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Steinbruch am Gaulsberg

Steckbrief

Fund­s­tel­lenpfad

Deutschland / Hessen / Darmstadt, Bezirk / Wetteraukreis / Ortenberg / Steinbruch am Gaulsberg

Auf­schluss­be­sch­rei­bung

Steinbruch (aufgelassen)

Geo­lo­gie

Von Buntsandstein umgebene Schlotfüllung aus mittel- bis grobkörnigem Olivinbasalt, porphyrischem Basanit und Pyroklastiten

GPS-Ko­or­di­na­ten

Steinbruch am Gaulsberg, Ortenberg (N 50° 21' 45" E 9° 3' 17")



Steinbruch am Gaulsberg, Ortenberg

WGS 84: 
Lat.: 50,3625° N, 
Long: 9,05472222° E
WGS 84: 
Lat.: 50° 21' 45" N,
   Long: 9° 3' 17" E
Gauß-Krüger: 
R: 3503968,
 H: 5580730
Regionale Wetter Information, Macrostrat geologische Karten

Verkürzte Mineralienatlas URL

https://www.mineralienatlas.de/?l=5286
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Verkürzte Pfadangabe

Steinbruch am Gaulsberg, Ortenberg, Wetteraukreis, Darmstadt, Hessen, DE
Nützlich für Bildbeschreibungen und Sammlungsbeschriftungen

Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

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Steinbruch am Gaulsberg
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Steinbruch am Gaulsberg

Blick in den Steinbruch im Oktober 2015

Copyright: skibbo
Beitrag: skibbo 2015-10-03
Steinbruch am Gaulsberg
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Steinbruch am Gaulsberg

Blick in den Steinbruch im Oktober 2015

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Beitrag: skibbo 2015-10-03
Steinbruch am Gaulsberg
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Steinbruch am Gaulsberg

Blick in den Steinbruch im Oktober 2015

Copyright: skibbo
Beitrag: skibbo 2015-10-03

Ausführliche Beschreibung

Steinbruch am Gaulsberg
Steinbruch am Gaulsberg

Blick auf den Steinbruch im Feb. 2012

skibbo
Steinbruch am Gaulsberg
Steinbruch am Gaulsberg

Buntsandsteinklippe und Basaltsäulen im Feb. 2012

skibbo
Steinbruch am Gaulsberg
Steinbruch am Gaulsberg

Hohlraumreicher Basalt mit Natrolith und Phillipsitrasen. Belegstücke aus dem Jahr 2001

skibbo


Der Steinbruch am Gaulsberg bei Ortenberg


Der Gaulsberg befindet sich am Südwestrand des Vogelsbergs nahe der Ortschaft Ortenberg und stellt einen isolierten Schlotkomplex tertiären Alters dar. Der Schlot ist durch den Fluß Nidder in zwei Vorkommen zerteilt. Auf dem südöstlichen Teil steht das, in der 2. Hälfte des 12.Jh. erbaute, Ortenberger Schloß. Auf dem nordwestlich gelegenen, größeren Teil des Schlotes baute der Steinbruch am Gaulsberg ab.

Der Steinbruch, in dem auf 7 Sohlen vor allem für den Straßenbau Basalt abgebaut wurde, ist seit Beginn des Jahres 2010 stillgelegt. Eine touristische Nutzung des aufgelassenen Steinbruchs als Geotop ist in Planung. Nicht nur Mineraliensammler suchten diesen Steinbruch regelmäßig auf, auch ornithologisch Interessierte betreten das Steinbruchgelände, um den, schon während der Betriebszeit in den Abbauwänden nistenden Uhu zu beobachten.

Auf dem Steinbruchgelände sind neben zwei Basalttypen (ein mittel- bis grobkörniger Olivinbasalt und ein porphyrischer glasreicher Basanit) auch Sedimente des Buntsandsteins, des Perms sowie Tertiäre Ablagerungen aufgeschlossen. In einigen Zonen ist der Basanit in der typischen Art eines Sonnenbrenners verwittert. Bruchstücke des, auf den oberen Sohlen anstehenden Buntsandsteins finden sich als Xenolithe auch innerhalb des Basaltschlotes. Diese sind in der Regel durch den Basalt überprägt. Neben Sandsteineinschlüssen kommen auch eingeschlossene Tuffe vor. Beide Xenolithtypen umgeben interessante Mineralisationen. So konnte z.B. innerhalb von Hohlräumen in Sandsteinxenolithen das Mineral Paulingit nachgewiesen und an Kontaktzonen des Basalts zu Tuffeinschlüssen verstärkt Offretit beobachtet werden.

Die gängigen Minerale in den Blasenhohlräumen des Basaltes sind durch hydrothermale Paragenese bestimmt. Die Größe dieser Blasenhohlräume reicht von wenigen Millimetern bis zu einem halben Meter. Häufig treten sehr kleine Hohlräume auf, die in der Regel wenige Zentimeter nicht überschreiten. Größere (gute Kristalle beinhaltende) Hohlräume sind dagegen selten. Weiterhin fanden sich, je nach Stand des Abbaus, kluftähnlich ausgebildeten Spalten. Diese sind in der Regel von dichten Rasen aus Natrolith, oftmals vergesellschaftet mit Calcit, bedeckt. Die mit Abstand häufigsten Mineralien am Gaulsberg sind Phillipsit, Natrolith, Calcit sowie Mineralien der Montmorillonitgruppe und stellenweise auch Apophyllit. Letzterer zeigt neben der typischen langprismatischen Ausbildung auch flache Kristalle, die an Baryt erinnern und gerade in Verbindung mit rotbrauner Färbung der Kristalle fälschlicherweise als solcher beschrieben wurden. (Anmerkung: Tatsächlich wurde auch Baryt am Gaulsberg gefunden, bislang allerdings nur im Kontaktbereich zu einem Schlottuff auf der 4.Sohle in Form strontiumhaltiger, dünner, meist langgesteckter Plättchen. siehe Homepage von M. Schuster). Auf den tieferen Sohlen des Steinbruchs tritt Analcim häufig auf. Aufgrund seiner geringen Größe, der wasserklaren Transparenz sowie der Eigenschaft die schwarzen Wände der Hohlräume vollständig auszukleiden wird dieser gern übersehen oder als nicht sammelnswert erachtet. Dem Thomsonit kommt dank des Formenreichtums der Aggregate, die mehrere Generationen umfassen können, eine besondere Rolle zu.

Eine ausführliche Beschreibung des Vorkommens und dessen Mineralisation findet sich auf der Homepage von Martin Schuster. Ein weiterer lesenswerter Artikel findet sich im Themenheft: „Mineralisationen in Basalten“ (Der Aufschluss, 1995, Jahrgang 46, Heft 2).

Mineralien (Anzahl: 48)

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Aktualität: 02. Aug 2020 - 15:02:48

Mineralbilder (58 Bilder gesamt)

Thomsonit mit Chabasit und Gyrolith
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Thomsonit mit Chabasit und Gyrolith

Stbr. am Gaulsberg, Ortenberg, Vogelsberg, Hessen, D. Größe des Aggregats: 3 mm. Fund April 2001

Copyright: skibbo
Beitrag: skibbo 2014-02-22
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Natrolith
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Natrolith

Natrolith xx, Bildbreite ca. 3cm; Stbr. Gaulsberg, Ortenberg, Vogelsberg, Hessen, Deutschland

Copyright: Erik
Beitrag: Erik 2009-01-18
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Natrolith
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Natrolith

Deutschland, Hessen, Vogelsberg, Ortenberg, Stbr. Gaulsberg; x - 1,8 mm;

Sammlung: hkern
Copyright: hkern
Beitrag: hkern 2012-06-09
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Gesteine (Anzahl: 7)

Gesteinsbilder (1 Bilder gesamt)

Alkalibasalt
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Alkalibasalt

Alkalibasalt mit normativem Nephelin-Gehalt Fundort: Gaulsberg, Altenstadt, Vogelsberg, Hessen

Copyright: Collector
Beitrag: Collector 2006-03-03
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Referenz- und Quellangaben, Literatur

Literatur:

  • LEONHARD, C.C. (1805-1808). Handbuch einer allgemeinen topographischen Mineralogie. 3 Bde. Frankfurt.
  • VOLTZ, F. (1852). Übersicht der geologischen Verhältnisse des Großherzogtums Hessen. VI+169 S., Mainz.
  • HELDMANN, C. (1859). Die Gebirgsformation in der Gemarkung Selters (Kreis Nidda) und Umgebung. Ber. Oberhess. Ges. Natur- und Heilk. 7,81-90, Giessen.
  • Hessisches Landesvermessungsamt (1922). Geo :Bl/ Ortenberg Vogelsberg (Hess No.:?). Karte G 1: 25 000 Geo.
  • H.-J. Wilke (1979): "Mineralfundstellen, Bd.7: Hessen", Weise-Verlag, München.
  • Wilke, H.J. & Schöffmann, W. (1979). Rund um den Vogelsberg. Lapis, Jg.4, Nr.6, S.30-34.
  • Hentschel, G. (1979). Hydrothermale Minerale im Basalt von Ortenberg (Vogelsberg). Geol. Jb. Hessen, 107, S.193-96.
  • Hentschel, G. (1986). Paulingit und andere seltene Zeolithe in einem gefritteten Sandsteineinschluß im Basalt von Ortenberg (Vogelsberg). Geol. Jb. Hessen, 114, S.249-56.
  • Schuster, M. (1995): Die Mineralien vom Gaulsberg bei Ortenberg. Aufschluss, 46, 2, 51-68.
  • Kolitsch, U. (1997). Tacharanit vom Gaulsberg bei Ortenberg, Vogelsberg, Hessen. Min.-Welt, Jg.8, Nr.2, S.25-26.
  • PASSAGLIA, E. GUALTIERI, A. & MARCHI, E. (2001). The crystal chemistry of Paulingite. Eur. J. Min. 13, 113-19.
  • Arthur Wittern (2010). Mineralfundorte und ihre Minerale in Deutschland. 3.Aufl. Schweizerbart, Stuttgart. S.187.
  • Kerstin Bär (2012). Der Steinbruch Gaulsberg bei Ortenberg - Ein herausragendes Geotop des vulkanischen Tertiärs. Sonderb. Tertiär, Wetterauische Ges. für die ges. Naturkunde zu Hanau 1808 e.V. 162. Jg. S.39-59, ISSN 0340-4390
  • Betz, V. (2019). Zeolithe und andere Mineralien aus den Vulkaniten des Vogelsberges (Hessen) und ihre Fundorte. Aufschluss, Jg.70, H.4, S.208-60.

Weblinks

Text


Quellenangaben

Einordnung