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Litermont

Steckbrief

Fund­s­tel­lenpfad

Deutschland / Saarland / Saarlouis, Landkreis / Nalbach / Litermont

An­fahrts­be­sch­rei­bung

A 620 Anschlußstelle REHLINGEN abfahren und über DILLINGEN Richtung DIEFFLEN; dort nach Norden weiter Richtung DÜPPENWEILER (L346); der Ausschilderung zum Kupferbergwerk folgen. Zuvor am "Grauen Stein" parken und nach rechts durch den Wald zum Gipfel (Ausgeschildert)

Auf­schluss­be­sch­rei­bung

ehem. Steinbruchgelände

Fund­s­tel­len­typ

Tagebau/Steinbruch (aufgelassen/alt)

Geo­lo­gie

Am Nordwesthang kommen vordevonische Phyllite vor. Der Kern besteht aus einem Rhyolith-Intrusivkörper, dessen Ummantelung aus verkieseltem Rhyolithschutt, gefritteten Schiefertonen und Sandsteinen besteht.

Zu­gangs­be­schrän­kun­gen

keine: öffentlich zugänglich

Letz­ter Be­such

September 2011

GPS-Ko­or­di­na­ten

Litermont



Litermont

WGS 84: 
Lat.: 49,40111576° N, 
Long: 6,78533435° E
WGS 84: 
Lat.: 49° 24' 4,017" N,
   Long: 6° 47' 7,204" E
Gauß-Krüger: 
R: 2557045,
 H: 5474094
Regionale Wetter Information, Macrostrat geologische Karten

To­po­gra­phi­sche Kar­te

1:25 000 Normalausgabe - 6506 REIMSBACH -; Landesamt für Kataster-, Vermessungs- und Kartenwesen des Saarlandes 2005

Verkürzte Mineralienatlas URL

https://www.mineralienatlas.de/?l=4883
Bitte fühlen Sie sich frei auf diese Seite zu verlinken.

Verkürzte Pfadangabe

Litermont, Nalbach, Saarlouis, Saarland, DE
Nützlich für Bildbeschreibungen und Sammlungsbeschriftungen

Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

Weitere Funktionen

Ausführliche Beschreibung

Der Litermont

BILD:1200333361

Litermont Südseite, ehem. Steinbruch 1934

Als "Wahrzeichen des unteren Primstals" ragt der Litermont aus seiner Umgebung auf. Bei einer absoluten Höhe von 414,2 m beträgt der Südabfall, der durch Steinbrüche versteilt ist, rund 160 m. Im Südwesten ist der Hang von einem Blockschuttmantel verhüllt. Sein Dach und die östlichen Ausläufer werden von Sandsteinen, Konglomeraten und Schiefertonen der Kuseler Schichten aufgebaut. Am Nordwesthang kommen vordevonische Phyllite vor. Im Kern besteht er aus einem Rhyolith-Intrusivkörper, dessen Ummantelung aus verkieseltem Rhyolithschutt, gefritteten Schiefertonen und Sandsteinen jahrzehntelang am Südhang abgebaut wurde. Der in frischem Zustand rötlich-braune, angewittert blaßrote bis gelblich saure Rhyolith enthält Feltspäte, die als Kaolin in Klüften angereichert sind und abgebaut wurden. Ferner wurden Kupfererze, Bleiglanz, Mangan, Dolomite und Rötel bis ins 20. Jahrhundert ausgebeutet. aus: Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 159 Saarbrücken von Helga Schneider)


Ph. Schmitt, Pfarrer zu Dillingen an der Saar schreibt 1839:

"Eine Stunde nördlich von Saarloius, zwischen den Dörfern Nalbach und Düppenweiler, erhebt sich in grauer, zerspaltener Felskuppe, über alle Gebirge rund umher und nur dem vier Stunden entfernten Schaumberge gegenüber, der für die Geognosten sehr wichtige Litermont und beginnt die Reihe der einzelnen Porphyr- und Trappberge, welche sich von da über Oberstein an den Rhein ziehen. Wenn dieser Berg weder so großartig ist wie der Schaumberg, noch so mannigfache Produkte und Aufklärungen liefert wie der Weiselberg bei St. Wendel, so hat er doch Eigentümliches von so hoher Wichtigkeit, was nur in weiter Ferne seinesgleichen haben möchte, und liefert auf einer kleinen Fläche fast alle Erscheinungen aus der Geschichte der Porphyrgebirge. Nie wird derGeognost, wenn er die Beobachtungsstellen kennt, denselben verlassen, ohne erfreut zu sein."

So beginnt 1839 Ph. Schmitt, Pfarrer zu Dillingen an der Saar, Mitglied der Gesellschaft zu Metz, seine "Geognostischen Studien am Litermonte". Und nach Schmitt hat der Litermont alle bekannten Geologen angezogen, die im Rheinland gearbeitet haben, darunter Männer wie H. von Dechen und Nöggerath. Guetthard et Monnet erwähnen den Berg 1780 in "Atlas et description minéralogique de la France" und J. Steiniger bildet ihn in seiner "Geognostischen Gebirgskarte der Länder zwischen Rhein und Maas" 1822 ab. A. Pomel widmet ihm den größten Teil seines Vortrages vor der französischen geologischen Gesellschaft am 17. November 1845 ("Note sur quelques phénomènes géologiques de la vallée de la Brems, près Saarlouis"), und der Oberrheinische geologische Verein besuchte ihn anläßlich seiner Saarbrücker Tagung am 22. April 1927.



BILD:1200334261


Foto: rtbstone,
Unterer Teil des Steinbruches

BILD:1200334369


Foto: rtbstone,
Oberer Teil des Steinbruches

BILD:1200334434


Foto: rtbstone,
Blick aus dem Steinbruch nach Süden

BILD:1200335048

verkieseltes Konglomerat vom Litermont


Rudolf Loeser schreibt 1935:

Pfarrer Schmitt (1839) berichtet, daß der Berg vor der Revolution mit einem schönen Wald bestanden war; jetzt dagegen bedecke lockere, trockene und unfruchtbare Erde größtenteils den Berg, doch würden einige Strecken gepflügt. Auch zu Pomels Zeit (1845) "bedeckte eine nur recht arme Vegetation den anstehenden Fels". Heute dagegen verwehrt eine planmäßige Aufforstung fast überall den Einblick in den Bau des Berges. Man muß es sich an den wenigen Aufschlüssen genügen lassen, die er heute bietet. Doch der mächtigste von ihnen liegt leider gleich vor dem Beschauer: der ausgedehnte Steinbruch. Grauweiß leuchtet er schon von weitem aus dem dunklen Waldrahmen. Steht man darin, so glaubt man beim ersten Blick, eine gleichmäßig quarzige Masse vor sich zu haben. Erst allmählich erkennt man, daß es sich um Gerölle von Faustgröße un mehr handelt, die in einer quarzigen Grundmasse so fest eingebettet sind, daß das Geröll unter dem Hammer eher zerspringt, als daß es sich aus der Grundmasse löste. Mitunter ist die Grenze zwischen Geröll und Bindemittel kaum noch erkennbar. Pomel nennt das Gestein recht treffend Puddingstein.

Das Gestein gehört den oberen Kuseler Schichten (des unteren Rotliegend) an, die hier den am weitesten nach Westen vorgeschobenen Verbreitungspunkt besitzen. Nur der Südhang des Litermonts und vereinzelte Vorkommen weiter nach NW und N zeigen die eigentümlich kieselige Ausbildung des Quarzfelsens. Die Verkieselung und der seltener vorkommende verkieselte Sandstein eigen sich hervorragend zur Herstellung von Hochofengestellsteinen; auf sie ging hauptsächlich der umfangreiche Abbau; sie wurden dann nach Hagendingen in Lothrigen geliefert. Auf der Höhe des Litermontes findet man stark in Zerfall begriffene Brocken von Porphyr. In der Grundmasse des Porphyrs liegen vorwiegend kleine Feldspatkristalle, daneben bis 3 mm große sechsseitige Täfelchen von Biotit. Dieser Quarzporphyr enthält kleine, blutrote Granaten, was schon J.J. Nöggerath (1826) und Pomel wußten. Die Granaten kommen danach als wohlausgebildete Zwölfflächner bis zu 2,2 mm vor. Am Nordosthang des mit dem Litermont in unmittelbarem Zusammenhang stehenden Wehlenkopfes kommt Dolomit vor. Es handelt sich um ein von NO nach SW streichendes Lager, das schon zu Zeiten von Pfarrer Schmitt bergmännisch abgebaut wurde. Es war dies ein Gang von 6 m Breite und mindestens 70 m Länge; der Dolomit wurde 10 m unter Tag in voller Breite und etwa 3 m Mächtigkeit gewonnen. Man verwendete ihn als "schwarzen Kalk", hydraulischen Mörtel. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts wurde der Betrieb aufgegeben. In dem weißen, gelegentlich auch rot gefärbten Dolomit finden sich Schwerspatknollen, mitunter Aragonit und Anflüge von Malachit. Dieses Mineral leitet zum interessantesten Erzvorkommen am Litermont über- zum Kupfer, das nordöstlich des Berges abgebaut wurde.



BILD:1200335712


Foto: rtbstone,
anstehendes Konglomerat

BILD:1200335774


Foto: rtbstone,
verkieselter Ton

BILD:1200335832


Foto: rtbstone,
verkieseltes Konglomerat


BILD:1200336299

Gipfelbereich des Litermont

Entstehungsgeschichte des Litermonts

Pfarrer Schmitt beobachtete die Steilstellung der Schichten des Rotliegenden rings um den Berg, die Entfärbung des Konglomerates und des Tones und die "völlige und teilweise Verschmelzung" des Gerölles. Es sah also in der Veränderung des Gesteines eine reine Hitzewirkung, erkannte sie noch nicht als Verkieselung, obgleich ihm "das Ausströmen heißer Gase bei vulkanischer Tätigkeit" bekannt war.

Die Krustenbewegung, die während des Karbons zur Hebung des Sattels von Mettlach-Sierck und des Saarbrücker Hauptsattels sowie zur Einsenkung der Saar-Nahe Mulde geführt hatte, dauern auch in der Folgezeit noch an. Gegen Ende des Unterrotliegenden hatten sich jedoch allmählich so starke Spannungen in den darunterliegenden Schichten herausgebildet, daß es längs des Saarbrücker Hauptsattels und rings um die Primsmulde zu Zerreißungen kam, die tief in den Untergrund hinabreichten. Diese Spalten gaben dem flüssigen Magma Gelegenheit zum Aufsteigen. Zum Teil nur drang das Magma bis zur Erdoberfläche auf; in anderen Fällen- wie in dem des Litermont- blieb es in der Decke der Schichtgesteine stecken und erstarrte dort. Als dann später die über- und umlagernden Schichten zur Abtragung kamen, blieben die verhältnismäßig härteren vulkanischen Gesteine erhalten und treten heute in der Landschaft als Rücken oder Kuppen hervor. So nahm denn der Litermont seine heutige Gestalt an, wobei die Südseite deswegen nicht der Verwitterung zum Opfer viel, weil sie aus dem außerordentlich harten verkieselten Konglomerat besteht. In senkrechten Klüften waren Gase und Dämpfe hochgestiegen, die an der einen Stelle den Quarz der Gerölle angriff, an den meisten aber das Material zur Imprägnation mit Kieselsäure lieferte, das angrenzende Gestein veränderte oder die in ihnen enthaltenen Metalle (Kupfer, Blei, Mangan, Eisen) aus den leichten flüchtigen Bestandteilen in den Spalten als Erz niederschlug.

Diese vulkanische Tätigkeit im Bereich der Saar-Nahe Mulde war übrigens nur von verhältnismäßig kurzer Dauer; schon um die Mitte des Oberrotliegenden ist von ihr nichts mehr zu bemerken.



BILD:1200336511


Foto: rtbstone,
Kreuz am Litermontgipfel

BILD:1200336569


Foto: rtbstone,
Blick vom Gipfel Richtung Süd und Richtung Steinbruchgelände

BILD:1200336626


Foto: rtbstone,
Optischer Telegraf (Nachbau;Standort im Gipfelbereich) Telegraphenlinie Paris-Metz-Mainz, 1813


Zu empfehlen ist die "Litermont-Gipfel-Tour"; Deutschlands schönster Wanderweg 2007


BILD:1200415892


Der Litermont 2008
Foto: Thomas Stein

Mineralien (Anzahl: 15)

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Mineralbilder (7 Bilder gesamt)

Pyromorphit xx
Aufrufe (Bild: 1230366699): 1390
Pyromorphit xx

Bis 1 mm große nadelige xx in Limonitdruse vom Litermont bei Nalbach im Saarland

Sammlung: TKMineral
Copyright: TKMineral
Beitrag: TKMineral 2008-12-27
Mehr   MF 
Cerussit
Aufrufe (Bild: 1230366616): 1489
Cerussit

2 mm großer klare Cerussit x vom Litermont bei Nalbach im Saarland

Sammlung: TKMineral
Copyright: TKMineral
Beitrag: TKMineral 2008-12-27
Mehr   MF 
Pyromorphit  xx
Aufrufe (Bild: 1230366768): 1934
Pyromorphit xx

um 2 mm große xx auf Limonit vom Litermont bei Nalbach im Saarland

Sammlung: TKMineral
Copyright: TKMineral
Beitrag: TKMineral 2008-12-27
Mehr   MF 

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Referenz- und Quellangaben, Literatur

Quellenangaben:

  • Müller,G. (1970). Mineralogie und Lagerstätten. Aufschluss, Sonderb.19, S.153-72.
  • Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 159 Saarbrücken von Helga Schneider
  • http://www.litermont.de
  • Litermont - Wikipedia
  • Sammlung Geologischer Führer Saarland

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