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Idar-Oberstein

Steckbrief

Fund­s­tel­lenpfad

Deutschland / Rheinland-Pfalz / Birkenfeld, Landkreis / Idar-Oberstein

GPS-Ko­or­di­na­ten

Idar-Oberstein



Idar-Oberstein

WGS 84: 
Lat.: 49,714528° N, 
Long: 7,3071512° E
WGS 84: 
Lat.: 49° 42' 52,301" N,
   Long: 7° 18' 25,744" E
Gauß-Krüger: 
R: 2594313,
 H: 5509476
Regionale Wetter Information, Macrostrat geologische Karten

Verkürzte Mineralienatlas URL

https://www.mineralienatlas.de/?l=479
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Verkürzte Pfadangabe

Idar-Oberstein, Birkenfeld, Rheinland-Pfalz, DE
Nützlich für Bildbeschreibungen und Sammlungsbeschriftungen

Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

Weitere Funktionen

Ausführliche Beschreibung

Welthauptstadt der Farbedelsteine - Inspiration für Mineraliensammler, Goldschmiede und Juweliere mit einer reichen Geschichte und einer Vielzahl von Fundstellen für Achate.

Die Orte Idar und Oberstein entwickelten sich ab der Mitte des 19. Jahrhunderts zu einem der wichtigsten Schmuckzentren Deutschlands. Diese Entwicklungsmöglichkeit gründete sich auf drei Ressourcen: die Vorkommen von Achat und Jaspis in der Region, die zur Verfügung stehende Wasserkraft und die bislang ungebundene Arbeitskraft durch die Bewohner der Region (insbesondere in Zeiten nach der Ernte und vor der Aussat, wenn das Wasser ebenfalls in großer Menge zur Verfügung stand). Die ersten edelsteinbearbeitenden Berufe, die allein auf den vor Ort aufzufindenden Materialien gründeten, waren Achatschleifer und Achatbohrer.

In Folge der Produktion von geschliffenen Steinen siedelten sich um 1660 Goldschmiede in der Region an. Die Goldschmiede siedelten sich hauptsächlich am Obersteiner Naheufer an, die Achatschleifer hingegen am Idarbach. Die die Nahe führte regelmäßig Hochwasser und hätte somit die Schleifmühlen überschwemmt. Für die Goldschmiede war die Nahe jedoch ideal, da sie für viele Arbeitsvorgänge Wasser brauchten. Deshalb lagen alle frühen Fabrikgründungen am Obersteiner Naheufer.

Um 1800 wurde die Ausbeute der einheimischen Achatfundstellen immer geringer, das Gewerbe kommt fast zum Erliegen. Dies bedingte, neben kargen Böden die größere Familien nicht mehr ernähren konnten, und ungerechter Erbtradition, Auswanderungen vieler Menschen aus der Region.

Eben jene Auswanderer entdecken 1828 die großen Vorkommen von Achaten in Brasilien und Uruguay und schaffen damit die Grundlage für einen enormen wirtschaftlichen Aufschung in Idar-Oberstein. Die ersten Lieferungen treffen 1834 in Idar-Oberstein ein und ab 1840 kommen sie regelmäßig in großer Menge. Ab 1860 werden Amethyste aus Bahia eingeführt und am Sandstein facettiert. Ab 1865 werden Orientperlen auf der Basis eines Monopoles in Idar gehandelt. Um 1867 erschließen 173 Wasserschleifen die Wasserkraft in der Region, der Idarbach wird zum am stärksten genutzten Industriegewässer seiner Zeit - er ist von Idar bis hinter Allenbach komplett zur Füllung der Schleifteiche ausgebaut.

Um 1870 entwickelt sich das Edelsteingraveurhandwerk in der Region. Diese Technik wurde von reisefreudigen Edelsteinschleifern in Frankreich erlernt und nach Idar verbracht.

Gustav Postler führt 1871 das Schleifen an horizontalen Scheiben, eine Technik der Granatbearbeitung aus Böhmen, in Idar-Oberstein ein.

1884 wurden die enormen Rohsteinvorkommen von Deutsch-Südwestafrika, dem heutigen Namibia, dem deutschen Kolonialreich zugänglich. 1886 gründeten die Gebrüder Hahn die erste Diamantschleiferei in Idar, die den Grundstein der Entwicklung einer gewaltigen Diamantschleiferindustrie in der Region führte. In der Blütezeit dieser Industrie waren etwa 7000 Diamantschleifer tätig. Heute ist dieser Bereich der edelsteinbearbeitenden Industrie auf etwa ein Dutzend Firmen geschrumpft.

1875 wurde in Idar die Berufsfachschule für Lapidäre (Facettenschleifer) gegründet. Sie begründete eine spezifische handwerkliche Unterrichtskultur, die heute noch fortgeführt wird. Neben der Meisterprüfung rundet die Hochschule für Schmuck- und Edelsteindesign die Fortbildungsmöglichkeiten für Beschäftigte im edelsteinverarbeitenden Handwerk ab. Dieses Handwerk ist heute weiterhin vital und prägend für die Region, obwohl die Anzahl der Beschäftigten mit denen der Blütezeit im 19. und 20. Jahrhundert nicht mehr vergleichbar ist.

Zwei bedeutende, den Mineralien und Edelsteinen gewidmete Museen bereichern diese malerische Stadt an der Nahe: das deutsche Edelsteinmuseum in Idar und das Mineralienmuseum Oberstein.

(Klaus Schäfer)

Mineralien (Anzahl: 36)

Mineralbilder (7 Bilder gesamt)

Goethit
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Goethit (SNr: A002046)

langtafelige braune Kristall in Quarz, BB = 4 mm; Fundort: Idar-Oberstein, Hunsrück, Rheinland-Pfalz, Deutschland.

Sammlung: Lithothek der Münchener Micromounter
Copyright: Manfred Früchtl
Beitrag: Münchener Micromounter 2015-12-27
Mehr   MF 
Onyx
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Onyx

Gebänderter schwarzgrauer Onyx als Rohstein und (gefärbt) als Ringstein verschliffen. Fundort: Idar-Oberstein, Hunsrück, Rheinland-Pfalz, Deutschland. Historisches Material aus der Sammlung des Kai...

Sammlung: raritätenjäger
Copyright: raritätenjäger
Beitrag: raritätenjäger 2010-10-26
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Harmotom, Amethyst
Aufrufe (Bild: 1295548821): 6586
Harmotom, Amethyst

Harmotomkristalle in Amethystdruse; Größe: 78x68 mm; Fundort: Idar-Oberstein, Hunsrück, Rheinland-Pfalz, Deutschland

Copyright: Rock Currier
Beitrag: slugslayer 2011-01-20
Mehr   MF 

Gesteine (Anzahl: 2)

Fossilien (Anzahl: 1)

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Referenz- und Quellangaben, Literatur

Literatur:

  • Lohf, W. (1953). Eisen-Oxyd und Hydroxyde als Einschluß Obersteiner Drusenmineralien. Aufschluss, Jg.4, Nr.10/11, S.149-51.
  • Bambauer, H.U. (1956). Zur Petrographie der permischen Magmatite im Westteil der Nahemulde (Petrogr. Exkursionsführer zur Tagung der VFMG in Idar-Oberstein 1956). Aufschluss, Sonderb.3, S.29-34.
  • Fischer, W. (1956). Zur Geschichte der Idar-Obersteiner Edelsteinindustrie. Aufschluss, Sonderb.3, S.49-59.
  • Krauss, J. (1956). Kurzbericht über die Jahrestagung der VFMG in Idar-Oberstein. Aufschluss, Jg.7, Nr.9/10, S.200-02.
  • Dern, H. (1968). Fundorte. Aufschluss, Jg.19, Nr.3, S.74.
  • Fischer, W. (1968). Das Heimatmuseum Oberstein in Idar-Oberstein a.d. Nahe. Aufschluss, Jg.19, Nr.7/8, S.208-13.
  • Mayer, G. (1970). Tropfchalcedon in Melaphyr, eine vielbewunderte Schaustufe des alten Karlsruher Naturalienkabinetts. Aufschluss, Jg.21, Nr.12, S.374-76.
  • mehrere Autoren (1970). Idar-Oberstein und Lagerstätten im Bereich des Saar-Nahe-Gebietes. Aufschluss, Sonderb.19.
  • Saar, H. (1970). Idar-Oberstein - ein Mekka für Freunde schöner Steine. Aufschluss, Sonderb.19, S.9-12.
  • Fischer, W. (1970). Zur Geschichte der Idar-Obersteiner Edelsteinindustrie. Aufschluss, Sonderb.19, S.13-34.
  • Dern, H. (1970). Mineralfundstellen im oberen Nahe-Gebiet. Aufschluss, Sonderb.19, S.101-10.
  • Red. Aufschluss (1970). Bericht über die VFMG-Sommertagung 1970 in Idar-Oberstein. Aufschluss, Jg.21, Nr.12, S.377-38.
  • Red. Aufschluss (1970). VFMG-Sommertagung 1970 in Idar-Oberstein. Aufschluss, Jg.21, Nr.2, S.81.
  • Rösch, S. (1971). Über eine interessante Achatdruse und über Formentwicklungen am Calcit. Aufschluss, Jg.22, Nr.4, S.111-16.
  • Wild, K.E. (1977). Das Schatzkästchen von Idar Oberstein: Das Heimatmuseum an der Felsenkirche. Lapis, Jg.2, Nr.6, S.11-13.
  • Bechtle, W. (1979). Mekka für Mineralienfreunde - Idar-Oberstein. Min.-Mag., Jg.3, H.5, S.246-51.
  • Schmidt, F. (1981). Wenn Träume in Erfüllung gehen - Sammelurlaub in Idar-Oberstein. Min.-Mag., Jg.5, H.4, S.184-86.
  • Wild, K.E. (1982). Das Museum unterhalb der Felsenkirche in Idar-Oberstein. Aufschluss, Jg.33, Nr.7/8, S.257-64.
  • Bank, H. (1994). Führer durch das Deutsche Edelsteinmuseum. Aufschluss, Jg.45, Nr.4/5, 128 S.
  • Schäfer, K. (1999). Vogelschnäbel und Sterne. Lapis, Jg.24, Nr.10, S.19-26.
  • Patsch, L.C. (2000). Seit über 120 Jahren bekannt: Aragonit-Pseudomorphosen in Achatmandeln aus Idar-Oberstein. Lapis, Jg.25, Nr.11, S.31-34.
  • Hoffmann-Rothe, R. (2002). Die Achate vom Finkenberg in Idar. Lapis, Jg.27, Nr.2, S.13-17.
  • Red. Achat-Magazin (2004). Achat-Schau begeistert die Besucher. Min.-Welt, Jg.15, Nr.6, S.63.
  • Red. Achat-Magazin (2004). Achat + Jaspis - Wurzeln der Edelstein-Region Idar-Oberstein. Min.-Welt, Jg.15, Nr.4, S.65.
  • Red. Min.-Welt (2006). Ausstellungen - Diamantenes .. (Kurz & Fündig). Min.-Welt, Jg.17, Nr.5, S.6-7.
  • Red. Min.-Welt (2007). 'Namibia' in Idar-Oberstein (Kurz & Fündig). Min.-Welt, Jg.18, Nr.4, S.10.

Weblinks:

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