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Tagebau Goitzsche

Steckbrief

Fund­s­tel­lenpfad

Deutschland / Sachsen-Anhalt / Anhalt-Bitterfeld / Bitterfeld-Wolfen / Bitterfeld / Tagebau Goitzsche

Auf­schluss­be­sch­rei­bung

Braunkohletagebau (rekultiviert und geflutet)

Geo­lo­gie

Braunkohle, oligozäne und miozäne Glimmersande

Zu­gangs­be­schrän­kun­gen

de facto keine, ehemaliger Tagebau ist heute See!

GPS-Ko­or­di­na­ten

Tagebau Goitzsche

Kreismuseum Bitterfeld



Tagebau Goitzsche

WGS 84: 
Lat.: 51,62664909° N, 
Long: 12,36116409° E
WGS 84: 
Lat.: 51° 37' 35,937" N,
   Long: 12° 21' 40,191" E
Gauß-Krüger: 
R: 4525114,
 H: 5721423
Regionale Wetter Information, Macrostrat geologische Karten

Kreismuseum Bitterfeld

WGS 84: 
Lat.: 51,62399489° N, 
Long: 12,32912242° E
WGS 84: 
Lat.: 51° 37' 26,382" N,
   Long: 12° 19' 44,841" E
Gauß-Krüger: 
R: 4522896,
 H: 5721117
Regionale Wetter Information, Macrostrat geologische Karten

Verkürzte Mineralienatlas URL

https://www.mineralienatlas.de/?l=19074
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Verkürzte Pfadangabe

Tagebau Goitzsche, Bitterfeld, Bitterfeld-Wolfen, Anhalt-Bitterfeld, Sachsen-Anhalt, DE
Nützlich für Bildbeschreibungen und Sammlungsbeschriftungen

Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

Weitere Funktionen

Ausführliche Beschreibung

Der inzwischen rekultivierte und geflutete Braunkohletagebau Goitzsche bei Bitterfeld in Sachsen-Anhalt ist mithin eines der bekanntesten deutschen Bernsteinvorkommen, wenn nicht gar das berühmteste. Bernsteinfunde im nordwestsächsischen Raum und den angrenzenden anhaltinischen Gebieten sind schon lange Zeit bekannt. Schon zu Ende des 17. Jahrhunderts werden im sächsischen Schmiedeberg Funde gemacht und auf Geheiß August des Starken für kurze Zeit ein Abbau vorgenommen, der aber baldigst wieder eingestellt wird. Um 1880 ergab sich noch einmal eine Abbauperiode, welche privat initiiert war, dann wurde es ruhig um das Vorkommen.

In Bitterfeld selbst sollen schon 1848 Bernsteine gefunden worden sein, der erste gesicherte Nachweis datiert aus dem Jahre 1933 im Liegenden des Bitterfelder Hauptflözes, aufgeschlossen in der Kohlengrube Golpa. Die Erkundungsarbeiten im Tagebau Goitzsche in den 1950er Jahren stießen auch auf Bernstein und als 1970 der "VEB Ostseeschmuck Ribnitz-Damgarten" unter Rohstoffknappheit zu leiden hatte, entschloss man sich, besonders nachdem gute Bernsteinproben vermehrt auftauchten, zum Abbau des Bernsteins in der Goitzsche. In drei Gewinnungsanlagen wurden von 1975 bis 1990 über 400.000 kg Bernstein gewonnen. Nach 1990 förderte man noch drei Jahre in der Nassgewinnung, ehe der Abbau eingestellt wurde. Es wird geschätzt, dass ein dreifaches der geförderten Bernsteinmenge sich noch heute unter dem See befindet!

Der Bitterfelder Bernstein kommt in oligozänen bzw. miozänen Glimmersanden vor. Sein Alter wird auf 22 Millionen Jahre datiert, womit er bei weitem jünger ist als der baltische Bernstein. "Urheber" des Bernsteins ist eine Koniferenart, welche im Raum Bitterfeld - wie in Gesamteuropa - in der Zeit des Tertiär verbreitet war. Jedoch wurde auch vereinzelt baltischer Bernstein in der Region gefunden. In der Hauptsache liegt Bernstein vom Typ Succinit vor, aber auch andere Varietäten (Gedanit, Glessit, Siegburgit, Retinit, Beckerit) wurden gefunden. Interessant ist der recht reiche Gehalt an Inklusen mannigfaltiger Art, ein Umstand der den Bitterfelder Bernstein bei Sammlern sehr begehrt macht.

Noch 1997 konnten bei - illegalen - Tagebaubefahrungen während der laufenden Rekultivierung schöne Funde gemacht werden. Meist kamen kleine Kiesel vor, die allenfalls 1-2 cm Größe erreichten, die aber gerade oft Inklusen enthielten. Seltener waren große Brocken bis Dezimetergröße. Mit der Flutung im Jahre 1998 sind die Fundmöglichkeiten erloschen.

Über weitere Mineralfunde in der Goitzsche ist wenig bekannt. Es wurden zersetzte Pyritkugeln gefunden und angelöste, aber dennoch recht hübsche Gipsdoppelender mit "Sanduhrstruktur". Unklar sind Berichte über Mellit.

Im Kreismuseum Bitterfeld (Bitterfeld, Kirchplatz 3), befindet sich eine sehenswerte Dauersstellung zum Thema "Bitterfelder Bernstein".



Kurze Beschreibung einiger Bernsteinarten:


Succinit-Gruppe

Succinit ist ein bräunlichgelber Bernstein, wenn dieser klar ist. Seine Durchsichtigkeit kann aber auch undurchsichtig trüb sein. Die Verwitterungsrinde ist dünn, festhaftend und rotgelb bis rot. Der Succinit ist gut zu polieren.

Gedanit ist von hellgelber Farbe, klar, spröder als Succinit, gut polierbar und hat eine dünne, weiße und staubende Verwitterungsrinde.


Glessit-Gruppe

Glessit besitzt eine mikroskopisch feinkörnige Struktur (makroskopisch: sphäroidische Einsprenglinge). Diese Bernsteinart ist durchscheinend klar bis undurchsichtig. Die Farbpalette reicht von rotbraun bis braun-schwarz. Die Verwitterungsrinde ist dünn, festhaftend zuckerkörnig und heller als frisches Material. Glessit ist mäßig gut zu polieren.

Bitterfeldit hat ein wolkiges Erscheinungsbild, aufgrund der feinkörnigen, reichlich wolkig-nebulösen Einsprenglingsmasse. Er ist weißgrau bis rötlichgraubraun, meistens undurchsichtig trüb und schlecht polierbar. Die Verwitterungsrinde ist dick, absandend und heller als frisches Material.

Durglessit hat eine mikroskopisch feinkörnige Struktur aus sphäroidischen Einsprenglingen. Seine Farbe ist rötlichgelbgrau. Er ist durchscheinend trüb und gut zu polieren. Die Verwitterungsrinde ist dünn, festhaftend und rotbraun.

Goitschit hat eine grünlich-hellgelbe Farbe und ist schwach trüb (selten klar). Die sehr dünne, weiße und talkigfettige Verwitterungsrinde ist festhaftend. Dieser Bernstein ist schlecht polierbar.


Beckerit-Gruppe

Beckerit ist ein meist graubraunes, besonders zähes und undurchsichtiges Harz und hat keine Verwitterungsrinde. Beckerit ist schlecht zu polieren.


Stantienit-Gruppe

Stantienit ist ein lackschwarzes, völlig undurchsichtiges und sehr sprödes Harz.. Er besitzt selten eine Verwitterungsrinde. Dieser Bernstein ist schlecht polierbar.

Pseudostantienit ist schwarz, völlig undurchsichtig und zäh. Die Verwitterungsrinde ist dünn, festhaftend, dunkelrotbraun und seidig schimmernd. Die Polierbarkeit ist sehr schlecht.

Mineralien (Anzahl: 5)

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Bernstein (facettiert)
Aufrufe (Bild: 1389974762): 3648
Bernstein (facettiert)

Goitzsche bei Bitterfeld, Sachsen-Anhalt, D. 1,3 x 1,3 cm.

Copyright: skibbo
Beitrag: skibbo 2014-01-17
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Bernstein
Aufrufe (Bild: 1386776994): 2789
Bernstein

rötlichbrauner Bernstein, ca. 2 cm groß, noch im schwarzbraunem, miozänen Braunkohlenschluff; Braunkohlentagebau "Goitsche III b" bei Bitterfeld, Sa.-Anhalt, BRD; Stufe: 6 x 5 cm

Sammlung: chribiedav
Copyright: chribiedav
Beitrag: chribiedav 2013-12-11
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Pilzmücke - Fam. Mycetophilidae
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Pilzmücke - Fam. Mycetophilidae

Gefunden 1994 im Tagebau Goitzsche - B.B. ca. 7mm

Copyright: Troglophiler
Beitrag: Troglophiler 2011-02-11
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Pilzmücke - Fam. Mycetophilidae
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Pilzmücke - Fam. Mycetophilidae

Gefunden 1994 im Tagebau Goitzsche - B.B. ca. 7mm

Copyright: Troglophiler
Beitrag: Troglophiler 2011-02-11
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Subfossiles Holz: Eiche
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Subfossiles Holz: Eiche

Tagebau Goitzsche, Bitterfeld, Sachsen-Anhalt.

Sammlung: Museum Ferropolis
Copyright: Doc Diether
Beitrag: Doc Diether 2016-05-31
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Referenz- und Quellangaben, Literatur

Literatur:

  • Hasenknopf, O. et al. (1933): Über fossile Harze der Grube Golpa bei Bitterfeld, in: Braunkohle, Bd.32, H.19, S.309-15 u. H.20, S.326-329, Halle: Knapp-Verlag.
  • Krumbiegel, G.; Kosmowska, Ceranowiez, B. (1989): Der Bitterfelder Bernstein - Geschichte, Geologie und Genese. Fundgrube 2, S.34-39.
  • Krumbiegel, G. & Kosmowska-Ceranowicz (1990). Vorkommen von Glessit, Siegburgit? und Krantzit im Tertiär Mitteldeutschlands (Bitterfeld, Niederlausitz). Fundgrube, Bd.3, S.78.
  • Günter Krumbiegel (1995). Der Bitterfelder Bernstein (Succinit). In: Werner K. Weidert: Klassische Fundstellen der Paläontologie. Bd.3. Goldschneck Verlag. S.191-204.
  • Schellhorn, S. (1998): Bitterfelder Bernstein: Der Schatz aus der "Goitsche", in: LAPIS 3/1998, S.35-37.
  • Schellhorn, S. (2001). Lapis Aktuell:'Bernsteinkeller' in Bitterfeld. Lapis, Jg.26, Nr.5, S.7.
  • Bartnik, D. (2005): Mineralogische Streifzüge durch NW-Sachsen,S.82-84.
  • Wimmer, R., Holz, U. & Rascher, J. (Eds.) (2004): Bitterfelder Bernstein: Lagerstätte, Rohstoff, Folgenutzung -Programm, Vortragskurzfassungen und Exkursionsführer zum 16. Treffen des Arbeitskreises Bergbaufolgelandschaften - Bitterfeld 4.-5. Juni 2004 / Mitveranstalter: Kreismuseum Bitterfeld Exkursionsführer und Veröffentlichungen GGW Berlin 224, 85 S.
  • Wimmer, R., Pester, L., Eissmann, L. (2006): Das Bernsteinführende Tertiär zwischen Leipzig und Bitterfeld, in: Mauritiana (Altenburg) 19 (2006) 3, S. 373-421 ISSN 0233-173X
  • Urban, J. (2000): Bitterfelder Bernstein, Veröffentlichungen des Museums für Naturkunde Chemnitz, Bd.23, S.5-12.

Weblinks

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