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Nickelerzvorkommen Hohberg bei Sohland a.d. Spree (Oberlausitz)

Steckbrief

Land

Deutschland

Re­gi­on

Sachsen / Bautzen, Landkreis / Sohland an der Spree / Nickelerzvorkommen Hohberg

An­fahrts­be­sch­rei­bung

Sohland erreicht man am besten von Bautzen aus auf der B96, auf der man bis Oppach fährt, wo man nach Westen auf die B98 abbiegt. Hier nehme man kurz vor Pilzdörfel eine der Abfahrtsmöglichkeiten nach Sohland bzw. Sluknov (Schluckenau). Man durchquere Sohland und fahre nach Hohberg weiter und kommt direkt an die tschechische Grenze (Grenzübergang Rozany/Rosenthal).

Auf­schluss­be­sch­rei­bung

Bergwerk (aufgelassen). "Armerzhalde" des Nickelbergbaues.

Geo­lo­gie

Ni-führender Lamprophyrgang im Lausitzer Granodiorit. Imprägnationslagerstätte.

Nebengestein: Granodiorit, Doleritgänge eines gabbroiden Intrusivkörpers.

Zu­gangs­be­schrän­kun­gen

Privatgrundstück, Anmeldung erforderlich! Gelände gehört dem Besitzer der Fischzuchtanlage neben der Gaststätte "U Karlu" .

Letz­ter Be­such

09.09.2012

Verkürzte Mineralienatlas URL:

https://www.mineralienatlas.de/?l=4816
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Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

Weitere Funktionen

Ausführliche Beschreibung

Die "Armerzhalde" des Vorkommens liegt direkt auf der deutsch/tschechischen Grenze. Am besten gelangt man hin, wenn man den Wagen auf der deutschen Seite im Örtchen Hohberg abstellt und dann zu Fuß die Grenze am Grenzübergang Rozany überwandert. Direkt hinter der Grenze schlage man sich linkerhand in den Wald hinauf, wo man bald die Halde sehen wird. Durch einen Hausbau in der Gegend ist sie vor ein paar Jahren frisch aufgeschürft worden, was für ein paar Jahre gute Fundmöglichkeiten sichern dürfte. Man steht hier auf dem tschechischen Teil der Halde. Dort, wo sie hinten steil abfällt, kann man auf die deutsche Seite herunterklettern und kommt zu einem Trampelweg. Folgt man diesem nach rechts, so gelangt man bald zum Stollenmundloch der Lagerstätte. Laut Aussage ansässiger Sammler ziehen sich die Stollen weit in den Berg hinein und verzweigen auf tschechischem Gebiet. Dort befinden sich weitere Stollenmundlöcher. Der Abbau auf Nickel dauerte hier von 1902 bis 1924, eine kurze Abbauperiode gab es noch einmal in den 1940er Jahren, als Nickel für die Rüstungsindustrie gefördert wurde. Auch die WISMUT suchte hier nach Uran, wobei geringmächtige Lettenvererzungen mit Uranglimmer angetroffen worden sein sollen. Oberhalb der Halde befinden sich einige Schurfgräben in der Umgebung eines mit einem Eisengitter abgedeckten Luftschachtes, der wohl direkt mit dem unteren Stollen verbunden ist. Direkt hinter der Halde befindet sich ein weiterer, allerdings verbrochener, Luftschacht sowie ein nur mehr schwer erkennbares Stollenmundloch.

In den Mineralbestand der Halde hat man sich schnell eingesehen. Das Nickelerz besteht vorrangig aus nickelhaltigem Pyrrhotin und Pentlandit, der schnell tombakbraun anläuft. Hinzu treten in makroskopisch erkennbarer Form Pyrit als kleine Würfelchen sowie goldglänzender derber Chalkopyrit. Wo das Nickelerz verwittert, finden sich hellgrüne bis blaugrüne Krusten. Sind diese wasserlöslich, handelt es sich im Wesentlichen um Nickelhexahydrit und Ferrohexahydrit. Weitaus häufiger sind aber allophanartige Beläge aus an sich fast farblosem Chrysokoll, welcher seine grüne Farbe hier durch das seltene Nickelsilikat Nimit erhält (FRENZEL 2009).

Häufig tritt daneben auch Gips in dünnen Nadeln auf, gerade in kleinstückigem, durch Limonit verbackenem Haldenmaterial. Im Gestein selbst findet sich, an calcitgefüllte Hohlräume gebunden, grüner Epidot in winzigen Prismen, dazu ähnliche gräuliche xx (Klinozoisit?). In den erwähnten Schurfen traten außerdem in verwitterten, glimmerreichen Partien des Lamprophyrs dunkelbraune Nadeln auf, bei denen es sich wohl um Allanit handelt. Außerdem führt die Halde reichlich Stücke mit faserigem Chrysotil-Asbest mit derbem Pyrit. Letzterer bildet in einem Einzelfund auch Pseudomorphosen nach parallelfaserigem Chrysotil. Alle weiteren in der Liste aufgeführten Minerale traten mehr oder minder erzmikroskopisch auf. Besonders interessant dabei ist das von RAMDOHR erwähnte Auftreten von Sperrylith. In diesem Zusammenhang sei noch erwähnt, dass auf der tschechischen Seite, auf der Grube Kunratice bei Sluknov Pt- und Te-Erze an das Nickelvorkommen gebunden waren. Für die genannten Arten bestehen gute Fundmöglichkeiten. Beim letzten Besuch des Verfassers hätte man nickelvererzte Handstücke tonnenweise wegtragen können. Man konnte sich fragen, warum die Halde als "Armerzhalde" bezeichnet wurde. Die walnussgroßen Einsprenglinge glänzenden Erzes ließen erahnen, was wohl untertage herausgekommen sein musste...

Aktuell (September 2012) herrschen immer noch sehr gute Fundmöglichkeiten, auch für recht reines, massives Erz.

Mineralien (Anzahl: 63)

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ZurücksetzenAlAsAuBaCCaCeClCoCuFFeHKMgNaNiOPPbPtSSiSrTiUZn
Aktinolithr
Mücke, A. (2012). (Erzmikroskopisch)
(Sachsen/Bautzen, Landkreis/Sohland an der Spree/Nickelerzvorkommen Hohberg)
M
Anorthitr
Mücke, A. (2012). (Erzmikroskopisch)
(Sachsen/Bautzen, Landkreis/Sohland an der Spree/Nickelerzvorkommen Hohberg)
M
'Apatit-Gruppe'r
Mücke, A. (2012). (Erzmikroskopisch)
(Sachsen/Bautzen, Landkreis/Sohland an der Spree/Nickelerzvorkommen Hohberg)
M
'Biotit'r
Mücke, A. (2012). (Erzmikroskopisch)
(Sachsen/Bautzen, Landkreis/Sohland an der Spree/Nickelerzvorkommen Hohberg)
M
'Chlorit-Gruppe'r
Mücke, A. (2012).
(Sachsen/Bautzen, Landkreis/Sohland an der Spree/Nickelerzvorkommen Hohberg)
M
Chrysokollr
Frenzel, M. (2009):
(Sachsen/Bautzen, Landkreis/Sohland an der Spree/Nickelerzvorkommen Hohberg)
BM
Devillinr
Frenzel, M. (2009):
(Sachsen/Bautzen, Landkreis/Sohland an der Spree/Nickelerzvorkommen Hohberg)
M
Diopsidr
Mücke, A. (2012).
(Sachsen/Bautzen, Landkreis/Sohland an der Spree/Nickelerzvorkommen Hohberg)
M
Fayalitr
Mücke, A. (2012).
(Sachsen/Bautzen, Landkreis/Sohland an der Spree/Nickelerzvorkommen Hohberg)
M
Forsteritr
Mücke, A. (2012). (Erzmikroskopisch)
(Sachsen/Bautzen, Landkreis/Sohland an der Spree/Nickelerzvorkommen Hohberg)
M
'Hornblende'r
Mücke, A. (2012).
(Sachsen/Bautzen, Landkreis/Sohland an der Spree/Nickelerzvorkommen Hohberg)
M
Kaersutitr
Mücke, A. (2012).
(Sachsen/Bautzen, Landkreis/Sohland an der Spree/Nickelerzvorkommen Hohberg)
M
Klinochlorr
Mücke, A. (2012).
(Sachsen/Bautzen, Landkreis/Sohland an der Spree/Nickelerzvorkommen Hohberg)
M
Labradorit (Var.: Anorthit)r
Mücke, A. (2012). (Erzmikroskopisch)
(Sachsen/Bautzen, Landkreis/Sohland an der Spree/Nickelerzvorkommen Hohberg)
M
Magnesiohastingsitr
Mücke, A. (2012).
(Sachsen/Bautzen, Landkreis/Sohland an der Spree/Nickelerzvorkommen Hohberg)
M
Magnesioriebeckitr
Mücke, A. (2012).
(Sachsen/Bautzen, Landkreis/Sohland an der Spree/Nickelerzvorkommen Hohberg)
M
Malachitr
Frenzel, M. (2009):
(Sachsen/Bautzen, Landkreis/Sohland an der Spree/Nickelerzvorkommen Hohberg)
M
Melanteritr
Frenzel, M. (2009):
(Sachsen/Bautzen, Landkreis/Sohland an der Spree/Nickelerzvorkommen Hohberg)
M
Morenositr
Frenzel, M. (2009):
(Sachsen/Bautzen, Landkreis/Sohland an der Spree/Nickelerzvorkommen Hohberg)
M
Muskovitr
Mücke, A. (2012).
(Sachsen/Bautzen, Landkreis/Sohland an der Spree/Nickelerzvorkommen Hohberg)
M
Natrojarositr
Frenzel, M. (2009):
(Sachsen/Bautzen, Landkreis/Sohland an der Spree/Nickelerzvorkommen Hohberg)
M
Nickelblöditr
Frenzel, M. (2009):
(Sachsen/Bautzen, Landkreis/Sohland an der Spree/Nickelerzvorkommen Hohberg)
M
Nimitr
Frenzel, M. (2009):
(Sachsen/Bautzen, Landkreis/Sohland an der Spree/Nickelerzvorkommen Hohberg)
BM
'Olivin-Gruppe'r
Mücke, A. (2012).
(Sachsen/Bautzen, Landkreis/Sohland an der Spree/Nickelerzvorkommen Hohberg)
M
Phlogopitr
Mücke, A. (2012).
(Sachsen/Bautzen, Landkreis/Sohland an der Spree/Nickelerzvorkommen Hohberg)
M
'Pyroxen-Gruppe'r
Mücke, A. (2012).
(Sachsen/Bautzen, Landkreis/Sohland an der Spree/Nickelerzvorkommen Hohberg)
M
Retgersitr
Frenzel, M. (2009):
(Sachsen/Bautzen, Landkreis/Sohland an der Spree/Nickelerzvorkommen Hohberg)
M
Spinellr
Mücke, A. (2012).
(Sachsen/Bautzen, Landkreis/Sohland an der Spree/Nickelerzvorkommen Hohberg)
M
Titanomagnetit (Var.: Magnetit)r
Mücke, A. (2012). (Erzmikroskopisch)
(Sachsen/Bautzen, Landkreis/Sohland an der Spree/Nickelerzvorkommen Hohberg)
M
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Legende

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Mineral (TL) -> Mineral-Typlokalität
Mineral -> micht anerkanntes Mineral
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Mineral ? -> Vorkommen ist fragwürdig

Aktualität: 20. May 2019 - 18:33:57

Mineralbilder (10 Bilder gesamt)

Nimit
Aufrufe (Bild: 1347530622): 2149
Nimit

Nimit auf plattiger Calcit-Kluftfüllung mit eingelagerten Chrysotilfasern. Fundort: Halde am Hohberg, Sohland an der Spree, Oberlausitz, Sachsen, Deutschland. Stufenbreite: 7 cm.

Sammlung: raritätenjäger
Copyright: raritätenjäger
Beitrag: raritätenjäger 2012-09-13
NICKELHEXAHYDRIT auf Quarz
Aufrufe (Bild: 1336584486): 1174
NICKELHEXAHYDRIT auf Quarz

Halde Sohland a.d. Spree in der sächsischen Lausitz (D) BB.: ca. 12mm

Sammlung: Daniel Neumann
Copyright: Daniel Neumann
Beitrag: Daniel Neumann 2012-05-09
Pyritpseudomorphose
Aufrufe (Bild: 1267108576): 1446
Pyritpseudomorphose

Pyritpseudomorphose nach Chrysotilfasern von der Armerzhalde bei Sohland, Oberlausitz, Sachsen, Deutschland. Stufenbreite: 55 mm.

Sammlung: ex Andreas Gerstenberg (raritätenjäger)
Copyright: raritätenjäger
Beitrag: raritätenjäger 2010-02-25

Gesteine (Anzahl: 5)

Kersantitr
Mücke, A. (2012).
(Sachsen/Bautzen, Landkreis/Sohland an der Spree/Nickelerzvorkommen Hohberg)
G
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Aktualität: 20. May 2019 - 18:33:57

Referenz- und Quellangaben, Literatur

Literatur:

  • Beck, R. (1903): Die Nickelerzlagerstätte von Sohland und ihre Gesteine., Zeitschr. D. Geol. Gesell., Bd.55.
  • Dieseldorff, A. (1903): Berichtigung einiger Angaben der Herrn R.Beck über die Nickelerzlagerstätte von Sohland a.d.Spree und ihre Gesteine. Zeitschr. D. Geol. Gesell., Bd.55.
  • Ramdohr, P. & Schmitt, M. (1955): Vier natürliche Kobalt-Selenide vom Steinbruch Trogtal bei Lautenthal im Harz. In: N. Jb. Miner., Abh. 91.
  • Löffler, H.K. (1973): Einige Erkenntnisse zur Deutung der Pyrrhotin/Pentlanditvorkommen vom Typ: Sohland an der Spree (Oberlausitz).- Z. geol. Wissensch. 1, 1619-31.
  • Leh, M. (1980): Die Nickellagerstätte Sohland/Spree. Ein Beitrag zur Geschichte und Geologie, Sächs. Heimatblätter H.4, S.180.
  • Wittern, A. (2001): Mineralfundorte und ihre Minerale in Deutschland (1. Aufl.). Stuttgart: E. Schweizerbart, S.93.
  • Frenzel, M. (2009): Nimit und weitere Neufunde aus der Nickelgrube Sohland an der Spree (Sachsen), in: LAPIS 4/2009, S.44-45.
  • Mücke, A. (2012).Das Nickelvorkommen von Sohland an der Spree: Die Mineralien des lamprophyrischen Ganggesteins, der Vererzung und deren Genese. Aufschluss, Jg.63, Nr.2/3, S.141-72.
  • Witzke, T. & T. Giesler (2019). Neufunde und Neubestimmungen aus der Lausitz/ Sachsen. Aufschluss, Jg.70, H.3, S.164-77.
  • http://www.bergbau.sachsen.de/download/bergbau/Rohstoffkatalog_Spat-Erzvorkommen.pdf

Quellenangabe:

Einordnung