'._('einklappen').'
 

Steinbruch "Asbeck"

Steckbrief

Land

Deutschland

Re­gi­on

Nordrhein-Westfalen / Arnsberg, Bezirk / Märkischer Kreis / Hemer / Steinbruch Asbeck

GPS-Ko­or­di­na­ten

Asbeck (N 51° 23' 13,68"; O 7° 51' 35,05")

An­fahrts­be­sch­rei­bung

von Menden Richtung Balve fährt man vor der Einfahrt in das Hönnetal an den Brüchen "Martha" und "Emil" vorbei. Der Strasse durch das Hönnetal folgend bis zur Abfahrt links Richtung Eisborn. Am Stbrch "Horst" vorbei kommt man direkt an den Abbau des Steinbruches "Asbeck".

Auf­schluss­be­sch­rei­bung

Kalksteinbruch

Geo­lo­gie

mitteldevonischer Massenkalk in gebankter Fazies

Zu­gangs­be­schränku­ngen

aktiver Steinbruch

Verkürzte Mineralienatlas URL:

https://www.mineralienatlas.de/?l=447
Bitte fühlen Sie sich frei auf diese Seite zu verlinken.

Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

Weitere Funktionen

Bilder von Fundstellen (1 Bilder gesamt)

Steinbruch Asbeck
Aufrufe (Bild: 1176310880): 5666
Steinbruch Asbeck

Bilick in den Steinbruch Asbeck

Copyright: Hg
Beitrag: Hg 2007-04-11

Ausführliche Beschreibung

Ausführliche Beschreibung

Der kleine Ort Asbeck (Stadtteil von Menden) liegt im Landkreis Märkischer Kreis.
Zwischen dem Ort Asbeck und dem Dorf Eisborn liegt der Steinbruch , der heute von der Rheinkalk AG betrieben wird.


Geschichtliches

Im Archiv der Stadt Hemer befindet sich ein Schriftstück von 1902, in dem ein Steinbruch im Hönnetal, belegt mit 40-45 Arbeitern, erwähnt wird. Ende des 19. Jahrhunderts begann die Firma Patt(?) im Hönnetal mit dem Abbau von Kalk im Bereich links unterhalb der Feldhof-Höhle. Von diesem Abbau sind bis heute 2 Sohlen erhalten. Auf der oberen Sohle liegen auch heute noch Schienen einer Kleinbahn.

Weiter zur Burg Klusensten hin befindet sich ein im Gelände erkennbarer Einschnitt eines Schrägaufzuges zu einer oberhalb gelegenen Feldbahn in Schmalspur. Diese Feldbahn brachte das nicht nutzbare Gestein zu einer noch erhaltenen Halde. Eine der Loren liegt ebenfalls noch neben der ehemaligen Bahn. Die Trasse ist auf der Wiese gut erkennbar. In der Halde findet sich viel gelber Quarz, z. T. kristallin (s. Foto). BRAKENSIEK beschreibt diese Halde in seiner Abhandlung : "Ein Streifzug durch die Welt der heimatlichen Mineralien" und schwärmt geradezu von den dort befindlichen Quarzstufen, die in Größe und Schönheit mit keinen anderen Stufen der Region zu vergleichen sind.

1908 erhielt die Stadt Hemer die Information, dass der Großindustrielle Hugo STINNES die Abbaurechte im Hönnetal erworben habe. Diese Information erwies sich als falsch. Der neue Besitzer war das Stahlwerk HÖSCH aus Dortmund, die an o. g. Stelle den Kalk abbaute.

Durch sehr frühe Bemühungen, das Hönnetal zum Naturschutzgebiet zu erklären, war die Firma gezwungen, den Abbau in den Bereich unterhalb des Hönnetales zu verlagern. Im September 1908 verfügte der Regierungspräsident in Arnsberg, dass "die Verunstaltung" des Hönnetales durch Kalkabbau einzustellen sei. Die Schutzzone erstreckt sich von der Asbecker Strasse im unteren Hönnetal bis Sanssouci (heute Balve-Beckum). Einbezogen wurden auch alle Seitentäler bis zu einem Abstand von 400 Metern. So entstanden die Steinbrüche "Emil" und "Martha". Besonders im Bruch "Martha" wurden enorme Klüfte mit großen Calcit-XX angefahren, teilweise mit gelbem Eisenkiesel. Viele der Calcite sind pseudomorph zu Dolomit umgewandelt. Bekannt wurden Stufen mit Aragonit, die erst in jüngster Zeit von einem Sammler erworben werden konnten. Diese Betriebsperiode wurde bereits durch die Fa. Rheinisch-Westfälische-Kalkwerke, RWK genannt, durchgeführt. Die Gründung der RWK erfolgte bereits im Jahr 1887 in Dornap.

Im Bruch Emil wurde direkt unter der Überdeckung eine Schicht, bestehend aus "Stringocephalus" angefahren. Die Mächtigkeit beträgt etwa 50 cm. "Stringocephalus" ist hier Gesteinsbildend und erreicht Durchmesser von über 20 cm.

Heute wird der Bruch als Schießübungsplatz von der Polizei genutzt. Daher ist dringend vom Betreten des Geländes abzuraten. Während des 2. WK wurden im unteren Bereich durch Zwangsarbeiter riesige Stollen sowie Werkhallen in den Fels getrieben. Das Projekt wurde "Schwalbe 1" genannt. Braun- und Schlammkohle sollte zu Treibstoff für die Strahltrieb-Jäger ME 262 hydriert werden. Dazu ist es aber nicht mehr gekommen. Heute noch sieht man in den Stollen Spuren der Arbeiter. Bohrgestänge von den Vortriebsarbeiten stecken noch im Fels. Die in den Werkhallen befindlichen Arbeitsbühnen sind marode. Betreten ist streng verboten.

Unterhalb der Strasse Richtung Hemer befindet sich der s. g. "OT-Stollen". Dort trieb die "Organisation Todt" einen Stollen Richtung Steinbruch. Der Stollen ist gesichert und wird von einer Höhlenforscher-Gruppe betreut.

Nach Auflassung der Brüche (1966) wurde der Bruch "Asbeck" aufgefahren. In den Anfangsjahren des Abbaues wurden auf der Asbecker Seite des Bruches häufig enorm große Drusen mit z. T. riesigen Kristallen angefahren. Die Arbeiter schlugen diese XX mit schweren Vorhämmern ab und lagerten sie neben einer Reparaturwerkstatt. Leider konnten keine dieser XX erhalten werden. Der größte gemessene X soll eine Seitenlänge von 1,10 Metern(!) gehabt haben. Selbst einem, bekannten, Sammler unter den Arbeitern waren diese Riesen zu groß. (der Autor hält diese Größenangabe für überzogen. Im Nachhinein wird durch Erzählung i. d. R. alles größer.) Dieser Sammler war es auch, der die Stufen des Bruches Asbeck bekannt machte. Calcit und Dolomit kamen sehr häufig vor. Quarz als roter Eisenkiesel kam nur auf der, dem Hönnetal zu gelegenen Seite, vor.

Anmerkung: in jüngster Zeit (2010) konnte aus dem Nachlass eines Sammlers ein Kristallteil eines der großen Kristalle erworben werden. Dabei zeigt sich, dass es sich ebenfalls um Pseudomorphosen von Dolomit nach Calcit handelt. Obwohl nur die Spitze erhalten ist, hat der Kristall immer noch eine Seitenlänge von ca 40 cm.

Der Transport des abgebauten Kalksteins erfolgte viele Jahre über eine Schmalspurbahn zur Aufbereitung. Die Befüllung der Loren geschah Bergbau-klassisch über ein "Rollloch". In den 70-iger Jahren wurde auf Gleislostechnik umgestellt.

Mit fortschreitendem Abbau Richtung Eisborn ließen die Fundmöglichkeiten von Drusen sehr stark nach. Heute werden kaum noch Stufen geborgen.

Der erste Schlammteich wurde unterhalb des Dorfes Riemke angelegt. Anfang der 60-er Jahre brach ein Teil des Dammes durch und der Schlamm ergoss sich bis zum Bahnhof von Lendringsen. Nach Abdichtung musste der Schlammteich aufgegeben werden. Der zweite Schlammteich befindet sich im Tal zwischen Asbeck und Eisborn. Beim Bau des Dammes und der Zufahrtswege wurden sehr gute Fossilien-Funde des Oberdevons getätigt. Ein Teil dieser Funde befindet sich im Besitz des Heimatmuseums Menden. Heute ist dieser Schlammteich verlandet.

Der dritte und noch aktuelle Schlammteich befindet sich im Bruch. Nachdem im Bereich Richtung Asbeck die Teufe auf das Hönne-Niveau geriet, musste dort der Abbau eingestellt werden. Man ließ eine natürliche "Mauer" zum Bruch hin stehen, verschloss nach Abbauende die Durchfahrt und leitete die Schlämme der Aufbereitung ein. Heute ist auch der mittlere Teil des Bruches zum Schlammteich umfunktioniert.

Die Überdeckung wird mittlerweile bis an den südlichen Dorfrand von Eisborn abgetragen. Im mittleren Teil wurde bis an das "Beul" abgebaut. Das "Beul" ist ein sehr bekannter Fossilien- Fundort (s. SCHMIDT-PLESSMANN et al). Hier wird der ausgehende Kalkstein von oberdevonischen Schichten überlagert. Während am Abhang des Beul, zum alten Schlammteich hin, das Oberdevon (Dasberg-Schichten) von Kieselschiefer überdeckt wird, tritt das Oberdevon gegenüber am Hang Richtung Eisborn stellenweise wieder aus. Dort wurden seltene Clymenien in ausgezeichneter Qualität gefunden.

Das Betreten des Bruches ist verboten. Genehmigungen werden nicht erteilt. Der Werkschutz fährt regelmäßig Kontrollen und es muss mit Anzeige gerechnet werden.


Mineralien (Anzahl: 4)

Mineralbilder (5 Bilder gesamt)

Quarz-Doppelender
Aufrufe (Bild: 1294314069): 4192
Quarz-Doppelender

Ausschnitt einer Stufe von 24x22 cm aus der von BRAKENSIEK beschriebenen Halde; Das Stück stammt aus dem ersten Steinbruch im Hönnetal, links unterhalb der Feldhofhöhle.

Sammlung: der Sauerländer
Copyright: der Sauerländer
Beitrag: der Sauerländer 2011-01-06
Calcit
Aufrufe (Bild: 1176559787): 5233
Calcit

Größe: 5,5 x 3 cm; Fundort: Steinbruch Asbeck, Sauerland, Deutschland

Copyright: Hg
Beitrag: Hg 2007-04-14
Quarz
Aufrufe (Bild: 1176479529): 5117
Quarz

Hämatitreicher, stark korrodierter Quarz aus dem Bruch; Fund Anfang der 70er Jahre; Fundort: Steinbruch Asbeck, Sauerland, Nordrhein-Westfalen, Deutschland

Copyright: der Sauerländer
Beitrag: der Sauerländer 2007-04-13

Gesteine (Anzahl: 1)

Gesteinsbilder (2 Bilder gesamt)

Kalkstein
Aufrufe (Bild: 1142582093): 6087
Kalkstein

gebildet aus dem Leitfossil Stringocephalus burtini; Größe des Felsens ca 100x80 cm; Stringocephalus kommt hier bis über 20 cm Durchmesser vor und ist Gesteinsbildend; Steinbruch "Emil" der Fa. Rhe...

Copyright: der Sauerländer
Beitrag: der Sauerländer 2006-03-17
Steinbruch Asbeck
Aufrufe (Bild: 1142278893): 1890
Steinbruch Asbeck

Kalkabbau im Hönnetal, Sauerland, Nordrhein-Westfalen; aktiver Abbau mit Schlammteich; gebankte Riff-Fazies des Mitteldevon; das Riff zieht sich von Düsseldorf bogenförmig bis ins obere Hönnetal

Copyright: der Sauerländer
Beitrag: der Sauerländer 2006-03-13

Fossilien (Anzahl: 1)

Liste aktualisieren | Legende aufrufen

Legende

Fossil -> Name des Fossils
Fossil (TL) -> Fossil-Typlokalität
-> Bilder sind verfügbar
 5 -> Anzahl der Fundstellen für dieses Fossil in der Region
 F -> Link zur allg. Fossilseite
 i -> Informationen etc.
 r -> Referenzinformationen
Fossil ? ->Vorkommen fragwürdig

Aktualität: 25. Apr 2017 - 17:25:32

Referenz- und Quellangaben, Literatur

Quellenangabe

  • Verfasser: Hg, der Sauerländer
  • "Schwalbe 1 - Zwangsarbeiter und Gefangene drangsaliert und getötet für ein unsinniges nazi-Projekt" (HASSEL/KLÖTZER)

http://www.rheinkalk.de/pdf/Rheinkalk157.pdf