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Sayner Hütte

Steckbrief

Land

Deutschland

Re­gi­on

Rheinland-Pfalz / Mayen-Koblenz-Kreis / Bendorf / Sayn / Sayner Hütte

Auf­schluss­be­sch­rei­bung

Historische Eisenhütte.

Verkürzte Mineralienatlas URL

https://www.mineralienatlas.de/?l=50162
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Verkürzte Pfadangabe

Sayner Hütte, Sayn, Bendorf, Mayen-Koblenz-Kreis, Rheinland-Pfalz, DE
Nützlich für Bildbeschreibungen und Sammlungsbeschriftungen

Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

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Bilder von Fundstellen (6 Bilder gesamt)

Giesshalle von innen
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Giesshalle von innen

(im Renovierungszustand). Sayner Hütte, Sayn, Bendorf, Mayen-Koblenz-Kreis; Rheinland-Pfalz. 9.2013.

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Beitrag: Doc Diether 2019-11-16
Giesshalle
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Giesshalle

Sayner Hütte, Sayn, Bendorf, Mayen-Koblenz-Kreis; Rheinland-Pfalz. 9.2013.

Copyright: Doc Diether
Beitrag: Doc Diether 2019-11-16
Hochofen (Mitte) und Giesshalle (links)
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Hochofen (Mitte) und Giesshalle (links)

Sayner Hütte, Sayn, Bendorf, Mayen-Koblenz-Kreis; Rheinland-Pfalz. 9.2013.

Copyright: Doc Diether
Beitrag: Doc Diether 2019-11-16

Ausführliche Beschreibung

Die Sayner Hütte ist ein ehemaliges Hüttenwerk in Sayn-Bendorf. Sie wurde in den Jahren 1769–1770 im Auftrag des Trierer Kurfürsten Clemens Wenzeslaus von Sachsen durch den Berginspektor Heinrich Daniel Jacobi errichtet. Die historische Gießhalle gilt als erster Industriebau mit einer tragenden Gusseisenkonstruktion und zählt zu den bedeutendsten Zeugnissen der frühindustriellen Epoche in Deutschland. Die 1828 von Carl Ludwig Althans errichtete Hallenkonstruktion nimmt mit ihrem hohen gestalterischen Anspruch einen herausragenden Platz in der europäischen und weltweiten Architekturgeschichte ein. Wegweisend vor allem durch die Herstellung leichter, weitspannender Tragwerke, die für den Bau von Brücken, Bahnhofshallen und Industrieanlagen pionierhafte Bedeutung erlangten. Ein frühes und baukünstlerisch besonders gelungenes Beispiel für die Anwendung der neuen Technologie ist die Sayner Hütte selbst. Bei der 1830 errichteten Gießhalle verwendete man erstmals seriell vorgefertigte Bauteile, die aus eigener Produktion stammten und vor Ort gegossen wurden. Mehr als sechs m hohe Hohlsäulen mit dorischen Kapitellen trugen eine gusseiserne Binderkonstruktion ohne Nieten und Schrauben, wie es sie zuvor noch nicht gegeben hatte. In Längs- und Querrichtung freitragend, spannte sie sich über 24 mal 29 m - eine technische Höchstleistung. "Eine Hütte, die sich selbst ein Haus aus Eisen gegossen hat", würdigte der Schlegelschüler und Dichter Karl Simrock den expandierenden Betrieb 1840. 1815 ging die Anlage an den preußischen Staat über. Wegen ihrer räumlichen Nähe zu Koblenz gewann sie rasch an Bedeutung, denn die Rheinfestung sollte zu einer der größten Militäranlagen in Europa ausgebaut werden. Entsprechend hoch war der Bedarf an Munition, Geschützen, Maschinen und Leitungsrohren. In den folgenden 50 Jahren baute man die Hütte neben den schon bestehenden königlichen Eisengießereien im oberschlesischen Gleiwitz und in Berlin zu einer der modernsten Preußens aus. Nicht nur ihre Gießtechnik, sondern auch eine hochwertige Kunstgussproduktion brachten dem kreativen Zentrum eine Auszeichnung als Musterbetrieb ein. 1865 kaufte die Firma Krupp die Sayner Hütte, und wenig später wurde der Hochofen stillgelegt. Um angeliefertes Roheisen zu verarbeiten, ließ man noch eine weitere Werkhalle, die sogenannte Krupp'sche Halle, bauen. 1926 jedoch wurde die Anlage, die abseits günstiger Transportwege lag, geschlossen.


Museum:

Tel.: 02622 / 90 42 704, info@saynerhuette.org

Öffnungszeiten:

Vom 4. Nov. 2019 bis 27. März 2020 geschlossen (Winterpause). Ab 28. März wieder täglich 10-18 Uhr.

Eintrittspreise:

Erwachsene: 6,- €, Jugendl. ab 13 Jh.: 4,- €, Kinder bis 12 Jh.: frei

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Aktualität: 04. Dec 2019 - 18:23:02

Referenz- und Quellangaben, Literatur

Literatur:

  • Sayner Hütte: Abbildungen der Gusseisen-Waaren aus der königlichen Eisengiesserey zu Saynerhütte. Erstes Heft. Weber, Bonn 1823 (dilibri).
  • Rosenberger, W. et al. (1979). 3.1.6. Eisen- und Manganerze. In: Beschreibung rheinland-pfälzischer Bergamtsbezirke. Bd.4, Bergamt Koblenz. S.158ff.
  • Paul-Georg Custodis: Die Sayner Hütte (= Historische Wahrzeichen der Ingenieurbaukunst in Deutschland. Bd.5). 2. Aufl. Bundesingenieurkammer, Berlin 2011, ISBN 978-3-941867-05-5.
  • Förderkreis Abtei Sayn (Hrsg.): Sayner Hütte. Architektur, Eisenguss, Arbeit und Leben. Görres, Koblenz 2002, ISBN 3-935690-12-6.
  • Friedegard Hürter: Sich selbst ein Haus gegossen. In: Monumente. Magazin für Denkmalkultur in Deutschland. 22.Jg., H.2, 2012, ISSN 0941-7125, S. 62–66.
  • Georg Küffner: Als Vorbild diente eine gotische Kirche. In: Frankfurter Allg. Zeitung vom 7. Sept. 2010, S. T 7.
  • Beitr. von Paul-Georg Custodis, Barbara Friedhofen, Dietrich Schabow. Hrsg.: Förderkreis Abtei Sayn, Koblenz. Sayner Hütte. Architektur, Eisenguss, Arbeit und Leben. Görres Verlag, 2002, ISBN 3-935690-12-6
  • Custodis, Paul-Georg (o.J.). Die Eisenhütte in Bendorf-Sayn. (Blätter zum Land Nr.61.) Mainz.

Weblinks: