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Marmorbruch Dr. Linck

Steckbrief

Land

Deutschland

Re­gi­on

Hessen / Darmstadt, Bezirk / Bergstraße, Landkreis / Bensheim / Hochstädten / Marmorbruch Dr. Linck

An­fahrts­be­sch­rei­bung

Südlich von Auerbach - Hochstädten im Bergsträsser Odenwald befindet sich in der Gemarkung Roßbach der relativ große verwachsene Tagebau im Auerbacher Marmorvorkommen

Auf­schluss­be­sch­rei­bung

Tagebau und mehrere Pingen.

Geo­lo­gie

Marmor mit Kalksilikatzonen und Pegmatiten. Linsen mit Ag-Co-Ni-Erzen.

To­po­gra­phi­sche Kar­te

TK.1:25000, Blatt 6217 Zwingenberg, Rechts 3474815, Hoch 5507885

Verkürzte Mineralienatlas URL:

https://www.mineralienatlas.de/?l=377
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Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

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Bilder von Fundstellen (4 Bilder gesamt)

Stbr. Dr. Link, Auerbach-Hochstädten Oktober 2015
Aufrufe (Bild: 1444924417): 886
Stbr. Dr. Link, Auerbach-Hochstädten Oktober 2015

Stbr. Dr. Link, Auerbach-Hochstädten, Odenwald, Hessen, Deutschland

Sammlung: Conny 3
Copyright: Conny3
Beitrag: Conny3 2015-10-15
Granatfels
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Granatfels

Stbr. Dr. Link, Auerbach-Hochstädten, Odenwald, Hessen, Deutschland

Copyright: Schaufelartist
Beitrag: Erik 2007-01-02
Kontakt Marmor zu Granatfels
Aufrufe (Bild: 1167756468): 3525
Kontakt Marmor zu Granatfels

Stbr. Dr. Link, Auerbach-Hochstädten, Odenwald, Hessen, Deutschland

Copyright: Schaufelartist
Beitrag: Erik 2007-01-02

Ausführliche Beschreibung

Geologie

Der sog. Auerbacher Marmor bildet einen etwa NE-SW streichenden, von Auerbach bis auf die Bangertshöhe östlich von Hochstädten zu verfolgenden Zug. Der Gangzug wird im Nordwesten vom Hochstädter Granodiorit, im Südwesten vom Quarzdiorit des Felsberges begrenzt.

Der Marmor ist in einzelne, bis 50m breite und 400m lange Linsen zergliedert und schließt Schollen des Nebengesteins - flaseriger Granodiorit, Cordierit-Biotitgneise, Pyroxen-Skapolithfelse ua. - ein. Das Gestein bildet einzelne meist recht gut zu erkennende, steil in nördliche bis nordwestliche Richtungen einfallende Bänke.

Der Marmor selbst besteht zum einen aus dunklerem, Klinopyroxen und Amphibol führendem Silikatmarmor der einen deutlichen Lagenbau aufweist, zum anderen existiert eine grobkörnigere und massivere Variante die weniger Nebengemengteile beinhaltet. Als Edukt werden unreine devonische Kalksteine angenommen.

Gegen die silikatischen Nebengesteine ist eine ca. 0,5m mächtige Reaktionszone aus massigen Kalksilikatgesteinen ausgebildet. Die Kalksilikatfelse wurden einige Zeit nicht als kontaktmetamorphe Bildungen als Reaktion auf Intrusivgesteine , sondern als regionalmetamorphe Gesteine des Abukuma-Types verstanden, wobei die Silikatgesteine bis zur Anatexis mobilisiert wurden. Heute scheint eine kontaktmetamorphe Entstehung der Kalksilikatfelse entlang von Intrusionen von Plutoniten klar. Der Kontakt zum Felsbergquarzdiorit ist an der südwestlichen Bruchwand gut aufgeschlossen. Man erkennt bereits stark verwitterte gangartige Körper aus Diorit bis etwa 1m Breite, im Wechsel mit sehr hartem, meist braunrotem Granat – Klinopyroxenfels.

Im Osten entstand die Kontaktzone an einem mächtigen Pegmatitgang der zur Gangfolge des Hochstädter Granodiorits gehört. Die Reaktionszone beginnt hier direkt am Marmor mit faserigem Wollastonit, gegen das Nebengestein folgen Vesuvian, Granat (Grossular), Epidot und Quarz.

Der Pegmatit besteht im wesentlichen aus teilweise sehr grobkörnigem Plagioklas und Quarz mit viel Muscovit. Auffallend sind weiterhin bis 10cm Länge erreichende Schörlkristalle. An den Turmalinkristallen erkennt man manchmal eine intensive tektonische Beanspruchung: Solche Kristalle sind quer zu ihrer Längsachse in gegeneinander verschobene und verdrehte Scheiben zerlegt, die entstehenden Risse sind mit Quarz verheilt.

BILD:1167755253

Panoramabild des ehem. Tagebaus
Foto: Schaufelartist

Bergbaugeschichte

Das Gestein diente in erster Linie der Herstellung von Trockenmörtel. Erstmals erwähnt wird der Auerbacher Marmor 1571, der erste Abbau über Tage erfolgte zwischen 1720 und 1773. Ab 1820 erfolgt auch eine Förderung unter Tage. Während des 2. Weltkriegs wurde in den Stollen ein unterirdischer Rüstungsbetrieb eingerichtet. Nach einer Wiederaufnahme des Abbaubetriebes ab 1946 wurde der Untertageabbau - erreicht wurde mit sieben Sohlen eine Tiefe von 140m - 1974 eingestellt, im Bruch lassen sich noch die Reste eines verstürzten Stollmundlochs erkennen.


Mineralien

Im alten verwachsenen Tagebau lassen sich noch einige der Mineralien finden - besonders schön sind die Hessonit- und Grossularkristalle aus den Granatfelsen der Reaktionszone. Bisher wurden dort rund 150 Mineralarten gefunden (TABORSKY 1975, 156).

Mineralien (Anzahl: 93)

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Epidoti
Epidot ist derb als gesteinsbildendes Mineral in den Granat-Epidotfelsen weit verbreitet. Gut ausgebildete Kristalle auf [Klüften|Kluft] sind sehr selten, da diese meist wachstumsbehindert sind. Es sollen jedoch Epidotkristalle bis 10 cm Länge gefunden worden sein!

Direkt am Kontakt zum Nebengestein treten im [Quarz] hin und wieder schöne Kristalle auf - leider lassen sich diese nur sehr schwer aus dem [Quarz] lösen und sind daher meist mehr oder weniger beschädigt
(Hessen/Darmstadt, Bezirk/Bergstraße, Landkreis/Bensheim/Hochstädten/Marmorbruch Dr. Linck)
M
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Mineral -> micht anerkanntes Mineral
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Mineral ? -> Vorkommen ist fragwürdig

Aktualität: 11. Dec 2018 - 15:49:37

Mineralbilder (9 Bilder gesamt)

Schörl
Aufrufe (Bild: 1167825475): 1386
Schörl

Tektonisch in Scheiben zerlegter, ca. 3 cm großer Schörlkristall in Pegmatit Fundort: Stbr. Dr. Link, Auerbach-Hochstädten, Odenwald, Hessen

Copyright: Erik
Beitrag: Erik 2007-01-03
Grossular
Aufrufe (Bild: 1087470806): 1184
Grossular

Grossular mit Diopsid Einzelkristall ca 0,5 cm Fundort: Hochstädten, Odenwald, Hessen, Deutschland

Copyright: Erik
Beitrag: Mineralienatlas 2004-06-17
Grossular
Aufrufe (Bild: 1167824357): 861
Grossular

kräftig rote Grossularkristalle bis knapp 1 cm Größe mit Epidot & Calcit Fundort: Stbr. Dr. Link, Auerbach-Hochstädten, Odenwald, Hessen

Copyright: Erik
Beitrag: Erik 2007-01-03

Gesteine (Anzahl: 7)

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Gestein ? -> Vorkommen fragwürdig

Aktualität: 11. Dec 2018 - 15:49:37

Gesteinsbilder (1 Bilder gesamt)

(Silikat-) Marmor
Aufrufe (Bild: 1167829766): 7183, Wertung: 6.25
(Silikat-) Marmor

Relativ grobkörniger (Silikat-) Marmor; die leicht grünlich Färbung beruht auf fein verteiltem Diopsid Fundort: Steinbruch Dr. Link, Auerbach, Bergstrasse, Odenwald Stufengröße: ca 10cm

Copyright: Erik
Beitrag: Erik 2007-01-03

Referenz- und Quellangaben, Literatur

Literatur:

  • Fuchs (1860). Der körnige Kalk von Auerbach. Heidelberg.
  • Hoffmann. Die Marmorlager von Auerbach. Abh.Großh.hess. geol. Landesanstalt. Bd.II, H.3.
  • Gg. Greim (1894) - Nachdruck 1994: Die Mineralien des Grossherzogtums Hessen. Verlag Emil Roth, Giessen. 60 S.
  • NICKEL, E. und FETTEL, M. (1985): Sammlung Geol: Führer, Nr.65: Odenwald, Vorderer Odenwald zwischen Darmstadt und Heidelberg; Gebr. Bornträger, Berlin-Stuttgart.
  • Aufschluss 1977 (6), 226.
  • Fettel, M. (1980). Der Odenwald: Die Mineralien des kristallinen Odenwalds. Lapis, Jg.5, Nr.7, S.13-40.
  • WEISS, S. (1990): "Mineralfundstellen Atlas, Deutschland West", Weise Verlag, München.
  • "Mineralfundstellen, Bd. 7: Hessen", Weise Verlag, München .

Quellenangaben

Einordnung