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St. Andreasberg im Harz

Steckbrief

Land

Deutschland

Re­gi­on

Niedersachsen / Goslar, Landkreis / Braunlage / St. Andreasberg, Revier

Auf­schluss­be­sch­rei­bung

Von den 15 wirtschaftlich interessanten Gängen waren der etwa 1,2 km lange Samson-Andreaskreuzer-Gangzug und der etwa 1,5 km lange Dorotheer-Jacobsglücker-Gangzug die bedeutendsten.

Geo­lo­gie

Mittelharzer Faltenzone mit devonischen Sedimenten und Eruptivdecken. Pb-Zn-Cu-Ag-Vererzungen, Zeolite, Calcite

To­po­gra­phi­sche Kar­te

Geologische Karte, Blatt St. Andreasberg, 1:25 000, Nr. 2378

Verkürzte Mineralienatlas URL:

https://www.mineralienatlas.de/?l=411
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Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

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Bilder von Fundstellen (11 Bilder gesamt)

Das Gangdreieck von Sankt Andreasberg (Dokumentation in Bild und Text)
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Das Gangdreieck von Sankt Andreasberg (Dokumentation in Bild und Text)

Das Gangdreieck von Sankt Andreasberg, hier Jacobsglücker Gang, Schrämarbeit, Das Bild wurde bei einer Sonderbefahrung 2014 im Bereich Claus Friedrich Schacht vom Beerberger Stollen aus gemacht.

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Beitrag: ganomatit 2016-12-30
Seile der Fahrkunst der Grube Samson, Sankt Andreasberg
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Seile der Fahrkunst der Grube Samson, Sankt Andreasberg

Samson, Sankt Andreasberg/Harz, dieses Bild zeigt die Seile der Fahrkunst aufgenommen 2002, ältestes noch im Betrieb befindliches Seil in Schacht-und Förderanlagen, verweisen möchte ich hier auf ei...

Sammlung: ganomatit
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Beitrag: ganomatit 2013-06-14
Dennert-Tafel St.Andreasberg
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Dennert-Tafel St.Andreasberg

Hinweisschild auf die ersten Silbererzfunde am Beerberg in längst vergangener Zeit.

Sammlung: argentopyrit
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Beitrag: argentopyrit 2013-05-19

Ausführliche Beschreibung

Koch Riss - Sankt  Andreasberg 1606
Koch Riss - Sankt Andreasberg 1606

Sankt Andreasberg/Harz; “Wie rege der Betrieb war, geht auch daraus hervor, dass schon vor dem Jahre 1537 die meisten Andreasberger Stollen nach allen Seiten hin in das Gebirge getrieben sind, um d...

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Geognostische Karte des Berwerkbezirkes Sankt Andreasberg
Geognostische Karte des Berwerkbezirkes Sankt Andreasberg

Sankt Andreasberg/Harz, Hermann CREDNER veröffentlicht 1865 in seinem Buch "Geognostische Beschreibung des Berwerks- Distriktes von Sankt Andreasberg" diese Karte, die die wichtigsten Gänge und Gan...

ganomatit

Gesamtergebnisse des Bergbaus

Betriebsdauer: von 1521 bis 1910 (390 Jahre)
davon tatsächliche Betriebsjahre: 348 Jahre
normale Produktion (>500 t/Jahr): 270 Jahre

Gesamterzeugung an Brandsilber:
1521-1624 : 54-62 t
1660-1910 : 250-270 t

Blei-Erzeugung:
1770-1910 : 12.500 t

Kupfer-Erzeugung:
1770-1910 : 2.500 t

Gesamtwert der Metallerzeugung:
über 40 Millionen Goldmark


Erzgänge und Mineralien

Insgesamt wurden über 200 Mineralienarten gefunden. Das Revier ist für folgende Typlokalitäten bekannt:

Erstfund

Mineral

Fundstelle

1801

Harmotom

St. Andreasberg allgemein

1829

Arsenolith

St. Andreasberg allgemein

1840

Breithauptit

St. Andreasberg allgemein

1910

Samsonit

Grube Samson

Das sogenannte Silbererzrevier von St. Andreasberg ist eine schmale, nach Westen keilförmig auslaufende Fläche. Diese ist ungefähr 6 km lang und 1 km breit. Sie liegt dicht am südlichen Rand des Brockengranites.

Es wurden in diesem Revier etwa 18 erzführende Gänge und 6 bis 8 taube "Ruscheln" im Laufe der Betriebszeit erschlossen und mehr oder weniger intensiv abgebaut. Außerhalb dieses "Silberdreieckes" sind noch andere Erzgänge bekannt, die jedoch eine andere Mineralführung aufweisen: Eisenspat, Schwerspat und nur geringe Mengen von Pb-, Zn- und Cu-Sulfiden.

Die Streichrichtung der Erzgänge verläuft zwischen 130° und 150° (quer zu den Faltenachsen), die der Ruscheln von 70° bis 80° sowie von 100° bis 110°. Diese Ruscheln sind mächtige Störungen, die mit Letten und Gesteinsbruchstücken gefüllt und nur selten vererzt sind. Sie schneiden jedoch die erzführenden Gänge ab. Die Neufanger Ruschel (im Norden von W nach O) und die Abendröter Ruschel (im Süden von NWN nach NNO) bilden die Grenzflächen des Silberrevieres.

Die Erzgänge erreichen kaum eine Mächtigkeit von einem Meter. Es sind durchweg glattwandige Spalten. Diese "einfachen" Gänge, die nicht so komplex aus vielen Klüften aufgebaut sind, wie z.B. das Clausthaler Revier, das Bad Grunder Revier im Harz oder diverse andere Stellen in Deutschland (z.B. Revier Freiberg), haben trotz ihrer einfachen Strukturen sehr wechselnde Füllungen mit vielen Hohlräumen, in denen sich die weltbrühmten Drusen ausbilden konnten.

Da die Überdeckung des Granitplutons zur Zeit der höchsten Instrusionslage nur etwa 1500-2000m betragen haben dürfte, herrschten typische subvulkanische Bedingungen: steiles Temperatur- und Druckgefälle und Nachschübe heißer hydrothermaler Lösungen (Rejuvenationen), die frühere Abscheidungen auflösen und verändern konnten. Auch die Vermischung der aufsteigenden warmen Wässer mit Oberflächenwasser ist wahrscheinlich.

Trotz dieser Vielfalt lassen sich auf den Gängen verwandte Mineralgesellschaften (Paragenesen) feststellen, die in eine Abfolge eingeordnet werden können:


1. Metallerzarme Formation

beginnend mit Quarz, Silikataten, Arsenkies

endend mit grauem Kalkspat (Mn-Gehalt um 1,5%)

2. Hauptphase der Metallerzbildung

vorwiegend sulfidisch:

Galenit, Sphalerit, Fahlerz, Chalkopyrit, Quarz

vorwiegend arsenidisch und sulfatantimonitisch:

Edle Kalkspatformation

Antimon, Arsen, Kobalt-Nickelerze, weißer Kalkspat in vielen Formen

3. Mehrfache Nachphasen

z.T. Rejuvenationen

Granat, Quarz, Zeolithe, Magnetkies, jüngere Sulfide (hauptsächlich Umlagerungen älterer Generationen), Fluorit, Schwerspat, Antimonit, Selenerze

4. Deszendente Nachbildungen

Minerale der Oxidations- und Zementationszone, hier besonders reich ausgebildet und im Anfang des Bergbaus wichtige Erze: ged. Silber, Hornsilber, ("Buttermilcherz", "Gänsekötigerz"), Phosphate, Arsenate, Karbonate der verschiedenen Metalle, Kalkspat, Aragonit und Gips


Das Revier ist unterteilt in:


Die schönsten und gesuchtesten Mineralien und ihre Fundstellen (sowie Mineralogische Besonderheiten der Lagerstätte St. Andreasberg)

  • Andradit: ungewöhnliche Erscheinung für Andreasberg. Grüne Kristalle waren mehrere mm groß und als Rhombendodekaeder und Ikositetraeder ausgebildet. Kommen auf dem Calcit der Edlen Kalkspatgeneration als hydrothermale Nachphase vor. Besonders gut von „Bergmannstrost“, „Samson“, „Jakobsglück“ und „Wennsglückt“.
  • Antimonit: schwarze kugelige Büschel („Mausaugen“). Sehr selten sind Kristalle bis über 2cm Größe. Von „Abendröthe“, „Catharina Neufang“, „Bergmannstrost“ und „Samson“.
  • Argentopyrit: tritt häufig als Zwillingsbildung bis meherere mm Größe auf. Die besten Funde stammen vom Samsoner Gang und "Catharina Neufang". In Samsonit-führenden Drusen fein verteilt auf Quarz, Pyrargyrit und Samsonit aufgewachsen.
  • ged. Arsen: tritt häufig in der "Edlen Kalkspatgeneration" auf. Kristalle kamen keine vor. Typische Ausbildung ist der Schalenbau ("Scherbenkobalt"). Pseudomorphosen nach Löllingit treten teilweise auf. Sehr gut von "Catharina Neufang", "Gnade Gottes" und "Claus Friedrich".
  • Baryt: spärliche, aber weit verbreitete Gangart. Kristalle sind meist trübweiß und grobspätig-tafelig miteinander verwachsen. Sehr selten fanden sich wasserklare Kristalle zusammen mit der III. Generation des Calcites.
  • Breithauptit: dünntafelig blättrig, violett-rosa glänzende Einzelkristalle von einigen mm Größe waren keine Seltenheit. Auch im Calcit eingewachsen. Häufig von „Samson“, „Prinz Maximilian“, „Steinfeld“ und „Bergmannstrost“.
  • Calcit: mit Abstand das häufigste Gangmineral. Von St. Andreasberg wurden 144 einfache Formen und 391 Kombinationen beschrieben. Auf allen Gängen weit verbreitet. Kristalle erreichten eine Länge von wenigen Zehntel Millimeter bis zu 1m. Die größte Druse vom "Fünf Bücher Moses Gang" war 10m x 80 cm mächtig und mit 5cm langen sechseckigen Säulen und Pyramiden besetzt.
  • Chalkopyrit: häufiges Gangmineral der Hauptsulfidgeneration. Bildet meist rundliche Körner in Galenit und Sphalerit. Selten treten scharfkantig ausgebildete Kristalle von mehreren Millimeter Größe auf: von "Prinz Maximilian", "Roter Bär", "Ernstgang", "Samson" und "Oderstollen".
  • Datolith: in den Silber-führenden Erzgängen relativ selten. Wasserklare Einzelkristalle mit Apophyllit, Calcit, Granat und Axinit vom „Bergmannstroster Gang“. Außerhalb des Silberdreieckes spektakuläre Drusen im Wäschegrund bei Andreasberg. Datolith-Calcit-Gänge von mehreren Dezimeter Mächtigkeit in Diabas. Von dort farblose bis hellgrüne Kristalle von über 4cm Größe in Drusen mit Prehnit, Apophyllit, Pyrit, Chalkopyrit und Quarz.
  • Diaphorit: extrem selten ! zuerst nachgewiesen im Haldenmaterial der Grube "Claus Friedrich", ist stets in Calcit eingelagert. Neuerdings auch von der Grube "Reedenglück".
  • Cubanit: Cubanit kam nicht häufig vor, aber dafür fast immer als größere Kristalle bis 5mm frei in Drusen oder auf Calcit. Hauptfundpunkte sind der Samsoner Hauptgang, "Catharina Neufang" und "Bergmannstrost".
  • Dyskrasit: wichtigster primärer Silberträger. Hautsächlich aus der "Edlen Kalkspatgeneration" mit Arsen, Antimon und Galenit. Tritt derb eingewachen, als komplexe Zwillinge oder selten frei kristallisiert in Drusen bis mehreren cm Größe auf. Sehr schön von "Juliane-Charlotte", "Samson", "Gnade Gottes", "Franz August" und "Bergmannstrost".
  • Epidot: als seltene Komponente der komplexen Kalk-Silikat-Paragenese mit Andradit, Axinit, Titanit, Grossular, Zirkon und Wollastonit in Calcit ein- oder aufgewachsen.
  • Galenit: macht 50-60% Masse der Hauptgangerze aus, wichtiger Silberträger von "nur" 80-250g/t Erz (von Clausthal 500-2000gAg/t). Selten als gute Kristalle bis 1cm als Oktaeder, Würfel oder Hexaeder. Kommt auf allen erzführenden Gängen vor.
  • Kermesit: Büschel aus tiefroten Kriställchen zusammen mit Antimonit. Von Grube „Samson“, „Ernst“ und „Claus Friedrich“.
  • Kupfer: äußerst selten. Bisher ist nur ein Stück offiziell bekannt. Winzigste 0,3mm große Kügelchen mit Galenit und Quarz von der Grube "St. Andreaskreuz".
  • ged. Gold: äußerst selten. Wurde 1925 auf Selenerszen vom "Sieberstollen", Bärener Querschlag bei 78m als winzigste Flitterchen gefunden.
  • Metastibnit: rote und orange rote Krusten auf Calcit, Quarz und Harmotom. Früher als „Realgar“ oder „Rauschrot“ bezeichneten Stufen sind nach Analysen rötgenamorpher Metastibnit. Daher ist das Vorkommen von Realgar nicht gesichert.
  • Miargyrit: relativ selten. Häufiger treten mikrokristalline Krusten oder derbe Massen bis meheren cm Dicke auf. In wenigen Drusenräumen treten spießige Kristalle oder Kristallgruppen auf Pyrargyrit auf, oder es ragen Kriställchen aus großen Pyrargyritkristallen heraus. Reiche Funde von "Samson", "Catharina Neufang", "Segen Gottes", "Jakobsglück" und "Claus Friedrich".
  • Millerit: Viele ältere „Millerit“-Stufen sind meist Cubanit oder Antimonit. Ist verbreitet, kommt aber stets nur in winzigen Mengen vor. Vom Samsoner- und Ernst Gang und Grube „Roter Bär“.
  • Pyrargyrit: das schönste Sulfidmineral von St. Andreasberg. Es sind von hier insgesamt 45 verschiedene Formen und Kombinationen beschrieben. größte Kristalle 10cm lang und 2-3cm dick. Kommt auf allen Gängen im Revier vor. Besonders gut von "Samson", "Catharina Neufang", "Abendröthe", "Felicitas", "Gnade Gottes" und "Bergmannstrost"
  • Silber: weit verbreitet, jedoch selten gut ausgebildet. Drähte, Bleche und Locken von mehreren cm Größe sind bekannt.
  • Sphalerit: kommt zu 30% aus der Hauptsulfidgeneration vor. Sehr häufig als unansehnliche Massen. Selten als Kristalle bis 1cm Größe von "Roter Bär", "Claus Friedrich", "Wintraube" und "Oderstollen". Sphalerit fluoresziert von hier orangegelb und phosphorisziert blassgelb.
  • Strontianit: selten. Tritt als radialstrahlige Aggregate auf Quarz und Calcit auf. Ohne nähere Fundortsangabe.
  • Tetraedrit: Silbergehalt zwischen 1-2%, bildete sich am Ende der Hauptsulfidphase verwachsen mit Calcit und Quarz, auch häufig in reichen Silbererzfällen. Gute Kristalle in Tetraederform und frei in Drusen vom Bergmannstroster Gang auf Sieberstollenniveau.
  • Selen-Minerale (Clausthalit, Tiemannit, Guanajuatit, Stilleit, Naumannit, Umangit, Berzelianit) gelten als äußerste Rarietäten aus dem Revier St. Andreasberg.

Schema des Kluftsystems im Mittelharz
Schema des Kluftsystems im Mittelharz

Schema des Kluftsystems im Mittelharz, aus WILKE : Die Erzgänge von Sankt Andreasberg im Rahmen des Mittelharz-Ganggebietes, Hannover 1952, S. 15.

ganomatit

Die Erzgänge in Sankt Andreasberg sind „einfache“ Gänge. Die etwa 20 Gänge des Sankt Andreasberger Reviers sitzen in mittel- und unterdevonischen Schichten auf. Durch zwei Grenzruscheln begrenzt, wobei sich Erzgänge und Ruscheln zu gruppenweise Kluftsystemen ordnen lassen, die für die variskische Tektonik des Mittelharzes charakteristisch sind. Bedingt durch die äußerst günstigen geologischen Verhältnisse (Nähe zum Brockenpluton und in zwei Grenzruscheln eingeschlossen) hat sich im sogenannten Gangdreieck von Sankt Andreasberg eine große Mannigfaltigkeit des Mineralbestandes auf eng begrenzten Raum gebildet und das Auftreten von reinen Silbererzen und gediegenen Metallen ist hier ausgesprochen hoch (WILKE 1952). Dabei ist der Brockenpluton vor etwa 283 Ma (ZECH, ILGNER, JEFFRIES, FAUST, ULLRICH und LINNEMANN 2010) intrudierte und nicht wie früher angenommen der Erzbringer gewesen, sondern schaffte teils die geologisch- mineralogischen Voraussetzungen für die Bildung der Lagerstätte. HAGEDORN und LIPPOLT (1993) weisen auf der Grundlage absoluter Altersbestimmungen die Hauptphase der Vererzung auf ein mesozoisches Alter (ca. 200–230 Mio. Jahre) nach. Geochronologische Datierungen an Kalifeldspat des Bermannstroster Ganges ergaben nach MERZ, LIPPOLT und SCHNORRER- KÖHLER (1989) ein Alter von 123 Millionen Jahren. Die Erzmineralisation ist kein einmalig abgeschlossener Prozess gewesen, hat sich mehrmals wiederholt. WILKE (1952) verwendet den Begriff der hydrothermalen Rejuvenation und bezeichnet, damit Nachschübe heißer Lösungen die frühere Abscheidungen, welche tektonisch beansprucht waren (Mineralausscheidungen brekziiert) auflösen oder verändern konnten. WILKE (1952) teilt die Mineralparagenesen in I. Vorphase, II. Hautphase, III. Nachphase und IV. in Deszendente Neubildungen auf. Diese Einteilung ist der Reihenfolge nach heute noch durchaus präsent, obwohl die zeitlichen Abläufe nach neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen der oben genannten Verfasser anders verteilt sind als er sie 1952 beschrieben hat. (WILKE, 1952)


Die Tektonik des Ruschelkeils, aus WILKE 1952
Die Tektonik des Ruschelkeils, aus WILKE 1952

Die Tektonik des Ruschelkeils von Sankt Andreasberg, aus WILKE: Die Erzgänge von Sankt Andreasberg im Rahmen des Mittelharz-Ganggebietes, Hannover 1952, S.28. „Den Ablauf der tektonischen Bewegunge...

ganomatit
Übersicht der Klüfte am SW-Rand des Brockens, aus WILKE 1952
Übersicht der Klüfte am SW-Rand des Brockens, aus WILKE 1952

Übersicht der Klüfte am SW-Rand des Brockens nach BODE, aus WILKE: Die Erzgänge von Sankt Andreasberg im Rahmen des Mittelharz-Ganggebietes, Hannover 1952, S.16. „Die etwa 20 Gänge des Sankt Andrea...

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Die Ruscheln und die Ruscheltektonik

Eine Ruschel stellt eine tektonische Zerrüttungszone (Ruschelzone) dar, wobei das Gestein hier in Sankt Andreasberg devonische Sedimente und Eruptivdecken zerschert, gefaltet, zerrieben und zerquetscht wurden.

"Die Ruscheln sind durchschnittlich mehrere, jedoch auch bis 30 Lachter mächtige, taube Gänge, deren Ausfüllung aus Bruchstücken von mürbem Thonschiefern besteht, welche von dem Nebengestein stets durch Saalbänder von fettem grauem Thon getrennt sind, welche letztere zuweilen eine Mächtigkeit von mehreren Fuss erreichen." (Credner, H.: Geognostische Beschreibung des Berwerks-Distriktes von Sankt Andreasberg, Berlin 1865, S. 22.)

Das Gangrevier von Sankt Andreasberg wird von zwei Hauptruscheln die Neufanger Ruschel im Norden und die Edelleuter Ruschel im Süden begrenzt. Außer den beiden Hauptruscheln gibt es noch einige kleinere Ruscheln-und Ruschelgänge, die aber nicht so einen großen Einfluss auf die Erzführung hatten. Sie bewirkten nur Verwerfungen und Vertaubungen der Erzmittel. Trotz des verwickelten tektonischen Baues ist die typische NW-Vergenz und daraus durch Abscherung der Sättel an ihren Achsen entstandenen Schuppenbau wieder zu erkennen.

Mineralien (Anzahl: 252)

Mineralbilder (218 Bilder gesamt)

Pyrostilpnit
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Pyrostilpnit

Bildbreite: 2,5 mm; Fundort: St. Andreasberg, Harz, Deutschland

Copyright: Christian Rewitzer
Beitrag: Hg 2009-06-29
Antimon, gediegen xx
Aufrufe (Bild: 1488986274): 1513
Antimon, gediegen xx

St.Andreasberg/Harz,Niedersachsen; historischer Fund mit Etikett von August Haubick (Dresden); Größe 15 x 7 mm

Sammlung: Haubi
Copyright: Haubi
Beitrag: Haubi 2017-03-08
Calcit-xx
Aufrufe (Bild: 1224842339): 789
Calcit-xx

als "Blättercalcit", die einzelnen Kristalle sind bis 7 cm groß, St. Andreasberg, Harz, Deutschland 12x10x7cm

Sammlung: loparit
Copyright: loparit
Beitrag: loparit 2008-10-24

Gesteine (Anzahl: 22)

Gesteinsbilder (5 Bilder gesamt)

Tonschiefer
Aufrufe (Bild: 1240504729): 8124
Tonschiefer

Tonschiefer teilweise angeschnitten mit feinsten Pyritrasen von St. Andreasberg, BB: 5cm.

Copyright: thdun5
Beitrag: thdun5 2009-04-23
Granit, Hornfels ( "Am Goetheplatz")
Aufrufe (Bild: 1340299109): 1479
Granit, Hornfels ( "Am Goetheplatz")

Sankt Andreasberg/Harz, Granitkontakt am Rehberger Graben, aufgenommen 5/2010, der Granitkontakt ist etwa 40 m über den Grabenweg aufgeschlossen, “Im September 1783 unternahm Goethe seine zweite Ha...

Sammlung: ganomatit
Copyright: ganomatit
Beitrag: ganomatit 2012-06-21
Fluorit xx auf Tonschiefermatrix mit Quarz xx
Aufrufe (Bild: 1495683906): 645
Fluorit xx auf Tonschiefermatrix mit Quarz xx

Fluorit xx, Sankt Andreasberg/Harz, Stufe etwa 6x3x1,5 Kristalle sitzen auf Quarz xx in Tonschiefer, Fluorit derb, als Kristalle von durchsichtig bis hell grünlich auf typischer Tonschiefermatrix, ...

Sammlung: Dr. Diem
Copyright: ganomatit
Beitrag: ganomatit 2017-05-25

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Aktualität: 16. Jun 2019 - 11:51:35

Referenz- und Quellangaben, Literatur

Literatur:

  • Klaproth, M.H. (1797): Untersuchung des Kreuzsteins vom Harz, Beiträge zur chemischen Kenntniss der Mineralkörper, 2.Bd., Rottmann Berlin, 80-83.
  • Klaproth, M.H. (1802): Chemische Untersuchung des Spießglanz-Silbers von Andreasberg, Beiträge zur chemischen Kenntniss der Mineralkörper, 3.Bd., Rottmann Berlin, S.173-77.
  • Haüy, R.J. (1801). Harmotom. Traite Mineral. 1st ed., vol.3, 191. (Typ-Publ.)
  • Hausmann, J.F.L. (1805): Bemerkungen über die Andreasberg'schen Gänge. Her.cyn.Archiv (v.Holzmann).
  • Fröbel, J. & A. Breithaupt (1840). Breithauptit. Ann.Phys.Chem.;Poggendorff 51, 510. (Typ-Publ.)
  • Rammelsberg, C. und Zinken, C. (1850): Über das Gänseköthigerz vom Harz. N.Jb.Min., Geol.u.Pal., S.349.
  • Dana (1854). Arsenolith. (Typ-Publ.)
  • Credner, H. (1865): Geognostische Beschreibung des Bergwerkdistriktes von St. Andreasberg.
  • Groddeck, A.v. (1869): Über ein neues Vorkommen von sogenannten Silbersand zu Andreasberg. N.Jb.Min., S.445-50.
  • Streng, A. (1878): Über dem Silberkies von Andreasberg. N. Jb.Min, Geol.u.Pal., S.785.
  • Arzruni, A. (1884): Groddeckit - ein neuer Zeolith von St. Andreasberg am Harz. Zeitschr. Kristalle und Minerale 8, S.343.
  • Günther, F. (1909): Die ältere Geschichte der Bergstadt St. Andreasberg und ihre Freiheiten. Z.Harzver.Gesch.Alterskunde, 42(1909), S.191-213.
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  • Günther, F. (1911): Die ältere Geschichte der Bergstadt St. Andreasberg und ihre Freiheiten. Z.Harzver.Gesch.Alterskunde, 44(1911), S.17-49.
  • Mieleitner, K. (1923): Ullmannit von St. Andreasberg im Harz. Z.Krist.LVI Heft 1, S.105-107.
  • Rose, H. (1924): Gesteine aus dem Kontakthof des Brockengranits bei St. Andreasberg. Ztsch.Kristall 59, S.422-425.
  • Geilmann, W. und Rose, H. (1928): Ein neues Selenerzvorkommen bei St. Andreasberg. N.Jb.Min.Beil, Band LVII, Abt.A, S.785-816.
  • Rose, H. (1928): Ein neues Sekenerzvorkommen bei St. Andreasberg. Ztsch. Kristall 66, S.480ff.
  • Wilke, A. (1952): Die Erzgänge von St. Andreasberg im Rahmen des Mittelharz-Ganggebietes. Beih.Geol.Jb. 7, S.228ff.
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  • Gebhard, G. (1978): Die Minerale der Silbererzgänge von St. Andreasberg. Aufschluß Sonderb. 28, S.103ff.
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  • Bari, H. u.a. (1982): Phaunouxite, Ca3[AsO4]2 · 11H2O, a new mineral strictly associated with Rauenthalite. Bull.Min. 105, S.327-332.
  • Schnorrer-Köhler, G. (1983): Das Silbererzrevier St. Andreasberg im Harz. Aufschluß 34, S.153-175, 189-203, 231-251, 317-32, sowie im limitierten Sonderh.1.
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  • Gebhard, G. (1988): Harzer Bergbau und Mineralien - St. Andreasberg. 167 S. Verl.Chr.Gebhard, Reichshof.
  • Grundmann, G. (1989): Die Verzeichnisse der Mineralien-Niederlage in St. Andreasberg. Lapis, Jg.14, Nr.7-8, S.21f.
  • Grundmann, G., Hampel, W., Watzke, W. (1989): "Silbersand" aus St. Andreasberg - Zwei historische Stufen mit Amalgam-Kristallen (Ag9Hg4) und Chlorargyrit-Kristallen (AgCl). Lapis, Jg.14, Nr.7-8, S.68-71.
  • Grundmann, G. und G. Schnorrer-Köhler. (1989): Die Mineralien des Bergbaureviers St. Andreasberg im Harz. Lapis, Jg.14, Nr.7-8, S.23-67.
  • Schnorrer-Köhler, G. und Koch, H.P. (1989): Fizelyit, Claudetit, Chervetit und Vanadinit - vier für St. Andreasberg neue Minerale. Lapis, Jg.14, Nr.7-8, S.72f.
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  • Lapis 1986 (3)
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  • Literatur und Verfasser: thdun5
  • Ergänzungen ganomatit

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