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Grube Apfelbaum

Steckbrief

Land

Deutschland

Re­gi­on

Rheinland-Pfalz / Altenkirchen (Westerwald), Kreis / Brachbach / Grube Apfelbaum

An­fahrts­be­sch­rei­bung

Am Ende der Glück-Auf-Straße befindet sich linkerhand das eingezäunte Gelände mit dem Markierungsrohr des Apfelbaumer Schachtes. Station 7 des Grubenwanderweges.

Auf­schluss­be­sch­rei­bung

Zunächst Tagebau, später Tiefbau. Schlechte bis keine Fundmöglichkeiten.

Fund­s­tel­len­typ

Bergwerk (aufgelassen/alt)

Zu­gangs­be­schrän­kun­gen

Eingezäuntes Schachtgelände. Tagebau teils direkt an den umliegenden Waldwegen.

Letz­ter Be­such

Täglich

GPS-Ko­or­di­na­ten

Grube Apfelbaum



Grube Apfelbaum

WGS 84: 
Lat.: 50,814096° N, 
Long: 7,954076° E
WGS 84: 
Lat.: 50° 48' 50,746" N,
   Long: 7° 57' 14,674" E
Gauß-Krüger: 
R: 3426360,
 H: 5631485
Regionale Wetter Information, Macrostrat geologische Karten

Verkürzte Mineralienatlas URL

https://www.mineralienatlas.de/?l=50042
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Verkürzte Pfadangabe

⚒ Apfelbaum, Brachbach, Altenkirchen, Rheinland-Pfalz, DE
Nützlich für Bildbeschreibungen und Sammlungsbeschriftungen

Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

Weitere Funktionen

Bilder von Fundstellen (9 Bilder gesamt)

Stollen der Grube Apfelbaum
Aufrufe (Bild: 1571589079): 96
Stollen der Grube Apfelbaum

Eine ausgemauerte Hauptförderstrecke unweit des Schachtes Apfelbaum

Sammlung: Niklas Irlich
Copyright: Niklas Irlich
Beitrag: NickLich 2019-10-20
Stollen der Grube Apfelbaum
Aufrufe (Bild: 1571588996): 94
Stollen der Grube Apfelbaum

Blick in eine Hauptförderstrecke unweit des Hauptschachtes Apfelbaum

Sammlung: Niklas Irlich
Copyright: Niklas Irlich
Beitrag: NickLich 2019-10-20
Stollen der Grube Apfelbaum
Aufrufe (Bild: 1571588915): 96
Stollen der Grube Apfelbaum

Blick in den Hauptförderschacht Apfelbaum in Richtung Tagesoberfläche

Sammlung: Niklas Irlich
Copyright: Niklas Irlich
Beitrag: NickLich 2019-10-20

Ausführliche Beschreibung

Die Geschichte der Grube Apfelbaum

Text: Niklas Irlich

Am 06. März 1720 wurde ein Sohn des aus Siegen stammenden Geschäftsmannes Johann Valentin Reuschen auf seinem Weg nach Kirchen „ohnweit Brachbach nahe der Ertzgrube Apfelbaum aus dem Hinterhalt schwer angeschossen“. So jedenfalls berichtete es das Amt Freusburg dem Altenkirchener Geheimrat Henrich von Griesheim und hinterließ uns damit unbewusst die erste schriftliche Erwähnung des Bergwerks. Ein weiteres Mal genannt wird der Grubenbetrieb in einer durch Amtsaktuar Johann Heinrich Lamprecht 1741 verfassten „Beschreibung der Ämter Freusburg und Friedewald“. Genauen Aufschluss über den genehmigten Eisenerzabbau liefert allerdings erstmals eine statistische Angabe aus dem Jahre 1803. Danach ist die erste Abbauerlaubnis auf das Jahr 1794 zurückzuführen.

Die Abbautätigkeit beschränkte sich zunächst auf die Gewinnung des Eisenerzes in Schurfen und war für die Eigenlöhner, der hohen Verquarzung des Apfelbaumer Gangzuges geschuldet, nur wenig ertragreich. Vermutlich wurde der Bergbau deshalb noch vor der Jahrhundertwende wieder eingestellt. Neue Hoffnungen setzte der aus Mudersbach stammende Johannes Hellinghausen in das Vorkommen und beantragte im Jahre 1835 bei der Abteilung für das Bergwerks-, Hütten- und Salinenwesen des Finanzministeriums Berlin die Verleihung des Bergwerkseigentums auf die zuvor gemuteten Längenfelder „Apfelbaum“, „Apfelbaum Nebengang“, „Kirschenbaum“ und „Fuchszeche“. Diese konsolidierten am 17. Oktober 1836 zur „Grube Apfelbaum“. Zur Erschließung der genannten Erzgänge wurde in der Folgezeit der „Obere Apfelbaumer Stollen“ angelegt. Bis zum 20. Februar 1850 wurde der Grubenbesitz um die Felder „Junger Apfelbaum“, „Birnbaum“, „Nußbaum“ und bis zum 26. Februar 1861 die Felder „Neue Fortuna“, „Pflaumenbaum“, „Eichbaum“ und „Tannenbaum“ ergänzt.

Sicherlich war der im Jahre 1859 getroffene Entschluss, mit den nordöstlich beziehungsweise südöstlich markscheidenden Gruben „Ecke“ und „Kuhlenwald“ einen gemeinschaftlichen Grundstollen anzulegen, der wirtschaftlichen Situation aller drei Grubenbetriebe geschuldet. Die Vorrichtung des Stollens erfolgte im Jahre 1861 ausgehend vom Tal der Sieg über eine Distanz von 250 m. Von dort richteten die Eigentümer der „Grube Ecke“ eigenständig und jene der Gruben „Apfelbaum“ und „Kuhlenwald“ gemeinschaftlich zwei Strecken jeweils auf deren Baufelder aus. Im Gegensatz zu den zaghaften Versuchen des oberflächennahen Bergbaus barg die Auffahrung des Stollens jedoch ein enormes finanzielles Risiko, wusste man zu diesem Zeitpunkt doch nicht, wie die stark verquarzten Erzgänge in größerer Teufe beschaffen waren. Allerdings war das Glück mit den Eigentümern und alle drei Gruben konnten nach Jahren abbauwürdige Erzgänge anfahren. Fortan wurden über den Stollen nicht nur die gewonnenen Erze zu Tage gefördert, sondern es konnten durch ihn nun auch die anfallenden Grubenwässer in die Sieg abgeleitet werden.

Auf der Stollenhalde wurde das Erz in Pferdekarren verladen und zum Bahnhof Niederschelden transportiert. Nach einer schriftlichen Überlieferung aus dem Jahre 1863 waren 20 Pferdegespanne aus Brachbach und sechs aus Mudersbach permanent mit dem Erztransport beschäftigt. Im Jahre 1870 erwarb der aus Kirchen stammende Industrielle Theodor Stein das Bergwerkseigentum für 120.000 Taler und investierte postwendend großzügig in die Modernisierung des Betriebs. So entstanden auf der Stollenhalde mehrere Röstöfen, mit deren Hilfe es möglich wurde, den Mangangehalt der Erze auf bis zu 12 % anzureichern. Ab 1871 entfiel über die Anlage der durch die Betreiber der Gruben „Zeche“ und „Langgrube“ bei der Eisenbahndirektion Elberfeld beantragten Verladestelle Brachbach an der Siegstrecke der umständliche Erztransport nach Niederschelden. Ausgehend von den Röstöfen wurde eine Schmalspurbahn mit der Spurweite 550 mm errichtet , welche in Höhe des „Buhlenkamps“ auf die Erzbahn der „Grube Zeche“ traf. Von dort führten beide „Bähnchen“ über eine hölzerne, auf Steinpfeilern ruhende Brücke geradewegs in die Verladestelle. Die Benutzung der Brücke erforderte die Zahlung einer jährlich anfallenden Pacht an die Erbauerin, die Gutehoffnungshütte in Oberhausen. Fortan pendelten regelmäßig von Pferden gezogene Erzzüge, bestehend aus sechs bis acht Förderwagen zwischen der Stollenhalde und der Eisenbahn.

Im Jahre 1880 wurde am Nordwesthang des Windhahns, rund 80 Höhenmeter über dem Tal der Sieg, mit dem Teufen des Apfelbaumer Schachtes begonnen. Seine Abmessungen betrugen zu dieser Zeit 4,05 x 2,3 m. Die Schachtscheibe war unterteilt in zwei Trume zum gleiten der beiden Fördergestelle, einem Pumpen- und Versorgungstrum und einem weiteren für die Unterbringung der hölzernen Fahrten für den Notausstieg. 1882 war der Schacht bis auf das Niveau des in 74 m Teufe liegenden Grundstollens niedergebracht und betriebsfähig. In Folge dessen wurde durch die zuständige Bergbehörde die Seilfahrterlaubnis erteilt und der Regelbetrieb aufgenommen. Im Jahre 1884 wurde in 154 m Teufe die zweite Tiefbausohle vorgerichtet und mit der Ausrichtung in den Apfelbaumer Erzgängen begonnen. 1890, nur zehn Jahre nach Teufbeginn, wies der Schacht bereits eine Tiefe von 234 m auf und die Baufelder auf der vierten Sohle standen in Abbau. Im Jahre 1896 wurde in einer Teufe von 314 m schließlich die sechste Sohle vorgerichtet. Das Teufen der Schachtröhre erfolgte im konventionellen Bohr- und Sprengverfahren. Dabei wurden auf der Schachtsohle in einem zuvor festgelegten Raster mit Handbohrgezähen Bohrlöcher von 1 m Länge senkrecht in den Felsen getrieben und anschließend mit Sprengstoff versehen. Nach dem sogenannten Schießen, dem Zünden der Sprengladungen erfolgte das Wegladen der Lockermassen in einen sogenannten Kübel, einen großen Fördereimer, der an einem Drahtseil durch die Fördermaschine zu Tage transportiert und dort entleert wurde. Auf das Wegladen folgte der Ausbau der Schachtröhre mit hölzernen Einstrichen, an denen die Spurlatten, also die Führungshölzer der Förderkörbe, angebracht waren. Auf einen vollständigen Ziegelsteinausbau verzichtete man im Schacht Apfelbaum gänzlich, da die Schachtstöße für standfest befunden wurden. Lediglich der Schachtkopf wurde bis in eine Teufe von 15 m mit einer Ziegelumrandung versehen.

Mit der Gestaltung der Tagesanlagen wurde der Siegener Ingenieur und spätere Reichstagsabgeordnete Heinrich Macco beauftragt. Binnen nur zwei Jahren entstanden über der Schachtröhre parallel zu den Abteufarbeiten für diese Zeit äußerst fortschrittliche industrielle Zweckbauten, völlig neu und ungewöhnlich für den Siegerländer Eisenerzbergbau und ausgestattet mit modernster Bergbautechnik. Den Mittelpunkt der Anlage bildete im Süden die Schachthalle. Daran grenzte nach Westen hin ein Gebäude für die Wasserhaltung und nach Norden hin die Fördermaschinen- und Dampfkesselhalle an. Im Winkel zwischen letzteren beiden Gebäuden wurde eine gemauerte Esse zum Abzug der Rauchgase aus den Dampfkesseln errichtet. Das enge Aneinanderdrücken der einzelnen Gebäudekomponenten war auch auf anderen heimischen Grubenbetrieben durchaus keine Seltenheit. Der große Unterschied lag jedoch im Baumaterial. Waren die meisten Grubengebäude der Region zu dieser Zeit weitestgehend in Holzfachwerk errichtet worden, so entstanden die der Grube Apfelbaum bereits aus heimischem Grauwackenbruch.

Das Schachtgebäude beherbergte die 8,7 x 6,145 m messende Schachthalle. Diese umschloss, wie es der Name schon vermuten lässt, die Schachtröhre. Über den beiden Fahrtrumen bildete eine Holzkonstruktion die Führung der beiden Förderkörbe und den Schachtstuhl mit der Hängebank aus. Diese war zum günstigeren Abtransport von Bergematerial in die alten Apfelbaumer Schurfe in einer Höhe von 2,70 m über der eigentlichen Rasenhängebank in Form einer hölzernen Brücke ausgebildet worden. In zehn Metern Höhe über der Schachtröhre ruhten auf einer Trägerkonstruktion die beiden Seilscheiben. Diese wiesen einen Durchmesser von jeweils zwei Metern auf. Die Innenwände der Schachthalle waren sowohl zur Wasserhaltungshalle (Krahnbahn, Balancier und Verbindungsgang) als auch zur Fördermaschinenhalle (Seildurchführung und Verbindungsgang) hin mehrfach eröffnet. Die Südseite der Außenfassade wurde im unteren Teil durch einen niedrigen Sockel begrenzt, aus welchem an der linken und rechten Seite jeweils Ecklisenen empor führten und sich im flachen Dreiecksgiebel zu Dachgesimsen vereinigten. Auf halber Bauhöhe verband ein Horizontalgesims beide Lisenen miteinander. Im Erdgeschoss eröffnete eine große Rundbogenöffnung, aus der auch die Brücke der Hängebank herausgeführt war, den Zugang zur Schachthalle. Zur Belichtung dieser waren im Obergeschoss zwei durch Gesimsrahmungen verzierte Rundbogenfenster in die Fassade eingelassen. Im Dreiecksgiebel bildete ein Okulusfenster den Abschluss des 13 m hohen Gebäudes. Ebenfalls von Ecklisenen begrenzt, zudem allerdings durch ein durchgängiges mittleres Lisenenglied ergänzt, zeigte sich die Ostfassade, die im Übrigen aber die horizontale Gliederung der Gesimse auf der Südfasade übernahm. Durch diese Begrenzungen entstanden vier gleich große Flächen, in denen jeweils ein Rundbogenfenster eingelassen war.

Die Wasserhaltungshalle grenzte unmittelbar nach Westen hin an die Schachthalle an. Sie hatte eine Grundfläche von 7 x 8,05 m und beherbergte in der Hauptsache die technischen Anlagen der Wasserhaltungsmaschine. Zum Einsatz kam hier eine durch den Maschinenbauingenieur Carl Kley im Jahre 1861 entwickelte Optimierung der einfachwirkenden Woolf'schen Gestängewasserhaltung – das sogenannte System Kley. Der Unterschied zur ursprünglichen Arbeitsweise bestand darin, dass die Maschinensteuerung so eingerichtet war, dass die Maschine im Bedarfsfalle mit Hilfsrotation und Hubpausen arbeiten konnte. Die vorher gebauten Rotationsmaschinen konnten nicht unter vier Umdrehungen pro Minute unter Belastung fahren und sich daher wechselnden Wasserzuflüssen nicht anpassen. Auf der Grube Apfelbaum versetzte ein durch Dampfdruck angetriebenes Schwungrad von fünf Metern Durchmesser einen Balancier in eine auf- und abbpendelnde Bewegung. Dieser wiederum arbeitete auf einen Kolben, der neben dem Schacht an der Westwand der Schachtstube stand. Bei 12 Hüben konnten so etwa 4 Kubikmeter pro Minute aus dem Schacht gepumpt werden. Im Jahre 1882 handelte es sich bei der Apfelbaumer-Wasserhaltungsanlage um die erste dieser Art im Siegerländer Eisenerzbergbau. Über der eigentlichen Pumpanlage war eine hölzerne Zwischendecke in das 10 m hohe Gebäude eingezogen und auf dieser eine Schachtwinde eingerichtet worden. Vom Windenantrieb wurde ein Stahlseil durch eine Öffnung in der Ostwand des Gebäudes zu einer Umlenkrolle über der Schachtröhre geführt. Die Zwischendecke war über eine hölzerne Treppe erreichbar. Neben einem Durchgang zur Schachthalle verband ein weiterer Durchgang die Wasserhaltung mit der Fördermaschinenhalle. Die südliche Fassade der Wasserhaltungshalle war zweigeschossig aufgebaut. Aus einem – wie auch bei der Schachthalle – recht niedrigen Sockel waren über die Außenkanten des Gebäudes Ecklisenen bis zum Dachanschlag empor geführt und dort in einem flachen Gesims vereint worden. Ein weiteres Horizontalgesims unterteilte die Fassade sichtbar in zwei Stockwerke. Zwei Rundbogenfenster im Erdgeschoss und zwei Stichbogenöffnungen im Obergeschoss sorgten für eine ausreichende Belichtung des Raumes. In ähnlicher Form zeigten sich auch die Nord- und Westfassade des Gebäudes.

Nördlich an die Schachthalle angrenzend stand die eingeschossige Fördermaschinenhalle mit dem 11,51 x 8,845 m weiten Fördermaschinenraum. In diesem fand das Herzstück der Förderanlage ihren Platz – die Fördermaschine. Dabei handelte es sich um eine zweizylindrige Doppeltrommelfördermaschine mit konischen Seilkörben (Durchmesser von 2500 bis 2000 mm). Die konische Form diente dem Lastenausgleich der beiden Förderkörbe und gewährleistete somit eine Schonung der gesamten Fördereinrichtung. Und trotz der zahlreichen Vorteile, die eine solche Maschine mit sich brachte, konnte ihre Art sich im hiesigen Bergbau nicht richtig durchsetzen. Insgesamt hat es auch deutschlandweit nur eine geringe Anzahl dieser Förderanlagen gegeben, von denen sich keine einzige erhalten hat. Die für den Betrieb der Apfelbaumer Fördereinrichtung benötigten 5 Bar Dampfdruck lieferten die beiden Dampfkessel in der angrenzenden Kesselhalle. Unter dem nördlichen Gebäudeteil lag ein 1,60 m breites und 8,3 m langes Speisewasserbassin. Die Mauer zwischen dem Schacht- und dem Maschinenhaus war verschiedentlich durchbrochen, um die Seilführung zu den Seilscheiben und einen ungehinderten Zugang zur Schachthalle zu ermöglichen. Außerdem bestand – wie schon beschrieben – ein Durchgang zur Wasserhaltungshalle. Die Ost- und Westfassade zeichnete sich, wie auch die Fassaden von Schacht- und Wasserhaltungsgebäude, durch einen kleinen Sockel aus, aus welchem auch hier Ecklisenen im oberen Bereich in einem Dachgesims zusammen geführt waren. Zwei weitere Lisenenstreifen ließen ein dreiteiliges Fassadenbild entstehen, wobei in jedem Fassadenabschnitt jeweils ein Rundbogenfenster eingelassen war. Die Höhe des Gebäudes betrug acht Meter.

Mit 15,5 x 9,91 m Grundfläche der größte Bau im Gebäudeensembel der Grube Apfelbaum war die, nördlich an die Fördermaschinenhalle angrenzende 9 m hohe Dampfkesselhalle. Sie diente der Unterbringung zweier Dampfkessel mit jeweils 43 Kubikmetern Heizfläche. Beide besaßen zudem einen Oberkessel mit zwei Siederöhren und waren für die Erzeugung eines maximalen Dampfdrucks von 6 bar ausgelegt. Gefeuert wurde die Anlage mit einem sogenannten Haupt'schen Gasfeuerungssystem, welches unterstützend durch ein Unterwindgebläse ergänzt war. Als Brennnstoff diente grobkörniger Kohlenstaub und Ballastkohle. Erwähnenswert ist der Transport der Kohle von der Bahnverladestelle zur Grubenanlage. Dieser erfolgte zunächst über die bereits zuvor beschriebene Pferdebahn bis zum Grundstollen. Über diesen gelangte die Kohle in Kipploren zum Förderschacht Apfelbaum und wurde hier zu Tage gehoben. Aus der Schachthalle wurden die Wagen über die hölzerne Förderbrücke über einen Kohlenbunker östlich der Kesselhalle gefahren und in diesem verkippt. Der Kohlenbunker war über zwei Schüttöffnungen unmittelbar mit der Kesselhalle verbunden. Dem Rauchabzug der Dampfkessellfeuerung diente eine, im Winkel zwischen Fördermaschinen- und Kesselhalle errichtete Esse von 24 m Höhe. Ihr Grundriss war zunächst quadratisch ausgeführt, bildete sich nach oben hin jedoch zu einem Achteck aus. Ihr Innendurchmesser betrug 1,3 m. Über die Esse wurden stündlich 14 kg Rauchgas pro erzeugtem Kubikmeter Dampfdruck abgeführt.

Der Grubenbetrieb Apfelbaum wurde am 13. Februar 1897 mit den Gruben Ecke (https://www.mineralienatlas.de/?l=50039) und Kuhlenwalder Zug (https://www.mineralienatlas.de/?l=28954) zur Verbundgrube Apfelbaumer Zug (https://www.mineralienatlas.de/?l=4858) konsolidiert.

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