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Die Kupferbergwerke im Landkreis Waldeck Frankenberg

Steckbrief

Land

Deutschland

Re­gi­on

Hessen / Kassel, Bezirk / Waldeck-Frankenberg, Landkreis / Vöhl / Thalitter

An­fahrts­be­sch­rei­bung

Ca. 7 km S von Korbach.

Auf­schluss­be­sch­rei­bung

Schächte, Stollen, Halden (aufgelassen).

Fund­s­tel­len­typ

Bergwerk (alt)

Geo­lo­gie

Kupferschiefer (Kupfermergel). Neben Kupfer wurden auch kleinere Mengen Silber gewonnen.

Verkürzte Mineralienatlas URL:

https://www.mineralienatlas.de/?l=374
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Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

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Bilder von Fundstellen (8 Bilder gesamt)

Thalitter
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Thalitter

Ein großes Fachwerkhaus, das Wahrzeichen von Thalitter

Copyright: endeavour-minerals
Beitrag: endeavour-minerals 2005-06-06
Thalitter
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Thalitter

Halde am Rosengarten

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Beitrag: endeavour-minerals 2005-06-06
Thalitter
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Thalitter

Halde der Umgebung von Thalitter

Copyright: endeavour-minerals
Beitrag: endeavour-minerals 2005-06-06

Ausführliche Beschreibung

Der Bergbau auf Kupfer im Landkreis Waldeck Frankenberg geht bis auf eine Zeit von 1590 zurück. Abgebaut wurde meist ein Kupfermergel der genauso reich an Kupfererz ist wie der Kupferschiefer. Die Fundmöglichkeiten an den beschriebenen Stellen sind in 2007 als gut zu bezeichnen, wenn man die Arbeit nicht scheut.

Hinweis: Die Halden sollen auch zukünftig noch mehreren Sammlergererationen gute Funde bieten. Darum bitte keinen Vandalismus betreiben und nur das Material mitnehmen das auch bei einem selbst Verwendung findet! Vielen Dank für Euer Verständnis und viel Erfolg beim Besuch dieser Fundstelle.


Die Kupferlagerstätte Thalitter

Eine erste schriftliche Erwähnung fand der Bergbau im 18.Jahrhundert. Das war auch gleichzeitig seine Blütezeit. So waren im Jahre 1715 ca. 70 Mann im Bergbau beschäftigt. In der Zeit von 1710 bis 1866 wurden etwa 5000 t Kupfererz verhüttet. Zwischen 1714 und 1771 wurden jährlich ca. 42 t Erz gefördert. Eine Spezifikation des Itterschen Bergbaus war die Handscheidung, die meist durch Kinder erfolgte. Die reichsten Kupferabbaue lagen bei Thalitter und Dorfitter im heutigen Landkreis Waldeck Frankenberg. Die letzte Grube wurde 1910 geschlossen. Sie wurde aber nicht wegen Erzmangels geschlossen, sondern weil der Kupfermarktpreis niedrig lag und die notwendigen Investitionen das nicht mehr wirtschaftlich erschienen.

In einen alten Steinbruch an der Straße von Dorfitter fand man aber noch ältere Abbaue, die wahrscheinlich aus der Zeit vor dem Dreißigjährigen Krieg stammen. Sie sind heute verfallen. In den 50/60er Jahren verschwand außerdem ein Großteil der alten Halden. Das Haldenmaterial wurde für den Wegebau verwendet. Nur noch wenige Halden und andere Bergbauzeugen, verschleiern die tatsächliche Größe der Bergbaubetriebe rund um Thalitter.

Die einzelnen Grubenfelder erstrecken sich heute von Thalitter über Dorfitter, Korbach, Nordenbeck bis nach Goddelsheim. Überall im Gelände lassen sich hin und wieder auch gegenwärtig noch Reste dieses Bergbaues finden. Wer aufmerksam durch Feldfluren und Wälder geht, wird diese Bergbauspuren noch erkennen können.

Abgebaut wurde ein Kupfermergel, vergleichbar mit dem Kupferschiefer (gleiches Alter und Typus) des Zechsteins. Er bildete sich aber unter anderen Ablagerungsbedingungen als der Kupferschiefer. Der abbauwürdige Kupfermergel befindet sich im unteren Teil des Zechsteins (260 Mio. Jahre) an der Grenze zur Grauwacke (Unterkarbon 320 Mio.Jahre). Die größten heute noch vorhandenen Haldenreste befinden sich im Grubenfeld am "Rosengarten" auf der rechten Seite im Feld. Man kann sie rechts der Straße, wenn man von Thalitter nach Immighausen fährt, im freien Gelände erkennen. An der oberen Halde wurde vor einigen Jahren an einer Stelle eine größere Grabung vorgenommen. Die untere Halde erscheint noch völlig unverritzt. Bei der Suche nach Mineralien an den Halden sollte man besonders auf "Gangcalcite", Drusen sowie gangreiche Zechsteinbrocken achten. Nur in diesen Stücken sind die Erfolgsaussichten auf einen besseren Fund gegeben. Folgende Mineralien kann man bei entsprechender Ausdauer finden:

  • Malachit in schönen bis Zentimeter großen büscheligen Aggregaten
  • Azurite die nach Überlieferung bis 2 cm Kristallgröße erreicht haben, findet man aber meistens in viel kleineren Dimensionen (bis 7 mm groß). Sie kommen auch in den ehemaligen Steinkernhohlräumen der Muscheln vor. Dort sind sie aber dann besonders gut als Einzelkristalle ausgebildet (siehe Bilder)
  • Baryt in weißer bis zartrosa Färbung in meist derben Zustand
  • Covellin als kleine Einsprenglinge im Zechsteinkalk.
  • Calcit in Skalenoedern und Prismen in weißer, rötlicher und brauner Farbe sowie farblos in bis etwa 1 cm großen Kristallen.
  • Hämatit als rötliche und schwarze Kristallrosetten in Millimeter Größe, meist auf und zwischen den Calcit vorkommend umgewandelte Kupferaggregate (Drath) bis knapp 1 cm in Calcitgängchen

Die gesamte Mineralisation dieser Bergbauregion wurde aber bis heute noch nicht eingehender dokumentiert, deshalb stellt meine Auflistung nur ein Bruchteil der möglichen vorkommenden Minerale dar.

Auf den Halden finden sich aber nicht nur schöne Mineralien sonderen auch Fossilien, meist Pflanzenreste in den etwas schiefrigen Kalken. Und als Besonderheit sind diese Pflanzenreste auch noch grün durch den Malachit gefärbt, was zu schönen Kontrasten führt.


Kupfermergel im Raum Frankenberg

Kupfermergel wurde auch bei Geismar, Schreufa und Röddenau östlich von Frankenberg abgebaut.Sie gehören in diesen Landkreis zu den ältesten Kupferabbauen. Ihre Zeit begann um ca. 1590 und endete ca. 1820. Der Kupfermergel wurde vor allen Dingen wegen seines hohen Silbergehaltes abgebaut.Von diesen Bergbau ist nur wenig bekannt,die Halden sind meist stark bewachsen,und für Sammler wäre hier absolutes Neuland.


Mineralien (Anzahl: 24)

Mineralbilder (8 Bilder gesamt)

Malachit
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Malachit

Thalitter, Nordhessen, Hessen, Deutschland
(Bildhöhe ca. 3,2 mm)

Sammlung: MichaelP
Copyright: MichaelP
Beitrag: MichaelP 2007-12-18
Malachit
Aufrufe (Bild: 1361485380): 786
Malachit (SNr: 1776)

Fundort: Immlinghausen, BB = 3,8 mm.

Sammlung: Bebo
Copyright: Bebo
Beitrag: Bebo 2013-02-21
Azurit
Aufrufe (Bild: 1198015171): 688, Wertung: 7.5
Azurit

Thalitter, Nordhessen, Hessen, Deutschland
(Bildbreite ca. 5,2 mm)

Sammlung: MichaelP
Copyright: MichaelP
Beitrag: MichaelP 2007-12-18

Gesteine (Anzahl: 10)

Fossilien (Anzahl: 3)

Referenz- und Quellangaben, Literatur

Literatur

  • Hans Tasche: Geschichte des Thalitterer Kupfer-Werks. In: 2. Bericht der Oberhessischen Gesellschaft für Natur- und Heilkunde, Gießen, 1849.
  • Christian Paul: Die Geschichte des Itterschen Kupfer-Bergwerks, Korbach 1939 .
  • Frankenberger Allgemeine: Samstag, 23 Nov. 1968. "Fromme Bergleute gruben nach Kupfer. Thalitter Bergwerk vor 100 Jahren stillgelegt."
  • Dr.Reiner Slotta, 1983. Technische Denkmähler in der BRD "Der Metallbergbau", T.1, Ausgabe des Waldecker Geschichtsverein zur Gemeinde Thalitter.
  • S. Weiß: "Mineralfundstellen, Deutschland West". Weise Verlag, München, 1990.
  • Bosse, P. & Messer, E. (1994). Thalitter - ein historischer Kupferbergbau im Zechstein der Korbacher Bucht, die Lagerstätte und deren Minerale. Aufschluss, Jg.45, Nr.6, S.275-90.
  • Wittern, A. (2001): Mineralfundorte und ihre Minerale in Deutschland (1.Aufl.). Stuttgart: E. Schweizerbart, S.82-83.

Weblinks:

Quellenangaben

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