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Grube Friedrichssegen

Steckbrief

Land

Deutschland

Re­gi­on

Rheinland-Pfalz / Rhein-Lahn-Kreis / Bad Ems / Grube Friedrichssegen

GPS-Ko­or­di­na­ten

Friedrichssegener Tal



Friedrichssegener Tal

WGS 84: 
Lat.: 50,31061171° N, 
Long: 7,65150547° E
WGS 84: 
Lat.: 50° 18' 38,202" N,
   Long: 7° 39' 5,42" E
Gauß-Krüger: 
R: 3404019,
 H: 5575826
Regionale Wetter Information, Macrostrat geologische Karten

An­fahrts­be­sch­rei­bung

Im Erzbach-Tal. 5-6 km OSO Lahnstein. Man fährt von Bad Ems auf der 260 die Lahn hinunter. Dann Hinweis-Schild: Friedrichssegen. Nach links über die Lahn. Ortsteil "Auf der Ahl". Man fährt leicht links. Hier beginnt das Erzbach-Tal mit den Hinterlassenschaften des Bergbaus.

Auf­schluss­be­sch­rei­bung

Schürfe, Stollen, Schacht, Halden (aufgelassen).

Fund­s­tel­len­typ

Bergwerk (alt)

Geo­lo­gie

Devonischer Schiefer und Quarzite mit Quarz-Sideritgängen durchzogen mit Blei-, Kupfer- und Zinkerzeinlagerungen.

Die Grube baute auf 3 Erzgängen: den Hauptgang, den liegenden Gang und den Neuhoffnungsgang. Durch NO-SW streichende Seitenverschiebungen wird der Hauptgang in 26 Mittel zerlegt, deren Mächtigkeit sehr unterschiedlich war und zwischen einigen cm bis maximal 20 m schwankte. Der Neuhoffnungsgang der Grube „Friedrichssegen“ ist erst ab der 6. Sohle als erzführend bekannt, er setzt sich bis zur 16. Sohle fort. Das Mundloch des Heinrichstollens ist noch erhalten. Beachtenswert ist das Ausmaß der Oxidationszone. Selbst in großer Teufe finden sich noch der Oxidationszone zugehörige Minerale, so wird von der 16. Sohle (= 700 m Teufe) vom Mittel 22 berichtet, das neben sulfidischen auch oxidische Erze enthält. Der Carls- und Felixstollen dienten zur Prospektion. Es wurde kein Erz gefunden.

Zu­gangs­be­schrän­kun­gen

Die weitläufigen Halden liegen auf einem Privatgrundstück.

Letz­ter Be­such

08/2013

Verkürzte Mineralienatlas URL:

https://www.mineralienatlas.de/?l=486
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Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

Weitere Funktionen

Bilder von Fundstellen (10 Bilder gesamt)

Hauptschacht
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Hauptschacht

Friedrichssegen, Bad-Ems, Taunus, Rheinland-Pfalz. Ca.1910. Alte Postkarte.

Sammlung: Archiv Doc Diether
Copyright: Archiv Doc Diether
Beitrag: Doc Diether 2015-11-17
Aufbereitung von 1952
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Aufbereitung von 1952

zur Halden-Kuttung (abgerissen). Friedrichssegen, Bad-Ems, Taunus, Rheinland-Pfalz. 1984.

Copyright: Doc Diether
Beitrag: Doc Diether 2010-07-19
Tag-Gebäude (abgerissen) und große Schacht-Halde
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Tag-Gebäude (abgerissen) und große Schacht-Halde

(taub). Friedrichssegen. Bad Ems. Rheinland-Pfalz. 1984.

Copyright: Doc Diether
Beitrag: Doc Diether 2010-07-19

Ausführliche Beschreibung

Das weitläufige Haldengelände und die Überreste der Bergwerksanlagen der Grube Friedrichssegen befinden sich im Erzbachtal, östlich des Bad Emser Stadtteiles Friedrichssegen.

Bergbau auf die Blei-, Kupfer- und Zinkerze in Quarz-Sideritgängen, welche die hier anstehenden devonischen Schiefer und Quarzite durchziehen, fand, wie archäologische Funde belegen, bereits in römischer Zeit statt.

Urkundlich gesichert ist aber erst die Vergabe von Schürfrechten von König Friedrich II. an den Mainzer Erzbischof Sigfrid im Jahre 1220. Über den folgenden Zeitraum ist nichts bekannt, erst ab 1768 fanden wieder gesicherte Bergbauaktivitäten statt. In Akten aus dem Hessischen Hauptstaatsarchiv zu Wiesbaden wird 1796 ein Bergwerk "In den Kölschen Löchern" im Lahnsteiner Wald angegeben. Der heutige Name "Friedrichssegen" taucht zum ersten Mal im Jahre 1850 auf.

In der Folgezeit blühte die Grube Friedrichssegen auf. Man hatte vom Erz her eine breite Gewinnungs-Palette (Pb, Ag, Zn, Fe, Cu), so daß die Grube eine der reichsten in Deutschland wurde. Entsprechend waren die sozialen und technischen Aspekte. Man hatte die besten Arbeitskräfte, weil man mehr bezahlen konnte wie in Bad Ems. Gefördert wurden 1880 12.981 t Erze und 1886 13.761 t Erze. Die Gesamtlänge der Stollen und Strecken betrug 22.723 m, davon 18.200 m mit Schienen für Loren. Eine technische Entwicklung: der Magnetscheider konnte die optisch schwer zu unterscheidende Zinkblende vom Siderit abtrennen. Hierfür hatte man eine eigene Fertigung, die man auch Gewinnbringend an andere Firmen verkaufte.

1900 mußte das Bergwerk wegen mangelnder Rentabilität - die Erzvorkommen waren nahezu ausgebeutet - verkauft werden. Zwischen 1904 und 1913 kam es zu wiederholten, unrentablen Versuchen, die Grube weiter zu betreiben. 1952 bis 1957 wurden bei den letzten bergbaulichen Aktivitäten die alten Halden aufbereitet. Heute sind neben den Halden noch die Stollenmundlöcher, Reste der Aufbereitungsanlagen, Reste der Kirche, der Friedhof und die alten Wohngebäude der Bergleute zu sehen.

Weltweiten Ruhm erlangte die Grube vor allem durch die hier gefundenen braunen und grünen, bis 3cm großen Pyromorphite - häufig als sogenannte "Emser Tönnchen" ausgebildet. Beim Sortieren wurden offiziell und gezielt brauchbare Mineralien (Pyromorphit, Cerussit...) ausgelesen und verkauft.

Bereits 1867 wurde auf der dritten Tiefbausohle ein gewaltiger Hohlraum angefahren, dessen Wände über und über mit Pyromorphitkristallen bedeckt waren: 10m hoch, 10m lang und 2m breit. Aus dieser Kluft wurden bis zu einem halben Zentner schwere Stufen geborgen, welche heute in vielen, international berühmten Sammlungen zu sehen sind. Der außerordentliche Reichtum an den verschiedensten Sekundärmineralien läßt sich durch eine tiefreichende Oxidationszone bis in eine Teufe von 700m erklären.

Die in Privatbesitz befindlichen, weitläufigen Halden bieten auch heute noch gute Fundmöglichkeiten, man sollte aber darauf achten, große Schürfe wieder zu verfüllen und Bäume stehen zu lassen, damit das Sammeln auch weiterhin geduldet wird.

Der Felix- und der Karl-Stollen bieten keine Mineralien, da es sich um einen Versuchsbergbau handelte.


Kleines Museum der Geschichte des Tals:

Wird vom Verein Arbeitskreis "Grube Friedrichssegen" betrieben. Keine festen Termine. Besichtigung nach Absprache möglich. Ein großes Modell des Tals zur Zeit der aktiven Grube Friedsrichssegen. Fotos. Einige Erinnerungsstücke an den Bergbau. Nachtrag: Durch Todesfall ist es nur noch durch Kontakt mit dem Stadtarchiv Lahnstein möglich, das Museum zu besichtigen.

Mineralien (Anzahl: 175)

Mineralbilder (136 Bilder gesamt)

Moschellandsbergit
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Moschellandsbergit

BB-ca.3 mm- Deutschland/Rheinland-Pfalz/Rhein-Lahn-Kreis/Bad Ems/Grube Friedrichssegen

Sammlung: anatase2
Copyright: Joerg M.
Beitrag: anatase2 2018-10-03
Moschellandsbergit
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Moschellandsbergit

BB-ca.3 mm- Deutschland/Rheinland-Pfalz/Rhein-Lahn-Kreis/Bad Ems/Grube Friedrichssegen

Sammlung: anatase2
Copyright: Joerg M.
Beitrag: anatase2 2018-10-03
Linarit
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Linarit

Bildbreite: 2,6 mm; Grube Friedrichssegen, Bad Ems, Taunus, Rheinland-Pfalz, Deutschland

Sammlung: loparit
Copyright: loparit
Beitrag: loparit 2012-08-04

Gesteine (Anzahl: 10)

Gesteinsbilder (1 Bilder gesamt)

Felix Stollen Aragonit-Sinter
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Felix Stollen Aragonit-Sinter

Friedrichssegen, Bad Ems, Taunus, Rheinland Pfalz. 2002.

Sammlung: Doc Diether
Copyright: Doc Diether
Beitrag: Doc Diether 2009-01-26

Fossilien (Anzahl: 5)

Fossilbilder (2 Bilder gesamt)

Arduspirifer
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Arduspirifer

Arduspirifer sp. (Steinkern) in Quarzit, Unterdevon, Halde der Grube Friedrichssegen (Lahnstein/Taunus)

Sammlung: Erik
Copyright: Erik
Beitrag: oliverOliver 2017-02-13
Trilobit
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Trilobit

Trilobit indet., L. 3,3 cm, Devon. FO: Grube Friedrichssegen, Rheinland-Pfalz, D.

Sammlung: Stonebrother
Copyright: Stonebrother
Beitrag: oliverOliver 2017-03-10

Referenz- und Quellangaben, Literatur

Literatur:

  • Bluhme, R. (1868): Braunbleikrystalle von der Grube Friedrichssegen bei Oberlahnstein. N. Jb. Min. Geol. Pal., 848-49.
  • Seligmann, G. (1876): Beschreibung der auf der Grube Friedrichssegen vorkommenden Mineralien. Jb. nass. Ver. f. Nat.(H. 33).
  • Seligmann, G. (1877): Krystallformen am Weißbleierz von der Grube Friedrichssegen bei Oberlahnstein. Verh.naturh. Ver. preuß. Rhld. u. Westf., 175.
  • Sandberger, F. (1884): Amalgam von der Grube Friedrichssegen bei Ober-Lahnstein. N. Jb. Min. Geol. Pal., 191-92.
  • Dechen, H. v. (1885): Silberamalgam von der Grube Friedrichssegen. N. Jb. Min. Geol. Pal., 1 (Ref. 16).
  • Maqua, N. (1983). Zwei Fundstellen auf dem Emser Gangzug - Die Gruben Schöne Aussicht und Friedrichssegen. Min.-Mag., Jg.7, H.10, S.450-54 (Jodargyrit, Jodobromit, Corkit, Beudantit, Skorodit, Hinsdalit, 'Glaskopf', Pyromorphit, Pyrolusit, Pyrit, Duftit, Linarit, Serpierit, Cuprit, Kongsbergit, Quecksilber, Silber, Gold, Kupfer, Langit, Schwefel, Galenit, Sphalerit, Chalkopyrit, Malachit, Anglesit, Cerussit, Covellin, Smithsonit)
  • Cruse, B. (1980). Neue Haldenfunde von Corkit im Emser Gangzug im Vergleich zu denen der Grube 'Schöne Aussicht' bei Dernbach / Westerwald. Aufschluss, Sonderb. 30, S.11-18.
  • Bode, R. (1983). Die Sekundärmineralien der Halde 'Grube Friedrichssegen'. Emser Hefte, Jg.83, Nr.2, S.46. (Schwefel, Embolit, Coronadit, Gibbsit, Dundasit, Devillin, Serpierit F, Schulenbergit, Namuwit, Brochantit, Hinsdalit, Hopeit, Kaolinit)
  • Schnorrer-Köhler, G. (1984). Mineralogische Notizen. Aufschluss, Jg.35, Nr.6, S.219-30. (Embolit, Schulenbergit, Chalkonatronit, Devillin)
  • Wagner, U. und Muhr, M. (1984). Mineralien von der Halde der Grube Friedrichssegen. Lapis, Jg.9, Nr.2, S.9. (Kupfer, Silber, Gold, Schwefel, Quecksilber, 'Landsbergit', Sphalerit, Galenit, Pyrit, Covellin, Chalkosin, Gersdorffit, Embolit, Jodargyrit, Cuprit, Tenorit, Quarz, Mennige, Coronadit, Gibbsit, Limonit, Siderit, Smithsonit, Calcit, Cerussit, Malachit, Azurit, Hydrozinkit, Gips, Anglesit, Linarit, Brochantit, Morenosit, Copiapit, Serpierit, Devillin, Schulenbergit, Namuwit, Elyit, Langit, Posnjakit, Corkit, Hinsdalit, Hidalgoit, Pyromorphit, Hopeit, Erythrin, Kaolinit, Chalkopyrit, Aragonit, Dundasit, Kongsbergit)
  • Dietrich, R. und Bode, R. (1984). The mines and minerals of Bad Ems. Miner. Rec., Vol.15, H.6, S.323-44.
  • Kalbhenn, S. und Muhr, M. (1985). Forum: Neufunde von den Halden der Grube Friedrichssegen, Bad Ems. Emser Hefte, Jg.85, Nr.2, S.7. (Gold, Adamin, Caledonit, Chalkophanit, Hemimorphit, Karminit, Vivianit, Hopeit)
  • Blaß, G. und Graf, H.W. (1991). Forum: Neues von bekannten Fundorten. Emser Hefte, Jg.91, Nr.2, S.72. (Hydromagnesit).
  • Blaß,G. und Graf, H.W. (1991). Neufunde von bekannten Fundorten. Miner.-Welt, Jg.2, Nr.4, S.64-65. (Hyromagnesit)
  • Krause, W. (1992). Perroudit von der Grube Friedrichssegen bei Bad Ems. Aufschluss, Jg.43, Nr.5, S.301-03.
  • Schnorrer, G. (1993). Mineral. Notizen VI. Aufschluss, Jg.44, Nr.1, S.44-58. (Valentinit, Siderotil, Gaitit, Adamin, 'Cuproadamin' = Adamin, Philipsburgit, Wickenburgit, Schwefel, Breithauptit, Perroudit)
  • Schnorrer, G. (1994). Brianyoungit, ein neues basisches Zink-Carbonat. Lapis, Jg.19, Nr.5, S.24.
  • Blaß, G. und Graf, H.W. (1994). Neufunde von bekannten Fundorten (XI). Min.-Welt, Jg.5, Nr.3, S.53-56.
  • Schnorrer, G. (1995). Mineralogische Neuigkeiten von bekannten deutschen Fundorten. Lapis, Jg.20, Nr.12, S.43. (Nickelhexahydrit, Honessit, Quenstedtit, Schultenit, Duftit, Annabergit, Parasymplesit, Nachtrag: Arsenopyrit + 'Korynit' + Antimonit)
  • Blaß, G. und Graf, H.W. (1997). Neue Mineralienfunde und Bestimmungen (17). Miner.-Welt, Jg.8, Nr.2, S.16-19. (Bornit)
  • Arbeitskreis Grube Friedrichssegen. Chronik Bergbaudorf Friedrichssegen. Eigenverlag 1997. 392 S. Ahl 35, 56112 Lahnstein - Friedrichssegen.
  • Schnorrer, G. und Hiller, V. (1999). Neue Mineralien von der ehemalige Grube Friedrichssegen des Emser Gangzuges bei Bad Ems / Rheinland Pfalz. Aufschluss, Jg.50, Nr.3, S.157-60. (Chlorargyrit, Delafossit, Posnjakit, Stranskiit, Olivenit, Austinit, Nickelaustinit, Strashimirit, Richelsdorfit)
  • Schnorrer, G., Christ, G., Hiller, V. und Frohwein, J. (2004). Die Minerale von der ehemaligen Grube Friedrichssegen des Emser Gangzuges bei Bad Ems/Rheinland-Pfalz. Aufschluss, Jg.55, Nr.2, S.65-104.
  • Schnorrer, G., Pfeiffer, F. und Schwarz, L. (2006). Redgillit - ein neues Cu-Sulfatmineral von zehn Fundstellen aus Deutschland. Aufschluss, Jg.57, Nr.1, S.15-21.
  • Seeliger, A., D.E. Buchert und T. Noll. (2009) Der Emser Gangzug. Aufschluss, Jg.60, Nr.2/3, 160 S.
  • Möhn, G. et al. (2009): Neue Mineralfunde von der Grube Friedrichssegen bei Bad Ems, in: LAPIS 5/2009, S.35-40.
  • Rastsvetaeva, R.K. et al. (2012). Lahnsteinit. Cryst. Rep. 57/5, S.737-41. (Struktur) (Typ-Publ.)
  • Lahnsteinit. CNMNC Newsl. No. 13, June 2012, S.808; Min. Mag., 76, 807-17. (Typ-Publ.)
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