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Grube Kautenbach

Steckbrief

Land

Deutschland

Re­gi­on

Rheinland-Pfalz / Bernkastel-Wittlich, Landkreis / Traben-Trarbach / Kautenbach / Grube Kautenbach

To­po­gra­phi­sche Kar­te

TK6008

An­fahrts­be­sch­rei­bung

Seitental der Mosel: Kautenbach bei Traben-Trabach an der Mosel.

Auf­schluss­be­sch­rei­bung

Bergwerk mit Stollen. (aufgelassen)

Geo­lo­gie

Quarzgang mit Pb-Cu-Erzen in Devonschiefern. Besonderheit ist die Pseudomorphose von Bleiglanz nach (!) Pyromorphit. (Blaubleierz)

Verkürzte Mineralienatlas URL:

https://www.mineralienatlas.de/?l=3952
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Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

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Stolleneingang
Aufrufe (Bild: 1340221936): 1817
Stolleneingang

Grube Kautenbach, Bernkastel-Kues, Rheinland-Pfalz, Hunsrück. 1995.

Copyright: Doc Diether
Beitrag: Doc Diether 2012-06-20

Ausführliche Beschreibung

Das Kautenbacher Werk

BILD:1205177129

Ausschnitt nach dem Original von 1802

"welches einen tiefen und einen mittleren Stollen von 120 Lachter hat, wovon der obere abgebaut, aber um die Wasser zu lösen mit einem tiefen Erbstollen (Kautenbacher Stolllen) von 190 Lachter wirklich betrieben wird und durch ein festes Gebirge in gerader Linie steht". Durch das ganze Feld bis L sind 120 Lachter abgebaut.

Dieser Stollen scheint in seiner Richtung auf den alten Erzgang nicht richtig eingetragen zu sein. Vergleicht man die Darstellung mit dem Grubenbild von 1818 mit Nachträgen bis 1861, so handelt es sich hier um den "Tiefen Kautenbacher Stollen", der heute noch offen, dessen eisenhaltige warme Grubenwässer am Anfang von Bad Wildbad auf der linken Seite in den Kautenbach fließen.

In der Kautenbach, dieser Bach scheidet das Amt Bernkastel vom Sponheimischen, daselbst befinden sich zwei Kupferwerke. Nämlich eines im Sponheimischen, die Dorothea (Dorotheenberg) genannt, welches mit großer Ausbeute betrieben wird, das andere, vorher der "Johannes Gang", nun "Kupferkaute" genannt, worauf die von Pidoll gearbeitet und welches sie mit einem 9stempeligen Pochwerk, 12 Waschherden und 2 Schlammgräben versehen haben.

Diese Bernkasteler "Blei- u. Kupferzeche Kautenbach" liegt im Ort Kautenbach auf der linken Bachseite. Der alte Stollenzugang war die "Wilhelm-Strecke" im damals schon bebauten Ortsteil, nahe und gegenüber auf der spohnheimischen Seite nach 1783 errichtet, heute noch in verbauten Umrissen erkennbaren Papiermühle. Für die "Blei- u. Kupferzeche Kautenbach" richtete Remaclus Josephus de Hauzeur 1740 ein Gesuch zur Belehnung an den Amtsverwalter von Bernkastel. 1748 wurde das Bergwerk an die Gebrüder Pidoll verlehnt. Die von Pidolls mußten später wegen der nicht zu wältigenden Grubenwasser den Betrieb einstellen. 1794 verlassen sie als Folge der Französischen Revolution für lange Jahre das Land. Anton Stöck, Apotheker in Bernkastel, unter den Pidolls Bergschreiber, führte 1796 das Bergwerk weiter.

1820 wurde der "Tiefe Kautenbacher Stollen" ca. 0,5 km unterhalb des Dorfes, am Beginn der Ansiedlung Bad Wildstein, heute nahe der Südostseite einer Kfz-Halle gelegen, zur Wasserlösung und Förderung getrieben. Man traf erstmals auf eine lauwarme Quelle, die von den Bergarbeitern zum Baden genutzt wurde. Diese Quelle ist im Grubenbild von 1818, in der westlichen Grundstrecke des Kautenbacher Ganges eingetragen. Der heutige Zustand deutet auf eine private Nutzung. Das Stollenmundloch ist mit einer rostigen Eisentür und dem Schild "Betreten verboten, Lebensgefahr", verschlossen. Innen sind schwarze PVC-Rohre erkennbar. Ob das warme Wasser heute noch genutzt wird ist fraglich. Durch ein größeres Abflussrohr läuft das Stollenwasser mit starker Schüttung in den Kautenbach, der im Auslaufbereich auf der Bachsohle rotgelb verfärbt ist.

Zu dieser "Kautenbacher Blei- u. Kupferzeche" gehören auch die oberen Stollen und Schächte der "Fuseter-Tagesstrecke".

"Die Kautenbacher Grube baute auf drei ziemlich parallelen Gängen, dem sog. Spattrum, dem Kautenbacher Bleigang und dem Kautenbacher Kupfergang. Eingefahren wurde durch den Oberen (Fuseter-) Stollen, Ausfahrt durch den tiefen Erbstollen (Tiefer Kautenbacher Stollen).

Der im Schmeltzergraben, unterhalb liegende "Clara-Stollen", dessen Mundloch heute zugefallen, aber gut erkennbar ist, gehört auch zur Bernkasteler Grube Kautenbach. Wegen des starken rostroten Wasseraustritts, ist diese Stelle heute mit "Rote Quelle" bezeichnet. Hier stand vor dem Mundloch damals auch ein Pochwerk, welches von den Grubenwässern und dem Wasser des Schmeltzergrabens angetrieben wurde.

Unweit am Fuß des gleichen Berghanges, wie der Kautenbacher Stollen, in 150 m Entfernung nach NNW, wurde nach Rosenberger im Jahre 1882 (Grubenbild von 1883) im Eleonore Stollen, einem Schwefelkiesbergwerk, das schnurgerade in den Berg führt, die gleiche warme Quelle angetroffen, wie bereits 1820 im "Tiefen Kautenbacher Stollen", die dann zur Versorgung der Wildsteintherme abgeleitet wurde. Dies führte zu einem Rechtsstreit zwischen den Bergwerksbetreibern und den Wassernutzern.

Der "Eleonore Stollen" liegt an der bergzugewandten Nordseite des Gebäudes "Bad Wildstein", in einem stützwandartigen Kelleranbau, als hell verputztes Stollengewölbe zu erkennen.


Mineralien (Anzahl: 14)

Mineralbilder (19 Bilder gesamt)

Pyromorphit
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Pyromorphit

Deutschland/Rheinland-Pfalz/Hunsrück/Bernkastel-Kues/Kautenbach/Grube Kautenbach; 2,5 cm Kristalldurchmesser

Sammlung: loparit
Copyright: loparit
Beitrag: loparit 2012-01-15
Pyromorphit
Aufrufe (Bild: 1160657646): 955, Wertung: 8.75
Pyromorphit

Fundort: Grube Kautenbach bei Traben Trarbach, Hunsrück, Rheinland-Pfalz, Deutschland Abmessung: 3 x 3 x 2 cm

Sammlung: loparit
Copyright: loparit
Beitrag: loparit 2006-10-12
Blaubleierz
Aufrufe (Bild: 1225588975): 2326
Blaubleierz

Größe: 70 x 42 x 27 mm; Fundort: Grube Kautenbach, Mosel, Rheinland-Pfalz, Deutschland

Copyright: Rob Lavinsky
Beitrag: slugslayer 2008-11-02

Gesteine (Anzahl: 1)

Referenz- und Quellangaben, Literatur

Literatur:

  • Lieber, W. (1978). Pyromorphit (Foto). Lapis, Jg.3, Nr.6, S.14.
  • Goerg, U. (1981). Blaubleierz: Pseudomorphosen von Bleiglanz nach Pyromorphit. Lapis, Jg.6, Nr.11, S.30.
  • Jahn, S. (2011). Die Grube Kautenbach bei Bernkastel-Kues im Hunsrück. Min.-Welt, Jg.22, H.6, S.22-43.
  • Frey, W.-G. (2012). Blaubleierz aus Kautenbach. Lapis Extra 43 (Pseudomorphosen), S.92-94.
  • Jahn, S. (2016). The Kautenbach Mine,Bernkastel-Kues,Rhineland-Palatinate,Germany. Min.Rec. 47. 191-211

Quellangaben


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