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Grube St. Georg (Reicher Georg)

Steckbrief

Fund­s­tel­lenpfad

Deutschland / Niedersachsen / Goslar, Landkreis / Braunlage / St. Andreasberg, Revier / Grube St. Georg (Reicher Georg)

Fund­s­tel­len­typ

Bergwerk (aufgelassen/alt)

Geo­lo­gie

Baute zuerst auf einen "Erzfall", dann im Auslängen auf den Jacobsglücker Gang
Silber. FS des historischen "Buttermilcherzes"

GPS-Ko­or­di­na­ten

Grube St. Georg (Reicher Georg)



Grube St. Georg (Reicher Georg)

WGS 84: 
Lat.: 51,70752° N, 
Long: 10,52795° E
WGS 84: 
Lat.: 51° 42' 27,072" N,
   Long: 10° 31' 40,62" E
Gauß-Krüger: 
R: 4398351,
 H: 5731384
Regionale Wetter Information, Macrostrat geologische Karten

To­po­gra­phi­sche Kar­te

Geologische Karte, Blatt St. Andreasberg, 1:25 000, Nr. 2378

Verkürzte Mineralienatlas URL

https://www.mineralienatlas.de/?l=11935
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Verkürzte Pfadangabe

⚒ St. Georg, St. Andreasberg, Braunlage, Goslar, Niedersachsen, DE
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Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

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Übersicht über die Grubenfelder
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Übersicht über die Grubenfelder

Übersicht über die Grubenfelder im Revier von St. Andreasberg und Umgebung (Stand von 1950). Tafel 1 aus WILKE: Die Erzgänge von Sankt Andreasberg im Rahmen des Mittelharz-Ganggebietes, Hannover 19...

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Beitrag: ganomatit 2021-12-03
Feuersetzen
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Feuersetzen

Darstellung des Feuersetzens in Georgius Agricolas De Re Metallica (1556), Reicher Georg, Sankt Andreasberg/Harz, LIESSMANN (2021), S. 256 dazu: "Ein markantes Zeugnis des einst praktizierten Feuer...

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Beitrag: ganomatit 2021-11-29
Erzfahrweg
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Erzfahrweg

Erzfahrweg, Reicher Georg, Sankt Andreasberg/Harz, Aufnahme 2017 mit MSB-X-Trail, Montanwissenschaft weicht Fortschritt!

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Beitrag: ganomatit 2021-11-21

Ausführliche Beschreibung


Koch Riss - Sankt  Andreasberg 1606
Koch Riss - Sankt Andreasberg 1606

Sankt Andreasberg/Harz; “Wie rege der Betrieb war, geht auch daraus hervor, daß schon vor dem Jahre 1537 die meisten Andreasberger Stollen nach allen Seiten hin in das Gebirge getrieben sind, um di...

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Vorwort


Diese Seite über die Grube St. Georg ist schon lange im Mineralenatlas vorhanden. Da es eine der reichsten Gruben der Anfangszeit des Bergbaues von Sankt Andreasberg war, versuche ich die Seite weiter zu gestalten. Minerale von dort zu zeigen ist äußerst schwierig. Deswegen werden von mir Stufen von der Grube "Alter Theuerdank" und anderen Gruben eingebracht, die über Jahrzehnte zusammengetragen worden sind. Die geologischen Bedingungen auf dem Reiche Troster Gang ("Alter Theuerdank", Nebentrum) sind ähnlich der Grube St. Georg und sagen teilweise das aus, was auf dem Jacobsglücker Gang gilt. Außerdem wurde mit Literaturquellen versucht einen kleinen Einblick in die Geologie, Geschichte und des Bergbaues dieser Grube zu geben. Die Unvollständigkeit bitte ich zu entschuldigen!


Von 2013 bis jetzt wurde diese Grube am Beerberg von der Arbeitsgruppe Bergbau, St. Andreasberger Verein für Geschichte und Altertumskunde e. V., gegründet 1931, mit selbstlosem Einsatz aufgewältigt und wissenschaftlich bearbeitet. Eine Leistung, die eine hohe Anerkennung verdient und zu würdigen ist, allen interessierten Menschen die Möglichkeit gibt dies selbst zu erleben, als Lehrbergwerk im wahrsten Sinne!
Ich wünsche allen interessierten Menschen viel Freude beim Betrachten dieser Seite.


„Es sind lange Zeiten vorgekommen, in welchen Gruben in Zubuse gestanden haben, ja eingestellt wurden, bis plötzlich ein einziger glücklicher Schuss fussbreite reine Silbererze bloslegte, welche leider nach kurzem Anhalten ebenso rasch einer erzarmen Gangmasse wichen, wie sie gekommen." (CREDNER, 1865)


Silber-Gangstufe, Reiche Troster Gang (Nebentrum Theuerdank)
Silber-Gangstufe, Reiche Troster Gang (Nebentrum Theuerdank)

Gangstufe, Reiche Troster Gang, Sankt Andreasberg/Harz, Stufe etwa 36x22x25 cm (29 kg), Reiche Troster Gang, Durchschnitts-Streichen 95-85°, Durchschnitts-Einfallen 70° S, Durchschnitts-Mächtigkeit...

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Silber-Gangstufe, Reiche Troster Gang (Nebentrum Theuerdank)
Silber-Gangstufe, Reiche Troster Gang (Nebentrum Theuerdank)

Gangstufe, Reiche Troster Gang, Sankt Andreasberg/Harz, Stufe etwa 36x22x25 cm, Schnorrer et al. in ihrer Beschreibung weiter: „Selten liegt der Quarz in hypidiomorphen Kristallen bis max. 5 mm Län...

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Silber-Gangstufe, Reiche Troster Gang (Nebentrum Theuerdank)
Silber-Gangstufe, Reiche Troster Gang (Nebentrum Theuerdank)

Gangstufe, Reiche Troster Gang, Sankt Andreasberg/Harz, Stufe etwa 36x22x25 cm, Schnorrer et al. weiter: „Häufigstes Relikt der primären Mineralisation ist weißer, mittelkörniger Quarz, der teils d...

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„Der Bergmann war in der Zeit, wo Andreasberg zur Stadt erwuchs, ein gar wanderlustiger Gesell. "Leichten Herzens" sagt Bochmann, verließ er die dürftige Hütte, die so oft getäuschten Hoffnungen auf Ausbeute und eilte dem Orte zu, woher das neue "Geschrei drang." ( aus GÜNTHER, 1911)


Blick zum Beerberg 2013 und Wilke 1950
Blick zum Beerberg 2013 und Wilke 1950

Beerberg, Sankt Andreasberg/Harz, Das linke Bild zeigt eine Aufnahme von 2013. Im Vergleich stammt das rechte Bild aus Albrecht Wilke " Die Erzgänge von Sankt Andreasberg im Rahmen des Mittelharzer...

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Jacobsglücker Gang

Streichen 150°, Einfallen 70 NE, Mächtigkeit 0,5-1,0 m, Länge 1000 m und Teufe 440 m erschlossen, zum Teil (3 m) mächtig mit viel Hohlräumen (Wilke 1952).

Geologische Profile durch den Ruschelkeil
Geologische Profile durch den Ruschelkeil

Abb. 16. Geologische Profile durch den Ruschelkeil nach BODE 1925 aus WILKE : Die Erzgänge von Sankt Andreasberg im Rahmen des Mittelharz-Ganggebietes, Hannover 1952, S. 29. Der Bereich zwischen Ja...

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Profilriß Jacobsglücker Gang, Stollensituation
Profilriß Jacobsglücker Gang, Stollensituation

Sankt Andreasberg/Harz, aus WILKE "Die Erzgänge von Sankt Andreasberg im Rahmen des Mittelharz-Ganggebietes", 1952, Schnitt von SE nach NW, der Reiche Georg- oder Sankt Jürgen Stollen wurde farblic...

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"Der Jacobsglücker Gang (b auf Tafel XXI fig. 5). Im Hangenden, also östlich vom Samsoner Hauptgang. Nach dem Bergmannstroster Gang der Gang von der grössten Längserstreckung, indem er nur einmal von der Silberburger Ruschel durchbrochen schräg durch die grösste Breite des Gangellipsoides setzt. Seine Hauptmasse ist Kalkspath, der auf Drusenräumen zu den ausgezeichneten Formen von allen Andreasberger Vorkommen auskrystallisirt. Quarz tritt nur sehr untergeordnet auf und hat dann ein gehacktes zerfressenes Aussehen. Von Erzen führt dieser Gang fein- und grobblätterigen Bleiglanz, Schwefel- und Kupferkies, Fahlerz und Rothgültig. Die schönsten Combinationen des letzteren Minerals, wie sie in der Clausthaler Bergschulsammlung aufbewahrt sind, stammen von der 3. und 8. Strecke. Gänseköthig- und Buttermilcherz sind hier früher häufiger vorgekommen. Alte Quellen melden, dass letzteres in manchen Drusen wie "Buttermilch" gestanden habe und mit Kellen geschöpft worden sei, und das die Gräser und Büsche, welche das Stollen-Wasser bespült hätte, von diesem Erze incrustirt worden wäre. (Freiesleben a. a. O. S. 78.)" (Credner, H.: Geognostische Beschreibung des Berwerks-Distriktes von Sankt Andreasberg, Berlin 1865, S. 36-37.)


Geologie


Vererzte Gangfläche des Samsoner Gangzuges mit Reicherzfällen
Vererzte Gangfläche des Samsoner Gangzuges mit Reicherzfällen

Abb. 11. Vererzte Gangfläche des Samsoner Gangzuges mit Reicherzfällen aus WILKE: Die Erzgänge von Sankt Andreasberg im Rahmen des Mittelharz-Ganggebietes, Hannover 1952, S. 20.

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„Den heutigen Befunden nach bildete damals ein einziger steil einfallender „Erzfall“ die Quelle für den kurzzeitigen märchenhaften Reichtum. Dem Ausstrich des Ganges folgen über Tage einige 4–8 m tiefe Pingen, die verbrochene Schürfschächtchen darstellen und bis auf die Sohle des St. Georg Stollens reichten. Das erst in diesem Niveau aufsetzende eigentliche Erzmittel wies eine streichende Erstreckung von kaum mehr als 50 m auf und reichte bis zur Sohle des St. Jacobsglücker Stollens hinab. Sowohl nach Nordwesten als auch nach Südosten ließen sich nirgendwo Fortsetzungen der Vererzung lokalisieren. Weitere edle Erze fanden sich auf verschiedenen flachen Nebentrümern im Hangenden des Hauptganges, oberhalb des St. Johannes Stollen im Bereich des sogenannten Backofens (Abb. 6-3)." LIESSMANN (2021), Im Zeichen des Silbers-Bergbau im Beerberg, Beiträge zur Bergbaugeschichte von Sankt Andreasberg, S. 252.

In Abb.16. Geologische Profile durch den Ruschelkeil BODE (1925) befindet sich die Grube St. Georg in devonischen Schichten die durch Ruscheltektonik beeinflusst sind. Silberburger- und Edelleuter Ruschel sind hier dominierend. Außer den Hauptruscheln treten noch kleinere Ruscheln- und Ruschelgänge in Sankt Andreasberg auf, die aber nicht so einen großen Einfluss auf die Erzführung hatten, WILKE (1952). Sie bewirken nur Verwerfungen und Vertaubungen der Erzmittel, was am St. Georg der Fall sein wird. Die Situation am St. Georg nach der Öffnung des Stollens beschreibt LIESSMANN (2021), S. 252 wie folgt: „Nach ca. 30 m versperrte ein 25 m langer und bis 4 m breiter Bruch in einer Störungszone (Ruschel) das Stollenort. In den tektonisch zerscherten und dadurch äußerst brüchigen Tonschiefer hatte sich 5–6 m über der ursprünglichen Sohle ein glockenförmiger Hohlraum gebildet (Abb. 6-11a und b). Die angetroffene Situation entsprach fast genau dem Zustand, den ein 1790 erstellter Grubenriss (Abb. 6-5) zeigt. Am hinteren Ende der gewölbeförmigen Weitung fiel eine steile Böschung zum dahinter offenen Stollen ab, der als leicht ansteigender Querschlag zum Jacobsglücker Gang führt."


(Erzfall, bonanza (engl.=sehr einträglich), Erzkörper oder Teil bzw. diskontinuierliche Zone eines Erzkörpers mit hohen Metallgehalten, z.B. in der Zementationszone einer Ganglagerstätte (Reicherz).)


Ganomatit auf Reichen Mulm
Ganomatit auf Reichen Mulm

Beerberg, Sankt Andreasberg/Harz, Teilaufnahmen der Stufe

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BLÖMEKE (1885) dazu: „Die im Jahre 1872 von dem Wäschegrund mündenden Beerberger Stollen und Claus Friedrich-Schacht aus noch zugänglich und von mir befahrenen alten Baue sind erst nach 1866 von dem Muther des jetzigen Grubenfeldes Andreasberger Hoffnung, welches sie mit den übrigen im auswendigen Revier liegenden zahlreichen alten Arbeiten umschliesst, entdeckt worden. Etwa 10 m unter dem Beerberger Stollen führt vom Claus Friedrich- Schacht (östlich des St. Jacobsglücker Schachtes) eine im St. Jacobsglücker Gange getriebene alte Strecke gegen Osten – die mit dem St. Johannes-Stollen (1529 angefangen) oder dem etwas tieferen, ebenfalls im Wäschegrund angesetzten Edelleuter Stollen (1534 begonnen) identisch sein dürfte – an einem seiner Form wegen Backofen genannten alten Abbaue (auf einem flachen liegenden Trum des St. Jacobsglücker Ganges) vorbei in ein Labyrinth von uralten Arbeiten: Strecken und offene Abbaue von bedeutender Höhe und Länge, welche auf den Mulmgängen liegen. Die bis zu 0,3 und 0,5 m mächtigen, zum Sankt Jacobsglücker Gang diagonal streichenden Mulmgänge (deren Zahl und genaue Lage ich in den alten unsicheren Strecken nicht aufnehmen konnte) müssen hier ausserordentlich edel gewesen sein, da die ausgehauenen Räume nirgends mit unhaltiger Gangart ausgefüllt sind. Vor den mächtig hohen Firstenstössen (Pfeilern) der Abbaue bemerkt man überall Gangmasse und scheinen die Gänge grössere Längenerstreckung zu haben, und nur stellenweise gewonnen worden zu sein. Die Ausfüllung besteht aus zerfressenem, zerklüfteten und drusigen Kalkspath, welcher mit Bleiglanz und Rothgültig verwachsen ist, und aus Mulm, der in den Drusen und an den Saalbändern eingelagert ist. Der silberhaltige Mulm ist von schwarzer, brauner, grauer und gelber Farbe, und mittelst eiserner Haken und Kratzen zu gewinnen. Der ohne weiter Aufbereitung verschmelzbare Mulm ist oft sehr reich an Silber und gab seiner leichten Gewinnung Anlass zu einem kurzen Betriebe von Seiten des Muthers des genannten Grubenfeldes. Derselbe gewann aus den Pfeilern, meist mit der Kratze und Keilhaue, in einigen Monaten des Jahres 1868 71 Centner und 43 Pfund Erz und Mulm mit einem wechselnden Silbergehalt von 0.05 bis 4.30 Procent und einem Verkaufswerthe von 980 Thlrn. 21 Sgr. 2 Pf. Der Centner wurde also im Durchschnitt mit 41 M. bezahlt (von der Andreasberger Silberhütte). Wegen Mangel an Betriebskapital zu den nöthigen Einrichtungen für den Abbau (Gewinnung), Förderung und Aufbereitung musste leider der Versuch bald wieder aufgegeben werden. Die Analyseresultate einzelner Erzmuster von den Mulmgänge haben mir im Original von der Silberhütte vorgelegen und ich lasse dieselben hier folgen:

  • Schwarzer Mulm ... 1 1/2 Quint = 7.5 Gr. Silber pro Ctr. (a 50 Kg)
  • Grauer ... 16 Quint = 80 Gr. Silber pro Ctr.
  • Gelber ... 92 Quint = 460 Gr. Silber pro Ctr.
  • Brauner ... 225 Quint = 1125 Gr. Silber pro Ctr.
  • ? Oker ... 5 Pfund = 2500 Gr. Silber pro Ctr. ..."


Silberhaltige Bräune, Chlorargyrit in Mulm
Silberhaltige Bräune, Chlorargyrit in Mulm

Theuerdank, Sankt Andreasberg/Harz, Bildhöhe etwa 8 mm

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Quarz mit Manganmulm silberhaltig, Theuerdank, Sankt Andreasberg/Harz
Quarz mit Manganmulm silberhaltig, Theuerdank, Sankt Andreasberg/Harz

Quarz mit Manganmulm silberhaltig, Theuerdank, Sankt Andreasberg/Harz, Bildbreite etwa 10 cm, eigentlich ein Gemenge aus Silber, Chlorsilber und Manganmulm mit Silbererzen

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Gediegen Silber auf Quarz xx
Gediegen Silber auf Quarz xx

Gediegen Silber auf Quarz xx, Bildbreite etwa 5 mm, Theuerdank, Sankt Andreasberg/Harz

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Hier Proben der Grube "Alter Theuerdank" mit silberhaltigen Mulm, feinverteilten Silber (Partikel) und Chlorargyrit mit einem hohen Silbergehalt. Sie vermitteln einen kleinen Eindruck von dem, was BLÖMEKE 1865 beschreibt. Obwohl wir uns bei der Grube "Alter Theuerdank" im Gebiet des Reiche Troster Ganges befinden, waren die mineralogischen Bedingungen ähnlich.

Reiche Troster Gang Streichen 85-95°, Einfallen 70-80° N, Mächtigkeit 0,2-0,6 m, Länge 400 m, Teufe von 200 m erschlossen (WILKE 1952).
„Es handelt sich um einen einfach gebauten Spaltengang von durchschnittlich 0,2-0,6 m Mächtigkeit mit deutlich ausgebildeten Salbändern. Begleitet wird der Hauptgang von einigen ins Liegende ablaufende, bogenförmige Nebentrümer, auf denen u.a. die Grube Alter Theuerdank gebaut hat. Über Tage ist der Ausbiss an Pingen und Schürflöchern gut zu erkennen. Wie Harnischflächen belegen, stellt der Reiche Troster Gang eine Abschiebung dar, wobei die hangende Scholle mit einem Versatzbetrag von wenigen Metern abgesunken ist. Er kann als eine diagonale Verbindung ("Diagonaltrum") zwischen dem Wennsglücker Gang im Norden und dem St. Jacobsglücker Gang im Süden aufgefasst werden. Mit letzterem bildet er unweit des St. Annen Stollen Mundlochs ein markantes Gangkreuz. Rund 300 m unter Tage vereinigen sich der relativ steil einfallende Reiche Troster Gang mit dem zur Tiefe hin immer flacher einfallenden Jacobsglücker Gang. Nebengestein ist hauptsächlich mitteldevonischer Tonschiefer, der aufgrund der relativen Nähe zum Brockenpluton kontaktmetamorph in Tonschieferhornfels umgewandelt vorliegt. Wie seine Nachbargänge, war auch der Reiche Troster Gang in einigen Bereichen bis an die Erdoberfläche hin reich vererzt." (Schnorrer, Kronz, Ließmann, Kehr: Zur Mineralogie der ehemaligen Grube Alter Theuerdank auf dem Reiche Troster Gang, am Beerberg bei St. Andreasberg/Harz, Der Aufschluss, Januar/Februar 2009, S. 35-36.)


BLÖMEKE, C. (1885): Die Erzlagerstätten des Harzes und die Geschichte des auf demselben geführten Bergbaues, Conrad Wien. (Nachdruck Bode Verlag, 1986, S.56-57)


Zur Geschichte der Grube

Die Ausbeute, St. Georg und andere
Die Ausbeute, St. Georg und andere

Zusammenstellung der vom Quartal Cruc. 1565 bis Schluß des J. 1570 (in 5 1/2 J.) gemachten Silber (in Mark und Lot), aus Friedrich Günther (1911), Die älteste Geschichte der Bergstadt S. Andreasber...

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St. Wolfgangskirche, Bergstadt Schneeberg
St. Wolfgangskirche, Bergstadt Schneeberg

Hier in Schneeberg befindet sich die St. Wolfgangskirche, der ehemalige Standort der berühmten Silbererzgrube St. Georg, der Name der Grube wurde in Sankt Andreasberg übernommen, genau so reich wie...

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Der St. Georg, dann St. Jürgen wahr eine der reichsten Gruben in der Anfangszeit des Bergbaues in Sankt Andreasberg. In Schneeberg befindet sich die St. Wolfgangskirche, der ehemalige Standort der berühmten Silbererzgrube St. Georg, der Name der Grube wurde in Sankt Andreasberg übernommen, genauso reich wie in Schneeberg waren die Funde auf Sankt Georg in Andreasberg.

„Der höchstgelegene Stollen am Beerberg (Mundloch etwa 605 m ü. NN) führt zunächst querschlägig, einer Störungszone folgend, bis an den St. Jacobsglücker Gang, auf dem er nach beiden Seiten ausgelängt ist. Den ermittelten Umstände nach dürfte er bereits vor 1550 ausschließlich mit Schlägel & Eisen (Schrämarbeit) aufgefahren worden sein und zählt somit zu den ältestes befahrbaren Bergbauobjekten im St. Andreasberger Revier.“ LIESSMANN (2021), S. 254.

Im Quartal Rem. 1569 stand unter anderen Gruben 24. S. Georg, am Tambach, Peter Göttinger im Bau.

„In den acht Jahren von 1541 bis 49 hatte keine einzige Grube außer der Lukasstollen - und dieser auch nur einmal in einem Quartal einen Taler - Ausbeute verteilen können, und die Zahl der Zechen war in einem Jahrzehnt von 116 auf 12 heruntergegangen. Als nun aber der Teuerdank und S. Anna mit guter und einige Gruben mit etwas Ausbeute einsetzten, war die Zahl de Betriebe bis Rem. 1567 auf 54 gestiegen. Der Sprung von dieser Zahl auf 123 in zwei Jahren konnte keine gesunde Entwicklung bezeichnen. Es war, wie wenn die Menschen ein Taumel ergriffen hatte, als die Grube S. Georg, die ihren Gewerken bis Rem. 1561 noch niemals einen Deut hatte spenden können, nun plötzlich ihnen das Geld in vollen Mulden schüttete. Warf doch jeder Kux im Jahr 1566 = 112 Tlr., 1567 = 232 Tlr., 1568 = 150 Tlr., 1569 = 130 Tlr., in vier Jahren also 624 Tlr. ab. Wer damals zehn dieser fast wertlosen Kuxe gekauft hatte, war nun mit 6810 (6240 + 570) Tlr. Gewinn ein reicher Mann nach damaligen Verhältnissen." GÜNTHER (1911), S. 30.


Lassen wir nun FUNCKE (1617) sprechen, der als Schullehrer und Pastor in Sankt Andreasberg tätig war.


Diabas (Grünstein) Beerberg
Diabas (Grünstein) Beerberg

Diabas (Grünstein) Beerberg, Sankt Andreasberg/Harz, oberhalb Claus Friedrich Schacht, „Die mächtigen Diabase treten, entsprechend der Hauptförderzeit, vorwiegend in der obersten Eifel-Stufe bis Gr...

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Tonschiefer metamorph
Tonschiefer metamorph

Bereich Aufschlaggraben der Grube Wennsglückt, Sankt Andreasberg/Harz, durch Verwitterung schlecht als Tonschiefer zu erkennen!

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Diabas spilitisiert
Diabas spilitisiert

Diabas spilitisiert, Aufschluss oberhalb Claus Friedrich Schacht, Die Intrusivdiabase verursachten örtlich eine teilweise bis über 1 m mächtige Kontaktzone.

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"Es sind hier die Zechen mit geringeren Unkosten, als auf den benachbarten Bergstädten zu gewältigen. So ist hier nicht ein flüchtig, sondern ein stehend Gebirge, daß man nicht viel Holz dazu bedarf." - Dies ist richtig: "wegen der großen Festigkeit des Nebengesteins verlangen die Schächte, Querschläge und Schächte fast gar keinen Grubenausbau." 32) - Doch war anderseits die Festigkeit des Gesteins zu jenen Zeiten schwerer zu überwinden als heute. Im Jahr 1601, also zu Funckes Zeit, schreibt ein Gewährsmann des P. Suchlandt: 33) "Die Gänge sind schmal, und die Erzschätze, so darin verborgen liegen, mit ziemlicher, ja großer Feste verschlossen und verriegelt, dadurch man so leichtlich nicht kommen kann, sondern oft lange und hart anklopfen muß."

  • 32) Richard in Banniza, Das Berg= und Hüttenwesen, S. 236.
  • 33) Kellner, Berg= u. Salzwerks=Buch, S. 339.

GÜNTHER (1911), S. 43.


„Ist der Gewinn, den Funckes Bericht für die Geschichte der honsteinschen Zeit Andreasberg bietet, nicht von Bedeutung, so sind seine Angaben über auffällige Erzfunde und schöne Schaustufen wertvoll und interessant; doch muß ich mich hier kurz fassen. Hin und wieder wurde gediegenes Silber gefunden, in das man mit dem Messern, wie in einen Taler, "Haken" schneiden konnte; weil es jeder Bauer als Silber erkennen konnte, wurde es Bauernerz genannt. Prächtiger noch war das Rotgültigerz; das funkelte im Scheine des Grubenlichtes wie durchsichtiger Rubin. Etliches war auch dicht und dunkel (das Mser. von 1601 nennt es Schwarzgulden), von dem konnten Handsteine im Gewicht von 1/4 bis 3/4 Zentner abgeschlagen werden: auf S. Georg wurden einmal 3 1/2 Zentner dieses Erzes gewonnen, woraus man 500 M Silber machte. Auf der selben Grube brach derbes Rotgülden, das war so edel, daß es beim Feuersetzen - von Freitag nacht oder Sonnabend morgen bis Montag morgen - in reines Silber zerfloß.


Pyrargyrit und Dyskrasit derb (Reicherz)
Pyrargyrit und Dyskrasit derb (Reicherz)

Pyrargyrit und Dyskrasit (Reicherz), Grube Samson, Sankt Andreasberg/Harz, Stufe etwa 6x5x2 cm, WILKE weiter : "So ergibt sich eine vorwiegend bandförmige Erstreckung der Erzmittel (d. h. also ihre...

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Chlorargyrit
Chlorargyrit

Chlorargyrit Variation Buttermilcherz, im vorliegendem Stück kommt die eigentümliche unverwechselbare Blaufärbung nach Lichteinwirkung voll zur Geltung. (Einzigartig!!) BB: 3,5mm. Matrix Kalkspat. ...

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Silber- Reicherz (Feuersetzprodukt)
Silber- Reicherz (Feuersetzprodukt)

Theuerdank, Sankt Andreasberg/Harz, Stufe 5x5x4 cm, als Ausgangsprodukt des Feuersetzens reichlich Chlorargyrit auf Quarzmatrix, teilweise umgewandelt in gediegen Silber, in den Formen: blechig, de...

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Sehr silberreich war auch das schöne Glaserz, das man vorfand, als der Jakobs= oder Johannisstollen nach dem Weinstock durchschlägig wurde; man konnte, wie in Blei, mit einem Messer Haken hineinschneiden. Auf dem Theuerdank stieß man auf ein mildes, weißes Erz; das stand zwischen dem Gestein, wie wenn ein weißes Handtuch niedergesenkt wäre. An der Luft sah es aus wie blauer Ton; und man konnte es mit der Hand zerreiben. Die Bergleute mußten Schuhe und Strümpfe auswaschen, wenn sie ausgefahren waren, denn aus dem anhaftenden Schlamm konnte noch Silber gewonnen werden. Vor dem Stollen versilberte das austretende trübe Wasser Gras und Laub, so daß man es zunächst durch Schlammsümpfe gehen ließ. In einigen Drusen auf S. Georg fand man flüssiges Erz, das sah aus wie Buttermilch und wurde an der Luft zu Ton; ein Zentner davon lieferte über 100 Mark Silber. Für einen Handstein reicher Erze von S. Jacob bot ein Leipziger Juwelier 500 Rtlr.; er hielt 62 1/2 Mark Silber. - Einmal kam ein vornehmer Kaufmann, Lukas Dank, der an keinem Bergwerk beteiligt war und noch nie Erz gesehen hatte, nach Andreasberg und wurde vom Bergmeister Prössel zu Tisch geladen; auch Hans von Goslar und Balzer Markart, die gute Bergteile besaßen, und der Schulmeister Funcke waren unter den Gästen. Nach der Mahlzeit brachten Steiger von S. Georg, Hülfe Gottes und anderen Zechen einige Tröge mit reichem Erz. Als nun der Kaufmann das schöne Erz mit gediegenem Silber sah, kaufte er sogleich begeistert für 1200 Rtlr. Kuxe an beiden genannten Gruben von Hans von Goslar und bezahlte die Hälfte bar, die anderen mit Unschlitt. - Wenn auf dem Neufang der Gang "offen oder drusig" war (Hohlräume aufwies), zog man 50 Pfd. schwere Kuchen von rotgüldenem und anderem reichen Erze heraus, aus denen viel Silber gemacht wurde.


Pyrargyrit xx dendritisch auf Calcit
Pyrargyrit xx dendritisch auf Calcit

Pyrargyrit xx dendritisch auf Calcit, Sankt Andreasberg/Harz, Stufe etwa 10x6x2 cm

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Ganomatit
Ganomatit

Sankt Andreasberg/Harz, Stufe 11x6,5x4,5 cm, Sammlung der TU Bergakademie Freiberg, grau- weiß-gelbliche Krusten, teilweise nierig-traubig an einem stark angefressenen Galeniterzstück, mit Galenit ...

TU Bergakademie Freiberg
Pyrargyrit, Dyskrasit u. a., derb (Reicherz) Bonanzatyp
Pyrargyrit, Dyskrasit u. a., derb (Reicherz) Bonanzatyp

Pyrargyrit, Stephanit, Argentopyrit, Silberlocken, Dyskrasit, Löllingit und Galenit (Reicherz),Samson, Sankt Andreasberg/Harz, Stufe7x6x3,5 cm, Übrigens der Begriff Bonanzatyp ist von mir gewählt! ...

ganomatit

Herrlich waren oft Schaustufen mit Krystallbildungen. "Auf der Gnade Gottes hat man im Silbergange ein Bergmännlein gefunden, eines Fingers lang, von reinem Silber, mit der Kittelkappen, Arßleder, Trog voll Erz auf der Achsel und sonsten gestalt wie ein Bergmann." "Auf dem Samson hat man ein Kruzifix funden, worauf der Leichnam Christi mit der Dornenkrone, ausgestreckten Armen und aufgenagelten Händen, bis unten an den Leib, von feinem Silber formieret." 34) und zugespitzt, wie ein Dach; auf einer Seite daran stand schön rotgüldenes, auf der anderen rein Silber." Ein ander schön Stüflein kaufte er auf der Hülfe Gottes für den bekannten Ilfelder Rektor Neander: "Der Boden unten war braun, rein rotgüldenes Erz, formiert wie ein Brettlein, etwa 1 1/2 Finger breit, daraus war fein rein Silber." Man fand auch "Stücklein in Drusen gediegen, die ihre Knöpfe hatten, als wenn sie der Goldschmied gemacht und poliert hätte." Auf der Gnade Gottes und anderen Zechen sah Funcke "rein, kenntlich Silber, zusammengedreht und gewachsen wie ein Büschel Haar, das mann Haarsilber nennt."


Silberkristall, Theuerdank, Sankt Andreasberg/Harz
Silberkristall, Theuerdank, Sankt Andreasberg/Harz

Silberkristall, Theuerdank, Sankt Andreasberg/Harz, in Quarzdruse, Druse etwa 2 mm

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Pyrargyrit X
Pyrargyrit X

Sankt Andreasberg/Harz, Stufe etwa 3,0x2,2x2,2 cm, einmalig durchscheinend! In Reinhard Brauns "Das Mineralreichreich", Band 2, Tafel 9 ein Vergleichsstück 9. Dunkles Rotgültigerz , Gruppe ungewöhn...

Jeff Scovil
Silber (Haarsilber) auf Chlorargyrit, Theuerdank, Sankt Andreasberg/Harz
Silber (Haarsilber) auf Chlorargyrit, Theuerdank, Sankt Andreasberg/Harz

Haarsilber auf Chlorargyrit, Theuerdank, Sankt Andreasberg/Harz, Bildbreite etwa 2 mm

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Buttermilcherz, (Chlorargrit, Kerargyrit?) auf Stilbit
Buttermilcherz, (Chlorargrit, Kerargyrit?) auf Stilbit

Jacobsglücker Gang, Beerener Ort, Sankt Andreasberg/Harz, Stufe etwa 7x5 cm, Bestand der Sammlung der TU Bergakademie Freiberg, die Stufe stammt ehemals aus der Sammlung R. Godersberg und wurde 197...

TU Bergakademie Freiberg
Reicherz, Theuerdank, Sankt Andreasberg/Harz
Reicherz, Theuerdank, Sankt Andreasberg/Harz

Reicherz, Theuerdank, Sankt Andreasberg/Harz, Stufe etwa 7x5x6 cm, Chlorargyrit in Quarz, Reich! Teilstück von Bild: 1602085169

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Silbersand in Glasphiole als ein Teil der Groddeck'schen Probe von 1868
Silbersand in Glasphiole als ein Teil der Groddeck'schen Probe von 1868

Silbersand in Glasphiole als ein Teil der Groddeck’schen Probe von 1868, Albrecht Ludwig von Groddeck (* 25. August 1837 in Danzig; † 18. Juli 1887 in Clausthal) war ein deutscher Hochschullehrer u...

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Auf S. Georg sah der ungenannte Gewährsmann Eichholßens 35) von 1601 "eine Stuffe von schönem Rotgülden, war formiert wie eine ziemlich große heimische Weintraube, und in dem Rotgülden waren um und um schöne weiße Knospen Silber, und wie die Weinbeere, gleich als wären sie darein gesteckt und versetzt." Schade, schließt Funcke seine Aufzählung, daß diese Wundergewächse verschmolzen sind! Denn wer sie ansah, bekam Lust zum Bergbau. Und seinen ganzen Bericht beendet er mit dem Wunsche: "GOTT des Erzes und aller Dinge Schöpfer wolle seine Kirche und Gemeinde, die er ihm in der Einöde berufen und versammelt, auch hinfort erhalten"
Anno lesVs ChrJstVs ser Vator oM ne Det."

  • 34) Merian, Braunschw.=S. 44.
  • 35) Petri Eichholßens, Pred. zum Zellerfeld, Geistliches Bergwerk (Goslar 1655)


GÜNTHER (1911), S. 43-45.


Die Situation am St. Georg oder St. Jürgen (Reichen Georg) bis Herbst 2013

Situation 2012 am "Reichen Georg"
Situation 2012 am "Reichen Georg"

Situation 2012 am "Reicher Georg", Beerberg, Sankt Andreasberg/Harz

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Situation 2012 am "Reichen Georg"
Situation 2012 am "Reichen Georg"

Situation 2012 am "Reicher Georg", Beerberg, Sankt Andreasberg/Harz

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Alter Erzabfuhrweg
Alter Erzabfuhrweg

Alter Erzabfuhrweg, am "Reichen Georg", Sankt Andreasberg/Harz, Situation 2012, Blickrichtung Bergstadt

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Die Grube war bis Herbst 2013 durch eine Dennert Tafel unweit des Erzfahrweges gekennzeichnet. Die Tafel führte die Aufschrift: „Hier befand sich das Stollenmundloch der Grube St. Georg oder St. Jürgen. Betriebszeit: 1563–1593 sowie 1640–1714 (mit Unterbrechungen), Länge: 450 m ?. Im 16. Jahrhundert gehörte diese Zeche zu den reichsten des Reviers, berühmt durch das Vorkommen flüssigen Silbererzes, dem sog. Buttermilcherz.

Alter Erzabfuhrweg

Der hier markante ausgebildete Hohlweg verdankt seine Entstehung dem Abtransport der am Beerberg geförderten Erze. Solche mit zweirädrigen "Höhlkarren" befahrene Wege führten von der Grube hinunter zu den Pochwerken im Wäschegrund.“

Eine Vertiefung unweit des Hohlweges kennzeichnete den Bereich des Stollenmundloches. Viele Male führten unsere Befahrungen des Beerberges am ehemaligen Stollenmund des St. Georg entlang, mit dem Wunsch einmal die Grube zu befahren. Was immer faszinierte war das seltene Buttermilcherz, welches in der Grube St. Georg aufgefunden wurde.


Die Situation ab Herbst 2013 am St. Georg


Impressionen der Aufwältigung Stollen "Reicher Georg"
Impressionen der Aufwältigung Stollen "Reicher Georg"

Reicher Georg, Sankt Andreasberg/Harz, Herbst 2013, fachmännisch wird der Stollenmund ausgebaut

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Tonschiefer
Tonschiefer

Tonschiefer im Firstenstoß, Reicher Georg, Sankt Andreasberg/Harz, stark tektonisch beansprucht, Aufnahme 2014, Bildbreite etwa 1,5-2 m

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Grundriss
Grundriss

Grundriss, Reicher Georg, Sankt Andreasberg/Harz, Die Situation des Beerberger Tagesstollens und Bereich Claus Friedrich Schacht Stand 2011. Aufgenommen 2014 bei Sonderbefahrung als Informationstaf...

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Ab Herbst 2013 wurde, übertage am St. Georg Stollen gearbeitet und eine Aufwältigung vorbereitet. Sinn dieser Aufwältigung war, den Stollen als einen zweiten Zugang nicht nur aus Gründen der Sicherheit zu nutzen (Flucht- und Rettungsweg, zuverlässige Wetterführung), es war auch eine Vereinfachung des Materialtransportes nötig. Deswegen war die Aufwältigung des St. Georg Stollens unbedingt nötig. 2017 wurde zwischen St. Georg und Beerberger Stollen eine fahrbare Verbindung geschaffen. Die Aufwältigung gestaltete sich recht schwierig, da im ersten Bereich Verbruchsbereiche (Störung) zu meistern waren. Mit dem Ausbau des Beerberger Stollens ab 2004 bot sich die Möglichkeit, die Montanforschungen im weiteren untertage Bereich weiter auszudehnen. Nach LIESSMANN (2021) umfasst der Altbergbau des sogenannten "Auswendigen Grubenzuges" Stollen und Strecken mit einer Gesamtlänge von rund 34 km, die größtenteils aus der frühen Neuzeit stammen. Es wurden vom Beerberger Stollen aus die alten Grubengebäude von unten nach oben fortschreitend erkundet. Die Arbeit gestaltete sich schwierig und war mit Anstrengung und Fleißarbeit verbunden. „Es konnte ein verzweigtes System aus Strecken und steil stehenden Abbauen auf dem östlichen Abschnitt des St. Jacobsglücker Ganges und dessen Nachbarstrukturen in den ehemaligen Grubenfeldern St. Georg, Weinstock und Claus Friedrich erschlossen werden." LIESSMANN(2021), S. 254.


Das Buttermilcherz

Reicherz, Theuerdank, Sankt Andreasberg/Harz
Reicherz, Theuerdank, Sankt Andreasberg/Harz

Buttermilcherz, Chlorargyrit auf Akanthit, Theuerdank, Sankt Andreasberg/Harz, Stufe etwa 7x3x2 cm, ehemals Sammlung W. Bischoff

Willi Bischoff
Buttermilcherz, Museum für Naturkunde Berlin
Buttermilcherz, Museum für Naturkunde Berlin

Sankt Andreasberg/Harz, verweisen möchte ich auf die Arbeit von G. HOPPE und F. DAMASCHUN mit der Arbeit “Das historische Buttermilcherz von Andreasberg (Harz, BRD), ein Gemenge von Chlorargyrit un...

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"BRÜCKMANN 1813 beschreibt in einem "Verzeichnis einer vollständigen Mineralien-Sammlung" u.a. das Auftreten von gediegen Silber und deren Paragenesen von Sankt Andreasberg. In diesem Zusammenhang erscheint im Verzeichnis mit der Sammlungsnummer 278: gediegen Silber, "Dito wolligt. und staubartig. in einer Silbergur liegend u. in ein. Kalkspathnest etc. St. Georgen zu Andreasberg am Harz. Im Jahre 1617 gebrochen. 13 1/2 Loth. Sehr selten. Buttermilcherz?" (BRÜCKMANN 1813, S.215.)

Damit definiert er sicher den Fundort und Aussehen dieser historischen Probe von 1617, die aus der ersten ersten Bergbauperiode (1487-1624) stammt. Hier kann man schon erkennen, dass es sich um ein Mineralgemenge handelt und der Grube Sankt Georg (Auswendiges Revier) am Beerberg zugeordnet wird."

“Im Berliner Museum für Naturkunde hat sich eine Stufe aus der Grube St. Georg erhalten, die mit Buttermilcherz bedeckt ist. Ihr liegt ein sehr alter, z. T. aus BRÜCKMANN (1730) abgeschriebener Begleitzettel mit Informationen über die merkwürdigen Erscheinungen auf der Grube bei. Die Stufe gelangte 1791 in das Königl. Mineralienkabinett des Preußischen Berg- und Hüttendepatements in Berlin und hat im gleichen Jahr dem berühmten Chemiker MARTIN HEINRICH KLAPROTH zur Analyse gedient. KLAPROTH war damals mit der Untersuchung aller Silbererzminerale beschäftigt und hatte endgültig sichergestellt, dass es sich bei dem (Silber)- Hornerz, dem jetzigen Chlorargyrit, entgegen anderer Ansichten um eine Chlorverbindung des Silbers handelt (KLAPROTH 1795). Die gleiche Substanz fand er auch im Buttermilcherz, das er Buttermilchsilber nannte, hier in innigem Gemenge mit 67 % ”Thonerde”. D. L. KARSTEN (1795), der mit KLAPROTH eng zusammenarbeitete und auch an dessen Analyse des Materials teilgenommen hatte, sah das Material als Varität des Hornerzes an und führte den Namen “erdiges Hornerz” und später “thoniges Hornerz” ein, wobei betont wird, dass der Ton nur mechanisch beigemengt ist, es sich also nicht um eine chemische Verbindung im heutigen Sinn handelt. ((Hoppe und Otto; Fundgrube, Heft 2, 1988, S.39) Eine moderne Untersuchung bestätigte diese Ergebnisse. Als Minerale wurden äußerst feinkörniger Chlorargyrit (AgCl) und als Bestandteil des Tons mehrere Schichtsilikate (Talk, Serpentinit, Saponit) identifiziert. Letztere sind als Gesteinsersatz anzusehen (HOPPE & DAMASCHUN 1986). In dieser historischen Probe sind die Schichtsilikate nachgewiesen, ob das aber auf allen Buttermilcherzstufe aus Sankt Andreasberg vorhanden ist erscheint fraglich! Zur Entstehung des Hornerzes hat sich bereits KLPAPROTH (1795) geäußert. Er schrieb: “Da geschwefeltes Silber öfters der Verwitterung unterworfen ist, ... so geht der Schwefel in den Zustand der freien Säure über und bildet einen Silbervitriol. Kommt aber mit dem Silber nähere verwandte Salzsäure hinzu, so zerlegt diese den Silbervitriol wieder und bildet an dessen statt das Hornerz.“ Hier ist in altertümlicher chemischer Sprache im Wesentlichen das ausgedrückt, was auch heute gilt.

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Buttermilcherz (Var.: Chlorargyrit)r
Hoppe, G.; Damaschun, F.: Das historiche Buttermilcherz von St. Andreasberg (Harz, BRD), ein Gemenge von Chlorargyrit und Schichtsilikaten. in: Chemie der Erde, Bd.45, S.147-58, Jena: 1986.
(Niedersachsen/Goslar, Landkreis/Braunlage/St. Andreasberg, Revier/Grube St. Georg (Reicher Georg))
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Buttermilcherz, Museum für Naturkunde Berlin
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Buttermilcherz, Museum für Naturkunde Berlin

Sankt Andreasberg/Harz, es gibt ein „Verzeichnis einer vollstaendigen Mineraliensammlung“, Brueckmann 1813, er schreibt unter Sammlungsnummer 278 auf S.215, „Dito wolligt, und staubartig in einer S...

Sammlung: Museum für Naturkunde Berlin
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Beitrag: ganomatit 2013-08-30
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Ganomatit auf  Reichen Mulm
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Ganomatit auf Reichen Mulm

Beerberg/Sankt Andreasberg/Harz, Stufe, Stufe 18x10x10 cm, BLÖMEKE schreibt 1885 "Über die Erzlagerstätten des Harzes" auf S.56, „… Die bis zu 0,3 und 0,5 m mächtigen, zum Sankt Jacobsglücker Gang ...

Sammlung: ganomatit
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Beitrag: ganomatit 2013-09-21
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Calcit mit Quarz xx und Silbererzen
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Calcit mit Quarz xx und Silbererzen

Spuren von Silber und Chlorargyrit auf Calcit mit Quarz, Grube Reicher Georg, Sankt Andreasberg/Harz, Stufe etwa 8x5 cm, Leihgabe R. Herrmann, die Matrix ist typisch Reicher Georg, Buttermilcherz??...

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Beitrag: ganomatit 2016-02-13
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Mulm auf Quarz mit Tonschiefer
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Mulm auf Quarz mit Tonschiefer

Reicher Georg, Sankt Andreasberg/Harz

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Beitrag: ganomatit 2013-09-30
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Brekzie
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Brekzie

Brekzie, Tonschiefer in Calcit brekziiert mit ausgelaugter Matrix, Am Reichen Georg, Sankt Andreasberg/Harz, in situ 2013 am Stollenmund, Stufe etwa 30 cm

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Beitrag: ganomatit 2021-10-21
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Calcit mit Tonschiefer
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Calcit mit Tonschiefer

Calcit mit Tonschiefer, "Reicher Georg", Sankt Andreasberg/Harz, in situ 2013 am Stollenmund, Stufe etwa 35 cm

Sammlung: ganomatit
Copyright: ganomatit
Beitrag: ganomatit 2021-10-30
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Referenz- und Quellangaben, Literatur

Literatur:

  • SUCHLAND (1606) : Beschreibung des ganzen Bergwerks! Clausthal, 1687 8. Predigt III., Seite 305- 306.
  • CALVÖR, H. (1765): Historische Nachricht von den Unter- und gesamten Ober-Harzischen Bergwerken, Braunschweig. (Nachdruck Olms Verlag, Hildesheim, 1990, 254 S)
  • LOMMER, C. (1776) : Abhandlung vom Hornerze als einer neuen Gattung Silbererz, Leipzig, 66 S.
  • KARSTEN, G. (1795): Ueber das Harzer Buttermilcherz, Zeitschrift der Gesellschaft Naturforschender Freunde zu Berlin, S. 219–220.
  • Credner, H. (1865): Geognostische Beschreibung des Bergwerkdistriktes von St. Andreasberg.
  • BLÖMEKE, C. (1885): Die Erzlagerstätten des Harzes und die Geschichte des auf demselben geführten Bergbaues, Conrad Wien. (Nachdruck Bode Verlag, 1986, S.56-57).
  • GRODDECK, v.; A. (1869): Über ein neues Vorkommen von. sog. Silbersand zu Andreasberg, Neues Jb. Mineral. usw., Stuttgart, S. 445–450.
  • Günther, F. (1911): Die ältere Geschichte der Bergstadt St. Andreasberg und ihre Freiheiten. Z.Harzver.Gesch.Alterskunde, 44(1911), S.17-49.
  • WILKE, A. (1952): Die Erzgänge von Sankt Andreasberg im Rahmen des Mittelharz-Ganggebietes, Beihefte zum Geologischen Jahrbuch Heft 7, Monographien der Deutschen Blei-Zink-Erzlagerstätten, 228S., 5 Taf., 20 Texttaf., 56 Abb., 16 Tab., Hannover.
  • G. HOPPE und F. DAMASCHUN, “Das historische Buttermilcherz von Andreasberg (Harz, BRD), ein Gemenge von Chlorargyrit und Schichtsilikaten“, Chem. Erde 45 (1986), 147-158, VEB Gustav Fischer Verlag Jena.
  • Schnorrer, Kronz, Ließmann, Kehr: Zur Mineralogie der ehemaligen Grube Alter Theuerdank auf dem Reiche-Troster-Gang, am Beerberg bei St. Andreasberg/Harz, Der Aufschluss, Januar/Februar 2009, S. 35-36.
  • Bischoff, W. (2012). Über das historische Buttermilcherz von St. Andreasberg, Harz. Min.-Welt, Jg.23, H.1, S.79-82.
  • Groß, M. (2021). Mit Chlorargyrit und Kongsbergit: Silberreiches "Buttermilcherz" aus St. Andreasberg, Harz. Lapis, Jg.46, H.5.S.12-16.
  • LIESSMANN, W. (2021): Im Zeichen des Silbers-Bergbau im Beerberg, Beiträge zur Bergbaugeschichte von Sankt Andreasberg, Band 6, Montanhistorische Chronik des Auswendigen Grubenzuges (Wennsglückter-, St. Jacobsglücker-, Reiche Troster- und Edelleuter Gang) 1521-1765. St. Andreasberger Verein für Geschichte und Altertumskunde e.V. 2021.

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