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Grube Churfürst Ernst

Steckbrief

Land

Deutschland

Re­gi­on

Nordrhein-Westfalen / Arnsberg, Bezirk / Hochsauerlandkreis / Sundern / Bönkhausen / Grube Churfürst Ernst

GPS-Ko­or­di­na­ten

Grube Churfürst Ernst - (N 51° 17' 19" - E 8° 0' 13")



Grube Churfürst Ernst

WGS 84: 
Lat.: 51,28861111° N, 
Long: 8,00361111° E
WGS 84: 
Lat.: 51° 17' 19" N,
   Long: 8° 0' 13" E
Gauß-Krüger: 
R: 3430564,
 H: 5684225
Regionale Wetter Information, Macrostrat geologische Karten

To­po­gra­phi­sche Kar­te

TK4713/4714.

An­fahrts­be­sch­rei­bung

1 km SSW Bönkhausen bei Endorf; 14 km SSW Arnsberg.

Auf­schluss­be­sch­rei­bung

Halde

Geo­lo­gie

Quarzgänge mit silberhaltigem Bleiglanz in Kalken des Mitteldevon. Halden mit Erzschlacken.

Zu­gangs­be­schrän­kun­gen

Ausgewiesenes Bodendenkmal. Grabungen und sammeln im ausgewiesenen Bereich werden zur Anzeige gebracht!

Verkürzte Mineralienatlas URL:

https://www.mineralienatlas.de/?l=449
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Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

Weitere Funktionen

Bilder von Fundstellen (19 Bilder gesamt)

Grube Churfürst Ernst
Aufrufe (Bild: 1271661513): 1392
Grube Churfürst Ernst

alte Brücke vor dem Stollen Churfürst-Ernst; Grube Churfürst Ernst in Bönkhausen, Sauerland

Copyright: der Sauerländer
Beitrag: Hg 2010-04-19
Grube Churfürst Ernst
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Grube Churfürst Ernst

Abbauwand Tagebau; Grube Churfürst Ernst in Bönkhausen, Sauerland

Copyright: der Sauerländer
Beitrag: Hg 2010-04-19
Grube Churfürst Ernst
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Grube Churfürst Ernst

Stollenmundloch; Grube Churfürst Ernst in Bönkhausen, Sauerland

Copyright: der Sauerländer
Beitrag: Hg 2010-04-18

Ausführliche Beschreibung

Geschichtliches

Grube Churfürst Ernst
Grube Churfürst Ernst

Hinweis auf das Grubengebiet Churfürst Ernst in Bönkhausen, Sauerland

der Sauerländer

In einem Rechtsstreit von 1647 gegen den damaligen Bergmeister Caspar Engelhardt berichtet ein Schichtmeister Johann Schulte über die bisherigen Eigentümer der Bleigrube:

Georgius Behem (oder Behme), Chürfürst Ernst von Bayern, Hans Joachim Latschleger, Paul Klüppell, Christoff Morgenstern.

Dies können aber bis dahin nicht alle Besitzer gewesen sein, denn in anderen Schriften werden noch ein Paul Kirchner, auch Paulsmann genannt, erwähnt. Ein Laurenz Brunebrandt, Jakob van Zuckmantell und Georg Herdantz (1582).

Nach dem Churfürst Ernst von Bayern wird die Grube bis heute benannt.

Obwohl in einigen Veröffentlichungen zum Bergbau die erste Erwähnung von 1543 bezweifelt wird, so muss die Grube noch älter sein, denn sie findet Erwähnung in "Das älteste Bürgerbuch der Stadt Soest 1302-1449". Man sollte hier zwischen Erwähnung und urkundlicher(!) Erwähnung unterscheiden. Neueste Forschungen zur Geschichte der Familien in Neuenrade-Affeln durch Dr. ROLF-DIETER KOHL haben ergeben, dass der Bürgermeister von 1504, Bernd WIGGER, mit großen Mengen Blei der Grube gehandelt hat und zu Wohlstand kam. (Erschienen in: Schriftenreihe "Südwestfalen-Archiv")

Von 1634 an hat die Grube über 10 Jahre still gelegen. Danach übernehmen die Adligen Johann Dietherich von Plettenberg-Lenhausen, Adam Vogt von Elspe und Johann Berndt Vogt von Elspe zusammen mit Johann Schulte die Gruben. Abgebaut wurde auf dem Henge- Lafferts- Richt- und hinterstem Laffertsschacht sowie auf dem Wildekatzer- und Sebastianstollen. 1656 hat der damalige Churfürst, Max Heinrich die Grube besucht und befahren.

1668 berichtet Caspar Engelhardt:

"Das Erbensteinische Berchwerck zu Entorff, so ganz niederfelligh geweßen, ist nun vor ungefehr dreien Jahren von dem Junker zu Lehnhausen et Consorten wieder zu bauen angefangen worden; weil aber durch Ihro Gnaden Herrn Landdrostens Kriegsofficieren die Bergleute zum Kriegsdienst gezwungen, ist dasselbe auch wieder zum Stillstand gerathen, wie auch die Schmelzhütte daselbsten".

Danach verfielen die Gruben und wurden erst im 19. Jhrt. wieder aufgewältigt. Im Stadtarchiv von Sundern befindet sich ein Saigerriss mit eingezeichnetem Sammelteich (für das Aufschlagwasser des Rades zum Antrieb eines Pumpengestänges. Heute noch zu sehen), Hütte, Pochwerk, Stollen, Scheidehaus und Wäsche. Der neue Ofen, in der zweiten Hälfte des 19. Jhrt. errichtet, befand sich auf der Stollenhalde des Churfürst-Ernst-Stollen.


Situation heute

Stollenmundloch
Stollenmundloch

Churfürst-Ernst-Stollen der Grube Churfürst-Ernst in Bönkhausen, Sauerland

der Sauerländer
Grube Churfürst Ernst
Grube Churfürst Ernst

Hinweistafel Grube Churfürst Ernst in Bönkhausen, Sauerland

der Sauerländer

Im gesamten Bereich der Grube haben sich ausgedehnte Bodendenkmäler erhalten. Besonders hervorzuheben ist hier das Stollenmundloch des Churfürst-Ernst-Stollens in handgesetzter Struktur. Die Abdeckung besteht, bis zum tragenden Gebirge, auf ca. 40 m Länge aus Steinplatten. Obwohl sich wenige Meter hinter dem Mundloch, trotz geringster Überdeckung, ein Waldweg befindet, ist der Stollen nicht zu Bruch gegangen. Der Stollen wurde direkt hinter dem Eingang mit einem Gitter gesichert. Zusätzlich, im tragenden Gebirge, mit einer Betonmauer. Wenige Meter vor dem Stollen ist eine sehr alte Brücke über den Bach erhalten. Diese Brücke ist in Rundbogenstruktur handgesetzt. Selbst heute noch hält diese Brücke das Gewicht schwerer Landmaschinen und LKW aus.

Die anderen Stollen sind zugesetzt. Der Sebastian-Stollen war kurzzeitig beigefallen, ist aber ebenfalls wieder zugesetzt. Aus diesem Stollen stammen die bekannten Eisenblüten. Der Wildekatzer-Stollen wurde vor einigen Jahren durch eine Betonmauer gesichert. Vom Kunstschacht(Richtschacht) ist eine große Pinge erhalten. Im unmittelbaren Bereich des Schachtes befinden sich Pochhalden. Beeindruckend ist die Größe des Tagebaues mit ausgedehnten Halden.

Die Besonderheit der Mineralisation auf den Halden ist die Feuersetzparagenese. Durch den Abbau der Erze mittels Feuersetzen ist eine vielfälltige Paragenese entstanden. Hervorzuheben ist hier Mennige. Ein typisches Mineral einer Feuersetzparagenese bei Bleierzen. Mennige findet sich, zusammen mit Cerussit oder als Pseudomorphose nach Cerussit, in den Pochhalden sehr häufig.

Vor einigen Jahren ist der gesamte Bereich zum Bodendenkmal erklärt worden. Es wurde ein Bergbau- Lehrpfad angelegt mit Erklärungen und Hinweisen zum Bergbau und den sichtbaren Relikten wie zBsp Halden. Ein alter Versuchsstollen wurde geöffnet und gesichert. Dadurch entstand ein vorzüglicher Ruheort für Fledermäuse.

Die Grube Churfürst-Ernst wurde unter Mineraliensammlern in erster Linie durch das Mineral "Elyit" bekannt. Direkt am Eingang des Siepens zur Grube, auf der linken Talseite, wurde eine große Halde von Sammlern über viele Jahre bis zur Mikrogröße zerhämmert. Heute ist diese Halde bepflanzt und überwachsen.

Grabungen und sammeln von Mineralien ist im gesamten Bereich verboten. Zuwiderhandeln wird, was den ausgewiesenen Bereich angeht, ausnahmslos zur Anzeige gebracht.


Hinweisschilder des Bergbauwanderweges

Mineralien (Anzahl: 51)

?

Hinweis

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ZurücksetzenAgAlAsBaCCaClCuFeHHgMgMoOPPbSSbSiZn
Cerussitr
Slg. thdun5
(Nordrhein-Westfalen/Arnsberg, Bezirk/Hochsauerlandkreis/Sundern/Bönkhausen/Grube Churfürst Ernst)
BM
Elyitr
Slg. thdun5
(Nordrhein-Westfalen/Arnsberg, Bezirk/Hochsauerlandkreis/Sundern/Bönkhausen/Grube Churfürst Ernst)
BM
Galenitr
Slg. thdun5
(Nordrhein-Westfalen/Arnsberg, Bezirk/Hochsauerlandkreis/Sundern/Bönkhausen/Grube Churfürst Ernst)
BM
Leadhillitr
Slg. thdun5
(Nordrhein-Westfalen/Arnsberg, Bezirk/Hochsauerlandkreis/Sundern/Bönkhausen/Grube Churfürst Ernst)
M
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Legende

Mineral -> anerkanntes Mineral
Mineral (TL) -> Mineral-Typlokalität
Mineral -> micht anerkanntes Mineral
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 M -> Link zur allgemeinen Mineralseite
 i -> Informationen etc.
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Mineral ? -> Vorkommen ist fragwürdig

Aktualität: 08. Nov 2018 - 22:50:36

Mineralbilder (39 Bilder gesamt)

Elyit auf Quarz
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Elyit auf Quarz

Fundort: Grube Churfürst Ernst bei Bönkhausen, Sauerland, Nordrhein-Westfalen, Deutschland; Bildbreite: 3 mm

Sammlung: Stephan Wolfsried
Copyright: Stephan Wolfsried
Beitrag: Klinoklas 2008-07-11
Elyit xx
Aufrufe (Bild: 1458416209): 629
Elyit xx

FO: Grube Churfürst Ernst, Bönkhausen/Sauerland; Bildbreite ca. 3,2mm

Sammlung: etalon
Copyright: etalon
Beitrag: etalon 2016-03-19
Eisenblüte
Aufrufe (Bild: 1272186992): 656
Eisenblüte

Größe: 11,0 x 8,5 x 5,0 cm; Fundort: Grube Kurfürst Ernst, Bönkhausen, Sauerland, Nordrhein-Westfalen, Deutschland

Copyright: montanpark
Beitrag: slugslayer 2010-04-25

Gesteine (Anzahl: 3)

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 r -> Referenzinformationen
Gestein ? -> Vorkommen fragwürdig

Aktualität: 08. Nov 2018 - 22:50:36

Referenz- und Quellangaben, Literatur

Literatur:

  • Hatton, H. (1983). Elyit - ein seltenes Blei-Kupfer-Sulfat von der ehemaligen Grube 'Churfürst Ernst', Bönkhausen bei Endorf/Sauerland. Aufschluss, Jg.34, Nr.11, S.453-55.
  • Stieglitz, H. and Metz, W. (1989): Die Mineralien der Grube Churfürst Ernst in Bönkhausen. Lapis 14 (2), 22-27; 33; 42.
  • D. Pawlowski: "Mineralfundstellen im Sauerland", Weise Verlag, München, 1991.
  • Blaß, G. & Graf, H.W. (1991). Forum: Neues von bekannten Fundorten (Churfürst Ernst). Emser Hefte, Jg.91, Nr.2, S.72.
  • Bender, D. (1991). Die Halden der Grube Churfürst-Ernst bei Bönkhausen, Sauerland. Min.-Welt, Jg.2, Nr.3, S.15.
  • Blaß, G. & Graf, H.W. (1991). Forum: Neues von bekannten Fundorten (Churfürst Ernst). Min.-Welt, Jg.2, Nr.4, S.64-65.
  • Wittern, A. (1994): Sekundärmineralien durch Feuersetzen in Oberschulenberg, Bönkhausen, Bleialf und Badenweiler. Aufschluss 45, 36-42.
  • Knauf, N. (2006). 'In der Landschaft des niederen Deutschlands, welche Eifel genannt wird, ...Ein Beitrag der Geowissenschaften zur Eifeler Montangeschichte an der Wende vom Mittelalter zur Neuzeit. Aufschluss, Jg.57, Nr.2, S.71-90.

Quellenangaben

Einordnung