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Grube Einheit (Drei Kronen und Ehrt)

Steckbrief

Land

Deutschland

Re­gi­on

Sachsen-Anhalt / Harz, Landkreis / Oberharz am Brocken / Elbingerode / Grube Einheit

GPS-Ko­or­di­na­ten

Grube Einheit



Grube Einheit

WGS 84: 
Lat.: 51,76709625° N, 
Long: 10,82530975° E
WGS 84: 
Lat.: 51° 46' 1,547" N,
   Long: 10° 49' 31,115" E
Gauß-Krüger: 
R: 4419012,
 H: 5737639

Auf­schluss­be­sch­rei­bung

auflässiger Tagebau am Schwarzen Graben und Untertageabbau (nicht zugänglich)

Geo­lo­gie

Eisenerze des Lahn/Dill-Typs in Keratophyren. Schwefelkiesgrube.

Zu­gangs­be­schränku­ngen

keine, Bergbaureste sind aber nurmehr spärlich zu erkennen. Unter dem alten Namen "Drei Kronen und Ehrt" ist heute in Elbingerode ein Besucherbergwerk eingerichtet.

Letz­ter Be­such

Das Besucherbergwerk ist seit November 2015 geschlossen.

Verkürzte Mineralienatlas URL:

https://www.mineralienatlas.de/?l=5213
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Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

Weitere Funktionen

Bilder von Fundstellen (8 Bilder gesamt)

Bohrwagen und Deckenbohrer
Aufrufe (Bild: 1361114354): 1558
Bohrwagen und Deckenbohrer

Besucherbergwerk Drei Kronen und Ehrt. Grube Einheit, Harz, Sachsen-Anhalt. 1998.

Copyright: Doc Diether
Beitrag: Doc Diether 2013-02-17
Förderschacht
Aufrufe (Bild: 1235479113): 3022
Förderschacht

Daneben Silo für Kraftwerksasche, die innen als Blasversatz mit diversen Zusätzen eingebracht wird. Grube Einheit, Elbingerode, Harz, Sachsen-Anhalt; 1998.

Copyright: Doc Diether
Beitrag: Doc Diether 2009-02-24
Fördergerüst
Aufrufe (Bild: 1235478833): 2650
Fördergerüst

Dahinter Silo für Kraftwerksasche, mit der innen verfüllt wird. Zweck: Neutralisation der sauren Grubenwässer. Grube Einheit, Elbingerode, Harz, Sachsen-Anhalt. 1998.

Copyright: Doc Diether
Beitrag: Doc Diether 2009-02-24

Ausführliche Beschreibung

Im Elbingeröder Gebiet ging bereits im neunten Jahrhundert Bergbau auf Eisen um. Bis zum Dreißigjährigen Krieg florierte der Bergbau auf Eisen. Späterhin wurde um 1870 das Pyritlager entdeckt, 19 Jahre später wird die Grube "Großer Graben" in den heute wieder bekannten Namen "Drei Kronen und Ehrt" umbenannt. Zahlreiche neue Stollen werden vorgetrieben und bis ins Jahr 1901 wurden 18.000 Tonnen Pyriterz gefördert. Nach zwischenzeitlichem Niedergang erlebt der Pyritabbau zur Schwefelgewinnung in den Kriegsjahren wiederum eine Blüte. Allein im Jahre 1944 kommen 100.000 Tonnen Schwefelkies aus dem Berg (Schaarschmidt, 2003). In der DDR ist die Grube unter dem Namen "Einheit" bekannt, unter diesem Namen wird sie auch auf den Stufen-Etiketten der Mineraliensammler geführt. In der Zeit kommt es zu einem Ausbau der Grubenanlagen, was neben dem Erreichen der 480 m-Sohle durch den Zentralschacht auch die Einrichtung von Aufbereitungsanlagen u.a. einbezieht. Im Jahr 1973 wird die Rekord-Produktionszahl von 380.000 Tonnen Pyrit erreicht. Die benachbarten bekannten Gruben "Braunesumpf" und "Büchenberg" hatten den Betrieb da bereits eingestellt. Mit der Wende wurde wie vielerorts auch hier der Abbau eingestellt und am 31. Juli 1990 schließlich erklingt auch auf der Grube Einheit nach 1000 Jahren Bergbau das letzte "Glückauf!".

Die Grube Einheit hat - im Gegensatz zur benachbarten Grube Büchenberg - eine ganze Anzahl verschiedener Mineralarten geliefert, von denen besonders die Calcitkristalle eine gewisse Berühmtheit erreichten. Im Untergrund der Lagerstätte steht karstiger Kalkstein an, in dessen Hohlräumen (Schlotten) der Calcit auskristallisierte. Die Farbe der teils sehr großen Kristalle (es wurden Stücke mit Kantenlängen um die 30 cm gefunden) war zumeist farblos oder gelblich. Dabei sind die Calcite äußerst formenreich: 500 Ausformungen kommen auf der Grube Einheit vor - besonders reizvoll sind "Schmetterlings-Zwillinge". Das Hauptfördererz der Grube, der Pyrit, wurde fast nur derb gefunden, Kristallstufen gehören schon zu den Seltenheiten. Dennoch wurden Stücke mit 4 cm großen Kristallen (meist aber nicht mehr als 5 mm), die pentagondodekaedrisch ausgebildet waren. Es ist auch nachgewiesen, dass der Pyrit nicht immer stabil war und nach Jahren in der Sammlung zerfiel. Weitere Minerale sind von hier auf dem Sammlermarkt kaum zu bekommen. Und doch gibt es noch einige Arten, die erwähnt werden sollten. Dazu rechnet der Rhodochrosit, der entweder kleine Rhomboeder bildet (max. 1 cm Kantenlänge) oder aber schön rosafarbene, nierige Kugeln von einigen Zentimetern. Manchmal ist der Rhodochrosit mit blauem Baryt vergesellschaftet (selten) oder sitzt auf Millerit-Garben, die 3 cm hoch werden können. Die Millerite dürften zu den besten im Harz gehören, doch war das Mineral sehr selten. Weitere Raritäten sind Kutnahorit in bräunlichen, garbenförmigen Kristallen sowie Groutit in schwarzen büscheligen Kristallsonnen auf Calcit. Auf Grund des Fehlens von Haldenaufschüttungen sind Sekundärminerale von der Grube Einheit kaum bekannt und zumindest nicht erwähnt. Neben einem Einzelfund hervorragender Voltait-Kristalle (5 mm groß) ist hier nur der Melanterit zu nennen, der in alten Grubenbauen wahre Tropfsteine bildete, die bis zu mannshoch wurden, aber nicht beständig waren. Einige wenige Exemplare, die gleich untertage in luftdicht abgeschlossene Gefäße eingeschlossen wurden, gelangten in die Sammlungen.

Mineralien (Anzahl: 41)

Mineralbilder (25 Bilder gesamt)

Calcit
Aufrufe (Bild: 1235234431): 589
Calcit

Grube Einheit, Elbingerode, Harz, Sachsen-Anhalt. BB ca.9cm.

Sammlung: harzer
Copyright: harzer
Beitrag: harzer 2009-02-21
Jaspis
Aufrufe (Bild: 1235234952): 2000
Jaspis

Grube Einheit, Elbingerode, Harz, Sachsen-Anhalt. BB ca.6cm.

Sammlung: harzer
Copyright: harzer
Beitrag: harzer 2009-02-21
Calcit
Aufrufe (Bild: 1274206987): 484
Calcit

Größe: 8 x 5,5 x 3 cm, Fundort: Grube Einheit, Elbingerode, Harz, Deutschland

Copyright: Peter Haas
Beitrag: thdun5 2010-05-18

Gesteine (Anzahl: 3)

Gesteinsbilder (1 Bilder gesamt)

Brekzie: Pyrit, Jaspis (r), Keratophyr (dgr).
Aufrufe (Bild: 1205241261): 3238
Brekzie: Pyrit, Jaspis (r), Keratophyr (dgr).

Elbingerode, Grube Einheit. Harz, Sachsen-Anhalt. Ca.10x8 cm

Sammlung: Doc Diether
Copyright: Doc Diether
Beitrag: Doc Diether 2008-03-11

Referenz- und Quellangaben, Literatur

Literatur:

  • Scheffler, H. (1976): Der Einfluß der Kalksteinverkarstung auf die Sicherheitsvorkehrungen der Schwefelkiesgrube "Einheit" bei Elbingerode im Harz - 1.T. Fundgrube, Bd.1+2, S.37.
  • Scheffler, H. (1977). Der Einfluß der Kalksteinverkarstung auf die Sicherheitsvorkehrungen der Schwefelkiesgrube "Einheit" bei Elbingerode im Harz - Schluß. Fundgrube, Bd.1+2, S.20.
  • Vollstädt, H. (1979): Einheimische Minerale, 5.Aufl., Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie Leipzig, S.323.
  • Scheffler, H. & Thalheim, K. (1982). Ein Vergleich der Schlottencalcite aus der Grube "Einheit" bei Elbingerode. Fundgrube, Bd.2, S.41.
  • Schaarschmidt, H. (1992). Bergbau und Mineralien der ehemaligen Schwefelkiesgrube 'Einheit' bei Elbingerode im Harz. Min.-Welt, Jg.3, Nr.5, S.16-21
  • Wittern, A. (1995): Mineralien finden im Harz, Köln: Sven von Loga, S.85-86.
  • Schaarschmidt, H. (2003). Schöne Calcitkristalle und interessante Begleitmineralien aus Elbingerode im Harz. Lapis, Jg.28, Nr.2, S.13-20.
  • STEDINGK, K., LIEßMANN, W & BODE, R. (2016): HARZ – Bergbaugeschichte, Mineralienschätze, Fundorte. Bode Verlag, Salzhemmendorf. 800 S. S.138.
  • Wolfgang Schilling (2016). Grube Einheit - Goldener Schatz im Harz. 320 S., Blankenburg.

Weblinks:


Quellenangaben

Einordnung