark aufgetreten sind, daß sie dort mit Handpumpen nicht mehr bewältigt werden konnten und er deswegen den Kuppelschacht im Kuppelholz (damit ist der Schacht der Freiherrl. v. Stengel'schen Grube auf FlurNr. 1103 gemeint) in Benutzung gehalten habe, Neuhauspulsometer eingesetzt und zum Betrieb derselben eine zweite Lokomobile aufgestellt habe um damit die Wasserzuflüsse in den 3 vorgenannten Schächten kurz zu halten.
  • 1905 bis 1907 wird der Schacht der Freiherrlich von Stengel'sche Grube dann wieder in Betrieb genommen und von Franz Bauer aus Bad Tölz, geboren 1885 in Stulln, Bruder von Hans Bauer und einer der Söhne von Georg Bauer, geführt.
Freiherrlich von Stengel'sche Grube
Freiherrlich von Stengel'sche Grube

Freiherrlich von Stengel'sche Grube, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland. Kartenausschnitt.

woelsendorfer
  • 1908 erwähnt Max Priehäußer, München, daß die höchste Ausbeute (Förderung) einem gewissen Bauer aus Schwarzenfeld gehörige Grube östlich von Wölsendorf erzielt. Dort ist ein Schacht bis zu einer Tiefe von circa 40 m abgeteuft. Der Aushieb erfolgt in drei Stollen (Strecken), die in verschiedener Höhe nach beiden Gangrichtungen aufgefahren sind und eine Länge bis zu 100 m besitzen. Die Förderung an Flußspat beträgt neben nicht unbeträchtlichen Mengen von Schwerspat hier allein täglich 10 t und geschieht ebenso wie die Wasserlösung mittels Dampfkraft.

    • Hinweis dazu: In alter Literatur wird für untertägige Strecken oft der Begriff Stollen genutzt. Aufgrund eines mir vorliegenden alten Grubenrisses kann weiterhin gesagt werden, daß der Schacht der Freiherrlich von Stengel'sche Grube zu diesem Zeitpunkt bereits seine Endteufe von 45 Meter erreicht hatte, woran im untersten Niveau des Schachtes ein sehr kurzer Querschlag angeschlagen war und an diesem Querschlag ging in südsüdöstlicher Richtung eine 130 Meter lange und in nordnordwestlicher Richtung eine 90 Meter lange Strecke, die im Flußspatgang gelegen haben, ab. Darüber lag eine 33 m Sohle.
    • Da mir kein vollständiger alter Grubenriß der Grube Marienschacht mit all seinen Strecken, Querschlägen, Tagesaufhauen und Schächten vorliegt, ist es nicht nachzuvollziehen in welcher Höhe 1908 die andere, 1. Sohle (oder der 1. Stollen (Strecke)), gelegen haben könnte. Meine Vermutung ist aber, daß es sich hier um eine 15, 16 oder 17 m Sohle gehandelt hat.
  • Zwichen 1908 am 27. IV. bis 1909 am 10. IV. ist beim Bergamt in Amberg folgender Akt überschrieben mit:

    • Flußspatbruch des H. v. Stengel in Wölsendorf jetzt Franz Bauer, Bad Tölz
  • In dem Schriftwechsel geht es um die Lagerung wegen Sprengstoff und der Beschäftigung eines 19jährigen minderjährigen Mannes ohne Arbeitsbuch.
  • 1909 ist aus Aufzeichnungen der Gemeinde zu ersehen, daß in der Freiherrl. v. Stengel'sche Grube 11 Arbeiter beschäftigt sind.
  • 1912 am 13. Juli setzt das k. Stadtrentamt München II in der Steuerliste 406 für Frau Kathi von Stengel die Einkommensteuer mit 23 Mark fest, von denen der Gemeinde Schwarzach als Umlage 2 Mark zugeschieden werden.

    • Hinweis dazu: Dieser Satz lässt vermuten, daß die Freiherrlich von Stengel'sche Grube zumindest bis zu diesem Zeitpunkt an Georg Bauer verpachtet war, denn Frau Kathi von Stengel hatte 23 Mark Einkommensteuer zu zahlen, wovon 2 Mark der Gemeinde Schwarzach zustanden und die Freiherrlich von Stengel'sche Grube gehörte zur Gemeinde Schwarzach (zur Gemeinde Schwarzach gehört der Ort Wölsendorf, selbst heute noch) und dies wiederum könnte bedeuten, daß Frau Stengel "wohl" Pachteinnahmen hatte die zu einem Einkommen führten der zu versteuern war.
Freiherrlich von Stengel'sche Grube
Freiherrlich von Stengel'sche Grube

Freiherrlich von Stengel'sche Grube, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland. Ausschnitt aus Lageskizze von E. Kohl, Berlin, 1931

woelsendorfer
  • 1912 am 16. Oktober stirbt Georg Bauer und hinterläßt den ganzen Besitz seiner Frau Babette Bauer. Ihr Sohn Hans Bauer übernimmt zunächst die Geschäftsführung. Im gleichen Jahr wird die erste Stromleitung nach Wölsendorf gebaut.

    • Hinweis dazu: Bis alle Örtlichkeiten im Umland mit Strom durch die Oberpfalzwerke mittels einer Überlandleitung versorgt waren dauerte einige Jahre, aber zumindest bis 1916, so ist es überliefert. 1929 mußten dann die eisernen Leitungskabel durch Gummiummantelte Kabel ersetzt werden oder die eisernen Leitungskabel in einer Lederhülle umhüllt werden.
  • 1913 besucht E. Kohl aus Berlin mit seinem chemischen Mitarbeiter H. Haller das erste Mal den Oberpfälzer Flußspatbezirk und erwähnt das er in diesem Jahr "nur" die Grube Hans Bauer (Grube Kuppel ) besucht und befahren kann.

    • Hinweis dazu: Kohl und Haller konnten in diesem Bereich also nur noch die Grube Kuppel befahren, daß bedeutet das die Freiherrlich von Stengel'sche Grube im Jahre 1912/13 stillgelegt worden ist und das deckt sich mit mehrere Hinweise in der Literatur. In den Aufzeichnungen der Gemeinde wird die Freiherrlich von Stengel'sche Grube letztmalig im Jahre 1912 erwähnt. Meine Vermutung ist, daß der Baron Freiherr Heinrich von Stengel mit Georg Bauer einen 15jährigen Pachtvertrag abgeschlossen hatte, nämlich von 1893 bis 1912 und da das Auslaufen des Pachtvertrages abzusehen war wurde rechtzeitig ein Ersatz gesucht und 1913 mit dem erwerb der Abbaurechte für Flurnummer 860 (Flurbezeichnung Staat) im Staatswald, am Wölsenberg gefunden. Diese Grube (Grube Staatsbruch) wiederum wurde an Franz Bauer durch die Firma Georg Bauer, vertreten jetzt durch Hans Bauer, ebenfalls verpachtet, denn
  • 1916 am 27. März geht aus einem Schriftwechsel zwischen dem Bergamt und dem Forstamt Wernberg hervor, daß Franz Bauer den Barbaraschacht der Grube Staatsbruch von seinem Bruder gepachtet hat.
  • 1923 wird von der Stengelschen Grube davon gesprochen, daß nur mehr längst verlassene Halden am östlichen Ausläufer des Wölsenberges vorhanden sind.
  • 1931 ist einer Karte von E. Kohl und H. Haller, Berlin, folgende Schachtsituation im Bereich des Marienschachtes der Gewerkschaft Wölsendorf vorzufinden:
Freiherrlich von Stengel'sche Grube
Freiherrlich von Stengel'sche Grube

Freiherrlich von Stengel'sche Grube, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland. Grundriss von E. Kohl, 1931.

woelsendorfer
  • Der Kuppelholz - Schacht, später Freiherrlich von Stengel Schacht genannt, diente bis zur Stillegung der Grube Marienschacht, bis zum 30. Juni 1979, als Luftschacht und war somit der Schacht, der im Wölsendorfer Revier am längsten in Betrieb war.

Die Lagerstätte

  • 1908 wird von Max Priehäußer, München, für die Graf'sche Grube, eine Grube bei dem Weiler Freihung (Freiung), eine Grube am Lehenbühl, nördlich Wölsendorf und die Bauersche Grube, wobei hier die Freiherrlich von Stengel'sche Grube gemeint ist, folgendes zu den Gängen geschrieben (Textpassagen wurden gekürzt und zusammen gefaßt):
Freiherrlich von Stengel'sche Grube
Freiherrlich von Stengel'sche Grube

Freiherrlich von Stengel'sche Grube, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland. Übersichtskarte mit Flurnummern.

woelsendorfer
  • "Das Charakteristische all dieser Gänge ist die außerordentliche Unregelmäßigkeit ihrerFüllung sowohl als auch ihres Verlaufs. Vorherrschender Flußspat an einer Stelle keilt sich aus und macht einem Gemenge von Quarz und Schwerspat Platz. An einer anderen Stelle wieder wird der Schwerspat fast ganz verdrängt, während der Quarz wohl nie ganz aus dem Gange verschwindet, dagegen nicht allzuseltendessen "Verkieselung" hervorbringt, wie sich der Arbeiter ausdrückt. Diesen Verhältnissen ist auch der Abbau angepaßt, d.h. das der Abbau kein vollständig kontinuierlicher ist, weil dazwischen vorkommende taube Stellen des Ganges oder solche, die eine zu geringe Mächtigkeit haben, vom Abbau ausgeschlossen werden müssen. Der Verlauf der Gänge ist keineswegs geradlinig, sondern es sind recht unregelmäßige Klüfte, auf denen die Lösungen emporgedrungen sind, und die auch in der Mächtigkeit ihrer Füllung weitem Wechsel unterworfen sind".
  • Speziell wird im gleichen Jahr zur Bauerschen Grube (Stengel'sche Grube) folgendes geschrieben: "Wenn man in der Bauerschen Grube (Stengel'sche Grube) unter Umständen 5 m in gutem Material arbeiten kann, so zerschlägt sich diese Mächtigkeit ungemein leicht, und es entstehen hin und wieder die feinsten Verästelungen: Der eine massige Gang, der allerdings gewöhnlich noch einige Nebentrümmer aufweist, wird so zu einem Brecciengang, bestehend aus vorherrschenden Trümmern des Nebengesteins und untergeordneten Flußspatadern, welche den Abbau nicht mehr lohnen. Dann kommt eine Weitung, in der plötzlich wieder reicher Bergsegen angetroffen wird. Und so ist in Form wie in Verlauf die Umregelmäßigkeit hier die Regel".

Mineralogie

  • Besonderheiten aus dem Wölsendorfer Flußspatrevier

    • Fluorit
    • Die Stufe habe ich aus dem Bestand der Firma Maucher Kristallgarten in München erwerben können zu der ein Originalbeleg mit der Handschrift von Wilhelm Maucher vorhanden ist.
Dipl.-Ing. Dr. Wilhelm Maucher
Dipl.-Ing. Dr. Wilhelm Maucher

Freiherrlich von Stengel'sche Grube, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland.

woelsendorfer
  • Stufenbeschreibung: Die Stufe besteht im Kern aus derben, zart violetten und zart grünlichen Fluorit, der massiv mit Baryt durchzogen ist. In kleineren Hohlräumen ist der Baryt flachschuppig und der Fluorit meist in kleinen Würfeln auskristallisiert. Auf der Ansichtseite sind zart violette Fluoritwürfel zu finden, wobei der violette Farbton in den Würfeln meist nur in der äußeren Schicht zu finden ist und dabei teils eine Zonarstruktur aufweist. Die Würfel sind bis zu 29 mm groß. Sämtliche Würfel sind zum Teil stark parkettartig auskristallisiert und trüb, also undurchsichtig. Zwischen den Fluoritwürfeln ist schmalschuppiger, hellbräunlicher Baryt zu finden, der allerdings durchweg beschädigt ist.
  • Typisch für alte Stufen sind Beschädigungen, da es damals beim Sammeln von Mineralien nicht um Schönheit ging, sondern um die Paragenese des Fundortes. Zu der Stufe ist ein 60x47 mm großer, alter, mittlerweile vergilbter und verschmutzter Beleg vorhanden. Bei dem Beleg handelt es sich um einen Zettel der vermutlich aus einem Spaltenbuch rausgeschnitten wurde, da auf ihm Längs- und Querlinien in verschiedenen Stärken zu sehen sind. Von Wilhelm Maucher sind folgende handschriftliche Vermerke, mit einem schwarzen Tuschestift, vorgenommen worden: "Fluoritxx Wölsendorf bei Nabburg Oberpfalz 7.-". Die "7.-" steht für den damaligen Verkaufspreis. Weiterhin ist mit einem dünnen, schwarzen Stift noch folgende Eintragung vorgenommen worden: "No 711.".
Fluorit
Fluorit (SNr: 0680)

Freiherrlich von Stengel'sche Grube, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland. Stufengröße: 114x100x67mm. Fund um 1909.

woelsendorfer
Dipl.-Ing. Dr. Wilhelm Maucher
Dipl.-Ing. Dr. Wilhelm Maucher (SNr: 0680)

Freiherrlich von Stengel'sche Grube, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland. Etikett von Dipl.-Ing. Dr. Wilhelm Maucher, um 1909.

woelsendorfer
Fluorit
Fluorit (SNr: 0680)

Freiherrlich von Stengel'sche Grube, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland. Stufengröße: 114x100x67mm. Fund um 1909.

woelsendorfer
  • 1908 wird von Max Priehäußer, München, für die Graf'sche Grube, eine Grube bei dem Weiler Freihung (Freiung), eine Grube am Lehenbühl, nördlich Wölsendorf und die Bauersche Grube, wobei hier die Freiherrlich von Stengel'sche Grube gemeint ist, folgendes zu der Mineralogie geschrieben (Textpassagen wurden gekürzt und zusammen gefaßt):
  • "Die Struktur des Flußspates ist fast allerorts in der Hauptsache grobkristallinisch körnig bis stengelig. Die Füllung der Gänge ist meist massig mit deutlich gebänderter Struktur. Verhältnismäßig selten sind Kristalldrusen, in denen größtenteils recht schlecht begrenzte, rauhe würfelförmige Kristalle aufsitzen, die selten zugeschärfte Kanten zeigen. Die Kristallflächen des Flußspates werden durch häufige Inkrustierung mit Quarzkristallen noch verschlechtert, welche meist als rauher Überzug den ganzen Kristallstock überkleiden. Daneben findet sich auch hin und wieder der Schwerspat in wenig guten tafeligen Kristallen". -Zur Farbe schreibt er folgendes: "Die Farbe des Minerals wechselt in weiten Grenzen schon innerhalb einer und derselben Grube. Doch ist die Hauptfarbe in dem Wölsendorfer Vorkommen tief- bis schwärzlichviolett, in der Graf'sche Grube dagegen grün bis gelblichgrün, überhaupt viel lichter".
  • "Von wichtigeren Begleitmineralien sind Quarz und Schwerspat zu nennen, letzterer ein willkommenes Nebenprodukt der Flußspatgewinnung und oft in bedeutenden blätterigen, selten dichten Lagen in den Gängen auftretend. Der Quarz ist im allgemeinen der jüngste Bestandteil der Gänge, die manchmal auch von Hornsteinadern als jüngere Bildungen durchsetzt werden. Auch im Gang selbst nimmt er häufig als innerste Füllung hornsteinartigen Charakter an und ist manchmal ähnlich dem purple quartz gewisser Erzlagerstätten durch massenhaft eingewachsene Flußspatkriställchen violett gefärbt. In aufgewachsenen Kristallen von rötlicher bis gelblicher Farbe und meist geringen Dimensionen bildet er Krusten auf den Hohlräumen des Ganges. Im übrigen findet man ihn in derben Aggregaten wohl auch als Lagen im Gang, welche mit Flußspat abwechseln, und selbst am Salband".
  • "Zu diesen Mineralien kommt selten grobkristallinischer, silberhaltiger Bleiglanz, wobei in den Flußspatgängen selbst der Gehalt an Erz allerdings sehr gering ist".
  • 1923 erwähnt Dr. Heinrich Laubmann, München, von der ehemals Freiherrl. v. Stengel'schen Grube Pseudomorphosen von Quarz nach Flußspat in großen Würfeln.
  • 1931 liegt eine Stufe mit unsicherem Fundort vor, die in der Hauptsache aus quarzig, schmutzig, weißen Pseudokristallen, auf einer Unterlage von grobspätigem, grünvioletten Flußspat besteht. Die Hauptmasse der Pseudomorphosen wird gebildet von feinkörnigem, teilweise auch grobkristallinem Quarz. Die Winkel der Kristalle sind ungleich, die Kanten uneben und so liegt es Nahe, daß bei der Pseudomorphisierung der Kristallindividuen Würfel zu sehen sind, wie H. Laubmann dies auch von mindestens ähnlichen Pseudomorphosen aus der Freiherrl.v. Stengel'schen Grube annimmt.

Mineralien (Anzahl: 4)

Mineralbilder (1 Bilder gesamt)

Fluorit
Aufrufe (Bild: 1384303859): 600
Fluorit (SNr: 0680)

Freiherrlich von Stengel'sche Grube, Wölsendorf, Oberpfalz, Bayern, Deutschland. Fluorit mit Baryt. Stufengröße: 114x100x67mm. Fund um 1909 mit Etikett von Dipl.-Ing. Dr. Wilhelm Maucher.

Sammlung: ex.woelsendorfer
Copyright: woelsendorfer
Beitrag: woelsendorfer 2013-11-13
Mehr   MF 

Gesteine (Anzahl: 1)

Granitr
Geologische Karte von Bayern, 1:25000, BlattNr. 6539 Nabburg; München 1967.
(Bayern/Oberpfalz, Bezirk/Schwandorf, Landkreis/Wölsendorf, Revier/Wölsendorf/Freiherrlich von Stengel\'sche Grube)
G
Liste aktualisieren | Legende aufrufen

Legende

Gestein -> Name des Gesteins
Gestein (TL) -> Gestein Typlokalität
-> Bilder sind verfügbar
 5 -> Anzahl der Fundstellen für dieses Gestein in der Region
 G -> Link zur allg. Gesteinsseite
 i -> Informationen etc.
 r -> Referenzinformationen
Gestein ? -> Vorkommen fragwürdig

Aktualität: 05. Aug 2020 - 17:53:35

Untergeordnete Seiten

Liste aktualisieren | Anzeigeebene: 2 - 3 - 4 - 5 - Alles aufklappen

Aktualität: 05. Aug 2020 - 17:53:35

Referenz- und Quellangaben, Literatur

Literatur

  • Gümbel, Carl Wilhelm von, (1823-1898): "Geognostische Bemerkungen über das Vorkommen des antozonhaltigen Flußspates am Wölsenberge in der Oberpfalz", in Sitzungsbericht der Königlich Bayerischen Akademie der Wissenschaften, München 14. März 1863, 1, Seite 301 - 329.
  • Priehäußer, Max, München: "Die Flußspatgänge der Oberpfalz", in Zeitschrift für praktische Geologie, XVI. Jahrgang, Monatsheft Juli 1908, Seite 265 - 269.
  • Laubmann, Dr. Heinrich: "Minerallagerstätten", Seite 66 - 71, in "Abriß der Geologie von Bayern r.d.Rh.", in sechs Abteilungen. Abteilung III: Die geologischen Verhältnisse des Bayerisch-böhmischen Waldgebirges und der vorgelagerten Schichtenlandschaft., München 1923.
  • Drechsler, Dr. Franz: "Zur Mineralführung und Chemie der Oberpfälzer Flußspatgänge". in "Sonderdruck aus dem 17. Bericht für das Jahr 1924 des Naturwissenschaflichen Vereins Regensburg E. V"., Seite 1-48, Regensburg 1925.
  • Kohl, E. und Haller, H., Berlin: "Die Mineralführung der Wölsendorfer Flußspatgänge", in "Zeitschrift für praktische Geologie", 42.Jahrgang, Heft 5, Seite 69-79, Berlin Mai 1934.
  • Erläuterungen zur Geologischen Karte von Bayern, 1:25000, BlattNr. 6539 Nabburg, München 1967,
  • dazu "Geologische Karte von Bayern, 1:25000, BlattNr. 6539 Nabburg; München 1967", die von Dr. Wilhelm Bauberger zwischen 1962 bis 1964, unter Verwendung des Manuskriptes von Dr. Heinz Ziehr "Die Flußspatgänge von Wölsendorf und deren Nebengesteine", Diss. Univ. München 1954 und eine im Besitz des Bayer. Geol. Landesamtes befindliche Lagerstättenkarte* (Maßstab 1:5000) aufgenommen wurde.
  • Weiss, Dipl. Ing. Karl: "Flußspatbergbau von der Gründerzeit bis zum zweiten Weltkrieg im Raum Wölsendorf, Stulln, Lissenthan und Freiung", Seite 57-78, in "Stulln 17.6. - 20.6. 1977".
  • "Gewerkschaft Wölsendorf"; Werkszeitschrift "Der Mitarbeiter" der Firma Riedel-de Haen AG; Ausgabe September 1987.
  • Bierler, Michael: "5. Über den Bergbau", Seite 369 - 407, in "Wölsendorf - 100 Jahre Freiwillige Feuerwehr 22. Juli bis 25. Juli 1988.
  • im privaten Bestand befindliche Flurkartenauszüge und Rißwerke Grube Marienschacht.

Quellenangabe

Einordnung