'._('einklappen').'
 

Zorge

Steckbrief

Fund­s­tel­lenpfad

Deutschland / Niedersachsen / Göttingen, Landkreis / Zorge

Auf­schluss­be­sch­rei­bung

Verhaue, Pingen, Bergwerke. (aufgelassen)

Bergbaumuseum:

Geo­lo­gie

hydrothermale Hämatit-Gänge sowie stratiforme vulkanogene sedimentäre Hämatit-Lager

To­po­gra­phi­sche Kar­te

Geologische Spezialkarte 1:25 000, GK 25, 4329, Blatt Zorge

Verkürzte Mineralienatlas URL

https://www.mineralienatlas.de/?l=11401
Bitte fühlen Sie sich frei auf diese Seite zu verlinken.

Verkürzte Pfadangabe

Zorge, Göttingen, Niedersachsen, DE
Nützlich für Bildbeschreibungen und Sammlungsbeschriftungen

Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

Weitere Funktionen

Bilder von Fundstellen (18 Bilder gesamt)

Klassische Mineralien von Zorge
Aufrufe (Bild: 1578153808): 572
Klassische Mineralien von Zorge

Klassische Mineralien von Zorge, Hotel-Pension Wolfsbach

Sammlung: ganomatit
Copyright: ganomatit
Beitrag: ganomatit 2020-01-04
Mundloch Tiefer Stollen
Aufrufe (Bild: 1575736662): 600
Mundloch Tiefer Stollen

Mundloch Tiefer Stollen, westlich Zorge, Aufnahme 2019

Sammlung: ganomatit
Copyright: ganomatit
Beitrag: ganomatit 2019-12-07
Glockenturm
Aufrufe (Bild: 1539703054): 1014
Glockenturm

Glockenturm, Zorge/Harz, Aufnahme 2018

Sammlung: ganomatit
Copyright: ganomatit
Beitrag: ganomatit 2018-10-16

Ausführliche Beschreibung

Die geologische Situation im Gebiet um Zorge
Die geologische Situation im Gebiet um Zorge

Aus Tischendorf 1959, "Zur Genesis einiger Selenidvorkommen, insbesondere von Tilkerode im Harz", S.104.

ganomatit
Eisenerzbergbau bei Zorge (Geologie und Bergbau)
Eisenerzbergbau bei Zorge (Geologie und Bergbau)

Bild 47. Ausschnitt aus dem Generalriß der Herzog-Braunschweigisch-Lüneburgischen-Eisensteingruben im Stiftsamte Walkenried am Kastenthale zwischen Zorge und Wieda im Harz. (Nach Unterlagen des Sta...

ganomatit
Paragenese Schema  Zorge
Paragenese Schema Zorge

Paragenese Schema Zorge, aus Wallis, E. (1994): Erzparagentische und mineralchemische Untersuchung der Selenide im Harz. Unv. Diplomarbeit, Univ. Hamburg, Deutschland.

ganomatit

Die Erze sind wie im Oberharzer Diabaszug an den Diabasvulkanismus gebunden, also primär entstanden.

„Die Selenidvorkommen von Zorge setzen in Gesteinen der Stieger Schichten auf, die neuerdings von SCHRIEL (1954) altersmäßig in das Obere Mitteldevon (Givet) eingestuft werden. Die Stieger Schichten werden im Gebiet von Zorge- Wieda von ruscheligen Tonschiefer gebildet, denen Diabashorizonte eingelagert sind. Der hier zwischen Zorge und Wieda zu Tage tretende mächtige Diabaskörper liegt an der Basis der Stieger Schichten. Schon SCHRIEL (1954) deutete die Stieger Diabase zum großen Teil als submarine Ergüsse. Neue stratigraphische und tektonische Untersuchungen von DAMM (1955) bestätigen, daß die Diabase im Rahmen des initialen varistischen Magmatismus submarin extrusiv entstanden sind.

Aufschluss am Kirchberg nordwestlich Zorge
Aufschluss am Kirchberg nordwestlich Zorge

Aufschluss nordwestlich Zorge oberhalb des Wiedaer Hüttenweges am Kirchberg, Aufnahme 2014, „Aufgeschlossen sind hier Diabase und Tonschiefer der Stieger Schichten. Die Stieger Schichten repräsenti...

ganomatit
Pillows unweit Brummerjahn/Zorge
Pillows unweit Brummerjahn/Zorge

Zorge/Brummerjahn, Aufnahme 2014, Pillows sind rundliche bis schlauchförmige, ganz überwiegend subaquatisch (unter Wasser) erstarrte Lavenkörper mit rundlichen und nierenförmigen Querschnitten, wob...

ganomatit
Lavastrom-Absatz am Kirchberg/Zorge
Lavastrom-Absatz am Kirchberg/Zorge

Zorge/Kirchberg, Aufnahme 2014, Lavastrom-Absatz mit Abkühlungsklüften senkrecht zur Oberfläche, der von Pillow-Fließröhren überlagert wird.

ganomatit


Der gesamte Komplex der Stieger Schichten ist im Liegenden von seinem Verband gelöst und diskordant auf den älteren Untergrund oder jüngere Schichten aufgeschoben (Südharzüberschiebung, SCHRIEL, 1954; DAMM, 1955). Unterstützt wird diese Deutung durch die gesamten Lagerungsverhältnisse, besonders auch dadurch, daß der Diabas in seinen tieferen Teilen eine Zerscherung und Zersetzung erfahren hat, und durch einige alte Aufschlüsse des dortigen Eisensteinbergbaus. So berichtet BEYRICH (1870), daß im Kunstgesenke der Obersteigerköpfer Grube in 65 Ltr. Teufe unter dem dichten Diabas, in dem die Roteisenerze teils gangförmig, teils auch lagerartig auftreten, Kieselschiefer angetroffen wurde.

Über die geologischen Verhältnisse der auf den einzelnen Eisensteingruben aufgetretenen Selenide ist sehr wenig und zudem nur recht Unsicheres bekannt. Die meisten Angaben in der Literatur fußen auf der Notiz ZINCKENS (1825 b) und vor allem auf den Darstellungen BEYRICHS (1870). "Dieser hat die Gruben „Brummerjahn“ und an der Jeremiashöhe, in denen Selenide gefunden wurden, wahrscheinlich nie befahren, da der Eisensteinbergbau dort zu seiner Zeit wohl schon lange eingestellt war. Ganz sicher ist, daß er die Selenidtrümer nicht anstehend gesehen hat.

Umangit, Tiemannit
Umangit, Tiemannit

Umangit und Tiemannit mit wenig Clausthalit, Klockmannit und Eukairit in Karbonat-Matrix. Fundort: Zorge, Harz; Breite des zusammengesetzten Stückes („No 2 und 2b“): 5,5 cm; erzmikroskopisch unters...

haldenhannes
Elektrum
Elektrum  E
Analysiert mit Energiedispersiver Röntgenspektroskopie EDX

Elektrum, Zorge/Harz, Bildbreite etwa 2 mm

Joy Desor
Clausthalit
Clausthalit

Grube Brummerjan / Zorge / Harz / Niedersachsen / Deutschland; Bildbreite 1,5 cm.

Leonardus


Trotz der Unsicherheit dieser alten Aufzeichnungen scheinen einige Angaben recht bedeutungsvoll. BEYRICH vermerkt, daß die Selenide mit Kalkspat als Gangart in Form kleiner Trümer vornehmlich sogenannte „Felsenlager“ durchsetzen. „Felsenlager“ wurden lagerartig auftretende Kieseleisensteine genannt, die von linsenförmiger Gestalt waren, Mächtigkeit zwischen 1/4 und 3 Lachter besaßen und entweder in grünen Schiefern oder als „Kontaktprodukt“ am Kontakt des dichten Diabases mit grünen Schiefern vorkamen. Die Genesis dieser Felsenlager ist nicht ganz klar, wahrscheinlich handelt es sich um im Schiefer oder Diabas oder am Kontakt beider liegende, umgewandelte, verkieselte und schwach mit Roteisen vererzte, primär sedimentäre Bildungen. Die sedimentäre Natur dieser Felsenlager muß bei der Metarmorphose, hervorgerufen durch Diabasextrusion und nachfolgender Tätigkeit der Hydrothermen, welche Roteisen abschieden, vollkommen verlorengegangen sein, da bei den geologischen Kartierungen "sedimentäre" Gesteine in der Nähe der alten Felsengruben im dichten Diabas nicht ausgehalten wurden.

Bedeutsam ist, daß bei den Beschreibungen der Zorger Selenidvorkommen immer die Nähe von Sedimenten (Tonschiefer) hervorgehoben wird. ZINCKEN (1825 b) gibt an, daß das zuerst auf der Grube „Brummerjahn“ gefundene Selenidtrum im Hangenden des Felsens aufsetzte, „nahe an der Gränze des Thonschiefers“. Auch die Gruben „Hinterjeremiashöhe“ und „Oberjeremiashöhe“ waren ausgesprochene „Felsengruben“ (Bild 47), die Selenidfunde im Mainzberger und Hülfegotteser Gangzug „kamen in der Nähe der Gesteinsgrenze vor“ (BEYRICH, 1870). Als nicht unwichtig erscheint schließlich die Bemerkung BEYRICHS, daß auch das Vorkommen von „Kupfererzen“ (wenig Kupferkies, Bornit, Kupferglanz und Malachit) in Trümchen immer an die Felsenlager gebunden war dort auftrat, wo sich Diabas mit Sedimentgesteinen im Kontakt befand." (TISCHENDORF 1959, S.106-109)

ganomatit

Mineralien (Anzahl: 37)

Mineralbilder (25 Bilder gesamt)

Karbonatspat-Matrix mit Selenerzen (Zorgit)
Aufrufe (Bild: 1432564707): 963
Karbonatspat-Matrix mit Selenerzen (Zorgit)

Zorge/Harz, Stufe etwa 6x4x4 cm

Sammlung: ganomatit
Copyright: ganomatit
Beitrag: ganomatit 2015-05-25
Mehr   MF 
Eukairit, Tiemannit, Clausthalit
Aufrufe (Bild: 1312969771): 1914, Wertung: 7.4
Eukairit, Tiemannit, Clausthalit

Eukairit (cremegelb) mit Tiemannit (grau) und Clausthalit (fast weiß) in Karbonat-Matrix mit neu gesprossten Quarz xx (beide dunkel mit hellen Innenreflexen); Fundort: Zorge, Harz; Erzanschliff ein...

Sammlung: haldenhannes
Copyright: haldenhannes
Beitrag: haldenhannes 2011-08-10
Mehr   MF 
Clausthalit
Aufrufe (Bild: 1312960808): 2999
Clausthalit

Clausthalit (analysiert) in Calcit-Matrix; Fundort: Zorge, Harz; Breite des Stückes: 6,5 cm

Sammlung: haldenhannes
Copyright: haldenhannes
Beitrag: haldenhannes 2011-08-10
Mehr   MF 

Gesteine (Anzahl: 7)

Untergeordnete Seiten

Referenz- und Quellangaben, Literatur

Literatur

  • Zincken, J.C.L. (1825): Der östliche Harz, Abt. 1.; Braunschweig.
  • Frebold, G. (1927a): Beiträge zur Kenntnis der Erzlagerstätten des Harzes. II. Über einige Selenerze und ihre Paragenesen im Harz. Cbl. f. Min. A, 16-32.
  • Frebold, G. (1927b): Beiträge zur Kenntnis der Erzlagerstätten des Harzes. III. Über Berzelianit, Cu2Se und ein neues Vorkommen von "Selenkobaltblei" im Harz. Cbl. f. Min. A; 196-99.
  • Tischendorf, G. (1959): Zur Genesis einiger Selenid-Vorkommen, insbesondere von Tilkerode im Harz. Freiberger Forschungshefte C 69.
  • Harder, H. (1978). Zur Mineralogie und Genese der Eisenerze des Oberharzer Diabaszuges und ein Vergleich mit denen des Harzvorlandes. Aufschluss, Sonderb. 28, S.110-26.
  • Simon, P. (1979): Die Eisenerze im Harz. Geol. Jb. D 31, 65-109.
  • Wallis, E. (1994): Erzparagentische und Mineralchemische Untersuchung der Selenide im Harz. Unv. Diplomarbeit, Univ. Hamburg, Deutschland.
  • Ließmann, W. (1997): Historischer Bergbau im Harz. 2.Aufl. Springer-Verlag, Berlin-Heidelberg.
  • STEDINGK, K., LIEßMANN, W & BODE, R. (2016): HARZ – Bergbaugeschichte, Mineralienschätze, Fundorte. Bode Verlag, Salzhemmendorf. 800 S. S.98ff.
  • Heider, J., J. Gröbner, J. Alles u. W. Liessmann (2020). Über Palladiumminerale aus Harzer Selenerzvorkommen. Aufschluss, Jg.71, H.2, S.106-22.

Einordnung