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Der Manganbergbau im Landkreis Waldeck-Frankenberg

Steckbrief

Land

Deutschland

Re­gi­on

Hessen / Kassel, Bezirk / Waldeck-Frankenberg, Landkreis / Diemelsee / Sudeck / Mangangrube Lehnscheid

Verkürzte Mineralienatlas URL:

https://www.mineralienatlas.de/?l=372
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Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

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Bilder von Fundstellen (4 Bilder gesamt)

Lehnscheid
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Lehnscheid

Reste der Bergwerksausstattung

Copyright: endeavour-minerals
Beitrag: endeavour-minerals 2005-06-05
Lehnscheid
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Lehnscheid

überwachsene Halden im Wald über dem Bergwerk (rechts)

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Beitrag: endeavour-minerals 2005-06-05
Lehnscheid
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Lehnscheid

überwachsene Halden in der Nähe zum Stolleneingang

Copyright: endeavour-minerals
Beitrag: endeavour-minerals 2005-06-05

Ausführliche Beschreibung

Es gab im Landkreis Waldeck Frankenberg mehrere Vorkommen von Mangan mit auch unterschiedlichen Bildungsbedingungen. Seine Verbreitung reicht quer durch den gesamten Landkreis. Viele Bergwerke weisen heute weder Halden, noch Pingen auf. Aber ein paar wenige sind noch erhalten und hier lohnt sich auch das Sammeln. Ich bitte alle Sammler auch hier sich eines Sammlers würdig zu verhalten und auch zukünftigen Sammlern eine Fundaussicht zu geben. Also bitte kein Vandalismus und nur das Material mitnehmen, was man auch selber braucht! Vielen dank für euer Verständnis und viel Erfolg beim Besuch der Lokalität.


Die Mangangruben der Gemeinde Diemelsee

In den Zeiten nach dem 2. Weltkrieg begann eine verstärkte Nachfrage nach Manganerz.
Aus Mangel an Erzvorkommen in den damaligen Westzonen und der Tatsache, dass eine große deutsche Manganlagerstätte (Ilmenau/Elgersburg) sich in der russischen Besatzungszone befand, begann man kleinere Vorkommen bergmännisch zu erschließen.

Zu diesen Vorkommen zählten unter anderen auch die Manganlagerstätten in der Gemeinde Diemelsee im Landkreis Waldeck-Frankenberg. So gab es Bergwerke bei Ottlar Grube "Ottlar V" im Herbesdahl: sie hatte etwa 30 Beschäftigte, einen Lorenbetrieb und eine moderne Flotation. Das Bergwerk ist aber heute weder durch Pingen, noch durch Halden im Gelände nachweisbar. Dadurch gerieten sie in Vergessenheit.
Zum anderen sind die Vorkommen am bzw. um den Lehnscheid Grubenfeld "Gisela" bei Schweinsbühl erwähnenswert. Weitere Gruben gab es bei Deisfeld mit der Grube an der Hangeliet und der sogenannten Höhle Rabenkopp.

Das Grubenfeld der "Gisela" wurde das erste Mal 1880 erwähnt (wahrscheinlich aber älter) und hatte zu diesen Zeitpunkt ca. 60 Bergleute beschäftigt. Da es aber große Schwierigkeiten mit der Wasserhaltung gab, wurde der Betrieb wieder eingestellt. Eine weitere Inbetriebnahme erfolgte in den 20/30er Jahren, scheiterte aber an dem selben Problem wie 1880 und der Betrieb wurde wiederum eingestellt; es erfolgte der Verfall der Grube. Nach einigen Vorbereitungsarbeiten efolgte dann nochmals am 1. Mai 1953 die Wiederaufnahme des Abbaubetriebes mit sieben Bergleuten. Aus dieser Zeit stammt auch der Name des Grubenfeldes "Gisela". Nach älteren Angaben hatten die Erzgänge mit reinem dunkelbraunen bis schwarzen Manganerz eine Mächtigkeit von 40 bis 60 cm und eine Länge von 20 m. Die monatliche Fördermenge lag bei etwa 100 t Erz, bei Gehalten von 35-60 % stellenweise auch noch darüber. Es ist davon auszugehen, dass die Reserven noch nicht erschöpft sind, nur ein Abbau heutzutage nicht rentabel ist!

Man erreicht die ehemalige Grube "Gisela", indem man auf der Landstraße durch den Ort Schweinsbühl fährt und sich in Richtung Benkhausen hält. Hinter dem Ort Schweinsbühl, ca. 1,5 km, liegt an der Landstraße auf der rechten Seite ein Gehöft. Auf der linken Seite der Landstraße führt ein geteerter Feldweg den Berg hinauf. Diesen Weg fährt man. An der Stelle, wo der Feldweg eine 90°-Kurve nach links macht, sind auf der rechten Seite die Überreste einer Halde (stark zugewachsen) zu sehen.

Beim Schürfen an der Halde kann man Psilomelan, Quarz, Calcit und mit viel Glück etwas Pyrolusit finden. Auf der rechten Seite etwas oberhalb der Halde befindet sich das durch ein Gitter gesicherte Stollenmundloch. Abgebaut wurde der Pyrolusit, der hier zwischen den unteren Karbonschiefer (ca. 330 Mio. Jahre), in Gängen von wohl unterschiedlicher Mächtigkeit eingelagert war. Eine Befahrung der Grube heute macht aber keinen Sinn, da sie nach ca. 120 m verstürzt ist und der Pyrolusit durch den starken Wasserzufluss sehr stark verwittert ist. In dem Waldstück (ca. 300 bis 400 m entfernt) über den Bergwerk findet man ebenfalls Bergbaureste in Form von Halden, Pingen und eine kaputte Lore. Die Halden in diesem Waldstück sind noch ziemlich unverritzt. Etwas Pyrolusit konnte ich an der Haldenoberfläche nachweisen. Der Pyrolusit von dieser Lokalität kommt als silbergraue, metallisch glänzende Nadeln von mehreren Zentimetern vor.

Mineralien (Anzahl: 4)

Mineralbilder (2 Bilder gesamt)

Pyrolusit
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Pyrolusit

Mangangrube Lehnscheid, Sudeck, Sauerland

Copyright: kraukl
Beitrag: kraukl 2007-08-20
Pyrolusit
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Pyrolusit

Größe: 46x34x26 mm; Fundort: Lehnscheid, Sudeck, Nordhessen, Hessen, Deutschland

Copyright: slugslayer
Beitrag: slugslayer 2011-11-23

Referenz- und Quellangaben, Literatur

Literatur

  • "Der Bergbau in Waldeck im Wandel der Zeiten" von Bruno Anweiler (Examensarbeit) Weilburg 1.Januar 1957
  • Ortschronik der Gemeinde Schweinsbühl

Verfasser

Einordnung