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Quarzitsteinbruch

Steckbrief

Land

Deutschland

Re­gi­on

Hessen / Darmstadt, Bezirk / Rheingau-Taunus-Kreis / Idstein / Lenzhahn / Quarzitsteinbruch

Verkürzte Mineralienatlas URL:

https://www.mineralienatlas.de/?l=394
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Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

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Ausführliche Beschreibung

Bemerkenswerte Neufunde von Florencit-(Ce) und Lithiophorit bei Lenzhahn im Taunus

Im Rahmen einer erneuten Begehung des alten Quarzit-Steinbruchs, direkt am Taunuskamm bei dem Dörfchen Lenzhahn zwischen Oberjosbach und Heftrich, im Wald versteckt, gelangen dem Autor, am Karsamstag, den 22. April 2000, weitere bemerkenswerte Funde der Mineralien Florencit-(Ce) und Lithiophorit.

Bereits Mitte März 1996 konnten die vorgenannten, zuerst in LAPIS 2/96 von dem Erstentdecker und Apotheker GERHARD MÖHN ausführlich beschriebenen Mineralien, in noch beträchtlicher Anzahl, Qualität und Größe entdeckt werden. Damals wie heute, konnten neben tief-bis blauschwarzen, traubig-krustigen Aggregaten des Lithium-haltigen Manganoxids Lithiophorit, auch gelbbraune, sinterartige und zellige Krusten des ‘Seltenerden‘-Phosphats Florencit-(Ce), als Überzug auf brekziertem, unterdevonischem Taunusquarzit gefunden werden.

Dabei wurden auch einige wenige Quarzitbrocken von rund 10 x 11 cm Größe, auf denen das Phosphat Florencit-(Ce) als jüngste Bildung in bis zu 6 x 10 cm messenden zelligen Krusten auf jeweils einer Seite der Quarzitbrekzie auskristallisierte, entdeckt. MÖHN beschrieb noch eine maximale Größe der Krusten von 2 x 3 cm!

Die aufgesammelten Belege mit Florencit-(Ce) wurden meistens von Lithiophorit und Milchquarz begleitet. Überwiegend traten jedoch Belege einer Brekzie auf, die ausschließlich von Lithiophorit-Krusten palisadenartig ummantelt waren. Diese Ausscheidungen konnten auch in Größen von über 10 x 10 cm gefunden werden. Lokal ließ sich dabei eine Dicke der Lithiophorit-Krusten von bis zu 8 mm nachmessen.

Bezeichnend für die Funde ist außerdem, daß die Krusten-Bildungen beider Minerale auch auf mehreren Seiten ein-und desselben Quarzit-Stückes und sogar rundherum festgestellt werden konnten.

Es würde den Rahmen dieses Beitrages sprengen, nochmals auf die bereits durch MÖHN in LAPIS 2/96 ausführlich beschriebenen Analysen-Resultate (chemisch, Röntgenbeugung) zu den o.g. Mineralien, einzugehen. Eine Lageskizze des Fundortes ist ebenfalls in der vorgenannten LAPIS-Ausgabe zu finden.

Ungewöhnlich ist insbesondere die reichhaltige Seltenerden-Mineralisation als vermutlich tiefthermale Bildung an diesem Vorkommen im Taunus, da der Florencit-(Ce) global zwar recht verbreitet ist, in Deutschland aber bisher nur in unbedeutender Menge aus der Grube Clara im Nordschwarzwald (WALENTA 1992, S.151) und aus dem Saubachbruch im Sächsischen Vogtland (LAPIS 11/93, S.32) nachgewiesen werden konnte.

Wie schon MÖHN hinreichend darlegte, dürften vermutlich tiefgreifende Verwitterungsprozesse den Transport der Seltenen Erden, des Phosphors und des Lithiums durch Oberflächenwässer entlang der Brekzienzone begünstigt haben (vgl. auch LEFEBRE & GASPARRINI 1980, S. 307).

Neben den Mineralien Florencit-(Ce), Lithiophorit und auch mm-großen Quarz-Kristallen, lassen sich noch weitere Mineralien entdecken, bei denen es sich höchstwahrscheinlich auch um Manganoxide/hydroxide und um Pseudomorphosenbildungen, handeln dürfte. Eine Röntgenanalyse steht hierzu allerdings noch aus.

Mineralien (Anzahl: 3)

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Mineralbilder (11 Bilder gesamt)

Florencit-(Ce)
Aufrufe (Bild: 1219313695): 2262
Florencit-(Ce)

Typische, ca 75 mm breite Stufe mit orange-braunen Krusten von Florencit-(Ce) und schwarzem, glaskopfartigem Lithiphorit auf Quarzit; Lenzhahn, Taunus, Hessen, Deutschland

Copyright: Erik
Beitrag: Erik 2008-08-21
Lithiophorit
Aufrufe (Bild: 1239918856): 4139, Wertung: 8.4
Lithiophorit

Ca. 9 x 6,5 cm große Stufe mit glaskopfartigem Lithiophorit. Quarzitbruch Lenzhahn, Taunus, Hessen, Deutschland

Copyright: Erik
Beitrag: Erik 2009-04-16
Lithiophorit
Aufrufe (Bild: 1213115200): 2380
Lithiophorit

Etwa 95 x 50 x 25 mm messende Stufe mit schwarzem, glänzenden Lithiophorit als Glaskopf auf weißem Quarz; Lenzhahn, Taunus, Hessen, Deutschland

Copyright: Erik
Beitrag: Erik 2008-06-10

Gesteine (Anzahl: 1)

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Aktualität: 21. Aug 2017 - 08:38:32

Referenz- und Quellangaben, Literatur

Literaturhinweise

  • HINTZE, C (1930): Handbuch der Mineralogie (Bd. I, 3. Abt., 1.Hälfte).- W. de Gruyter & Co., Berlin.
  • PALACHE, C.; BERMAN, H. & FRONDEL, C. (1949): DANA’s system of mineralogy (Vol. I). -J. Wiley & Sons, New York, 834 S.
  • JANDER, G. & BLASIUS, E. (1979): Lehrbuch der analytischen und präparativen anorganischen Chemie.- Hirzel-Verlag, Stuttgart, 547 S.
  • LEVEBRE & GASPARRINI (1980): Florencite, an occurrence in the Zairian Copperbelt.- Can. Min. 18, S. 301-311.
  • POST & APPELMAN (1994): Chrystal structure refinement of lithiophorite.- Amer. Min. 79, S. 370-374.
  • WALENTA, K. (1992): Die Mineralien des Schwarzwaldes.- Weise-Verlag, München, 334 S.
  • MÖHN & WEIß (1996): Florencit-(Ce) und Lithiophorit aus dem Taunus. Lapis 2/96, S. 38-39 -Weise Verlag, München.

Quellangaben

Einordnung