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Kaliwerk Fürstenhall

Steckbrief

Land

Deutschland

Re­gi­on

Niedersachsen / Hildesheim, Landkreis / Giesen / Ahrbergen / Kaliwerk Fürstenhall

Auf­schluss­be­sch­rei­bung

Schacht. (aufgelassen)

Geo­lo­gie

Kali-Salze, z.B. Hartsalz.

Verkürzte Mineralienatlas URL:

https://www.mineralienatlas.de/?l=26798
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Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

Weitere Funktionen

Ausführliche Beschreibung

Durch die Bohrergebnisse der benachbarten Kaliwerke Sarstedt erwartete man gute Salzaufschlüsse und wies den Salzstock durch mehrere Flachbohrungen in den Gipshut nach. 2 Tiefbohrungen, von denen eine zur Erkundung des Schachtbereiches dienen sollte, zeigten schließlich insgesamt drei Kalilager bei 273 m, 331 m und 732 m Teufe. Unter diesen wurde auch das bekannte Hartsalzvorkommen aufgeschlossen, das hier eine Mächtigkeit von 12 m hatte und durchschnittlich 22 % Kaliumchlorid enthielt.

Mit dem Abteufen des Schachtes Fürstenhall S von Ahrbergen wurde am 5. Februar 1908 begonnen. Von Anfang an wurde ein Verbund mit dem nur 1300 m entfernten Schacht Siegfried vorgesehen. Da sich schon bei geringer Schachtteufe erhebliche Wasserflüsse einstellten, griff die Gewerkschaft Fürstenhall abermals auf das Schachtbohrverfahren nach Kind-Chaudron zurück. Die Bohrarbeiten wurden bei einer Teufe von 168 m eingestellt und die wasserdichte Schachtauskleidung aus Gusseisen einzementiert. Danach wurde der Schacht auf konventionelle Weise weitergeteuft. 1912 war der Schacht schließlich 400 m tief und am 27. Juli 1913 erfolgte die Fertigstellung der Endteufe von 775 m. Der Schacht hatte zuletzt einen Durchmesser von 4,5 m.

Als Fördersohlen wurden die 400-, 475-, 550- und 650-m-Sohle vom Schacht aus aufgefahren. Von der 650-m-Sohle aus wurde die Verbindung zum Schacht Siegfried hergestellt. Am 12. Dezember 1928 wurde die Gewerkschaft Fürstenhall aufgelöst und das Eigentum dem Burbach-Konzern überschrieben. Durch die Verbindung zu Siegfried diente der Schacht Fürstenhall fortan als ausziehender Wetterschacht und wurde als Kalibergwerk Siegfried-Giesen, Schachtanlage Fürstenhall bezeichnet.

Die vorhandenen Grubenbaue wurden 1935 an die Deutsche Wehrmacht verpachtet, die dort eine untertägige Heeresmunitionsanstalt einrichtete.

Nach dem Krieg wurde der Kalibergbau wieder aufgenommen. 1954 wurde eine weitere Verbindung zu Siegfried auf der 550-m-Sohle geschaffen. Am 1. Juli 1970 brachten die Burbach-Kaliwerke AG ihren gesamten Bergwerksbesitz in die zusammen mit der Wintershall AG und der Salzdetfurth AG gegründete Kali und Salz GmbH ein. Damit war der größte Teil der westdeutschen Kaliindustrie unter einem Dach vereint und es setzte auch im Werk Siegfried-Giesen ein Rationalisierungsprozess ein. Die Schächte Rössing-Barnten und Fürstenhall dienten nur noch zum Materialtransport und zur Bewetterung. 1987 wurde das Verbundbergwerk stillgelegt. Man prüft im Moment die Wiederinbetriebnahme.

Die Schachtanlage Fürstenhall an der gleichnamigen Straße am Südrand von Ahrbergen ist noch am besten erhalten. In einem dreiteiligen Gebäudekomplex befinden sich die Schachthalle mit der Befahrungseinrichtung und die ehemalige Rohsalzmühle. Aus dem Dach des Gebäudes ragt ein Diffusor heraus. Südwestlich ist rechtwinklig zum Schachtgebäude noch das Fördermaschinenhaus der ursprünglichen Schachtfördereinrichtung vorhanden.

Mineralien (Anzahl: 3)

Gesteine (Anzahl: 2)

Referenz- und Quellangaben, Literatur

Literatur:

Einordnung