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Steinbruch Schmitt

Steckbrief

Land

Deutschland

Re­gi­on

Hessen / Darmstadt, Bezirk / Main-Kinzig-Kreis / Freigericht / Altenmittlau / Steinbruch Schmitt

An­fahrts­be­sch­rei­bung

Der ausgedehnte Steinbruch befindet sich unmittelbar am östlichen Ortsrand von Altenmittlau, Ortsteil der Großgemeinde Freigericht im hessischen Teil des Spessart (ca. 45 km östlich Frankfurt a.M. und 16 km östlich Hanau

Auf­schluss­be­sch­rei­bung

Steinbruch - inzwischen aufgelassen und weitestgehend rekultiviert

Geo­lo­gie

Zechsteindolomit

Zu­gangs­be­schrän­kun­gen

Nur mit Genehmigung

GPS-Ko­or­di­na­ten

Steinbruch Schmitt (N 50° 08'29.56°; O 9° 08'53.66°)



Steinbruch Schmitt

WGS 84: 
Lat.: 50,14154444° N, 
Long: 9,14823889° E
WGS 84: 
Lat.: 50° 8' 29,56" N,
   Long: 9° 8' 53,66" E
Gauß-Krüger: 
R: 3510671,
 H: 5556161
Regionale Wetter Information, Macrostrat geologische Karten

To­po­gra­phi­sche Kar­te

TK 5820 Langenselbold

Verkürzte Mineralienatlas URL:

https://www.mineralienatlas.de/?l=384
Bitte fühlen Sie sich frei auf diese Seite zu verlinken.

Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

Weitere Funktionen

Ausführliche Beschreibung

Allgemeines

Bekannt wurde der Bruch durch die wohl besten Azurite Deutschlands, welche zusammen mit zum Teil recht seltenen Blei- und Arsenmineralien in den Drusen des Zechsteindolomites auftreten.

Leider ist der Abbau seit 1999 stillgelegt, der Steinbruch wird gegenwärtig aufgefüllt und rekultiviert. Höffige Schichten stehen an keiner Stelle mehr an. Eine Wiederaufnahme des Abbaubetriebes scheint ausgeschlossen.


Geologie

Im Steinbruch sind die dolomitischen Sedimente des Zechsteins über eine Höhe von etwa 25m aufgeschlossen. Das Liegende besteht aus wenigen Metern eines hellen Konglomerats über heute nicht mehr zu sehenden Sedimenten des Rotliegenden. Es folgt der hier nur wenige dm mächtige graue Kupferschiefer, welcher schließlich von grauen und braunen Dolomiten überlagert wird. Die Dolomite sind zum Teil recht reich an - auch größeren - Drusen, in welchen die beschriebenen Mineralien auftreten. Im Hangenden wird der Zechstein von Tonen und tertiären Sanden überlagert.

Alle Schichten sind sehr arm an Fossilien. Neben verkohlten fossilen Zweigen und Zapfen von Koniferen traten gelegentlich meist schlecht erhaltene Steinkerne von kaum bestimmbaren Muscheln und Brachiopoden auf.


Fundstellenbericht zum Steinbruch Schmitt in Altenmittlau

Neufund im Zechsteindolomit von Altenmittlau - Erstnachweis von Cuproadamin bzw. Zn-Olivenit

Im Sommer 1995 besuchte der Verfasser erstmals den Dolomit-Steinbruch FRANZ G. SCHMITT in Altenmittlau, der insbesondere durch Funde von hervorragend kristallisierten Azurit-Kristallen berühmt wurde. Dieser Steinbruch befindet sich am östlichen Ortsrand von Altenmittlau, Ortsteil der Großgemeinde Freigericht im Spessart (ca. 45 km östlich Frankfurt a.M. und 16 km östlich Hanau - TK 5820). Ausführliche Dokumentationen zur Geschichte der Lagerstätte, zu den Lagerstättenbildungen und zur Mineralisation im Zechsteindolomit wurden bereits in mehreren Fach-Publikationen veröffentlicht und sollen deshalb hier nicht nochmals beschrieben werden.

Bereits BÜCKING beschrieb 1891 diese Fundstelle in seinen „Erläuterungen zur geologischen Specialkarte“ als eine „Erzführung des Zechsteinkonglomerats“, in der „ausschließlich Carbonate von Kupfer zu finden sind“ (BLEUEL 1985). Neben den in der Fachwelt bekannt gewordenen Kupfer-, Calcium- und Magnesium-Carbonaten wurden im Laufe der Zeit auch Blei- und Arsen-Sulfide, Kupfer- und Eisen-Oxide sowie verschiedene Sulfate, Phosphate und Arsenate entdeckt und analytisch nachgewiesen (vgl. auch WILKE 1979, BOSSE & BLEUEL 1988, BODE & WITTERN 1989), wobei vor allem der hier hellbraunoliv gefärbte Tsumebit Pb2Cu/OH/SO4/PO4 zu nennen ist.

Auch im Juli 1995 konnten neben sehenswerten Azurit-Kristallen weitere Carbonate (Malachit, Calcit, Dolomit) und einige Mineralien der zuvor genannten Mineralklassen aufgefunden werden.

Dabei fiel, nach dem Zerkleinern eines faustgroßen Zechstein-Brockens, ein bis zu 2,5 cm großes Spaltstück auf, das in der unteren Hälfte ausschließlich aus einem amorphem Umwandlungsprodukt des in dieser Lagerstätte primär gebildeten Arsenfahlerzes (Tennantit) besteht. Seine obere Hälfte ist hauptsächlich aus Dolomitkristallen aufgebaut. In Hohlräumen der mit Dolomitkristallen besetzten Zechsteindolomit-Matrix befanden sich Einsprenglinge von maximal 2 mm Größe aus konzentrisch-schaligem Malachit neben zwei Krusten, die aus kugeligen, apfelgrün gefärbten Aggregaten bestehen. Die auf dem amorphen Umwandlungsprodukt von Tennantit aufsitzenden Aggregate von jeweils 1 mm Größe weisen sowohl unter der Lupe als auch unter dem Binokular einen glasigen Glanz auf. Das teilweise Dolomithohlräume auskleidende Arsenfahlerz sowie seine Umwandlungsprodukte bilden dabei nur die „Zwischenunterlage“, da die Dolomitkristalle als genetisch ältere Kristallbildungen primär unter den Überzügen von Tennantit liegen.

Ende 1998 konnten die apfelgrünen Krusten nunmehr analytisch untersucht werden. Der Nachweis durch eine EDS-Analyse ergab als Bestandteile Arsen (39 %), Kupfer (32 %) und überraschenderweise einen relativ hohen Anteil an Zink (29 %). Für eine Untersuchung mittels RDA reichte das Material leider nicht aus.

Demnach sollte es sich hier um einen Mischkristall zwischen den Endgliedern Adamin Zn2/(OH/AsO4/) und Olivenit Cu2/(OH/AsO4) handeln. Dabei muss aber fraglich bleiben, ob es sich um ein kupferhaltiges Zinkarsenat also Cuproadamin, oder um ein zinkhaltiges Kupferarsenat, also "Zn-Olivenit" handelt. Beide in Frage kommenden Varietäten gehören, laut der Mineralsystematik nach STRUNZ, in die Gruppe der wasserfreien Arsenate mit fremden Anionen (hier: OH-Radikale) und stellen jedenfalls einen überraschenden Neufund für Altenmittlau dar, womit sich die Anzahl der bisher nachgewiesenen Mineralien dieser besonders in geologischer Hinsicht bedeutenden Lagerstätte wiederum erhöht hat.

Mineralien (Anzahl: 42)

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ZurücksetzenAlAsBaCCaClCrCuFFeHKMgMnMoOPPbSSiZn
Miniumr
Bode, R.; Wittern, A. (1989): Mineralien und Fundstellen - Bundesrepublik Deutschland, Haltern: Bode, S.111.
(Hessen/Darmstadt, Bezirk/Main-Kinzig-Kreis/Freigericht/Altenmittlau/Steinbruch Schmitt)
M
Molybdänitr
Bode, R.; Wittern, A. (1989): Mineralien und Fundstellen - Bundesrepublik Deutschland, Haltern: Bode, S.111.
(Hessen/Darmstadt, Bezirk/Main-Kinzig-Kreis/Freigericht/Altenmittlau/Steinbruch Schmitt)
BM
Muskovitr
Bode, R.; Wittern, A. (1989): Mineralien und Fundstellen - Bundesrepublik Deutschland, Haltern: Bode, S.111.
(Hessen/Darmstadt, Bezirk/Main-Kinzig-Kreis/Freigericht/Altenmittlau/Steinbruch Schmitt)
M
Zinkolivenitr
Per Raman-Spektrometer analysiert! 07.04.2019 / Lars Fischer / Bild folgt..
(Hessen/Darmstadt, Bezirk/Main-Kinzig-Kreis/Freigericht/Altenmittlau/Steinbruch Schmitt)
M
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Duftit
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Duftit

BB 7 mm. Steinbruch Schmitt / Altenmittlau / Spessart

Sammlung: Lithos
Copyright: Lithos
Beitrag: Lithos 2015-09-06
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Azurit auf Dolomit
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Azurit auf Dolomit

Fundort: Steinbruch Schmitt, Altenmittlau, Hessen, Spessart, Deutschland; Größe: 2,5 x 2,5 x 4,5 cm

Copyright: Christiane David
Beitrag: Hg 2007-06-02
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Azurit auf Dolomit
Aufrufe (Bild: 1328454449): 568
Azurit auf Dolomit

Bildbreite 5,5 cm. Stbr. Schmitt, Altenmittlau, Spessart. D.

Copyright: skibbo
Beitrag: skibbo 2012-02-05
Mehr   MF 

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Referenz- und Quellangaben, Literatur

Literatur:

  • BÜCKING, H. (1861): Erläuterungen zur geologischen Specialcarte, Blatt Langenselbold.
  • Kohler, H. (1977). Azurit auf Dolomit von Altenmittlau (Bem. Eigenfund). Lapis, Jg.2, Nr.4, S.25.
  • WILKE, H.-J. (1979): Mineralfundstellen Hessen.-S. 156f., Weise Verlag, München.
  • BLEUEL, M. (1985): Altenmittlau - Eine berühmte Azurit-Fundstelle.- Lapis 10, 1, 13-16.
  • BOSSE, P.; BLEUEL, M. (1988): Nicht nur Azurit - Altes und Neues aus Altenmittlau.-EMSER HEFTE 9, 1, 56-64.
  • BODE, R.; WITTERN, A. (1989): Mineralien und Fundstellen Bundesrepublik Deutschland.- 303 S., Haltern (Bode).
  • KOWALCYK, G. & SCHAARSCHMITD, F. (1989): Neue Koniferenfunde aus dem Zechsteinkonglomerat Südhessens.- Cour. Forsch.-Inst. Senckenberg 109, 153-63, Frankfurt.
  • BLEUEL, M. (1991): FUNDSTELLE STEINBRUCH SCHMITT, ALTENMITTLAU.- Begleitheft zur VFMG Sommertagung 13.-16.Sept. 1991 Gelnhausen, Hersg. Kinzigtaler Mineralienclub e.V., S.73-78.
  • SCHWEITZER, H.-J. (1996): VOLTZIA HEXAGONA (BISCHOFF) GEINITZ aus dem mittleren Perm Westdeutschlands.- Palaeontographica Abt. B 239, S.1-22, [E. Schweitzerbart'sche V.] Stuttgart.
  • KOHORST, P. (1999): Neufund im Zechsteindolomit von Altenmittlau Erstnachweis von Cuproadamin bzw. Zn-Olivenit. Min.-Welt 10, H.6, S.19, Haltern.
  • Lorenz, J. (2010). Spessartsteine - Spessart, Spessart und Buntsandstein - eine umfassende Geologie und Mineralogie des Spessarts. Lorenz Verlag, Karlstein a. Main, 910S. 783.
  • Gerstenberg, A. & M. Reinhardt (2017). Nicht nur Azurit - die Mineralien von Altenmittlau im Spassart. Min.-Welt, Jg.28, H.5, S.43-59.


Weblinks

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