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Kapellenberg

Steckbrief

Fund­s­tel­lenpfad

Deutschland / Sachsen / Chemnitz / Kapellenberg

Auf­schluss­be­sch­rei­bung

Historischer Untertagebergbau

Fund­s­tel­len­typ

Halden

Zu­gangs­be­schrän­kun­gen

keine

Letz­ter Be­such

24.09.2017

Verkürzte Mineralienatlas URL

https://www.mineralienatlas.de/?l=45810
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Verkürzte Pfadangabe

Kapellenberg, Chemnitz, Sachsen, DE
Nützlich für Bildbeschreibungen und Sammlungsbeschriftungen

Wichtig: Vor dem Betreten dieser wie auch anderer Fundstellen sollte eine Genehmigung des Betreibers bzw. Besitzers eingeholt werden. Ebenso ist darauf zu achten, dass während des Besuches der Fundstelle die erforderlichen Sicherheitsvorkehrungen getroffen und eingehalten werden.

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Bilder von Fundstellen (10 Bilder gesamt)

Kapellenberg (Chemnitz)
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Kapellenberg (Chemnitz)

Grubengelände von "St. Georgen Fundgrube". Einige Partien zeigen Plateaus und sind morphologisch noch als Halden auszumachen. Fotografiert am 24.09.2017.

Copyright: raritätenjäger
Beitrag: raritätenjäger 2017-09-24
Kapellenberg (Chemnitz)
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Kapellenberg (Chemnitz)

Grubengelände von "St. Georgen Fundgrube". Einige Partien zeigen Plateaus und sind morphologisch noch als Halden auszumachen. Fotografiert am 24.09.2017.

Copyright: raritätenjäger
Beitrag: raritätenjäger 2017-09-24
Kapellenberg (Chemnitz)
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Kapellenberg (Chemnitz)

Grubengelände von "St. Georgen Fundgrube". Einige Partien zeigen Plateaus und sind morphologisch noch als Halden auszumachen. Fotografiert am 24.09.2017.

Copyright: raritätenjäger
Beitrag: raritätenjäger 2017-09-24

Ausführliche Beschreibung

Ein wohl alle Zeit erfolgloses Kapitel Chemnitzer Bergbaugeschichte rankt sich um den Kapellenberg (die Bezeichnungen Niklas- bzw. Nicolaiberg und Hüttenberg bezeichnen die selbe Erhebung) zwischen der Stollberger und der Rößlerstraße. Wann genau hier erstmals Bergbau umging, das verliert sich im Dunkel der Jahrhunderte. Die Nachrichten in den Akten von einer einstmals bedeutenden Bergstadt Chemnitz und dem Fündigwerden der Erzgruben "an der Stollberger Straße" im frühen 15. Jahrhundert, all das muss heute mit einer gehörigen Portion Skepsis betrachtet werden. Gesichert ist immerhin, dass letztmalig zum Anfang des 18. Jahrhunderts versucht wurde, dem Kapellenberg einen Schatz abzuringen.

Im Jahre 1709 wurden drei Gruben angelegt: die "Rothe Fundgrube" dicht an der Chemnitz, in der Nähe der heutigen Rößlerstraße, die "St. Georgen Fundgrube", deren Reste man heute noch am Berghang hinter dem Haus Beckerstraße 28b erkennen kann und, das größte Unternehmen: die "Johannes zum reichen Trost Fundgrube an der Stollberger Straße". Letztere besaß zwei Stollnmundlöcher, deren Überreste man noch vor etwa 50 Jahren beobachten konnte. Eines lag unterhalb Deubners Weg direkt an der Stollberger Straße, ein zweites mehr in Richtung der Schadestraße. Insgesamt waren etwa 20 Bergleute auf den drei Gruben tätig. Die Stolln wurden zum Teil recht umfangreich erweitert, so wurde die "Rothe Fundgrube" zwischen 1712 und 1716 von 80 auf 200 m verlängt. Zwischen 1710 und 1718 trieben zwei Bergleute den Stolln der "St. Georgen Fundgrube" von 30 auf 312 m, der Hauptstolln von "Johannes" wurde zwischen 1713 und 1716 von 135 auf 260 m verlängt. Im Jahre 1718 betrug die Gesamtlänge der Suchstollen immerhin 900 m.

Über 50 Chemnitzer Bürger hielten Kuxe an den Gruben, freilich: etwas Gewinnbringendes kam bei diesen Unternehmungen nicht heraus. Am längsten hielt noch die "Johannes Fundgrube" durch, aber 1728 war auch hier Schluss. 2.400 Taler hatten die 55 Kuxbesitzer hier in den knapp 20 Jahren des Bestehens der Grube verbaut, die Hoffnung auf auch nur ein Fünkchen Silber erfüllte sich nie. Schon damals kam die große Stadt nah an dieses Gebiet heran. Heute braust der Verkehr an der Stollberger Straße. Die große, langgezogene Halde ist aber auch heute noch dem geübten Auge erkennbar. Vergessen ist der Bergbau hier, der vor 300 Jahren zum letzten Mal die Glücksritter herausforderte, verfallen, überwachsen, überbaut die letzten stummen Zeugen. Wer wachen Auges hier herumstreift, der mag dennoch etwas ahnen von dem, was hier einst war.

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Referenz- und Quellangaben, Literatur

Quellenangabe


Literatur:

  • Autorenkollektiv (1979): Werte unserer Heimat, Band 33: Karl-Marx-Stadt, Berlin: Akademie-Verlag, S.100.